{"id":321742,"date":"2025-08-05T20:00:19","date_gmt":"2025-08-05T20:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/321742\/"},"modified":"2025-08-05T20:00:19","modified_gmt":"2025-08-05T20:00:19","slug":"neue-vorwuerfe-gegen-brosius-gersdorf-so-reagieren-cdu-und-spd-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/321742\/","title":{"rendered":"Neue Vorw\u00fcrfe gegen Brosius-Gersdorf: So reagieren CDU und SPD | Politik"},"content":{"rendered":"<p>Berlin \u2013 <b>In den verfahrenen Streit um die von der Unionsfraktion abgelehnte SPD-Verfassungsrichter-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf k\u00f6nnte durch die neuen Vorw\u00fcrfe gegen die Juristin Bewegung kommen.<\/b><\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Die Uni Hamburg, an der<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/frauke-brosius-gersdorf-spaltet-deutschland-6870c6e176c936104ca778f9\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Brosius-Gersdorf<\/a> im Jahr 1997 ihre Doktorarbeit eingereicht hat, pr\u00fcft jetzt die Behauptungen des selbst ernannten \u201ePlagiatsj\u00e4gers\u201c <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" class=\"text-link--external text-link\">Stefan Weber <\/a>(55), wonach das Werk \u201enahezu oder komplett\u201c von ihrem Mann, dem Rechtswissenschaftler Hubertus Gersdorf, als \u201eGhostwriter\u201c verfasst worden sein soll. <\/p>\n<p>Eine Kanzlei, die das Juristen-Ehepaar beauftragt hat, <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/ig\/13362c53-2f4e-4607-a396-31d84a5bed32\/index\/Stellungnahme_Brosius_Gersdorf.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" class=\"text-link--external text-link\">weist die Vorw\u00fcrfe des \u201ePlagiatsj\u00e4gers\u201c zur\u00fcck<\/a>. Dass Brosius-Gersdorf in ihrer Dissertation auf wissenschaftliche Arbeiten ihres Ehemanns verwiesen habe, \u201edie vor Ver\u00f6ffentlichung ihrer Dissertation publiziert wurden, l\u00e4sst nicht den Vorwurf eines Ghostwriting durch Gersdorf zu\u201c. Es geh\u00f6re zum wissenschaftlichen Arbeiten dazu, ver\u00f6ffentlichte Literatur zu zitieren, egal ob sie vom Ehemann verfasst wurde oder von Fremden.<\/p>\n<p>Weber wurden immer wieder zweifelhafte Methoden und eine politische Agenda vorgeworfen. Brosius-Gersdorfs Anw\u00e4lte bereiten nun rechtliche Schritte gegen ihn vor.<\/p>\n<p>Mehr zum ThemaUni Hamburg geht Hinweisen nach<\/p>\n<p>Ein Sprecher von Hauke Heekeren, dem Pr\u00e4sidenten der Uni Hamburg, sagt zu BILD: \u201eDie Universit\u00e4t Hamburg kann best\u00e4tigen, dass die Ombudsstelle im Zusammenhang mit der aktuellen medialen Berichterstattung \u00fcber die genannten Personen neue Hinweise erhalten hat. Gem\u00e4\u00df der geltenden \u201aSatzung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und zur Vermeidung wissenschaftlichen Fehlverhaltens\u2018 werden alle vorliegenden Hinweise derzeit sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Hier liegt jetzt der Fall: Hauptgeb\u00e4ude der Universit\u00e4t Hamburg\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/90be55cb9fa8a429c68facd336bad050,c4489f6b\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Das Hauptgeb\u00e4ude der Universit\u00e4t Hamburg. Hier wurde der Juristin ihre Doktorw\u00fcrde verliehen<\/p>\n<p>Foto: Bodo Marks\/dpa<\/p>\n<p><b>Am Ende hat also die Hochschule das letzte Wort, ob die Vorw\u00fcrfe Bestand haben. Die Untersuchung muss absolut wasserdicht sein und ben\u00f6tigt deshalb ihre Zeit. In der Regel dauern derartige Pr\u00fcfungen mehrere Wochen oder auch Monate. Die Ombudsstelle arbeitet hinter verschlossenen T\u00fcren und gibt keine Zwischenberichte ab.<\/b><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Plagiatsj\u00e4ger Stefan Weber\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/6f1f7c20e956ee59bf99c6a54a32777c,4fb7f7a6\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Der \u00f6sterreichische \u201ePlagiatsj\u00e4ger\u201c Stefan Weber<\/p>\n<p>Foto: Heinz Tesarek\/picture alliance<\/p>\n<p>SPD h\u00e4lt zu Frauke Brosius-Gersdorf<\/p>\n<p>Die SPD h\u00e4lt trotz der Vorw\u00fcrfe weiter an Brosius-Gersdorf fest. Carmen Wegge (35), rechtspolitische Sprecherin der Genossen im Bundestag, sagte WELT (geh\u00f6rt wie BILD zu Axel Springer): \u201eDie SPD-Bundestagsfraktion hat Frau Prof. Dr. Brosius-Gersdorf als Expertin benannt, weil sie eine anerkannte und hochgesch\u00e4tzte Juristin mit besonderer Expertise ist. An dieser fachlichen Qualifikation hat sich nichts ge\u00e4ndert, die Vorw\u00fcrfe sind absurd.\u201c<\/p>\n<p>Wie bewerten Fachleute die Plagiatsvorw\u00fcrfe?<\/p>\n<p><b>Die Fachleute, denen BILD Webers Bericht vorgelegt hat, zeigen sich angesichts seiner Ghostwriting-These vorsichtig. Sie machen aber klar, dass die Gemeinsamkeiten in den Arbeiten von Brosius-Gersdorf und deren Mann kein Zufall sein k\u00f6nnen.<\/b><\/p>\n<p>\u25b6\ufe0e Plagiatsforscher Gerhard Dannemann (66, Humboldt-Uni Berlin) sagt BILD, die \u00c4hnlichkeiten zwischen den Arbeiten seien \u201edurchaus problematisch\u201c. Einen Zufall schlie\u00dft er aus. Aber: Einen stichhaltigen Beleg f\u00fcr den konkreten Ghostwriting-Vorwurf erkennt er in dem Weber-Bericht nicht. <\/p>\n<p>\u25b6\ufe0e  Auch Rechtswissenschaftler Roland Schimmel (58, Frankfurt University of Applied Sciences) sagt zu BILD, die Textparallelen seien \u201eaugenf\u00e4llig\u201c und \u201eganz sicher kein Zufall\u201c. Bisher habe niemand erkl\u00e4rt, wie sie entstanden seien. Schimmel verweist auf zahlreiche \u201edistinkte Formulierungen\u201c, also sehr eigene Textbausteine, die in beiden Arbeiten vorkommen. Sein Fazit: \u201eF\u00fcr das, was Weber sagt, spricht nach gesundem Menschenverstand ganz viel. Aber ob man das aus dem Text verl\u00e4sslich belegen kann \u2013 da habe ich erhebliche Zweifel.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Prof. Hubertus Gersdorf (63) lehrt an der Universit\u00e4t Leipzig Jura.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/bef2241ff021ada237cb741361713364,91c96f5a\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Prof. Hubertus Gersdorf (63) lehrt an der Universit\u00e4t Leipzig Jura<\/p>\n<p>Foto: picture alliance \/ dts-Agentur<\/p>\n<p>So positioniert sich die CDU<\/p>\n<p>In der SPD war bislang erwartet worden, dass die Kollegen der Union Brosius-Gersdorf aus Koalitionstreue mit an die Spitze des Verfassungsgerichts w\u00e4hlen. Aber in Kreisen der Unionsfraktion hei\u00dft es bereits, dass \u201evon den Abgeordneten nicht erwartet\u201c werden k\u00f6nne, \u201eeine Kandidatin zu unterst\u00fctzen, deren Doktorarbeit auf dem Pr\u00fcfstand\u201c steht.<\/p>\n<p>Bevor am Mittwoch das Kabinett tagt, d\u00fcrfte die Causa Brosius-Gersdorf erneut zur Sprache kommen. Das Spitzenpersonal von CDU\/CSU sowie SPD trifft sich jeweils in den fr\u00fchen Morgenstunden zur Vorbereitung.<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>In der SPD hoffen manche, dass die Pr\u00fcfung der Uni Hamburg schnell abgeschlossen wird und die Vorw\u00fcrfe gegen Brosius-Gersdorf entkr\u00e4ftet werden.<\/p>\n<p>Eigentlich sollte der Umgang mit der Personalie, die zur ersten Koalitionskrise der schwarz-roten Regierung gef\u00fchrt hat, im Laufe des Sommers gekl\u00e4rt werden. Immer wieder war die zuvor verschobene Wahl f\u00fcr September angek\u00fcndigt worden. Dieser Zeitplan w\u00e4re in der aktuellen Lage nicht mehr zu halten.<\/p>\n<p><b>Es sei denn, Brosius-Gersdorf erkl\u00e4rt aus eigenem Antrieb den R\u00fcckzug von ihrer Kandidatur. Daf\u00fcr gibt es bislang keine Anzeichen.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin \u2013 In den verfahrenen Streit um die von der Unionsfraktion abgelehnte SPD-Verfassungsrichter-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf k\u00f6nnte durch die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":321743,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,42521,5441,31,774,3364,29,30,13,29516,17773,14,15,1998,30404,12,45,4672],"class_list":{"0":"post-321742","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-aswad-nadja","11":"tag-bundesverfassungsgericht","12":"tag-cdu","13":"tag-csu","14":"tag-de","15":"tag-deutschland","16":"tag-germany","17":"tag-headlines","18":"tag-kain-florian","19":"tag-moritz-mueller","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-richter","23":"tag-richterin","24":"tag-schlagzeilen","25":"tag-texttospeech","26":"tag-wahlen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114977939648345118","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/321742","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=321742"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/321742\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/321743"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=321742"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=321742"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=321742"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}