{"id":320397,"date":"2025-08-05T07:38:20","date_gmt":"2025-08-05T07:38:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/320397\/"},"modified":"2025-08-05T07:38:20","modified_gmt":"2025-08-05T07:38:20","slug":"hitze-anomalie-unter-den-usa-entraetselt-wandernder-mantelwirbel-erklaert-waermezone-fernab-aller-plattengrenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/320397\/","title":{"rendered":"Hitze-Anomalie unter den USA entr\u00e4tselt &#8211; Wandernder Mantelwirbel erkl\u00e4rt W\u00e4rmezone fernab aller Plattengrenzen"},"content":{"rendered":"<p>Solche Lithosph\u00e4ren-Tropfen habe Geologen inzwischen bereits <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/geowissen\/die-lithosphaere-unter-der-tuerkei-tropft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in der T\u00fcrkei<\/a> und auch an der zentralen <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/geowissen\/nordamerikas-unterseite-tropft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kontinentwurzel Nordamerikas<\/a> nachgewiesen. In beiden F\u00e4llen haben die Mantelwirbel die Lithosph\u00e4re von unten erodiert und ausged\u00fcnnt. Dadurch kommt es zu Hebungen und W\u00e4rmeanomalien.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/n\/o\/nordamerikarift2g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/n\/o\/nordamerikarift2g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/n\/o\/nordamerikarift2g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/n\/o\/nordamerikarift2g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-304560\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/nordamerikarift2g-300x241.jpg\" alt=\"Mantelwirbel\" width=\"300\" height=\"241\"  \/><\/a>Geodynamisches Modell einer Rayleigh-Taylor-Instabilit\u00e4t \u2013 eines wandernden Str\u00f6mungswirbels im oberen Mantel, der durch St\u00f6rungen (EDC) an einer aufbrechenden Plattengrenze (COB) entsteht. \u00a9 Gernon et al.\/ Geology, <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CC-by 4.0<\/a><br \/>\nWandernde Mantelwirbel<\/p>\n<p>Auf den ersten Blick erscheint es allerdings unwahrscheinlich, dass auch die Appalachen-Anomalie auf diesen Prozess zur\u00fcckgeht. Denn diese Hitze-Anomalie liegt nicht an einer Plattengrenze oder anderen tektonischen St\u00f6rung. Doch das muss sie auch nicht, wie nun Gernon und seine Kollegen belegen. \u201eUnsere Forschung zeigt, dass sich diese Lithosph\u00e4ren-Tropfen in Serie bilden k\u00f6nnen und mit der Zeit weiterwandern\u201c, sagt Koautor Sascha Brune vom GFZ Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Geoforschung in Potsdam.\n<\/p>\n<p>Geophysikalischen Modellen zufolge bewegen sich die Rayleigh-Taylor-Instabilit\u00e4ten pro einer Million Jahre um rund 20 Kilometer von ihrer Ausgangs-Plattengrenze weg. Im Laufe der Zeit k\u00f6nnen sie daher auch weit ins Innere von Kontinenten wandern. Deshalb haben Gernon und sein Team mithilfe seismischer Daten, geodynamischer Simulationen und tektonischer Modelle untersucht, ob es in der Vergangenheit ein tektonisches Rift-Ereignis gab, das solche Mantelwirbel verursachen und an die Position der heutigen Hitzeanomalie bringen konnte.\n<\/p>\n<p>Rift zwischen Nordamerika und Gr\u00f6nland als Ausl\u00f6ser<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wurden die Geologen f\u00fcndig \u2013 rund 1.850 Kilometer von der Appalachen-Anomalie entfernt. Dort liegt die Plattengrenze zwischen Nordamerika und Gr\u00f6nland, eine Spreizungszone, die vor rund 80 bis 90 Millionen Jahren aufriss. Durch diesen Bruch entstand die Labradorsee, die heute beide Landmassen voneinander trennt. Gleichzeitig k\u00f6nnten durch diesen Rift auch Rayleigh-Taylor-Instabilit\u00e4ten entstanden sein. Und diese k\u00f6nnten im Laufe der letzten Jahrmillionen Richtung S\u00fcdwesten bis unter die Appalachen gewandert ein, wie die Simulationen ergaben.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/n\/o\/nordamerikarift3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/n\/o\/nordamerikarift3g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/n\/o\/nordamerikarift3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/n\/o\/nordamerikarift3g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-304561\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/nordamerikarift3g-238x300.jpg\" alt=\"Rekonstruktion \" width=\"300\" height=\"378\"  \/><\/a>Ursprung der n\u00f6rdlichen Appalachen-Anomalie und Wanderung des ausl\u00f6senden Mantelwirbels.\u00a9 University of Southampton\n<\/p>\n<p>\u201eWenn wir von einer Verlagerungsrate von rund 20 Kilometern pro Million Jahre ausgehen, dann m\u00fcsste der Mantelwirbel unter der Appalachen-Anomalie vor rund 91 bis 94 Millionen Jahren ausgel\u00f6st worden sein \u2013 ziemlich genau zu der Zeit, als sich der Rift beschleunigte\u201c, berichten Gernon und sein Team. \u201eDie Anomalie, die wir heute unter Neuengland sehen, ist demnach h\u00f6chstwahrscheinlich einer dieser Lithosph\u00e4ren-Tropfen, der sich weit von seinem Ursprungsort entfernt hat.\u201c<\/p>\n<p>Und der Mantelwirbel wandert weiter: In rund zehn bis 15 Millionen Jahren k\u00f6nnte er das Gebiet von New York erreicht haben, wie das Team ermittelte.\n<\/p>\n<p>Anomalie-Zwilling unter Gr\u00f6nland<\/p>\n<p>Sollte sich das Szenario best\u00e4tigen, k\u00f6nnte es eine weitere Anomalie erkl\u00e4ren, die auf der anderen Seite der Labradorsee und ihrer alten Spreizungszone liegt. Denn auch unter Gr\u00f6nland gibt es eine bisher schwer erkl\u00e4rbare W\u00e4rmezone im Untergrund. Den Modellen zufolge passt die Position dieser Gr\u00f6nland-Anomalie zu einem Mantelwirbel, der sich vom anderen Ufer der Plattengrenze gel\u00f6st hat.\n<\/p>\n<p>\u201eSie ist wie ein Spiegelbild der n\u00f6rdlichen Appalachen-Anomalie und entstand wahrscheinlich ebenfalls bei der Trennung der beiden Erdplatten\u201c, erkl\u00e4rt Gernon. Die an Plattengrenzen erzeugten Mantelwirbel k\u00f6nnten demnach nicht nur die Geologie, sondern sogar oberirdische Prozesse beeinflussen. Denn die Gr\u00f6nland-W\u00e4rmezone tr\u00e4gt zur Schmelze des Eisschilds bei.\n<\/p>\n<p>\u201cAuch wenn an der Oberfl\u00e4che nichts erkennbar ist, wirken die Folgen uralter Riftprozesse bis heute nach\u201c, sagt Gernon. \u201eDas Erbe zerbrechender Kontinente k\u00f6nnte auch in anderen Teilen der Erde verbreiteter und langanhaltender sein als wir bisher angenommen haben.\u201c (Geology, 2025; <a href=\"https:\/\/pubs.geoscienceworld.org\/gsa\/geology\/article\/doi\/10.1130\/G53588.1\/659899\/A-viable-Labrador-Sea-rifting-origin-of-the\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi: 10.1130\/G53588.1<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Geology, University of Southampton<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>4. August 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Solche Lithosph\u00e4ren-Tropfen habe Geologen inzwischen bereits in der T\u00fcrkei und auch an der zentralen Kontinentwurzel Nordamerikas nachgewiesen. 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