{"id":321545,"date":"2025-08-05T18:01:11","date_gmt":"2025-08-05T18:01:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/321545\/"},"modified":"2025-08-05T18:01:11","modified_gmt":"2025-08-05T18:01:11","slug":"neue-vorwuerfe-gegen-frauke-brosius-gersdorf-bei-doktorarbeit-betrogen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/321545\/","title":{"rendered":"Neue Vorw\u00fcrfe gegen Frauke Brosius-Gersdorf: Bei Doktorarbeit betrogen?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Hat die Rechtswissenschafterin betrogen? Ein bekannter Gutachter behauptet, ihr Mann habe ihre Doktorarbeit geschrieben. Die SPD-Kandidatin f\u00fcr eine Richterstelle am deutschen Verfassungsgericht will sich juristisch gegen die Anschuldigungen wehren.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Frauke Brosius-Gersdorf an einer Pressekonferenz im Jahr 2024. Dort ging es um eine Reform des Abtreibungsrechts.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"5472\" height=\"3648\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/21ce212a-8771-4a3b-8a77-40528d2c8454.jpg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Frauke Brosius-Gersdorf an einer Pressekonferenz im Jahr 2024. Dort ging es um eine Reform des Abtreibungsrechts. <\/p>\n<p>M. Popow \/ Imago<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1sb15mj1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Die Debatte um die deutsche Juristin Frauke Brosius-Gersdorf hat eine neue Wendung genommen. Der \u00f6sterreichische Plagiatsgutachter Stefan Weber hat am Montagabend ein umfangreiches Gutachten ver\u00f6ffentlicht, in dem er Vorw\u00fcrfe gegen das Ehepaar Brosius-Gersdorf erhebt. Laut Weber spricht vieles daf\u00fcr, dass der Rechtswissenschafter Hubertus Gersdorf die Dissertation seiner Frau geschrieben hat.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1snv5fj0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Im Juli hatten die Unionsparteien CDU und CSU die Wahl von Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin verhindert und als Begr\u00fcndung Plagiatsvorw\u00fcrfe genannt. Damals schien es so, als sei dieser Einwand vorgeschoben, um die Kandidatin auf den letzten Metern zu stoppen. Die Anschuldigungen waren von Weber erstmals kurz vor der Wahl erhoben worden. Er hatte sie aber wenig sp\u00e4ter relativiert.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1snv5fl0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Nun die Wende: Weber hat ein Gutachten im Umfang von 86 Seiten vorgelegt, um zu beweisen, dass Hubertus Gersdorf der Ghostwriter der Doktorarbeit seiner Frau ist. Zuerst hatte die \u00abBild\u00bb-Zeitung \u00fcber die neuen Vorw\u00fcrfe berichtet. Laut der Zeitung hatten die Anw\u00e4lte von Brosius-Gersdorf versucht, die Redaktion davon zu \u00fcberzeugen, nicht \u00fcber den Vorgang zu berichten. Die Anw\u00e4lte wollen juristisch gegen Weber vorgehen. Seine Anschuldigungen seien falsch und w\u00fcrden Pers\u00f6nlichkeitsrechte verletzen.<\/p>\n<p>91 verd\u00e4chtige Passagen<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1snv5fm0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Das laut eigener Aussage von einem Mitarbeiter Webers erstellte Gutachten ist <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/ghostwriting-verdacht-brosius-gersdorf\/\" rel=\"nofollow noopener\">\u00f6ffentlich einsehbar<\/a>. Es vergleicht die Dissertation von Frauke Brosius-Gersdorf mit der Habilitationsschrift von Hubertus Gersdorf. Dessen Frau hatte ihre Doktorarbeit im Jahr 1997 \u00fcber die Autonomie der deutschen Bundesbank nach der W\u00e4hrungsreform geschrieben. Das Plagiatsgutachten gelangt zu dem Schluss, dass es darin 91 verd\u00e4chtige Passagen gebe.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1sqct5d1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der Ghostwriting-Vorwurf k\u00f6nne \u00aban zahlreichen Stellen\u00bb glaubhaft gemacht werden. In den meisten F\u00e4llen handele es sich dabei um Passagen aus der Habilitationsschrift von Hubertus Gersdorf. Er hatte sich darin mit der \u00abverfassungsrechtlichen Legitimation der wirtschaftlichen Bet\u00e4tigung der \u00f6ffentlichen Hand\u00bb besch\u00e4ftigt. Die Arbeit enthalte aber auch Plagiate aus anderen Quellen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1snv5fn0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Weber und sein Team st\u00fctzen den Verdacht auf bestimmte Formulierungen in den beiden Arbeiten und auch auf \u00abgemeinsame Zitierfehler\u00bb. Drei Wochen h\u00e4tten seine Mitarbeiter an dem Gutachten gearbeitet. Dabei kamen auch zwei Computerprogramme zum Einsatz, die auf Plagiatssuche spezialisiert sind. Finanziert worden sei die Auswertung der Dissertation zur H\u00e4lfte aus eigener Tasche und zur anderen H\u00e4lfte aus Spenden.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1snv5fp0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Weber scheint allerdings nicht rein n\u00fcchtern-wissenschaftlich auf die Causa zu blicken. Dem Gutachten vorangestellt hat er auf seiner Website ein Zitat der <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/baerbel-bas-ist-die-neue-co-chefin-der-spd-und-die-hoffnung-einer-partei-im-tief-ld.1890740\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SPD-Vorsitzenden B\u00e4rbel Bas<\/a>, in dem diese die juristische Expertise von Brosius-Gersdorf in den h\u00f6chsten T\u00f6nen lobt. Auf der Plattform X interpretiert Weber den Streit um die Juristin eindeutig politisch. Er teilt die These, dass die SPD die Richterstellen am Verfassungsgericht strategisch besetze, um auf ein Verbot der AfD hinzuarbeiten. Tats\u00e4chlich hatte sich Brosius-Gersdorf offen f\u00fcr ein Verbot der AfD gezeigt. Wegen dieser und anderer linker Positionen war sie urspr\u00fcnglich in die Kritik geraten.<\/p>\n<p>Hochschule will Arbeit pr\u00fcfen<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1snv5fq0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Motive f\u00fcr Webers Plagiatsforschung sind nicht immer eindeutig. So hatte er im Jahr 2024 Alexandra F\u00f6derl-Schmid, der damaligen Vizechefredaktorin der \u00abS\u00fcddeutschen Zeitung\u00bb, vorgeworfen, bei ihrer Doktorarbeit plagiiert zu haben. Finanziert hatte dieses Gutachten das Online-Portal \u00abNius\u00bb des ehemaligen \u00abBild\u00bb-Chefredaktors Julian Reichelt. Nach den Vorw\u00fcrfen verschwand F\u00f6derl-Schmid im Februar 2024. Bei einer Suchaktion der Polizei wurde sie stark unterk\u00fchlt unter einer Flussbr\u00fccke gefunden. Die Universit\u00e4t Salzburg kam sp\u00e4ter zu dem Schluss, ihr wissenschaftliches Fehlverhalten sei nicht relevant gewesen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1snv5fq2\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Auch bei Brosius-Gersdorf h\u00e4ngt viel vom Urteil ihrer Hochschule ab. Sie hat an der Universit\u00e4t Hamburg studiert, wo die Doktorarbeit nun \u00fcberpr\u00fcft wird. Die Ombudsstelle der Hochschule habe Hinweise erhalten, denen nun nachgegangen werde, sagte ein Sprecher der Universit\u00e4t am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1tj1v0q1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die urspr\u00fcngliche Entscheidung der Universit\u00e4t, die Arbeit zu pr\u00fcfen, basiert allerdings nicht auf dem neuen Gutachten von Weber, sondern offenbar auf seinem bereits im Juli ge\u00e4usserten Verdacht. Damals hatte Brosius-Gersdorf ein eigenes Kurzgutachten bei einer Anwaltskanzlei in Auftrag gegeben, das zu einem entlastenden Fazit kam.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1snv5fr1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die SPD-Fraktion hatte am Wochenende bekr\u00e4ftigt, an Brosius-Gersdorf als Kandidatin f\u00fcr das Bundesverfassungsgericht festhalten zu wollen. Dass die Fraktionsf\u00fchrung schon zu diesem Zeitpunkt von den neuen Vorw\u00fcrfen wusste, ist eher unwahrscheinlich. In der <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.zdf.de\/video\/talk\/markus-lanz-114\/markus-lanz-vom-15-juli-2025-100\" rel=\"nofollow noopener\">ZDF-Talkshow von Markus Lanz<\/a> hatte die Juristin im Juli gesagt, sie werde sich zur\u00fcckziehen, sobald die Gefahr drohe, dass der Streit \u00fcber ihre Person die Regierungskoalition oder den Ruf des Verfassungsgerichts besch\u00e4dige.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hat die Rechtswissenschafterin betrogen? Ein bekannter Gutachter behauptet, ihr Mann habe ihre Doktorarbeit geschrieben. 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