{"id":321621,"date":"2025-08-05T18:50:10","date_gmt":"2025-08-05T18:50:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/321621\/"},"modified":"2025-08-05T18:50:10","modified_gmt":"2025-08-05T18:50:10","slug":"gefluechtete-von-2015-und-helfer-kommen-zusammen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/321621\/","title":{"rendered":"Gefl\u00fcchtete von 2015 und Helfer kommen zusammen"},"content":{"rendered":"<p> Es war eine aufregende Zeit, nicht immer nur im positiven Sinne. Vor zehn Jahren fanden in Borgfeld nacheinander Hunderte unbegleitete, junge Menschen Zuflucht. Sie wurden unter anderem in der Turnhalle Am Borgfelder Saatland untergebracht, versorgt und sammelten erste Erfahrungen in einer f\u00fcr sie neuen Kultur. Drei Engagierte organisieren jetzt ein Wiedersehen.<\/p>\n<p>Was planen die Verantwortlichen?<\/p>\n<p>Petra Brau, Uwe Rosenberg und Detlev Busche laden rund 70 Akteure und Gefl\u00fcchteten von damals ins Freizeitheim des DRK ein. Sie geben den Protagonisten und G\u00e4sten Gelegenheit zum Austausch und dazu, ihre Entwicklungen seit 2015 nachzuzeichnen. Es sei spannend, wie sich die einstigen, mitunter traumatisierten Jugendlichen entwickelt haben und welche Berufe sie heute aus\u00fcbten, sagt Uwe Rosenberg. &#8222;Ein solches Wiedersehen ist sicher einmalig in Bremen, vielleicht sogar bundesweit&#8220;, sagt er. Die Veranstaltung soll im Oktober stattfinden. Aus Kapazit\u00e4tsgr\u00fcnden seien nur geladene G\u00e4ste zugelassen. Bremens B\u00fcrgermeister <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/andreas-bovenschulte-q496300\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Andreas Bovenschulte<\/a> (SPD) habe bereits zugesagt. Eingeladen sind auch der emeritierte Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel und die damalige Bremer Sozialsenatorin <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/anja-stahmann-q551290\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Anja Stahmann<\/a> (Gr\u00fcne).<\/p>\n<p>Wer organisiert das Ganze?<\/p>\n<p>Uwe Rosenberg zeichnete 2015 f\u00fcr die Koordination der Hilfsangebote und Kurse verantwortlich. Er initiierte unter anderem die &#8222;Weltschule Borgfeld&#8220; im Rahmen derer die Neuank\u00f6mmlinge Deutsch lernten. Petra Brau unterrichtete damals ehrenamtlich Deutsch. Detlev Busche arbeitete viele Jahre als Sozialp\u00e4dagoge. 2015 wurde er von seinem ehemaligen Arbeitgeber \u2013 die gemeinn\u00fctzige Diakonische Kinder- und Jugendhilfe Petri und Eichen \u2013 aus dem Ruhestand geholt und wieder eingestellt, um die ankommenden Minderj\u00e4hrigen in der Turnhalle Am Borgfelder Saatland federf\u00fchrend zu betreuen.<\/p>\n<p>Was haben die Borgfelder von einer solchen Veranstaltung?<\/p>\n<p>Das Wiedersehen soll daran erinnern, was die Borgfelderinnen und Borgfelder 2015 mit viel gutem Willen geschafft haben. Unter den geladenen G\u00e4sten werden nicht nur Funktionstr\u00e4ger sein, nach Angaben der Organisatoren wird sich eine &#8222;bunte Mischung&#8220; aus Ehrenamtlichen versammeln, die damals aktiv geholfen haben, darunter Sozialarbeiter, Therapeuten, Quereinsteiger, &#8222;bis hin zur Ex-Wirtin&#8220;, erkl\u00e4rt Uwe Rosenberg. Auch p\u00e4dagogische Kr\u00e4fte der Borgfelder Grundschulen sind eingeladen. Laut Rosenberg soll das Wiedersehen keine parteipolitische Veranstaltung werden.<\/p>\n<p>Gibt es Foto- oder Video-Dokumente von damals?<\/p>\n<p>Ja, die gibt es. Detlev Busche hat Gefl\u00fcchtete 2015 und Jahre sp\u00e4ter interviewt. Einige Filmsequenzen und Stimmen wollen die Organisatoren im Oktober pr\u00e4sentieren. Busche hat das Leben in der Halle dokumentiert, den Deutschunterricht, Feste, sportliche Aktivit\u00e4ten und das Zusammenkommen im Internationalen Caf\u00e9. Uwe Rosenberg hat \u00fcber die Jahre zahlreiche Berichte des WESER-KURIER und der W\u00dcMME-ZEITUNG gesammelt, von denen er ebenfalls eine Auswahl zeigen wird.<\/p>\n<p>Wie kam es dazu, dass Borgfeld Hunderte gefl\u00fcchtete Jugendliche aufgenommen hat?<\/p>\n<p>&#8222;In der Spitze kamen 2015 in Bremen rund 3000 unbegleitete Minderj\u00e4hrige an&#8220;, erinnert sich Detlev Busche. Aus Mangel an Unterbringungsm\u00f6glichkeiten habe das Sozialressort zw\u00f6lf Bremer Turnhallen zu Notunterk\u00fcnften umfunktioniert, darunter die Turnhalle in Borgfeld. Die Bundeswehr habe im Auftrag des Sozialressorts die Turnhalle vorbereitet und Betten aufgestellt, erinnert sich Rosenberg. Vier Tr\u00e4ger \u00fcbernahmen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Betreuung und Versorgung der Menschen. Das Ortsamt und der Beirat wurden im Sp\u00e4tsommer informiert. &#8222;Am 2. Oktober kam der erste Bus aus der Erstaufnahmestelle an der Steinsetzerstra\u00dfe&#8220;, so Busche. &#8222;Borgfeld wollte die Gefl\u00fcchteten politisch \u00fcberhaupt nicht, der Beirat war dagegen&#8220;. Bei ihrer Ankunft wurden die Jugendlichen jedoch von Borgfelderinnen und Borgfeldern mit Kaffee und Kuchen begr\u00fc\u00dft. In der Spitze habe man in der Turnhalle am Saatland 90 Gefl\u00fcchtete unter anderem aus Afghanistan, Syrien, dem Irak, Somalia, dem Sudan, Guinea, Albanien und Marokko betreut. Vier Monate war die Halle Notaufnahme-Einrichtung. <\/p>\n<p>Wie viele Borgfelderinnen und Borgfelder haben den Menschen damals geholfen, in der neuen Heimat Fu\u00df zu fassen?<\/p>\n<p>In der Turnhalle k\u00fcmmerte sich ein Team aus 30 Mitarbeitern um die jungen Gefl\u00fcchteten. Viele ehrenamtliche Helfer vom jungen Erwachsenen bis zur Seniorin boten Deutschkurse an, Fu\u00dfballtraining, Malkurse, Tanz- und Musikgruppen \u2013 darunter 30 aktive und pensionierte Lehrerinnen und Lehrer, K\u00fcnstlerinnen, Sportler und Mitglieder der Kirchengemeinde. Es gab eine Fahrradwerkstatt, sp\u00e4ter wurden Praktika zur Berufsorientierung organisiert. <\/p>\n<p>Welches Res\u00fcmee ziehen die Aktiven?<\/p>\n<p>&#8222;Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gesagt: ,Wir schaffen das&#8216; \u2013 und wir haben es geschafft&#8220;, sagt Uwe Rosenberg, der mit Hermann Vinke und vielen anderen am &#8222;Runden Tisch Borgfeld&#8220; geplant hat. &#8222;Es gab sicher viele, die Angst vor den jungen M\u00e4nnern hatten und Vorbehalte in der Bev\u00f6lkerung&#8220;, gibt Uwe Rosenberg zu, &#8222;aber es gab auch sehr viele ehrenamtliche Helfer&#8220;. Viele Menschen h\u00e4tten die Neuank\u00f6mmlinge freundlich empfangen. Detlev Busche geht noch weiter. Entscheidend f\u00fcr das Gelingen in Borgfeld seien die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer gewesen. &#8222;Sie haben es geschafft, Kontakte herzustellen und zum Teil bis heute aufrechtzuerhalten&#8220;, lobt er.<\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc81t1o1sl7w71f1nljhl8\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/stadtteil-borgfeld\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es war eine aufregende Zeit, nicht immer nur im positiven Sinne. 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