{"id":319966,"date":"2025-08-05T03:36:17","date_gmt":"2025-08-05T03:36:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/319966\/"},"modified":"2025-08-05T03:36:17","modified_gmt":"2025-08-05T03:36:17","slug":"flucht-aus-texas-streit-ueber-wahlkreise-eskaliert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/319966\/","title":{"rendered":"\u201eFlucht\u201c aus Texas: Streit \u00fcber Wahlkreise eskaliert"},"content":{"rendered":"<p>Ziel des Votums ist es, den Republikanern f\u00fcr die Zwischenwahlen 2026 mindestens f\u00fcnf neue republikanisch dominierte Wahlkreise zu schaffen und sich damit ebenso viele neue Sitze im Repr\u00e4sentantenhaus zu sichern. Aktuell hat Texas dort 38 Sitze, wovon 25 republikanisch sind. Zentral geht es darum, die insgesamt knappe Mehrheit der Republikaner im Kongress abzusichern.<\/p>\n<p>Mit der \u201eFlucht\u201c aus Texas wollen nun die demokratischen Abgeordneten dieses Vorhaben blockieren. Diese war erst am Wochenende mit Beschl\u00fcssen in zwei Aussch\u00fcssen auf den Weg gebracht worden. Die Abwesenheit der Abgeordneten d\u00fcrfte dazu f\u00fchren, dass das texanische Repr\u00e4sentantenhaus nicht das erforderliche Quorum f\u00fcr eine Abstimmung erreicht.<\/p>\n<p>Wohl mehr als 51 Abgeordnete nicht in Texas<\/p>\n<p>Erforderlich sind mindestens zwei Drittel der 150 Stimmen, das Repr\u00e4sentantenhaus von Texas ben\u00f6tigt also mindestens 100 Abgeordnete, damit Abstimmungen stattfinden k\u00f6nnen. Laut Berichten sollen aber mindestens 51 demokratische Abgeordnete nicht mehr in dem Bundesstaat sein. Die meisten demokratischen Abgeordneten waren nach Chicago gereist, wo sie unter anderen mit dem Gouverneur von Illinois, JB Pritzker, zusammentrafen.<\/p>\n<p>Redistricting<\/p>\n<p>Die Neueinteilung von Wahlkreisen (Redistricting) ist in den USA \u00fcblich, erfolgt aber h\u00e4ufig aus parteipolitischem Kalk\u00fcl. Dabei ziehen Parteien die Grenzen strategisch, um Wahlergebnisse zu ihren Gunsten zu beeinflussen.<\/p>\n<p>In einer Pressekonferenz warfen sie den Republikanern vor, die Wahlrechtsreform unter Missachtung anderer dringender Themen, etwa der Flutkatastrophe in Texas Anfang Juli\u202fmit Dutzenden Toten, durchzudr\u00fccken. \u201eWir verlassen Texas, um f\u00fcr die Texaner zu k\u00e4mpfen\u201c, sagte der demokratische Minderheitsf\u00fchrer im Repr\u00e4sentantenhaus, Gene Wu.<\/p>\n<p>\u201eManipulation gegen Rechte der Amerikaner\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir verlassen ein manipuliertes System, das sich weigert, auf die Menschen zu h\u00f6ren, die wir vertreten\u201c, so Wu. Zugleich k\u00fcndigte er an, dass die Abwesenheit l\u00e4nger andauern werde, n\u00e4mlich wohl bis zum Ende der anberaumten 30-t\u00e4gigen Phase f\u00fcr eine Sondersitzung. \u201eAb heute ist diese korrupte Sondersitzung vorbei\u201c, so Wu.<\/p>\n<p>Bei der auf den Weg gebrachten Abstimmung gehe es den Republikanern \u201enicht nur darum, das System in Texas zu manipulieren\u201c, sagte der demokratische Gouverneur Pritzker in Beisein der aus Texas \u201egefl\u00fcchteten\u201c demokratischen Abgeordneten in Chicago. \u201eEs geht darum, das System auf Jahre hinaus gegen die Rechte aller Amerikaner zu manipulieren.\u201c<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%204304%203078'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2721770_bigpicture_1048118_usa_texas_wahlkreise_abstimmung_body03_r.jpg\"  alt=\"Potest gegen neue Grenzziehung der Wahlbezirke in Texas\"\/><\/p>\n<p>   Reuters\/Nuri Vallbona<\/p>\n<p>      Ein Demonstrant zeigt bei einer Anh\u00f6rung im texanischen Kapitol ein Protestplakat gegen die Neuziehung der Wahlkreise<\/p>\n<p>\u201eSehen Sie mich? Schauen Sie her. Bye!\u201c<\/p>\n<p>Eine kleinere Gruppe texanischer Demokraten reiste nach Angaben der \u201eNew York Times\u201c (\u201eNYT\u201c) nach New York, eine andere Gruppe demokratischer Abgeordneter begab sich nach Boston zu einem Treffen der National Conference of State Legislatures, eine Organisation zur Vertretung bundesstaatlicher Interessen auf Bundesebene.<\/p>\n<p>\u201eNicht wir haben diesen Kampf begonnen, Donald Trump hat ihn begonnen\u201c, sagte der Abgeordnete Ramon Romero Jr., ein Abgeordneter der Demokraten, in einem Video, das vom Flughafen in der texanischen Hauptstadt Austin aufgenommen wurde. \u201eSehen Sie mich? Schauen Sie her. Bye!\u201c, sagte er demonstrativ vom Rollfeld des Flughafens.<\/p>\n<p>Abbott droht mit Ausschluss<\/p>\n<p>Der texanische Gouverneur Greg Abbott, ein Republikaner, reagierte mit scharfer Kritik und nannte das Verlassen des Bundesstaats einen Verzicht auf das Amt. Er k\u00fcndigte an, sich auf ein Rechtsgutachten zu berufen, um Ma\u00dfnahmen gegen die abwesenden Abgeordneten einzuleiten. Wenn die Demokraten nicht zur\u00fcckkehren, k\u00f6nnten sie laut Abbott aus dem Parlament ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re ein Schritt, der rechtlich umstritten ist und vor Gericht landen d\u00fcrfte, hie\u00df es in der \u201eNYT\u201c. Zus\u00e4tzlich zu der Drohung mit ihrer Entlassung sagte Abbott, dass die abwesenden Demokraten \u201em\u00f6glicherweise auch Verbrechen begangen haben\u201c, wenn sie Geld zur Zahlung etwaiger Geldstrafen angenommen h\u00e4tten, die ihnen gem\u00e4\u00df den Bestimmungen nun drohen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Generalstaatsanwalt: \u201eFeiglinge zur\u00fcckbringen\u201c<\/p>\n<p>Der Generalstaatsanwalt von Texas, der Republikaner Ken Paxton, teilte via X mit, dass die Demokraten, \u201edie wie Feiglinge versuchen wegzulaufen, sofort gefunden, verhaftet und zum Kapitol zur\u00fcckgebracht werden sollten\u201c. Er versprach, mit den staatlichen und bundesstaatlichen Beh\u00f6rden zusammenzuarbeiten, um abwesende Abgeordnete zur\u00fcckzuholen.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%205349%203530'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2721771_bigpicture_1048120_usa_texas_wahlkreise_abstimmung_body01_r.jpg\"  alt=\"Melania Trump, Donald Trump und Greg Abbott\"\/><\/p>\n<p>   Reuters\/Kevin Lamarque (Archivbild)<\/p>\n<p>      Trump, flankiert von First Lady Melania und Gouverneur Abbott, am 11. Juli anl\u00e4sslich der Hochwasserkatastrophe in Texas<\/p>\n<p>Diskussionen \u00fcber eine Reise der texanischen Demokraten nach Illinois gehen mindestens seit Ende Juni, als Funktion\u00e4re in Texas begannen, mit Gouverneur Pritzker und seinen Mitarbeitern zu sprechen, berichtete die \u201eNYT\u201c. Pritzkers Mitarbeiter h\u00e4tten logistische Unterst\u00fctzung geleistet, unter anderem bei der Suche nach Unterk\u00fcnften f\u00fcr die Abgeordneten und der Bereitstellung von B\u00fcros.<\/p>\n<p>Vergangene Aktionen schlugen fehl<\/p>\n<p>Obwohl Illinois den Abgeordneten einen sicheren Hafen bot, \u00e4u\u00dferten einige texanische Demokraten ihre Bef\u00fcrchtung, dass Trump versuchen k\u00f6nnte, die Abgeordneten mit Bundesagenten festzunehmen und nach Texas zur\u00fcckzubringen. Ob es daf\u00fcr eine rechtliche Grundlage g\u00e4be, blieb laut \u201eNYT\u201c unklar, da die Abgeordneten gegen staatliche Gesetzgebung und nicht gegen Bundesrecht versto\u00dfen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Demokraten hatten sich bewusst gegen eine Reise nach Washington entschieden, da dort Bundesgerichtsbarkeit gilt.  Dorthin waren texanische Demokraten 2021 gereist, um ein Wahlgesetz zu blockieren. Der Vorgang dauerte damals fast f\u00fcnf Wochen, bevor drei Abgeordnete zur\u00fcckkehrten und das Quorum wiederherstellten. In einer Sondersitzung wurde das Gesetz dann dennoch verabschiedet.<\/p>\n<p>Der Streit \u00fcber die Neueinteilung der Wahlkreise reiht sich in eine lange Geschichte parteipolitischer Auseinandersetzungen in Texas ein. Schon 2003 setzten sich demokratische Abgeordnete in andere Bundesstaaten ab, um eine republikanische Reform zu verhindern. Doch auch damals f\u00fchrte letztlich die R\u00fcckkehr Einzelner zur Verabschiedung neuer Wahlkreisgrenzen zum Vorteil der Republikaner.<\/p>\n<p>Auch Demokraten mit Initiativen<\/p>\n<p>Doch auch die Demokraten setzen auf Neuzeichnungen von Wahlkreisen, um ihre Mehrheiten zu sichern, wie die \u201eWashington Post\u201c zuletzt berichtete. So plant Illinois nach dem Beispiel von Texas, seine Kongresswahlkreise neu zu ordnen, um eine st\u00e4rkere demokratische Vertretung zu erm\u00f6glichen. \u00c4hnliche Initiativen gibt es in Kalifornien und New York, teilweise als Reaktion auf republikanisch forcierte Umgestaltungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ziel des Votums ist es, den Republikanern f\u00fcr die Zwischenwahlen 2026 mindestens f\u00fcnf neue republikanisch dominierte Wahlkreise zu&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":319967,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-319966","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114974070358616888","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/319966","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=319966"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/319966\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/319967"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=319966"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=319966"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=319966"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}