{"id":319393,"date":"2025-08-04T22:17:11","date_gmt":"2025-08-04T22:17:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/319393\/"},"modified":"2025-08-04T22:17:11","modified_gmt":"2025-08-04T22:17:11","slug":"wie-fachkraefte-in-kenia-auf-ihr-neues-leben-in-deutschland-vorbereitet-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/319393\/","title":{"rendered":"Wie Fachkr\u00e4fte in Kenia auf ihr neues Leben in Deutschland vorbereitet werden"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Den Deutschen ist der Sonntag also so heilig, dass Gesch\u00e4fte geschlossen bleiben, aber offenbar nicht heilig genug, um in die Kirche zu gehen. Melsa Achitsa findet das irritierend. \u201eWill euer Gott nicht, dass man am Sonntag einkaufen geht? Gai!\u201c, sagt sie und seufzt. Letzterer Ausdruck ist Suaheli und bedeutet so viel wie \u201eOh Gott!\u201c <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die junge Frau, 18, lernt gerade, was das Leben in ihrer Heimat Kenia vom Leben in ihrer k\u00fcnftigen Wahlheimat Deutschland unterscheidet &#8211; wie die Sache mit den Sonntagen. In Kenia sind die Kirchen am Sonntagmorgen voll, die Stra\u00dfen leer. Zwei, drei, manchmal vier Stunden geht der Gottesdienst. Es wird geklatscht, getanzt, gesungen, Dorftratsch ausgetauscht. Ist alles vorbei, \u00f6ffnen die Shops am Stra\u00dfenrand, dann werden T-Shirts, Gem\u00fcse, Ladekabel oder Hundewelpen verkauft. Die Superm\u00e4rkte in der Hauptstadt Nairobi haben ohnehin oft 24\/7 ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Die Angst vor dem Winter und dem deutschen Essen<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eIch habe gelernt, dass es nicht so einfach ist, mit Deutschen sozialen Kontakt aufzubauen. Seid ihr Deutschen freundlich?\u201c, fragt Melsa Achitsa. Es klingt ein wenig neckisch, die 18-J\u00e4hrige lacht dabei. Im vergangenen Jahr hat sie das kenianische Abitur gemacht und danach Deutsch gelernt. Jeden Tag mehrere Stunden. Nebenbei absolvierte sie Kurse zur Landeskunde, Arbeitsleben und Alltag sowie ein interkulturelles Training. Melsa Achitsa will nach Deutschland, um eine Ausbildung zu machen. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Melsa Achitsa, 18, will in Deutschland eine Ausbildung zur Krankenschwester machen. &#10;Nairobi, Kenia, Goethe-Institut\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/YYGQ7Z5RI5D2XFYLLXL2YRYA3U.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Captionstyled__Caption-sc-skimq-0 iFEFhG\">Melsa Achitsa, 18, will in Deutschland eine Ausbildung zur Krankenschwester machen.<br \/>\nNairobi, Kenia, Goethe-Institut<\/p>\n<p class=\"Copyrightstyled__Copyright-sc-1yiiexl-0 kSntKS\">Quelle: Miriam Keilbach<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Eine richtige Vorstellung von dem Land, in dem sie leben und arbeiten will, hat sie bisher nicht. Wie auch? Sie ist jung, hat Kenia nie verlassen. Immerhin: Freundinnen in Deutschland schicken manchmal Fotos. <\/p>\n<blockquote><p>Bekommt man wirklich \u00c4rger, wenn man einen Polizisten mit Du anspricht?<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 hfNZxo\">Melsa Achitsa m\u00f6chte in Deutschland arbeiten<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die Kenianerin bereitet sich vor: Sie liest B\u00fccher, schaut Filme, folgt Social Media, besucht die Kurse. Manches kommt ihr dabei komisch vor. \u201eEsst ihr wirklich Brot zum Abendessen? Ihr haltet nicht einfach einen Bus an und steigt ein, sondern habt Haltestellen?\u201c, fragt sie auf Englisch. Einzelne W\u00f6rter wie Haltestelle und Brot nennt sie auf Deutsch. \u201eDas Wetter, Gai, der Winter! Das wird der schwierige Part, das wird mich killen. Bekommt man wirklich \u00c4rger, wenn man einen Polizisten mit Du anspricht?\u201c Melsa Achitsa hat eine ganze Menge Fragen.<\/p>\n<p>Kenia hat Hunderttausende arbeitslose Jugendliche, Deutschland offene Stellen<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Sie ist eine von vielen Jugendlichen, die f\u00fcr sich keine Zukunft in Kenia sehen. Eine von jenen, die seit Monaten auf den Stra\u00dfen demonstrieren, gegen Polizeigewalt und Korruption, f\u00fcr Demokratie und bessere Perspektiven. Die Arbeitslosigkeit unter Schulabg\u00e4ngern im Land ist enorm hoch. Die Weltbank spricht von einer Quote von 12 Prozent, das Medienhaus \u201ePulse Kenia\u201c gar von 67 Prozent. Eine Million junger Menschen dr\u00e4ngt demnach jedes Jahr auf den Jobmarkt. Sie sind gut ausgebildet \u2013 und m\u00fcssen doch h\u00e4ufig, wenn \u00fcberhaupt, im informellen Sektor zu schlechten Bedingungen arbeiten, weil es schlicht nicht genug Stellen gibt. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Death of social media influencer sparks protests in Kenya NAIROBI, KENYA  JUNE 17: Protesters clash with security forces during a demonstration in Nairobi, Kenya, on June 17, 2025, following the death of blogger Albert Ojwang while in police custody. Demonstrators demanded justice and accountability, chanting slogans and denouncing police brutality. Security forces responded with tear gas to disperse the crowd. Gerald Anderson \/ Anadolu Nairobi Kenya. Editorial use only. Please get in touch for any other usage. PUBLICATIONxNOTxINxTURxUSAxCANxUKxJPNxITAxFRAxAUSxESPxBELxKORxRSAxHKGxNZL Copyright: x2025xAnadoluxGeraldxAndersonx\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/T2NKOVAGXBFPPMGCQ6VRJKYGIU.jpg\" \/>Kenias Polizei gegen die Jugend: Die Gewalt eskaliert<\/p>\n<p class=\"CallToActionBasestyled__Text-sc-1k69918-5 fbjGwD\">Brennende Autos, eingeschlagene Fenster und Polizisten, die sich trotz Verbot maskieren und Protestierende niederkn\u00fcppeln. Bei Demonstrationen gegen Willk\u00fcr, Korruption und Perspektivlosigkeit kommt es zu Ausschreitungen und einer rigoros vorgehenden Polizei. Kenia steht am Scheideweg.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ganz anders in Deutschland. 2024 konnten laut Bundesagentur f\u00fcr Arbeit knapp 694.000 Stellen nicht besetzt werden, Tendenz steigend. Die deutsche Bev\u00f6lkerung wird immer \u00e4lter, es werden nicht genug Kinder geboren. Eine \u00e4ltere Bev\u00f6lkerung bedeutet mehr Pflegebedarf bei weniger Arbeitskraft. Deutschland braucht Hilfe aus dem Ausland &#8211; und verhandelt deshalb mit anderen Staaten. Im September 2024 unterzeichneten Kenia und Deutschland ein Migrationsabkommen. Ein solches gibt es bereits mit Indien und Georgien, mit Kolumbien und Marokko. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die Bundesrepublik profitiert dabei: Eine unbegrenzte Anzahl junger Kenianerinnen und Kenianer mit Ausbildungs- oder Arbeitsvertr\u00e4gen kommt nach Deutschland. Und im Gegenzug nimmt Kenia Ausreisepflichtige zur\u00fcck, die sich illegal in der Bundesrepublik aufhalten. Zynisch k\u00f6nnte man von einem Tausch \u201egew\u00fcnschte gegen unerw\u00fcnschte Ausl\u00e4nder\u201c sprechen.<\/p>\n<p>Vorbereitungskurse lehren \u00fcber \u00d6PNV, Sozialleben, Kirchensteuer<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eWas passiert, wenn ich in der Probezeit schwanger werde?\u201c, tippt eine junge Frau in den Chat. 162 Menschen besuchen den Online-Workshop \u201eLiving and Working in Germany\u201c, Leben und Arbeiten in Deutschland, den das Goethe-Institut (GI) in Nairobi anbietet. Es gibt mehrere dieser Veranstaltungen, jede mit einem anderen Schwerpunkt. Es geht um Fahrpl\u00e4ne, um P\u00fcnktlichkeit und das Schulsystem, darum, wie das Sozialleben organisiert ist. Bundesregierung und EU f\u00f6rdern diese Veranstaltungen, genau wie Sprechstunden in Kenia und Integrationskurse und \u201eWelcome Coaches\u201c in Deutschland. <\/p>\n<blockquote><p>Der Arbeitsmarkt ist global, und Kenianer wollen ein Teil davon sein.<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 hfNZxo\">Elizabeth Mairura,<\/p>\n<p class=\"Quotestyled__AuthorDescription-sc-q277fq-2 kncpVQ\">Goethe-Institut Nairobi<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">An einem Vormittag Ende Mai steht das Arbeitsleben im Fokus. Die Teilnehmenden h\u00f6ren von befristeten und unbefristeten Vertr\u00e4gen, von der Beitragsbemessungsgrenze und der Kirchensteuer, von Minijobs, Teilzeitjobs und Aushilfsjobs. Diskutiert werden Fragen wie: Stadt oder Land, wo ist es einfacher, einen Job zu finden? Die Kursleiter animieren, auch auf dem Dorf nach Jobs zu suchen, sich nicht nur in Bundesl\u00e4ndern mit den meisten Feiertagen zu bewerben. Aber: Es ist auf dem Land vieles schwieriger als in einer gr\u00f6\u00dferen Stadt &#8211; etwa Friseursalons zu finden, die mit Afro umgehen k\u00f6nnen, oder L\u00e4den, in denen es Zutaten f\u00fcr Ugali (Maisbrei) und Chapati (frittierte Fladen) gibt. <\/p>\n<p>Das Gesch\u00e4ft mit den Tr\u00e4umen<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Einige der 162 jungen Leute in der Onlinekonferenz sprechen Deutsch, wissen \u00fcber Aufenthaltstitel Bescheid, konsumieren deutsche Nachrichten. Andere haben nur eine vage Vorstellung. \u201eWir wollen ein realistisches Bild vermitteln\u201c, sagt Elizabeth Mairura, Projektkoordinatorin von \u201eLiving and Working in Germany for Kenya, Uganda, Rwanda and Burundi\u201c beim GI, das zwar nicht vermitteln darf, aber die Vorbereitung im Heimatland \u00fcbernimmt. \u201eViele Agenturen in Kenia sprechen nur \u00fcber die Chancen, aber wir wollen auch die Herausforderungen ansprechen.\u201c <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Elizabeth Mairura bereitet junge Kenianerinnen und Kenianer auf ihr Leben in Deutschland vor.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2N7OGFRUFVGSXBVTGD6JDBZITI.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Captionstyled__Caption-sc-skimq-0 iFEFhG\">Elizabeth Mairura bereitet junge Kenianerinnen und Kenianer auf ihr Leben in Deutschland vor.<\/p>\n<p class=\"Copyrightstyled__Copyright-sc-1yiiexl-0 kSntKS\">Quelle: Miriam Keilbach<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Agenturen, die Wohlstand im Ausland versprechen, gibt es reichlich. Tr\u00e4ume als Gesch\u00e4ftsmodell. Fr\u00fcher schickten sie Arbeitskr\u00e4fte nach Katar, Dubai, Saudi-Arabien. Nachdem mehrere R\u00fcckkehrerinnen und R\u00fcckkehrer \u00fcber Menschenrechtsverletzungen, Entf\u00fchrungen und Gewalt berichtet hatten, lie\u00df der kenianische Staat Agenturen schlie\u00dfen. Nun sondiert sich der Markt neu. Einige Vermittlungsstellen haben sich auf Deutschland spezialisiert. Unter ihnen gibt es seri\u00f6se, aber auch weniger seri\u00f6se. Sie bieten das Rundumpaket: Sprachkurs, interkulturelle Trainings, Bewerbungscoachings, Stellensuche, Visaservice. Ein Visum gibt es nur mit einem fairen Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag. Aber auch diese sind schnell gef\u00e4lscht. Der Andrang ist riesig. Es gibt inzwischen monatelange Wartezeiten auf Deutschkurse.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Wer nicht auf Agenturen setzt, versucht es \u00fcber deutsche Anlaufstellen. Anders als das Goethe-Institut darf die Auslandshandelskammer (AHK) bei der Jobvermittlung helfen. Aktuell betreut das Team 26 in Kenia ausgebildete Krankenpflegerinnen und -pfleger, die ab Fr\u00fchjahr in Hamburg arbeiten sollen. Auf Wunsch des dortigen Krankenhauses schrieb die AHK die Stellen in Kenia aus, sichtete die Bewerbungen und organisierte Gespr\u00e4che. Nun bekommen die Kandidatinnen und Kandidaten, einige davon mit Familie, einen Sprachkurs und werden zu den Schulungen des GI geschickt.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Braindrain? Was massenhafte Abwanderung f\u00fcr Kenias Wirtschaft bedeutet<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Was wie ein Verlustgesch\u00e4ft f\u00fcr Kenia aussieht, ist auf den zweiten Blick keines. Obwohl selbst in Kenia inzwischen gezielt f\u00fcr den deutschen Markt ausgebildet wird und Lehrkr\u00e4fte von Berufsschulen f\u00fcr ein Praktikum nach Deutschland kommen, profitiert das Land vom Migrations-Deal. Der heimische Jobmarkt wird entlastet, die jungen Leute sind weniger frustriert, mit dem Geld aus dem Ausland werden die Familien daheim versorgt. \u201eDeutschland bekommt nicht alle fehlenden Fachkr\u00e4fte aus Kenia. Wir versuchen, Braindrain zu umgehen\u201c, sagt Bruno Backes, Leiter des \u201eLabour Mobility Center\u201c-Projekts bei der AHK in Nairobi. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"ARCHIV - 08.09.2021, Schleswig-Holstein, Kiel: Ein Zettel mit der Aufschrift &quot;Aushilfe f\u00fcr K\u00fcche\/Verkauf gesucht&quot; h\u00e4ngt an der Scheibe einer Kieler Konditorei. Trotz guter Buchungszahlen ist die Lage in der Gastronomie in Schleswig-Holstein zu\u00a0Beginn der Sommerurlaubszeit wegen des Personalmangels sp\u00fcrbar angespannt.(zu dpa: \u00abZu Ferienbeginn fehlt in vielen Gastronomiebetrieben Personal\u00bb) Foto: Frank Molter\/dpa +++ dpa-Bildfunk +++\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SGAHB63ECJCBDKWXVDQSHQ465I.jpeg\" \/>Wo Fachkr\u00e4fte fehlen, halten Ausl\u00e4nder den Laden am Laufen<\/p>\n<p class=\"CallToActionBasestyled__Text-sc-1k69918-5 fbjGwD\">Arbeitskr\u00e4fte aus aller Welt sorgen hierzulande daf\u00fcr, dass die Versorgung mit lebensnotwendigen G\u00fctern und Dienstleistungen funktioniert. Und zwar besonders dort, wo gro\u00dfe Personalnot herrscht. Eine aktuelle Studie zeigt auch, dass Ausl\u00e4nder in Zukunft f\u00fcr den Arbeitsmarkt immer wichtiger werden.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der Begriff Braindrain bezeichnet die Abwanderung von hochqualifizierten Fachkr\u00e4ften ins Ausland \u2013 mit Fokus auf den Verlust f\u00fcr das Herkunftsland. Backes entgegnet: \u201eIn Kenia bekommen jedes Jahr 6000 Krankenschwestern ihr Zertifikat, aber nur zwei Drittel finden einen Job. Wir fokussieren uns auf das andere Drittel.\u201c Mairura vom GI h\u00e4lt Auswandern f\u00fcr einen berechtigten Wunsch: \u201eDer Arbeitsmarkt ist global, und Kenianer wollen ein Teil davon sein.\u201c Ohnehin hoffen sie in Kenia alle, dass die Leute irgendwann mit Wissen, Qualifikationen und Wohlstand zur\u00fcck in ihre Heimat kehren und investieren. <\/p>\n<p>In Kenia ausgebildete Fachkr\u00e4fte m\u00fcssen Schulungen machen<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Bis zu zw\u00f6lf Monate und weitere Pr\u00fcfungen braucht es f\u00fcr die 26 ausgebildeten Pflegekr\u00e4fte, die die AHK betreut, ehe ihre Abschl\u00fcsse in Deutschland anerkannt werden. \u201eDas gilt aber nur f\u00fcr Hamburg. Jedes Bundesland hat da andere Vorgaben\u201c, sagt Backes, und spielt damit auf die vielen H\u00fcrden an, die es f\u00fcr Fachkr\u00e4fte aus dem Ausland gibt. Im GI-Workshop wird beispielsweise auf das Stellenportal der Agentur f\u00fcr Arbeit verwiesen. Mit dem Zusatz: \u201eDas ist leider nur auf Deutsch verf\u00fcgbar.\u201c<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<blockquote><p>Wir sehen viele Berufswechsel. F\u00fcr die jungen Leute geht es um die Frage, ob das Investment in die Zukunft lohnt.<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 hfNZxo\">Elizabeth Mairura,<\/p>\n<p class=\"Quotestyled__AuthorDescription-sc-q277fq-2 kncpVQ\">Goethe-Institut Nairobi<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Es gibt zwei Arten von Arbeitsmigration. Es gibt die, die ans GI kommen, um Deutsch zu lernen und auf eine Ausbildung in Deutschland hoffen. Oft haben sie schon ein Studium oder eine Ausbildung in Kenia. \u201eWir sehen viele Berufswechsel. F\u00fcr die jungen Leute geht es um die Frage, ob das Investment in die Zukunft lohnt\u201c, sagt Mairura. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Und dann gibt es diejenigen wie die 26 Pflegekr\u00e4fte der AHK. Sie haben die Fachausbildung in ihrem Heimatland gemacht und lernen erst Deutsch, wenn sie einen Arbeitsvertrag haben. Viele Stellenanzeigen erreichen sie aufgrund der Sprachbarriere gar nicht.<\/p>\n<p>Die Angst vor Rassismus und Diskriminierung in Deutschland<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">In Nairobi soll eine Jobmesse speziell f\u00fcr Kenianerinnen und Kenianer, die nach Deutschland kommen wollen, helfen. Im Oktober wird sie ein zweites Mal stattfinden. Dann sollen auch Menschen auf dem Podium sitzen, die erfolgreich in Deutschland Fu\u00df gefasst haben. Sie sollen \u00fcber Probleme und Herausforderungen berichten. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Dazu geh\u00f6rt auch der Umgang mit Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4ndern in Deutschland. \u201eIst es f\u00fcr mich als schwarze Person sicher dort?\u201c, fragt ein junger Mann im GI-Workshop. Auch in Kenia hat sich herumgesprochen, dass derzeit rassistische Narrative die Debatte in Deutschland bestimmen und fremdenfeindliche \u00dcbergriffe zugenommen haben. \u201eIm Wahlkampf war es schon sehr schwer f\u00fcr unser Projekt\u201c, sagt Mairura. \u201eWir wollen keine Angst machen, aber wir m\u00fcssen die Fakten offenlegen.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Den Deutschen ist der Sonntag also so heilig, dass Gesch\u00e4fte geschlossen bleiben, aber offenbar nicht heilig genug, um&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":319394,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,3364,29,30,13,14,3923,15,3921,12],"class_list":{"0":"post-319393","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-nachrichten-aus-deutschland","18":"tag-news","19":"tag-news-aus-deutschland","20":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114972815820841177","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/319393","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=319393"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/319393\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/319394"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=319393"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=319393"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=319393"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}