{"id":321447,"date":"2025-08-05T17:11:14","date_gmt":"2025-08-05T17:11:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/321447\/"},"modified":"2025-08-05T17:11:14","modified_gmt":"2025-08-05T17:11:14","slug":"frank-mill-stirbt-mit-67-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/321447\/","title":{"rendered":"Frank Mill stirbt mit 67 Jahren"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Der fr\u00fchere Fu\u00dfball-Nationalspieler Frank Mill ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 67 Jahren. Sein ehemaliger Verein <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/rot-weiss-essen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rot-Weiss Essen<\/a> best\u00e4tigte unter Berufung auf Mills Familie einen Bericht der \u201eBild\u201c-Zeitung. Mill hat demnach w\u00e4hrend eines Aufenthalts in Mailand Ende Mai 2025 einen Herzinfarkt erlitten, nun ist er an den Folgen gestorben. Damit ist gut eineinhalb Jahre nach dem Tod von Final-Torsch\u00fctze Andreas Brehme der zweite Spieler aus dem deutschen Weltmeister-Kader von 1990 gestorben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mill war ein Spieler mit Ecken und Kanten \u2013 ein Ruhrpott-Original, das den Fu\u00dfball nicht nur spielte, sondern lebte. Seine Fu\u00dfballer-Laufbahn begann der 1958 in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/essen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Essen<\/a> geborene Mill im Alter von sechs Jahren beim BV Eintracht 1916 in Altenessen bevor er als 14-J\u00e4hriger zu Rot-Weiss Essen wechselte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">An der Hafenstra\u00dfe entwickelte er sich zum Torj\u00e4ger und schoss 1980\/81 in der Zweite Liga 41 Tore. Es folgten Stationen bei <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/borussia-moenchengladbach\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Borussia M\u00f6nchengladbach<\/a>, Borussia <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/dortmund\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dortmund<\/a> und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/fortuna-duesseldorf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fortuna D\u00fcsseldorf<\/a>. Insgesamt erzielte der Angreifer 123 Tore in 387 Bundesligaspielen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Essens Vorstandsmitglied Alexander Rang sagte: \u201eFrank war nicht nur einer der gr\u00f6\u00dften Fu\u00dfballer, die Rot-Weiss Essen je hervorgebracht hat \u2013 er war auch ein feiner Mensch: bodenst\u00e4ndig, authentisch und voller positiver Energie.\u201c Mill habe \u201emit seiner Art nicht nur unseren Verein und das Ruhrgebiet gepr\u00e4gt, sondern war dar\u00fcber hinaus ein Botschafter des Fu\u00dfballs in ganz Deutschland\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch Fortuna D\u00fcsseldorf teilte den Tod ihres ehemaligen Spielers und Managers in den sozialen Netzwerken mit: \u201eRuhe in Frieden, Frank Mill. Wie wir heute morgen leider erfahren mussten, ist unser ehemaliger Spieler und Manager im Alter von 67 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Wir sind in Gedanken bei Franks Familie &amp; allen, die ihm nahestanden\u201c, schrieb der Zweitligist.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eFrank Mill war nicht nur ein exzellenter St\u00fcrmer, sondern auch ein echter Typ, der mit seinem Humor, seinem unkonventionellen Stil und seinem Gesp\u00fcr f\u00fcr besondere Momente Spuren hinterlassen hat \u2013 in der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/bundesliga\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesliga<\/a>, in der Nationalmannschaft und ganz besonders auf dem B\u00f6kelberg\u201c, w\u00fcrdigte Bundesligist Borussia M\u00f6nchengladbach seinen ehemaligen Spieler. Mill war im Sommer 1981 zur Borussia gewechselt. \u201eF\u00fcnf Jahre lang trug er das VfL-Trikot. Es war eine gute und stabile Phase, f\u00fcr den Verein, ebenso wie f\u00fcr den Angreifer selbst, den die Fans schnell ins Herz schlossen. Sein Spielstil war unverwechselbar. Mill war schnell, wendig, technisch stark, unberechenbar. Ob als eiskalter Vollstrecker oder kreativer Vorbereiter, in der Offensive war er oft der entscheidende Mann. Legend\u00e4r bleibt sein Treffer im DFB-Pokalfinale 1984, als Borussia gegen Bayern M\u00fcnchen nach seinem F\u00fchrungstor lange auf den Titel hoffen durfte, ehe das Spiel ungl\u00fccklich im Elfmeterschie\u00dfen verloren ging\u201c, erinnerte der Verein an die Zeit mit Mill.<\/p>\n<p>Pfostenschuss f\u00fcr die Geschichtsb\u00fccher      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Unvergessen bleibt aber sein spektakul\u00e4rer Pfostenschuss im Auftaktspiel der Bundesliga-Saison 1986\/87 f\u00fcr Dortmund gegen den <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/fc-bayern-muenchen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">FC Bayern M\u00fcnchen<\/a>. Nach einem Solo durch die komplette M\u00fcnchner Abwehr und vorbei an Torh\u00fcter Jean-Marie Pfaff stand Mill allein vor dem leeren Tor \u2013 und traf in seinem ersten Spiel im Trikot des BVB nur den Pfosten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Szene ging als einer der spektakul\u00e4rsten Fehlversuche der Bundesliga-Geschichte in die Annalen ein. Die Presse schrieb im Anschluss vom \u201eber\u00fchmtesten Pfostentreffer in der Nachkriegszeit\u201c. Mill selbst erz\u00e4hlte sp\u00e4ter: \u201eIch habe mal w\u00e4hrend eines Urlaubs in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/los-angeles\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Los Angeles<\/a> im US-TV einen Film \u00fcber die gr\u00f6\u00dften Pannen im Sport gesehen. Da war mein ,Tor\u2018 auch dabei.\u201c<\/p>\n<p>Typ mit Ecken, Kanten \u2013 und ohne Schienbeinschoner      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bekannt war Mill, der von Fans auch gerne \u201eFr\u00e4nkie\u201c genannt wurde, auch daf\u00fcr, dass er in den 80er-Jahren ohne Schienbeinschoner spielte, was ihm den Spitznamen \u201eH\u00e4ngesocke\u201c einbrachte. Beinahe w\u00e4re es aber gar nicht so weit gekommen, denn bevor Mill Profi wurde, begann er eine Lehre zum Floristen im Gesch\u00e4ft seiner Mutter.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch Mill wurde zu einem erfolgreichen Fu\u00dfballspieler. Mit seiner Unbek\u00fcmmertheit und Schlitzohrigkeit brachte er die gegnerischen Abwehrspieler zur Verzweiflung. \u201eFr\u00e4nkie war ein Schlitzohr auf dem Rasen und ein wunderbarer Gespr\u00e4chspartner au\u00dferhalb des Spielfelds. Als er 1986 zu uns kam, ging es bergauf\u201c, sagte <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/hans-joachim-watzke\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hans-Joachim Watzke<\/a>, der Vorsitzende der BVB-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung. \u201eEr war einer meiner Helden. Ohne Frank Mill w\u00e4re <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/borussia-dortmund\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Borussia Dortmund<\/a> 1989 nicht Pokalsieger geworden und w\u00fcrde heute nicht da stehen, wo wir stehen\u201c, sagte Dortmunds Pr\u00e4sident Reinhold Lunow.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Begriff Schlitzohr f\u00e4llt im Zusammenhang mit Mill immer wieder: \u201eFrank war ein echtes Schlitzohr ein sehr, sehr geschickter St\u00fcrmer. Und einer, der unseren Trainer <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/jupp-heynckes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jupp Heynckes<\/a> zusammen mit Wolfram Wuttke immer wieder auf die Palme gebracht hat\u201c, sagte auch Winfried Sch\u00e4fer \u00fcber seinen ehemaligen Mitspieler bei Borussia M\u00f6nchengladbach. Auch Uwe Rahn, ebenfalls Teamkollege von Mill in Gladbach, w\u00fcrdigte den Weltmeister im Gespr\u00e4ch mit unserer Redaktion: \u201eFr\u00e4nkie war als Fu\u00dfballer ein Ass und menschlich ein feiner Kerl. Es ist sehr traurig, was passiert ist. Wir haben in Gladbach und bei der Nationalmannschaft tolle Sachen zusammen erlebt.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der fr\u00fchere Dortmunder St\u00fcrmer und heutige BVB-Stadionsprecher Norbert Dickel fasste den Fu\u00dfballer Mill einmal in einem Satz zusammen: \u201eDer Mill ist mit allen Abw\u00e4ssern gewaschen.\u201c<\/p>\n<p>Erfolge im Nationaltrikot und bei Olympia      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch international war Mill erfolgreich: Er brachte es auf 17 A-L\u00e4nderspiele f\u00fcr Deutschland, war Teil der Olympia-Kader 1984 (Los Angeles) und 1988 (Seoul), wo er mit der deutschen Mannschaft Bronze gewann und als Rekordspieler und Rekordtorsch\u00fctze im Olympia-Team in Erinnerung blieb. 1990 geh\u00f6rte er zum Weltmeister-Kader in Italien, auch wenn er in keinem Spiel eingesetzt wurde.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eWir sind tieftraurig und best\u00fcrzt \u00fcber den viel zu fr\u00fchen Tod unseres Weltmeisters Frank Mill. Dass er sich selbst nie als Weltmeister gesehen hat, war Ausdruck seiner Bescheidenheit und Bodenst\u00e4ndigkeit\u201c, sagte DFB-Pr\u00e4sident Bernd Neuendorf. <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/rudi-voeller\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rudi V\u00f6ller<\/a> bezeichnete Mill als einen feinen \u201eFu\u00dfballer und ein Schlitzohr im positivsten Sinne auf und neben dem Platz. Wir werden ihn vermissen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In seiner 2017 erschienenen Autobiografie \u201eFrank Mill \u2013 Das Schlitzohr des deutschen Fu\u00dfballs\u201c sprach Mill offen \u00fcber seine Karriere, pers\u00f6nliche R\u00fcckschl\u00e4ge \u2013 und gab auch zu, einst vor einem Bundesligaspiel zu einer verbotenen Dopingtablette gegriffen zu haben.<\/p>\n<p>Engagement nach der aktiven Karriere      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach dem Karriereende versuchte er sich kurzzeitig als Manager bei Fortuna D\u00fcsseldorf, doch sein Engagement endete nach nur einem Jahr. Sp\u00e4ter arbeitete Mill als Unternehmer, hatte unter anderem einen Containerdienst in Essen. Ein Herzensprojekt war seine \u201eFrank Mill Fu\u00dfballschule\u201c, mit der er sich \u00fcber Jahre hinweg f\u00fcr Kinder, Jugendliche und Integration einsetzte. Bis zuletzt stand er auch regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr die BVB-Traditionsmannschaft auf dem Platz.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Privat war Mill gepr\u00e4gt von Offenheit und Bodenst\u00e4ndigkeit. Er lebte in Essen und \u2013 seit seiner Beziehung zu einer Sizilianerin \u2013 auch h\u00e4ufig auf Sizilien. Seine fr\u00fchere Ehefrau Beate, von der er lange getrennt lebte, starb 2006. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der fr\u00fchere Fu\u00dfball-Nationalspieler Frank Mill ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 67 Jahren. 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