{"id":322513,"date":"2025-08-06T03:42:10","date_gmt":"2025-08-06T03:42:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/322513\/"},"modified":"2025-08-06T03:42:10","modified_gmt":"2025-08-06T03:42:10","slug":"berlin-brandenburg-beauftragter-bedrohlicher-alltag-fuer-juden-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/322513\/","title":{"rendered":"Berlin &#038; Brandenburg: Beauftragter: Bedrohlicher Alltag f\u00fcr Juden in Berlin"},"content":{"rendered":"<p>                    Berlin &amp; Brandenburg<br \/>\n                Beauftragter: Bedrohlicher Alltag f\u00fcr Juden in Berlin<\/p>\n<p>\t\t\t\t              06.08.2025, 05:03 Uhr<\/p>\n<p><strong>Mit der Kippa oder der Kette mit Davidstern vor die Haust\u00fcr? Vielen J\u00fcdinnen und Juden sei das im Moment zu gef\u00e4hrlich, sagt der Berliner Antisemitismus-Beauftragte.<\/strong><\/p>\n<p>Berlin (dpa\/bb) &#8211; Berlins Antisemitismus-Beauftragter Samuel Salzborn sieht die Hauptstadt weiterhin nicht als sicheren Ort f\u00fcr j\u00fcdische Menschen. &#8222;Wir haben nach wie vor eine hoch angespannte Sicherheitslage&#8220;, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Einerseits gebe es immer wieder israelfeindliche antisemitische Aktionen, etwa bei Demonstrationen oder an Hochschulen. &#8222;Zudem haben wir die Situation, dass J\u00fcdinnen und Juden in ihrem Alltag massivst eingeschr\u00e4nkt sind.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Salzborn spricht von einem &#8222;bedrohlichen Alltag&#8220;, der eher unter der Oberfl\u00e4che stattfinde. &#8222;Er ist gar nicht so sichtbar, sondern verallt\u00e4glicht. Das, was wir eigentlich wollten in Deutschland, das allt\u00e4gliche Umgehen mit j\u00fcdischem Alltag, ist mittlerweile v\u00f6llig gekippt&#8220;, sagte er. &#8222;Heute ist es eine Alltagssituation, bei der J\u00fcdinnen und Juden in allen nur erdenklichen Konstellationen eben gucken: Wer nimmt sie wahr? Wie gef\u00e4hrlich ist es jetzt gerade?&#8220;<\/p>\n<p>Nicht direkt zur Synagoge<\/p>\n<p>Und weiter: &#8222;Es hei\u00dft immer noch, man kann erkannt werden an einer Kette mit Davidstern. Ich glaube, die allermeisten j\u00fcdischen Menschen w\u00fcrden sich gar nicht mehr mit einer Kippa vor die Haust\u00fcr trauen.&#8220; J\u00fcdischen Schulen, j\u00fcdische Einrichtungen, j\u00fcdische Kitas seien bekannte Orte. &#8222;Ich h\u00f6re immer wieder auch Berichte, dass Menschen, die sich zur Synagoge mit einem Taxi fahren lassen, dem Fahrer nicht sagen, wo sie hinfahren wollen, sondern sich drei Stra\u00dfen weiter raussetzen lassen, und dass man sich nicht direkt zu Hause abholen l\u00e4sst.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Probleme bei Essensbestellung<\/p>\n<p>Andere f\u00fcrchteten, von Essens-Lieferdiensten durch ihre Namen oder Symbole an der Haust\u00fcr als Juden identifiziert zu werden. &#8222;Es gibt die Alltagssituation, dass jemand mit einem Namen, der als hebr\u00e4isch, j\u00fcdisch, wie auch immer identifiziert wird, sich bei einem Lieferdienst etwas bestellt und dann leider an einen Menschen ger\u00e4t, der mit einer antisemitischen Einstellung dann dementsprechend reagiert&#8220;, schildert Salzborn. &#8222;Es sind diese ganzen niedrigschwelligen Dinge, die den Alltag extrem bedrohlich machen, mit Kleinigkeiten, mit Selbstverst\u00e4ndlichkeiten erkannt zu werden.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Polizei extrem wachsam&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Den Sicherheitsbeh\u00f6rden attestierte Salzborn eine gute Arbeit im Kampf gegen Antisemitismus. &#8222;Wenn wir nicht so hervorragend arbeitende Beh\u00f6rden wie die Berliner Polizei und auch die Staatsanwaltschaft in diesem Zusammenhang h\u00e4tten, dann w\u00e4re die Lage viel, viel katastrophaler.&#8220; Durch erh\u00f6hte Schutzma\u00dfnahmen nach dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023, auf das der bis heute andauernde Gaza-Krieg folgte, sei viel verhindert worden.\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Ich glaube, unsere Polizei in Berlin ist da extrem wachsam, aufmerksam und hat das Thema absolut auf der Agenda. Sie tut alles und mehr als das, was m\u00f6glich ist&#8220;, so Salzborn. &#8222;Aber es \u00e4ndert eben auch nichts an der Realit\u00e4t. Wir leben in einer freien Gesellschaft. Es gibt nicht \u00fcberall Video\u00fcberwachung, es gibt nicht \u00fcberall eine Polizeistreife, die vor Ort ist, sondern es gibt diese Alltagssituationen, dass jemandem in der U-Bahn eine Kette mit einem Davidstern aus dem T-Shirt rutscht.&#8220;<\/p>\n<p>Jeder einzelne gefragt \u00a0<\/p>\n<p>Salzborn w\u00fcnscht sich von allen B\u00fcrgern eine Reaktion, wenn J\u00fcdinnen und Juden antisemitisch beleidigt oder k\u00f6rperlich angegriffen werden. &#8222;Ich glaube, dass es viele Menschen gibt, die in dem Moment zum H\u00f6rer greifen, die Polizei rufen.&#8220; In anderen F\u00e4llen n\u00e4hmen indes nicht alle Umstehenden solche Attacken als Problem wahr und reagierten.\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Insgesamt ist die Lage einfach immer noch, ich sage es mal diplomatisch, unterausgepr\u00e4gt, was Hilfestellung in solchen Situationen angeht.&#8220; Das gelte auch bei anderen Diskriminierungen. &#8222;Aber bei Antisemitismus, glaube ich, ist es auch noch mal ganz besonders ein Problem.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin &amp; Brandenburg Beauftragter: Bedrohlicher Alltag f\u00fcr Juden in Berlin 06.08.2025, 05:03 Uhr Mit der Kippa oder der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":322514,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1816],"tags":[1960,1958,1959,1957,22083,60874,91742,296,1956,1890,29,30,1597],"class_list":{"0":"post-322513","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-brandenburg","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin-und-brandenburg","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-brandenburg","10":"tag-aktuelle-news-aus-berlin-und-brandenburg","11":"tag-aktuelle-news-aus-brandenburg","12":"tag-alltag","13":"tag-beauftragter","14":"tag-bedrohlicher","15":"tag-berlin","16":"tag-berlin-und-brandenburg","17":"tag-brandenburg","18":"tag-deutschland","19":"tag-germany","20":"tag-juden"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114979756057052795","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322513","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=322513"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322513\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/322514"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=322513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=322513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=322513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}