{"id":320254,"date":"2025-08-05T06:13:18","date_gmt":"2025-08-05T06:13:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/320254\/"},"modified":"2025-08-05T06:13:18","modified_gmt":"2025-08-05T06:13:18","slug":"vom-angestellten-zum-chef-ihk-mittleres-ruhrgebiet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/320254\/","title":{"rendered":"Vom Angestellten zum Chef\n&#8211; IHK Mittleres Ruhrgebiet"},"content":{"rendered":"<p>\nVon Anna Kalweit\n<\/p>\n<p>Lena Skorupa erinnert sich gut an ihre Anf\u00e4nge: 2005 \u00adstartete sie als Studentin in der Weinhandlung, \u00adeigentlich nur f\u00fcr einen Nebenjob. Weihnachtspr\u00e4sente packen, \u00adRegale auff\u00fcllen, sp\u00e4ter auch Kund:innen beraten \u2013 die \u00adArbeit begleitete sie durch Studium, Berufseinstieg und \u00adFamiliengr\u00fcndung. \u201eEs war immer mein Nebenjob\u201c \u2013 bis 2019. Da fassten sie und ihr Kollege Alex \u00d6nd\u00fcl den Entschluss: Wir \u00fcbernehmen das Gesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>Auch \u00d6nd\u00fcl f\u00fchrte 2009 eine studentische Nebent\u00e4tigkeit in den Einzelhandel, die 2011 zur Festanstellung in Teilzeit wurde. Er und Lena Skorupa kannten sich bereits von \u00adeinem \u00adfr\u00fcheren Nebenjob. Als die damalige Inhaberin auf ihre \u00adbeiden Angestellten zukam und eine m\u00f6gliche Nachfolge ins Gespr\u00e4ch brachte, reifte die Idee langsam heran. \u201eIch wollte es gemeinsam mit Lena machen, weil ich wusste, dass wir uns gegenseitig gut unterst\u00fctzen\u201c, erz\u00e4hlt \u00d6nd\u00fcl.\n<\/p>\n<p>Aber was reizte die beiden Quereinsteiger:innen an der Selbstst\u00e4ndigkeit im station\u00e4ren Einzelhandel, einer Branche, die vom Fachkr\u00e4ftemangel und der Konkurrenz im \u00adInternet bedroht ist? Potenzial. Sowohl Skorupa als auch \u00d6nd\u00fcl hatten und haben Spa\u00df daran, den eigenen Betrieb zu gestalten. Und als Inhaber:innen haben sie alle Freiheiten, die sie als Angestellte nicht hatten. \u201eWenn unsere Ideen in der Umsetzung erfolgreich sind, sind wir besonders stolz\u201c, so Lena Skorupa.\n<\/p>\n<p>Mit der Freiheit als Inhaber:in kommt auch die Verantwortung f\u00fcr einen Betrieb. Zu Beginn schwangen Unsicherheiten und Zweifel mit. Kann der Laden auch zwei Familien ern\u00e4hren? Haben wir als Selbstst\u00e4ndige noch genug Zeit f\u00fcr unsere Kinder? Sicherheit gaben Skorupa und \u00d6nd\u00fcl \u00adGespr\u00e4che mit der IHK-Nachfolgeberatung, Steuerberatern und Banken.\n<\/p>\n<p>Als ihnen die Expert:innen gr\u00fcnes Licht gaben, setzten sich die Nachfolger:innen im Sommer 2024 an den Businessplan. \u201eDarin haben wir sehr viel Zeit investiert, aber die Arbeit am Businessplan r\u00e4umte auch die letzten Zweifel aus dem Weg\u201c, erinnert sich Lena Skorupa, die ihre unbefristete Anstellung beim Land f\u00fcr ihren Traum vom eigenen Laden aufgab.\n<\/p>\n<p>Und die Arbeit hat sich gelohnt. Das erste Jahr nach der \u00dcbernahme verlief, wie im Businessplan formuliert. \u201eDa gab es sogar ein Lob von unserem Bankberater\u201c, lacht \u00adSkorupa. Das liegt auch daran, dass die Inhaber:innen ein eingespieltes Duo sind und sich die Verantwortlichkeiten teilen: Sie k\u00fcmmert sich um die Kommunikation und Digitales, er um die Zahlen. Neu ist, dass beide lernen mussten, Aufgaben an die Mitarbeitenden abzugeben. \u201eAuch wenn man m\u00f6chte, kann man nicht alles selbst machen\u201c, sagt Alex \u00d6nd\u00fcl. Nach der \u00dcbernahme hat sich die Dynamik im Team zwangsl\u00e4ufig ver\u00e4ndert. Lena Skorupa: \u201eJahrelang waren wir gleichgestellt, pl\u00f6tzlich sind wir die Chefs.\u201c Der F\u00fchrungsstil \u00admusste wachsen. Das Feedback vom Team sei positiv, betonen beide. Auch von den Kund:innen der Weinhandlung. Alle sind froh, dass es mit der Weinhandlung weiterging \u2013 mit Altbekanntem und frischen Ideen: Online-Shop, digitaler Newsletter und neue Veranstaltungskonzepte rund um den Weingenuss erweitern das Marketing. Im Laden erg\u00e4nzen Schaum- und alkoholfreie Weine das klassische Sortiment.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p>\nGut pr\u00fcfen, alle Risiken \u00adabklopfen und nichts \u00ad\u00fcberst\u00fcrzen.\n<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Was w\u00fcrden sie anderen Angestellten raten, die \u00fcber eine Nachfolge nachdenken? \u201eGut pr\u00fcfen, alle Risiken \u00adabklopfen und nichts \u00fcberst\u00fcrzen\u201c, sagt \u00d6nd\u00fcl. Eine erfolgreiche \u00dcbernahme reift wie ein guter Wein: F\u00fcnf Jahre \u00addauerte der Nachfolgeprozess beim Bochumer Weinhandel und liegt \u00addamit im Durchschnitt. Oft ben\u00f6tigen Gesch\u00e4fts\u00fcbernahmen noch l\u00e4nger, bis alle Details gekl\u00e4rt sind. Auch die gem\u00e4chlichen M\u00fchlen der B\u00fcrokratie sind nicht zu untersch\u00e4tzen: Die Beantragung einer eigenen Steuer-ID nahm mehrere Wochen in Anspruch, in denen das Unternehmen keine Rechnungen stellen konnte. Und Skorupa erg\u00e4nzt: \u201eMan darf nicht zu nett sein. Respekt in der Kommunikation ist wichtig, aber die eigenen Interessen sollten nicht zur\u00fcckstehen.\u201c Ebenso wichtig sei die Beteiligung der \u00dcbernehmenden beim Verfassen des Kaufvertrags.<br \/>\n<br \/>Auch wenn die \u00dcbernahme erst ein Jahr her ist, denken die jungen Unternehmer:innen bereits an die Zukunft des Gesch\u00e4fts: F\u00fcr Lena Skorupa steht bald die Ausbildereignungspr\u00fcfung an, denn seit diesem August ist Der Franzose auch Ausbildungsbetrieb. In einem Mitarbeitergespr\u00e4ch kam heraus, dass ein Minijobber \u2013 eigentlich Student \u2013 sich eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel vorstellen \u00adk\u00f6nne. Um den motivierten Mitarbeiter nicht an einen anderen \u00adBetrieb zu verlieren, bildet das Unternehmer-Duo nun selbst aus. Und vielleicht wird aus der angehenden Fachkraft auch irgendwann ein Unternehmensnachfolger.<\/p>\n<p>\nSAVE THE DATE<br \/>\n<br \/>Am 9. Oktober findet die Nachfolge Konferenz Ruhr im Bochumer Vonovia Ruhrstadion statt. Hier finden sowohl Abgebende als auch Nachfolger:innen Best Practices. Experten-Insights und Vernetzungsangebote. Anmeldung und mehr Informationen unter: https:\/\/nachfolge.ruhr\/konferenz\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von Anna Kalweit Lena Skorupa erinnert sich gut an ihre Anf\u00e4nge: 2005 \u00adstartete sie als Studentin in der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":320255,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1839],"tags":[7507,3364,29,30,1209],"class_list":{"0":"post-320254","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bochum","8":"tag-bochum","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114974687548512104","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/320254","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=320254"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/320254\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/320255"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=320254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=320254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=320254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}