{"id":318970,"date":"2025-08-04T18:27:18","date_gmt":"2025-08-04T18:27:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/318970\/"},"modified":"2025-08-04T18:27:18","modified_gmt":"2025-08-04T18:27:18","slug":"und-leben-de-missbrauch-wie-der-betroffenenbeirat-im-bistum-essen-helfen-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/318970\/","title":{"rendered":"und-Leben.de &#8211; Missbrauch: Wie der Betroffenenbeirat im Bistum Essen helfen will"},"content":{"rendered":"<p>In der Ruhrdi\u00f6zese wurde das Gremium neu gew\u00e4hlt. Was die Vertreter zu ihrer Arbeit motiviert und auf welche Weise sie Gesch\u00e4digten beistehen wollen.<\/p>\n<p>Mit einem eindringlichen Appell hat der Betroffenenbeirat im <a href=\"https:\/\/www.kirche-und-leben.de\/themen\/themenbereich\/bistum-essen\" target=\"_blank\" title=\"Mehr \u00fcber das Bistum Essen\" rel=\"nofollow noopener\">Bistum Essen<\/a> von <a href=\"https:\/\/www.kirche-und-leben.de\/themen\/themenbereich\/missbrauch\" target=\"_blank\" title=\"Mehr \u00fcber Missbrauch\" rel=\"nofollow noopener\">Missbrauch<\/a> im Raum der Kirche betroffene Menschen aufgefordert, sich zu melden. \u201eIhr seid keine Bittsteller, ihr seid Gesch\u00e4digte\u201c, sagte Joachim Sch\u00f6ttler im Gespr\u00e4ch mit \u201eRadio Essen\u201c (Samstag). \u201eMeldet euch, stellt eure Antr\u00e4ge \u2013 es ist euer <a href=\"https:\/\/www.kirche-und-leben.de\/themen\/themenbereich\/recht\" target=\"_blank\" title=\"Mehr \u00fcber Recht\" rel=\"nofollow noopener\">Recht<\/a>.\u201c<\/p>\n<p>Gemeinsam mit Wilfried Fesselmann ist Sch\u00f6ttler Sprecher des neuen Betroffenenbeirats im Bistum Essen. Er ermunterte Betroffene, dem Beirat die \u201eT\u00fcren einzurennen\u201c: \u201eWir helfen euch, Antr\u00e4ge zu stellen. Wir wissen nicht, wer betroffen ist \u2013 ihr m\u00fcsst euch bei uns melden. Kommt zu uns, daf\u00fcr sind wir da.\u201c<\/p>\n<p>Egal wie h\u00e4ufig ein <a href=\"https:\/\/www.kirche-und-leben.de\/themen\/themenbereich\/jugend\" target=\"_blank\" title=\"Mehr \u00fcber Jugend\" rel=\"nofollow noopener\">junger Mensch<\/a> missbraucht worden sei \u2013 jedes Opfer sei gedem\u00fctigt und vergewaltigt worden, sagte Sch\u00f6ttler. Die Scham sei dieselbe. Man f\u00fchre ein kaputtes Leben und sei meistens traumatisiert. Fesselmann erg\u00e4nzte, schon eine Tat k\u00f6nne daf\u00fcr sorgen, \u201edass man komplett aus seinem Leben rausfliegt\u201c.<\/p>\n<p>Betroffenenvertreter: Vertuschung als schlimmste S\u00fcnde<\/p>\n<p>Das haben die beiden am eigenen Leib erfahren. Trotz des Missbrauchs durch einen Geistlichen blieb Sch\u00f6ttler der Kirche verbunden. Er habe als Jugendlicher in der katholischen Kirche selbst eine Heimat gehabt, sagt er. \u201eDass ein T\u00e4ter, der durch Zufall <a href=\"https:\/\/www.kirche-und-leben.de\/themen\/themenbereich\/priester\" target=\"_blank\" title=\"Mehr \u00fcber Priester\" rel=\"nofollow noopener\">Priester<\/a> ist, mich missbraucht hat \u2013 und nachher sogar noch mehrere T\u00e4ter \u2013 daf\u00fcr konnte die Kirche nichts.\u201c Was er der Kirche aber vorwerfe, sei das Verschleiern, das Nicht-Zugeben, das Weiterversetzen von T\u00e4tern und In-Kauf-Nehmen von weiteren Opfern. \u201eDann in der \u00d6ffentlichkeit zu sagen: ,Wir wussten von nichts\u2018 \u2013 das ist die schlimmste S\u00fcnde!\u201c, sagt Sch\u00f6ttler.<\/p>\n<p>Fesselmann schildert seine eigene Geschichte: Nachdem er von Jugendgruppen angegriffen worden sei, weil er daran schuld gewesen sei, dass der tolle Kaplan weg m\u00fcsse, sei er direkt aus der Kirche ausgetreten. Der Kaplan sei eine Lichtgestalt gewesen und wie ein Popstar in der Region gefeiert worden. \u201eAber die dunkle Seite von ihm, die kannte ja kaum einer.\u201c Zwar sieht Fesselmann auch in seinem konkreten Fall die Schuld beim Bistum, weil der T\u00e4ter auch damals ohne irgendwelche weiteren Schutzma\u00dfnahmen versetzt worden sei. Doch das hindert ihn nicht daran, mit dem Bistum zusammenzuarbeiten: \u201eIch m\u00f6chte, dass das Bistum endlich die Betroffenen in den Blick nimmt.\u201c<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit mit dem Bistum empfindet Joachim Sch\u00f6ttler zun\u00e4chst einmal als positiv. Doch er betont, Bischof oder Generalvikar w\u00fcrden von ihnen \u201eauch mal eine unangenehme Frage\u201c bekommen. Wilfried Fesselmann hatte das Bistum selbst auf Schmerzensgeld verklagt, will aber trotzdem im Betroffenenbeirat auch f\u00fcr andere Betroffene eintreten.<\/p>\n<p>Betroffenen sollen selbst \u00fcber Hilfen entscheiden<\/p>\n<p>Das Thema Missbrauch werde f\u00fcr ihn nie allt\u00e4glich werden, erkl\u00e4rt Sch\u00f6ttler. Aber dadurch, dass er im Betroffenenbeirat mit Betroffenen rede, m\u00fcsse er nicht mehr st\u00e4ndig auf einen Verdr\u00e4ngungsmechanismus zur\u00fcckgreifen. Seine emotionalen Tiefs und Angstzust\u00e4nde seien weniger geworden. Manchmal bekomme er auch heute noch einen emotionalen Schub, sodass er sich kurz abwenden m\u00fcsse. \u201eAber es hilft mir, mit Betroffenen zu arbeiten \u2013 f\u00fcr mich ist es der richtige Therapieweg.\u201c<\/p>\n<p>Der Betroffenenbeirat verspricht \u00f6ffentlichkeitswirksam den Finger in die Wunden legen und zeigen, was falsch l\u00e4uft \u2013 im Austausch mit Betroffenen in anderen Bist\u00fcmern und auch international. Das Wichtigste aber sei die Betreuung der Betroffenen vor Ort: Er unterst\u00fctzt beim Stellen von Antr\u00e4gen, entwickelt neue Formen des Gedenkens an das geschehene Unrecht und ist offen f\u00fcr neue Formate des Austauschs. Ob Betroffenenfr\u00fchst\u00fcck, Fahrradgruppe, Wanderung, gemeinsames Grillen oder eine Schifffahrt: Die Betroffenen sollen entscheiden, was ihnen weiterhilft, so die Sprecher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der Ruhrdi\u00f6zese wurde das Gremium neu gew\u00e4hlt. 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