{"id":322205,"date":"2025-08-06T00:34:10","date_gmt":"2025-08-06T00:34:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/322205\/"},"modified":"2025-08-06T00:34:10","modified_gmt":"2025-08-06T00:34:10","slug":"unterstuetzung-fuer-das-leben-nach-der-intensivstation-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/322205\/","title":{"rendered":"Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Leben nach der Intensivstation \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Auf einer Intensivstation k\u00e4mpft ein spezialisiertes Team gemeinsam mit vielen Experten anderer Fachgebiete in einem hochtechnisierten Umfeld um das Leben schwerstkranker Menschen. Dazu geh\u00f6rt der Einsatz von Maschinen, die K\u00f6rperfunktionen wie das Atmen teilweise oder ganz \u00fcbernehmen, Organe ersetzen und unterst\u00fctzen.Oft k\u00f6nnen so Leben gerettet werden. Dennoch bleibt f\u00fcr die Patient:innen die Zeit auf der Intensivstation meistens nicht ohne Folgen. <\/p>\n<p>Bis zu zwei Drittel der \u00dcberlebenden zeigen auch drei Monate nach Entlassung Symptome des sogenannten Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS), welche die Lebensqualit\u00e4t relevant einschr\u00e4nken k\u00f6nnen. Nach einem Jahr sind mehr als die H\u00e4lfte der \u00dcberlebenden noch nicht beschwerdefrei. F\u00fcr diese Betroffenen bietet die Interdisziplin\u00e4re Internistische Intensivmedizin am Universit\u00e4tsklinikum Leipzig (UKL) jetzt als eine von wenigen Kliniken in Deutschland eine spezialisierte Nachsorgeambulanz an.<\/p>\n<p>Das Post-Intensive-Care-Syndrom umfasst viele sehr unterschiedliche Beschwerden \u2013 k\u00f6rperliche ebenso wie kognitive und psychische. Diese reichen von Muskelschw\u00e4che und Bewegungseinschr\u00e4nkungen \u00fcber Schluckbeschwerden, St\u00f6rungen der Lungenfunktion sowie Ged\u00e4chtnisproblemen und einer reduzierten mentalen Geschwindigkeit bis zu Angstst\u00f6rungen, Depressionen und posttraumatischen Belastungsst\u00f6rungen.<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser sind nicht nur die eigentliche Krankheit, sondern Nebeneffekte intensivmedizinischer Ma\u00dfnahmen und Umgebung. So rettet beispielsweise die k\u00fcnstliche Beatmung zwar Leben, kann aber auch zu belastenden Problemen wie verbleibenden Schluckst\u00f6rungen f\u00fchren. Ebenso sind die auf Intensivstationen allgegenw\u00e4rtigen \u00dcberwachungsmonitore n\u00f6tig, um Auff\u00e4lligkeiten der K\u00f6rperfunktionen zu melden, schaffen aber f\u00fcr die Patient:innen ein dauerhaft ger\u00e4usch- und lichtintensives Umfeld.<\/p>\n<p>\u201eEinerseits wissen wir \u00fcber die m\u00f6glichen Folgen unserer Therapien immer noch zu wenig, andererseits wollen wir unsere Patient:innen nach \u00fcberstandener Krankheit mit diesen nicht allein lassen\u201c, erkl\u00e4rt Robert Scharm, einer der verantwortlichen Intensivmediziner. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat die <a href=\"https:\/\/www.uniklinikum-leipzig.de\/einrichtungen\/internistische-intensivmedizin\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Interdisziplin\u00e4re Internistische Intensivmedizin<\/a> am Universit\u00e4tsklinikum Leipzig eine Nachsorge-Ambulanz f\u00fcr Intensivpatient:innen ins Leben gerufen \u2013 eine von bisher sehr wenigen in ganz Deutschland.<\/p>\n<p>\u201eWir wollen unterst\u00fctzende Angebote zur Verf\u00fcgung stellen und weiterentwickeln, um diese Einschr\u00e4nkungen positiv zu beeinflussen. Ebenso m\u00fcssen wir die Intensivmedizin weiter verbessern, um PICS zu vermeiden\u201c, so Scharm. \u201eBisher gibt es hier eine L\u00fccke in der Versorgung\u201c, erg\u00e4nzt Prof. Dr. med. Sirak Petros, Leiter der Interdisziplin\u00e4ren Internistischen Intensivmedizin. <\/p>\n<p>\u201eNach kraftzehrender Intensivtherapie schaffen es viele unserer Patienten, wieder nach Hause entlassen zu werden. Doch dort bleiben sie mit den Nachwirkungen unserer Medizin oft allein.\u201c Haus\u00e4rzte und andere ambulant t\u00e4tige Kollegen sind oft schon mit der Erkennung und Zuordnung der Beschwerden nicht ausreichend vertraut.<\/p>\n<p>Hier setzt die neue Ambulanz an. \u201eUnsere Aufgabe sehen wir darin, zu erfassen, welche Beschwerden verblieben sind und wo es Unterst\u00fctzung bedarf\u201c, so Scharm. Die Betroffenen werden daf\u00fcr \u00fcber einen Zeitraum von mindestens sechs bis zw\u00f6lf Monaten begleitet, k\u00fcnftig vielleicht auch l\u00e4nger. <\/p>\n<p>\u201eDas Ziel ist es, noch besser zu verstehen, wie es unseren Patient:innen nach der Zeit auf der Intensivstation geht, und auch zu lernen, was wir ver\u00e4ndern k\u00f6nnen, damit k\u00fcnftig bestimmte Folgebeschwerden gar nicht oder deutlich seltener auftreten\u201c, so die Intensivmediziner. Zudem sollen neue Angebote entwickelt werden, welche direkt am UKL wahrgenommen werden k\u00f6nnen. Auch die Anbindung einer Selbsthilfegruppe geh\u00f6rt dazu.<\/p>\n<p>Im Idealfall kann die Ambulanz k\u00fcnftig weiter ausgebaut werden, sodass hier auch auf Unterst\u00fctzung aus der Physiotherapie, Logop\u00e4die und Psychologie sowie der Klinikapotheke zur\u00fcckgegriffen werden kann. Und tats\u00e4chlich w\u00e4re auch eine Ausweitung des Angebots auf Angeh\u00f6rige sinnvoll. Scharm: \u201eAuch sie k\u00f6nnen gerade psychische Symptome als Folge der Belastungssituation entwickeln.\u201c <\/p>\n<p>Diesem Aspekt versucht die Interdisziplin\u00e4re \u00a0Internistische Intensivmedizin mit ihrem familienzentrierten Ansatz bereits jetzt zu begegnen. Der Bedarf ist da \u2013 monatlich werden allein in der Interdisziplin\u00e4ren Internistischen Intensivmedizin, nur einer von mehreren intensivmedizinischen Abteilungen am UKL, 140 Patient:innen behandelt. Insgesamt werden am Universit\u00e4tsklinikum Leipzig monatlich circa 580 Erwachsene und Kinder auf in Summe sechs Intensivstationen versorgt.<\/p>\n<p>Die neue Sprechstunde mit dem sprechenden Namen \u201eLIVe! \u2013 Leben nach intensivmedizinischer Versorgung\u201c<\/p>\n<p>ist daher zun\u00e4chst ein Angebot an die Patient:innen, die in der Interdisziplin\u00e4ren Internistischen Intensivmedizin des UKL behandelt worden sind, weil hier der intensivmedizinische Verlauf im Detail bekannt ist. Eine Terminanfrage ist m\u00f6glich via Mail an ITS-Ambulanz@uniklinik-leipzig.de oder telefonisch unter 0341-9712700.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Wahrnehmung des Termins ist eine \u00dcberweisung durch den Hausarzt erforderlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf einer Intensivstation k\u00e4mpft ein spezialisiertes Team gemeinsam mit vielen Experten anderer Fachgebiete in einem hochtechnisierten Umfeld um&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":322206,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,30,55677,71,859,19768],"class_list":{"0":"post-322205","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-intensivstation","12":"tag-leipzig","13":"tag-sachsen","14":"tag-ukl"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114979016750296735","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322205","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=322205"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322205\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/322206"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=322205"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=322205"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=322205"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}