{"id":321927,"date":"2025-08-05T21:48:14","date_gmt":"2025-08-05T21:48:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/321927\/"},"modified":"2025-08-05T21:48:14","modified_gmt":"2025-08-05T21:48:14","slug":"campus-in-stuttgart-vaihingen-wie-stuttgarter-innenarchitekten-einen-tristen-lernraum-wachgekuesst-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/321927\/","title":{"rendered":"Campus in Stuttgart-Vaihingen: Wie Stuttgarter Innenarchitekten einen tristen Lernraum \u201ewachgek\u00fcsst\u201c haben"},"content":{"rendered":"<p>Sieht aus wie ein cooles Caf\u00e9, doch hier b\u00fcffeln Studierende auf dem Campus in Vaihingen: Stuttgarter Innenarchitekten haben einen \u00f6den Lernraum wiederbelebt.<\/p>\n<p>Vielleicht ist das Aquarium im begr\u00fcnten Hof zu finden, denkt man sich beim langen Marsch entlang des lang gestreckten Geb\u00e4udes am Pfaffenwaldring auf dem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.architekt-achim-soeding-und-sein-stuttgart-stuttgart-braucht-etwas-versoehnliches.3fd6ad8a-6f68-441a-9680-6d8525ae1dfd.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Unicampus in Stuttgart-Vaihingen.<\/a> Dort angekommen, steht man im Foyer, von dem lange dunkle G\u00e4nge abzweigen, an den Seiten Vitrinen mit technischen Ger\u00e4tschaften. <\/p>\n<p>Wieder an der Sonne und etwas orientierungslos dreinblickend erbarmt sich ein junger Mensch und fragt, wohin es gehen soll. Aquarium? Lernort? Das sei am anderen Eingang zu finden, geradeaus um die Ecke. Auf dem Weg gleich die erste Feldforschungsfrage: wie es ihm gef\u00e4llt? \u201eIch bin gern dort, es sieht ziemlich gut aus\u201c, sagt der Elektrotechnikstudent.<\/p>\n<p>Farbenfroher Lernort auf dem Campus  <\/p>\n<p>Vom Eingangsbereich des Pfaffenwaldrings 47 \u2013 Adresse der universit\u00e4ren Welt des Fachbereichs Elektrotechnik &amp; Informationstechnik \u2013, von dem aus es in die gro\u00dfen H\u00f6rs\u00e4le der angehenden Ingenieure diverser Auspr\u00e4gungen f\u00fchrt, geht es eine Treppe hinunter. <\/p>\n<p>Und da stehen schon die Experten des gehobenen Wohnens und der exquisit gestalteten Arbeitswelten: <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.hausbesuch-wie-zwei-gestalter-auf-290-quadratmetern-wohnen-willkommen-in-der-wunderkammer.2fdaac64-85fe-4ac9-a7d6-450981bcaf41.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Peter Ippolito<\/a>, einer der beiden Leiter der international agierenden Ippolito Fleitz Group, seine Mitarbeiterin, die Innenarchitektin Kerry Anika Plieninger \u2013 und Ingmar Kallfass. Der Professor und Institutsleiter am Institut f\u00fcr Robuste Leistungshalbleitersysteme der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Universit%C3%A4t\" title=\"Universit\u00e4t\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Universit\u00e4t<\/a> <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> hat das Projekt angesto\u00dfen.<\/p>\n<p>Mit einem Wow geht es in den Raum: Von einem Windfang aus schweift der Blick \u00fcber einen gro\u00dfen offenen Raum mit vielen Fenstern, daher der Spitzname Aquarium. Ein Glaskasten mit mehreren Etagen, offen \u2013 und ganz sch\u00f6n bunt! Gr\u00fcn, Rosa, Grau und kr\u00e4ftige Rott\u00f6ne, sogar auf den Betonw\u00e4nden. Und wiewohl gut besucht an diesem Vormittag ist es kein bisschen l\u00e4rmig. <\/p>\n<p>Im Lernraum f\u00fchrt eine wie frei schwebende Treppe hinauf zur Galerie, es wird zweist\u00f6ckig gelernt hier. Also: schon die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Architektur\" title=\"Architektur\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Architektur<\/a> selbst ist sagenhaft, sie steht auch unter Denkmalschutz. Es ist ein toller Ort f\u00fcr alle, die Brutalismus m\u00f6gen und die 70er-Jahre-Architektur. Also vermutlich nicht allzu viele abseits der Architekturblase.<\/p>\n<p> F\u00fcr die Innenarchitekten waren der Grundriss und der farbig gestrichene Beton eine Inspiration. Oder wie es Peter Ippolito formuliert: \u201eWas wir gemacht haben, das war mehr als ein Wachk\u00fcssen. Jetzt nimmt man die Architektur, die Offenheit des Raumes besser wahr.\u201c Mit viel Gesp\u00fcr f\u00fcr Material und Farbe und geeignet f\u00fcr Studierende mit unterschiedlichen Bed\u00fcrfnissen \u2013 still lernen und in Gruppen zusammenarbeiten. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/media.media.575c2d13-6db4-46f5-b5ff-9c1f90f1d7b0.original1024.media.jpeg\"\/>     Blick ins farbenfroh umgestaltete Aquarium in Stuttgart-Vaihingen    Foto: Ippolito Fleitz Group; Philip Kottlorz    <\/p>\n<p>Also: Salbeigr\u00fcnfarbene Vorh\u00e4nge schlucken jetzt L\u00e4rm und sorgen f\u00fcr Wohnlichkeit, auch St\u00fchle sind mit Filz bezogen, das hilft in Sachen Schallschutz. Bis zu 100 Studierende k\u00f6nnen sich hier aufhalten. <\/p>\n<p>\u00dcberall im Raum gruppieren sich l\u00e4ssig farbenfrohe Sitzm\u00f6bel, hellblaue Kippst\u00fchle, neonfarbene Hocker und Sessel, auf denen Studierende es sich mit Laptop bequem machen. Andere sitzen auf B\u00e4nken nebeneinander und bearbeiten auf den Computerbildschirmen Zahlenkolonnen und kompliziert aussehende Differentialgleichungen.<\/p>\n<p> M\u00f6glichkeitsraum in Stuttgart-Vaihingen <\/p>\n<p>\u201eDas Thema lebenslanges Lernen hat uns gereizt\u201c, sagt Peter Ippolito, \u201eund ich mag die Architektur. Hier geschieht vieles gleichzeitig mit den verschiedenen Plattformen vom Atrium bis zur ruhigeren Galerie. Was wir wollten ist, M\u00f6glichkeitsr\u00e4ume zu er\u00f6ffnen.\u201c <\/p>\n<p>Viele M\u00f6bel lassen sich leicht umgruppieren. Raumteiler, hinter denen sich zusammengeschobene Tische verbergen, erm\u00f6glichen au\u00dferdem das <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.preis-fuer-architektur-stuttgarter-architekten-raeumen-beim-preis-fuer-die-besten-buerobauten-ab.b7a51cf0-3fba-44f4-ac2d-98378ab1cdb1.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">gemeinsame Arbeiten<\/a>. Im Atrium befindet sich eine ochsenblutrote Tee- und K\u00fcchenzeile \u2013 an einem Kaffeeautomaten wird noch gearbeitet, da sind offenbar komplizierte Abstimmungsprozesse n\u00f6tig. <\/p>\n<p>\u201eFr\u00fcher waren solche R\u00e4ume meist statische Orte\u201c, sagt der Architekt. \u201eHeute f\u00f6rdern wir mit unserer Gestaltung Zusammenarbeit. Und wir schaffen agile R\u00e4ume, die sich ver\u00e4ndern, die sich anpassen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr stellen wir Module zur Verf\u00fcgung, aus denen man sich bedienen kann.\u201c<\/p>\n<p> F\u00f6rdergelder f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Umbau\" title=\"Umbau\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Umbau<\/a> eingesetzt <\/p>\n<p>M\u00f6glich wurde der Umbau, weil Universit\u00e4tsleitung und Institutsleiter sich gro\u00dfherzig gezeigt haben. Wie Ingmar Kallfass lapidar sagt: \u201eAm Anfang stand das Geld.\u201c Ohne die komplizierten F\u00f6rderrichtlinien an Universit\u00e4ten auszubreiten \u2013 wer Geld f\u00fcr ein Projekt einwirbt, darf eine Pauschale von zwanzig Prozent f\u00fcr seine eigene Institution verwenden, wie etwa die zentrale Verwaltung oder Ausstattung an den Institutionen.<\/p>\n<p>Ingmar Kallfass und Manfred Berroth, Professor und Institutsleiter am Institut f\u00fcr Elektrische und Optische Nachrichtentechnik (heute im Ruhestand) hatten Geld f\u00fcr ein Projekt eingeworben und fanden es eine gute Idee, auf Institutsanteile zu verzichten. <\/p>\n<p> 200\u2009000 Euro gab es f\u00fcr die Renovierung  <\/p>\n<p>Die zust\u00e4ndigen Abteilungen bis zum Universit\u00e4tsbauamt haben mitgemacht &#8211; und so wurden rund 200 000 Euro f\u00fcr die Renovierung des bis dato trist aussehenden Lernorts ausgegeben, die etwas \u00fcber ein Jahr gedauert hat. Ingmar Kallfass: \u201eWir haben sogar eine kleine Ausschreibung gemacht, und das Konzept von Ippolito Fleitz hat uns \u00fcberzeugt.\u201c <\/p>\n<p>Die<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.innenarchitektur-so-geht-schoener-wohnen.bda617fd-5d5d-4e0e-9e91-beadb07c8f29.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> Innenarchitekten<\/a> haben den Boden aufgearbeitet, die denkmalgesch\u00fctzten pastellfarbenen Wandfarben erneuert, Beleuchtung durch LED ausgetauscht, mit Paneelen die Akustik verbessert, mit passenden M\u00f6beln daf\u00fcr gesorgt, dass sie sich an den Bedarf der Studierenden anpassen. \u201eWir haben die Farben der W\u00e4nde aufgenommen und auch mal Kontrastt\u00f6ne verwendet, robuste M\u00f6bel ausgesucht mit Stoffen, die abnehmbar sind, beim Sofa etwa, St\u00fchle aus recycelten Materialien verwendet\u201c, sagt die Innenarchitektin Plieninger. <\/p>\n<p>\u201eDer schwedische K\u00fcnstler und Farbgestalter Fritz Fuchs hatte f\u00fcr die drei H\u00f6rs\u00e4le am Standort ein Farbkonzept entwickelt, das in die Flurbereiche hinausreichte. Fuchs\u2018 1978 fertiggestellter \u201eFarbraum-Klang\u201c f\u00fcr den Campus steht unter Denkmalschutz und wurde im Zuge der Umgestaltung entsprechend restauriert. Allein die denkmalgerechte Sanierung der Farben ver\u00e4ndert den Ort ma\u00dfgeblich.\u201c<\/p>\n<p>Grund f\u00fcr die Renovierung ist neben Menschenfreundlichkeit auch Kalk\u00fcl im guten Sinn. Ingmar Kallfass formuliert es so: \u201eIn Zeiten der konsequenten Digitalisierung m\u00fcssen sich Hochschulen Konzepte \u00fcberlegen, Lernende und Lehrende zum pers\u00f6nlichen Austausch zu animieren &#8211; einladende Orte zum Lernen am Campus geraten so zum Standortvorteil.\u201c <\/p>\n<p>\u2009Die Studentinnen und Studenten k\u00f6nnen den neuen Lernraum mit ihrem Studierendenausweis rund um die Uhr auch au\u00dferhalb der Vorlesungszeiten und am Wochenende nutzen, und er soll noch eine Ert\u00fcchtigung der Stromversorgungs- und Medienzeilen erfahren, damit neben dem Ambiente eine topmoderne Technik f\u00fcr entspanntes Lernen sorgt. <\/p>\n<p>Der Raum wird auch so schon gut gebucht f\u00fcr Veranstaltungen, Vortr\u00e4ge, sogar Sommerworkshops zur Vorbereitung auf Klausuren. Kallfass: \u201eDas Aquarium ist ein Treffpunkt, und wir haben schon internationale Studierende dorthin eingeladen.\u201c Ein kleiner abschlie\u00dfbarer Raum wird von der Fachschaft genutzt, kann aber auch von anderen gebucht werden. <\/p>\n<p>Nachahmer? Werden sich vielleicht finden, es sind schon Delegationen anderer Fakult\u00e4ten im Aquarium gesichtet worden. Nicht jede Studentenbude, nicht jede WG ist so wohnlich wie dieser Lernort. Und besser lernen in angenehmerer Atmosph\u00e4re, das w\u00e4re auch den Studierenden im Kessel zu w\u00fcnschen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sieht aus wie ein cooles Caf\u00e9, doch hier b\u00fcffeln Studierende auf dem Campus in Vaihingen: Stuttgarter Innenarchitekten haben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":321641,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[5964,2250,1634,3364,29,30,27704,80,91563,3652,1441,5162,5329],"class_list":{"0":"post-321927","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-umbau","9":"tag-architektur","10":"tag-baden-wuerttemberg","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-innenarchitektur","15":"tag-kultur","16":"tag-lernort","17":"tag-stadtkind","18":"tag-stuttgart","19":"tag-universitaet","20":"tag-video"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114978364228420803","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/321927","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=321927"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/321927\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/321641"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=321927"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=321927"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=321927"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}