{"id":322033,"date":"2025-08-05T22:48:12","date_gmt":"2025-08-05T22:48:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/322033\/"},"modified":"2025-08-05T22:48:12","modified_gmt":"2025-08-05T22:48:12","slug":"wie-deutschland-syrischen-fluechtlingen-die-rueckkehr-erschwert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/322033\/","title":{"rendered":"Wie Deutschland syrischen Fl\u00fcchtlingen die R\u00fcckkehr erschwert"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Damaskus. In dem Caf\u00e9 im Zentrum von Damaskus plaudern junge Frauen bei eisgek\u00fchlten Softdrinks, \u00e4ltere M\u00e4nner rauchen Wasserpfeife oder spielen Karten. Arabische Popmusik dudelt aus den Boxen, Menschen lachen, die Atmosph\u00e4re ist locker. Auch Ali sitzt hier, er ist 2016 als Fl\u00fcchtling nach Deutschland gekommen. Jetzt ist der 34-J\u00e4hrige zur\u00fcck in seiner alten Heimatstadt \u2013 auf Probe. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ali hei\u00dft eigentlich anders, aus Furcht vor Repressalien der deutschen Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rden will er anonym bleiben. Wer als Fl\u00fcchtling nach Syrien reist, riskiert in Deutschland den Verlust seines Schutzstatus. \u201eWenn ich zur\u00fcckkomme, wei\u00df ich nicht, ob ich Probleme bekomme\u201c, sagt er. \u201eVielleicht nehmen sie mir meine Aufenthaltserlaubnis.\u201c Ali ist trotzdem nach Damaskus gereist, um zu entscheiden, ob er dauerhaft nach Syrien zur\u00fcckkehren wird. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Wie er die Wahrscheinlichkeit einsch\u00e4tzt? \u201e50:50\u201c, antwortet Ali. \u201eIch will noch ein, zwei Monate schauen und dann eine Entscheidung treffen.\u201c Das h\u00e4nge auch davon ab, ob er in Damaskus Arbeit finde. An seinem Wohnort in Bayern habe er ein Kleingewerbe angemeldet. \u201eSeit 2017 habe ich keinen Cent vom Staat genommen\u201c, sagt er. Bereits vor drei Jahren habe er die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft beantragt, bislang aber ohne Erfolg. \u201eIch habe oft bei den Beh\u00f6rden nachgefragt, warum es so lange dauert. Sie sagen immer nur, ich soll warten.\u201c<\/p>\n<p>Von Sicherheit ist Syrien weit entfernt<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ali ist Deutschland zutiefst dankbar f\u00fcr die Aufnahme der vielen Fl\u00fcchtlinge aus Syrien. \u201eAber am Ende ist das hier mein Land, meine Heimat.\u201c Viele seiner syrischen Bekannten und Freunde in Deutschland empf\u00e4nden das genauso \u2013 und \u00fcberlegten ebenfalls, zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">In Syrien herrscht seit dem abrupten Ende der Herrschaft von Diktator Baschar al-Assad vor rund acht Monaten zwar kein B\u00fcrgerkrieg mehr. Doch von Sicherheit ist das Land weit entfernt: Es kommt zu Zusammenst\u00f6\u00dfen zwischen Volksgruppen, Anschl\u00e4gen von Extremisten und israelischen Luftangriffen. Das Ausw\u00e4rtige Amt warnt ausdr\u00fccklich vor Syrien-Reisen.<\/p>\n<p>720.000 Syrer sind zur\u00fcckgekehrt<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Mit dem Ende des Assad-Regimes und der Verfolgung von dessen Gegnern ist f\u00fcr viele Fl\u00fcchtlinge der Grund entfallen, warum sie einst ihre Heimat verlassen haben. Nach Angaben des UN-Fl\u00fcchtlingshilfswerks UNHCR sind seitdem rund 720.000 Syrer aus dem Ausland zur\u00fcckgekehrt, die meisten davon aus den Nachbarl\u00e4ndern. Bis zum Jahresende rechnet UNHCR mit einer Verdoppelung dieser Zahl. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Konkrete Angaben dazu, wie viele Syrer aus Deutschland gekommen sind, gibt es nicht \u2013 sie reisen in der Regel ebenfalls \u00fcber benachbarte L\u00e4nder nach Syrien ein. Ende vergangenen Jahres waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 713.000 Syrerinnen und Syrer in der Bundesrepublik als Schutzsuchende registriert. Ihnen wird eine Entscheidung \u00fcber eine freiwillige R\u00fcckkehr in ihre Heimat paradoxerweise durch die Bundesregierung erschwert \u2013 obwohl Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart haben, \u201ebeginnend mit Straft\u00e4tern und Gef\u00e4hrdern\u201c Menschen nach Syrien abzuschieben. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1754434091_525_L5BZYBQRYVBFBI4D7NT6XPMR6Y.png\" \/>Hauptstadt-Radar<\/p>\n<p class=\"CallToActionBasestyled__Text-sc-1k69918-5 fbjGwD\">Der RND-Newsletter aus dem Regierungsviertel. Immer donnerstags.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Nach dem Ende des Assad-Regimes wollte die damalige Ampelkoalition Fl\u00fcchtlingen eine einmalige Erkundungsreise nach Syrien erlauben. Unter CSU-Innenminister Alexander Dobrindt wurden die Pl\u00e4ne zu den Akten gelegt. \u201eDas Bundesministerium des Innern hat sich nach eingehender Pr\u00fcfung dagegen entschieden, kurzzeitige Heimreisen f\u00fcr Syrerinnen und Syrer ohne Auswirkungen auf den Schutzstatus zu erm\u00f6glichen\u201c, teilt das Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (BAMF) mit. Wenn es sich nicht um Ausnahmef\u00e4lle wie Beerdigungen naher Angeh\u00f6riger handele, werde grunds\u00e4tzlich vermutet, \u201edass die Voraussetzungen f\u00fcr den jeweiligen Schutzstatus nicht mehr vorliegen\u201c. Die Organisation Pro Asyl warnt: \u201eEine Reise nach Syrien f\u00fchrt im Regelfall zum Widerruf des Schutzstatus durch das BAMF.\u201c<\/p>\n<p>Frankreich und die T\u00fcrkei erm\u00f6glichen Erkundungsbesuche<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Anders verf\u00e4hrt etwa Frankreich, das mit Sondergenehmigung Erkundungsbesuche erlaubt, ohne dass der Fl\u00fcchtlingsstatus erlischt. Die T\u00fcrkei, die mehr Syrer aufgenommen hat als jedes andere Land, gestattet sogar drei Erkundungsreisen, bis Fl\u00fcchtlinge sich entscheiden m\u00fcssen, ob sie bleiben oder zur\u00fcckkehren. <\/p>\n<blockquote><p>Man muss wissen, wohin man zur\u00fcckkehrt: Wie ist die Sicherheitslage? Steht das Haus noch? Kann ich Arbeit finden? <\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 hfNZxo\">Katharina Thote, UNHCR-Chefin in Deutschland<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die UNHCR-Chefin in Deutschland, Katharina Thote, appelliert an die Bundesregierung, r\u00fcckkehrwilligen Syrern ebenfalls eine solche M\u00f6glichkeit zu er\u00f6ffnen. \u201eDamit w\u00fcrde die Bundesregierung ein pragmatisches Signal senden.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Katharina Thote, Vertreterin von UNHCR in Deutschland.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/3WVUBE6O5FEM7IRRLSGDKGP32Y.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Captionstyled__Caption-sc-skimq-0 iFEFhG\">Katharina Thote, Vertreterin von UNHCR in Deutschland.<\/p>\n<p class=\"Copyrightstyled__Copyright-sc-1yiiexl-0 kSntKS\">Quelle: IMAGO\/epd<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Thote sagt, \u201eGo and See Visits\u201c &#8211; kurze, selbst organisierte Besuche in der Heimat \u2013 seien bei den \u00dcberlegungen \u00fcber eine m\u00f6gliche R\u00fcckkehr nach Syrien entscheidend. \u201eMan muss wissen, wohin man zur\u00fcckkehrt: Wie ist die Sicherheitslage? Steht das Haus noch? Kann ich Arbeit finden? Gibt es eine Schule f\u00fcr die Kinder? Das sind existenzielle Fragen, und ohne Antworten trifft niemand \u2013 erst recht keine Familie \u2013 eine so weitreichende Entscheidung.\u201c Ein solcher Besuch sei kein Beweis daf\u00fcr, \u201edass kein Schutzbedarf mehr besteht. Aber er kann langfristig dazu beitragen, dass eine R\u00fcckkehr nachhaltig und dauerhaft ist.\u201c<\/p>\n<p>Syrien liegt nach 13 Jahren B\u00fcrgerkrieg am Boden<img decoding=\"async\" alt=\"Nach 13 Jahren B\u00fcrgerkrieg: Jedes dritte Haus ist unbewohnbar, die Infrastruktur ist weitgehend zerst\u00f6rt.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/JKPIXVHT5BE2DMGSRR3E52IG7I.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Captionstyled__Caption-sc-skimq-0 iFEFhG\">Nach 13 Jahren B\u00fcrgerkrieg: Jedes dritte Haus ist unbewohnbar, die Infrastruktur ist weitgehend zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p class=\"Copyrightstyled__Copyright-sc-1yiiexl-0 kSntKS\">Quelle: Can Merey<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die UNHCR-Sprecherin in Syrien, Celine Schmitt, sagt: \u201eWir unterst\u00fctzen Menschen, die zur\u00fcckkehren wollen, werben aber nicht daf\u00fcr, weil die Herausforderungen so gigantisch sind.\u201c Nach mehr als 13 Jahren B\u00fcrgerkrieg mit Hunderttausenden Toten liegt Syrien am Boden. Das Land geh\u00f6rt zu den \u00e4rmsten der Welt, Jobs gibt es kaum. Jedes dritte Haus ist unbewohnbar, die Infrastruktur ist weitgehend zerst\u00f6rt. Es mangelt an fast allem: an Zugang zu Strom und Wasser, zu Bildung und Gesundheitsversorgung. Schmitt sagt: \u201eWer zur\u00fcckkehrt, beweist eine Menge Mut.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Die Chancen hier im Land sind gro\u00df, es wird viel investiert werden.<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 hfNZxo\">Usama Saleh, Diplom-Ingenieur lebt jetzt in Damaskus<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Usama Saleh (58) aus der Gegend von Bremen hat diesen Mut aufgebracht. Der Diplom-Ingenieur lebt in Damaskus, wo er mit dem Telekommunikationsministerium zusammenarbeitet. Sein Ziel ist, sich selbstst\u00e4ndig zu machen. \u201eDie Chancen hier im Land sind gro\u00df, es wird viel investiert werden\u201c, sagt er. \u201eHier herrscht Aufbruchstimmung.\u201c <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Saleh hat zwar seinen Job als Elektrotechniker in Deutschland gek\u00fcndigt, sein Risiko ist dennoch \u00fcberschaubar: Er hat sowohl den deutschen als auch den syrischen Pass. \u201eWenn es hier klappt, klappt es. Wenn nicht, gehe ich zur\u00fcck nach Deutschland.\u201c In den vergangenen 15 Jahren wurden gut 250.000 Syrer in Deutschland eingeb\u00fcrgert, sie besitzen in aller Regel beide Staatsangeh\u00f6rigkeiten und k\u00f6nnen nach Syrien reisen, ohne Konsequenzen bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Saleh ist schon viel l\u00e4nger in Deutschland, er floh im Sommer 1980 mit seinen Geschwistern und seiner deutschen Mutter zu deren Familie nach Erlangen. Zu der Zeit herrschte Hafiz al-Assad, Baschar al-Assads Vater. Salehs syrischer Vater wurde damals festgenommen und war sechs Jahre als politischer H\u00e4ftling hinter Gittern, bevor auch er nach Deutschland kam.<\/p>\n<p>45 Jahre in Deutschland &#8211; nun zur\u00fcck in Syrien<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">45 Jahre lang hat Saleh in der Bundesrepublik gelebt, er hat dort eine Familie gegr\u00fcndet und Karriere gemacht. Syrien vergessen konnte er nie. \u201eDer Wunsch, zur\u00fcckzukehren, war immer da\u201c, sagt er. \u201eJetzt hat sich die Gelegenheit ergeben und ich habe gesagt, ich probiere es aus.\u201c <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Saleh h\u00e4lt es f\u00fcr einen Fehler, dass die Bundesregierung r\u00fcckkehrwilligen Syrern keine Erkundungsreisen erlaubt. \u201eViele haben Interesse, erst einmal zu schauen, wie die Lage ist\u201c, sagt er. \u201eAus der Ferne kann man das schlecht beurteilen, man muss erleben, wie das Land tickt.\u201c Erleichtert w\u00fcrde eine R\u00fcckkehr f\u00fcr Familien nach seiner \u00dcberzeugung auch, wenn deutsche Schulen im Land gegr\u00fcndet w\u00fcrden. \u201eViele syrische Kinder in Deutschland sprechen nur schlecht Arabisch oder k\u00f6nnen die Schrift nicht lesen oder schreiben.\u201c <\/p>\n<p>Rechtsruck in Deutschland hatte Einfluss auf Entscheidung<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ausschlaggebend f\u00fcr Salehs R\u00fcckkehr-Entscheidung war zwar das Ende von Assads Herrschaft. Einfluss darauf hatte aber auch der Rechtsruck in Deutschland. \u201eDas feindliche Klima gegen\u00fcber Menschen wie uns hat absolut eine Rolle gespielt\u201c, sagt er. \u201eDie AfD wird immer st\u00e4rker, und wie es jetzt aussieht, ist es eine Frage der Zeit, bis sie an die Macht kommt. Man sp\u00fcrt, dass das Klima in Deutschland schlechter wird. Man hat das Gef\u00fchl, dass es keine Sicherheit mehr gibt, dass man vielleicht angep\u00f6belt wird, wenn man hinausgeht.\u201c Viele Syrer in Deutschland seien besorgt. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Im Stadtbezirk Dschubar in Damaskus gleichen viele Stra\u00dfen einem Tr\u00fcmmerfeld. \" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/HCU7TJ73INBE3N5EHYAJU35F4I.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Captionstyled__Caption-sc-skimq-0 iFEFhG\">Im Stadtbezirk Dschubar in Damaskus gleichen viele Stra\u00dfen einem Tr\u00fcmmerfeld. <\/p>\n<p class=\"Copyrightstyled__Copyright-sc-1yiiexl-0 kSntKS\">Quelle: Can Merey<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das gilt auch f\u00fcr Majd, der gerade die pr\u00e4chtige Umayyaden-Moschee in Damaskus besucht, eines der \u00e4ltesten islamischen Gottesh\u00e4user der Welt. Der 30-J\u00e4hrige, der nur mit seinen Vornamen zitiert werden m\u00f6chte, ist 2015 nach Deutschland geflohen und lebt seitdem in K\u00f6ln. Dort studiert er und arbeitet in einem Fl\u00fcchtlingsheim, dort hat er bis vor Kurzem seine Zukunft gesehen. \u201eKeiner hat damit gerechnet, dass das Regime st\u00fcrzt\u201c, sagt Majd. \u201eDas hat meine Zukunftspl\u00e4ne in Deutschland v\u00f6llig \u00fcber den Haufen geworfen.\u201c<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Majd hat sich sieben Wochen Urlaub genommen, in dieser Zeit m\u00f6chte er eine Entscheidung \u00fcber eine R\u00fcckkehr treffen. Wie im Fall von Saleh hat auch bei Majd das Erstarken der Rechten in Deutschland zu seinen \u00dcberlegungen beigetragen. \u201eIch bin innerhalb von einem Monat vor der letzten Bundestagswahl in K\u00f6ln zweimal rassistisch angegriffen worden, einmal in der Bahn, einmal mit Freunden\u201c, sagt Majd. Die Angreifer h\u00e4tten ihn dabei als \u201eSchei\u00df-Ausl\u00e4nder\u201c beschimpft. In Syrien werde er nicht wegen seines Aussehens diskriminiert. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die neuen Freiheiten in Syrien begeistern Majd. Fr\u00fcher habe er Proteste gegen das Assad-Regime organisiert, sagt er. Seit seiner Flucht habe er nicht mehr nach Syrien reisen k\u00f6nnen, weil er dort verfolgt worden w\u00e4re. \u201eJetzt kann ich jeden kritisieren, und keiner kann mir etwas antun.\u201c Majd \u2013 der beide P\u00e4sse hat \u2013 sagt, am liebsten w\u00fcrde er k\u00fcnftig zwischen Deutschland und Syrien pendeln. \u201eMal schauen, wo ich arbeiten kann. Vielleicht irgendwo im Import-Export.\u201c <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Majd kann nicht sagen, wo er sich mehr zu Hause f\u00fchlt. \u201eIn K\u00f6ln sind meine Menschen, meine Liebsten. In Damaskus ist meine Familie, also auch meine Liebsten\u201c, erkl\u00e4rt er. \u201eIch habe viel von Deutschland \u00fcbernommen, aber meine Wurzeln sind hier.\u201c In der Bundesrepublik habe er zuletzt eine schwere Identit\u00e4tskrise gehabt. Ob er sie mit seiner Reise nach Syrien \u00fcberwunden habe? \u201eNein\u201c, antwortet der K\u00f6lner aus Damaskus. \u201eDie Identit\u00e4tskrise ist immer noch da.\u201c<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Mitarbeit: Mohammad Rabie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Damaskus. 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