{"id":318985,"date":"2025-08-04T18:35:12","date_gmt":"2025-08-04T18:35:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/318985\/"},"modified":"2025-08-04T18:35:12","modified_gmt":"2025-08-04T18:35:12","slug":"tigermuecke-in-stuttgart-nachgewiesen-was-hilft-gegen-gefaehrliches-insekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/318985\/","title":{"rendered":"Tigerm\u00fccke in Stuttgart nachgewiesen: Was hilft gegen gef\u00e4hrliches Insekt?"},"content":{"rendered":"<p>Die Berichte \u00fcber die Verbreitung der Asiatischen Tigerm\u00fccke in Baden-W\u00fcrttemberg h\u00e4ufen sich. Das Gebiet um Korntal-M\u00fcnchingen (Kreis Ludwigsburg) hat bereits seit vergangenem Jahr mit einer M\u00fcckenplage zu k\u00e4mpfen. Vor wenigen Wochen gab die Stadt Kehl (Ortenaukreis) bekannt, dass sie die Fl\u00fcgel streckt \u2013 und die Bek\u00e4mpfung der schwarz-wei\u00df-gemusterten <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stechm%C3%BCcken\" title=\"Stechm\u00fccken\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stechm\u00fccken<\/a> einstellt. Dennoch ist es f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung wichtig zu wissen, wie man mit den aus S\u00fcdostasien eingeschleppten M\u00fccken umgeht. Immerhin k\u00f6nnen sie <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.dengue-fieber-am-gardasee-wie-man-sich-vor-dengue-fieber-schuetzt.47d1abca-5393-48d7-948c-aa2100d4a035.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">gef\u00e4hrliche Krankheiten wie Dengue-Fieber, Chikungunya-Fieber, das West-Nil-Virus und das Zika-Virus<\/a> \u00fcbertragen. <\/p>\n<p>Da die Insekten nun auch in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart-Weilimdorf\" title=\"Stuttgart-Weilimdorf\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart-Weilimdorf<\/a> vorkommen, hat das <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Gesundheitsamt\" title=\"Gesundheitsamt\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gesundheitsamt<\/a> <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> k\u00fcrzlich in Kooperation mit der Firma Icybac, einer Unternehmenstochter der KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bek\u00e4mpfung der Schnakenplage), einen Info-Abend f\u00fcr Anwohner veranstaltet. Bewohnerinnen und Bewohner aus Weilimdorf erschienen zahlreich im Garten der Siedlergemeinschaft Reisach, um sich Tipps zu holen. Das Ziel der Aktion: \u201ePraxisnah \u00fcber die Tigerm\u00fccke aufkl\u00e4ren. Damit jeder wei\u00df, was man gegen sie tun kann\u201c, sagt Artin Tokatlian von Icybac, der die Veranstaltung als stellvertretender wissenschaftlicher Direktor organisiert hat. Die Anwohnenden hatten viele Fragen mitgebracht. Wir beantworten die wichtigsten. <\/p>\n<p> <b>Wie erkennt man Tigerm\u00fccken? <\/b> <\/p>\n<p>Die Asiatische Tigerm\u00fccke (Aedes albopictus) unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von einheimischen Fliegen. \u201eIhr Aussehen ist speziell. Sie hat mindestens f\u00fcnf Streifen an ihren Hinterbeinen, und ihr letzter Streifen ist immer wei\u00df. Zudem hat sie wei\u00dfe Streifen am Kopf und Vorderk\u00f6rper\u201c, erkl\u00e4rt Selina St\u00f6ferle, Mitarbeiterin von Icybac. Doch es gibt noch ein anderes Unterscheidungsmerkmal: In der Infobrosch\u00fcre, die das Gesundheitsamt an die Besucher verteilt, l\u00e4sst sich nachlesen, dass die eingewanderten M\u00fccken \u201eetwa sechs Millimeter gro\u00df\u201c sind. Damit sind sie deutlich kleiner als etwa die weitverbreiteten gemeinen Stechm\u00fccken, die auf bis zu 15 Millimeter anwachsen. Zudem haben Tigerm\u00fccken einen schwarz-wei\u00df-gef\u00e4rbten K\u00f6rper. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1754332512_117_media.media.1a75cb99-0bc3-46ef-adea-4945388d2374.original1024.media.jpeg\"\/>     Artin Tokatlian, Projektleiter bei der Firma Icybac, beantwortet in Weilimdorf Fragen von Anwohnern zur Tigerm\u00fccke.    Foto: Savidis    <\/p>\n<p>Aber welche Unterschiede gibt es noch? Arne Uhlig, ein Icybac-Mitarbeiter: Tigerm\u00fccken seien zwar flink, \u201eaber sie sind im Vergleich schlechte Flieger. Ihr Flug gleicht der Fahrt eines Betrunkenen\u201c. Und sie sind im Gegensatz zu anderen Stechm\u00fccken tags\u00fcber aktiv. <\/p>\n<p><b\/> <\/p>\n<p> <b>Wie sch\u00fctze ich mich? <\/b> <\/p>\n<p>Wie bei einheimischen Stechm\u00fccken, die besonders im Sommer aktiv sind, gilt auch bei der Tigerm\u00fccke: Lange Kleidung ist sinnvoll. Dadurch haben die M\u00fccken weniger Angriffsfl\u00e4che. Da die tropischen M\u00fccken allerdings tagaktiv sind und bei hohen Temperaturen eher T-Shirts und kurze Hosen getragen werden, braucht es weitere Abhilfe. M\u00fcckenschutzmittel wie Autan, Nobite oder Anti-Brumm sind f\u00fcr mehrere Stunden effektiv bei der Abwehr. <\/p>\n<p>Uhlig hat noch einen anderen Tipp: \u201eViele dieser Mittel stinken. Ich empfehle daher \u00e4therische \u00d6le wie Lavendel. In Thailand ist das beliebt und Mittel Nummer eins.\u201c Der Nachteil: Die \u00d6le sind teuer und ihre Wirkung nicht so nachhaltig wie bei chemischen Mitteln, so Uhlig. Wie bei allen Stechm\u00fccken lautet die Erkenntnis: \u201eEs gibt keinen hundertprozentige Sicherheit vor Stichen\u201c, so Uhlig. <\/p>\n<p> <b>Wie \u00fcbertragen sich Krankheiten? <\/b> <\/p>\n<p>Die Tigerm\u00fccke wurde eingeschleppt. \u201eSie hat sich \u00fcber den internationalen Reifenhandel und den Reiseverkehr global verbreitet\u201c, erkl\u00e4rt Uhlig. Die Verbreitung der Population geht dann relativ schnell. Ein Stich bedeutet, dass die M\u00fccke 300-400 Eier ablegen kann. Deshalb steht f\u00fcr Uhlig fest: \u201eEs geht um eine Eind\u00e4mmung der Population.\u201c Das Ziel sei nicht, alle M\u00fccken zu eliminieren. \u201eDas geht nicht.\u201c <\/p>\n<p>Damit das gelingt, gibt Uhlig mit Blick auf die Sommerferien einen wichtigen Hinweis: \u201eWenn man im Urlaub in Risikogebieten erkrankt ist und dann hier erneut von einer Tigerm\u00fccke gestochen wird, kann das Insekt andere Personen mit dem Erreger infizieren.\u201c Die Kommunikation in der Nachbarschaft und in der Region ist deshalb von zentraler Bedeutung, um die Ausbreitung zu verhindern. <\/p>\n<p> <b>Was kann ich im Garten tun, um M\u00fccken fernzuhalten? <\/b> <\/p>\n<p>Das Gesundheitsamt und Icybac zeigten in Weilimdorf: Offene Regentonnen, Gie\u00dfkannen und andere Beh\u00e4lter, in denen sich Wasser sammeln kann, sind keine gute Idee. Der Grund: \u201eStehendes Gew\u00e4sser ist die perfekte Brutst\u00e4tte f\u00fcr die M\u00fccken\u201c, so Uhlig. Deshalb r\u00e4t der Icybac-Mitarbeiter unter anderem, Regentonnen mit doppelmaschigem M\u00fcckennetz zu bedecken. Zus\u00e4tzlich sollte das Wasser mit Bti-Tabletten behandelt werden. Diese enthalten Wirkstoffe gegen die Verbreitung der Larven. Alle 14 Tagen sollten Tabletten hinzugegeben werden, um die Wirkung zu erneuern. Bei viel Regen sogar alle sieben Tage. <\/p>\n<p>Und was ist mit Gartenteichen? Uhlig gibt Entwarnung: \u201eTeiche, in denen etwa Fische schwimmen, sind nicht das Problem. Die kleinen Larven sind eine leichte Beute f\u00fcr Fische oder andere Tiere.\u201c Das Gebot lautet: Zusammenarbeit und Hilfe in der Nachbarschaft, Brutst\u00e4tten m\u00fcssen gezielt einged\u00e4mmt werden. Denn die M\u00fccken machen nicht vor den Grenzen des eigenen Gartens halt. Wenn der Nachbar keine Vorsorge betreibt, wirkt sich das auf die gesamte Umgebung aus. <\/p>\n<p> <b>An wen wende ich mich, wenn ich Tigerm\u00fccken sichte? <\/b> <\/p>\n<p>Am besten ist es, wenn man bei Verdacht sofort aktiv wird. \u201eFotos der M\u00fccke aus mehreren Richtungen sind am hilfreichsten. Dann kann die Spezies eindeutig bestimmt werden\u201c, meint Florian H\u00f6lzl, Abteilungsleiter beim Gesundheitsamt Stuttgart. Die Fotos sollten direkt an das st\u00e4dtische Amt oder die Firma Icybac gemeldet werden. Das geht auch online. <\/p>\n<p>Das Landesgesundheitsamt und die <a href=\"https:\/\/tiger-platform.eu\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Tiger-Plattform<\/a> nehmen ebenfalls Meldungen entgegen, so H\u00f6lzl. Wichtig sei nur, dass es ein B\u00fcrgermonitoring gebe. \u201eFalschmeldungen kommen vor \u2013 aber das ist nicht schlimm\u201c, sagt H\u00f6lzl. Entscheidend ist das Engagement der Anwohner. Nur so l\u00e4sst sich eine unkontrollierte Verbreitung vermeiden. \u201eWir brauchen alle B\u00fcrger vor Ort. Denn unsere Arbeitskr\u00e4fte in Weilimdorf reichen nicht aus. Nur auf diese Art kann die Population niedrig gehalten werden\u201c, sagt Uhlig von Icybac. <\/p>\n<p> <b>Wie gro\u00df ist die Gefahr von Virus\u00fcbertragungen? <\/b> <\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren sind immer wieder Todesf\u00e4lle im Zusammenhang mit Stichen der Tigerm\u00fccke bekannt geworden. Allerdings kommt das sehr selten vor, betroffen waren haupts\u00e4chlich \u00c4ltere und chronisch Kranke, da bei ihnen Erkrankungen wie Dengue-Fieber oder West-Nil-Virus zu schweren Krankheitsverl\u00e4ufen f\u00fchren k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Besteht auch in der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Region_Stuttgart\" title=\"Region Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Region Stuttgart<\/a> Gefahr? \u201eNein. Wir haben zwar die M\u00fccken hier, aber sie \u00fcbertragen keine Viren\u201c, sagt Uhlig. Der Stich einer Tigerm\u00fccke muss deshalb keine Panikattacke ausl\u00f6sen. Projektleiter Tokatlian von Icybac macht es vor: Zur Demonstration l\u00e4sst er sich von einer Tigerm\u00fccke ins Bein stechen. Ein kleiner Piks, mehr nicht. \u201eIch sp\u00fcre, wie sich die M\u00fccke vollsaugt. Gleich ist sie voll und l\u00e4sst von mir ab\u201c, zeigt Tokatlian auf das Insekt und lacht. Praxisn\u00e4her geht es nicht. <\/p>\n<p> <b\/> <b\/> <b\/> <b\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Berichte \u00fcber die Verbreitung der Asiatischen Tigerm\u00fccke in Baden-W\u00fcrttemberg h\u00e4ufen sich. 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