{"id":322740,"date":"2025-08-06T05:53:12","date_gmt":"2025-08-06T05:53:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/322740\/"},"modified":"2025-08-06T05:53:12","modified_gmt":"2025-08-06T05:53:12","slug":"gesetzentwurf-im-kabinett-wie-die-rente-stabil-bleiben-soll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/322740\/","title":{"rendered":"Gesetzentwurf im Kabinett: Wie die Rente stabil bleiben soll"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 06.08.2025 05:23 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Union und SPD wollen die Rentenh\u00f6he von derzeit 48 Prozent des Durchschnittseinkommens bis 2030 erhalten. Der Entwurf soll heute das Bundeskabinett passieren. Wie nachhaltig ist das?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/jan-peter-bartels-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Jan Peter Bartels\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/jan-peter-bartels-102.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm schwarz-wei\u00df karierten Sakko steht sie im Bundestag, lehnt sich immer wieder schwer auf das Rednerpult: Ulla Schmidt, Bundessozialministerin, quasi die Herrin \u00fcber das deutsche Rentensystem. &#8222;Wir wollen, dass die jetzige junge Generation und auch die k\u00fcnftigen Generationen Spielr\u00e4ume haben&#8220;, schleudert die SPD-Politikerin der Opposition entgegen. Immer wieder gibt es Zwischenrufe. Die Debatte teils hitzig, das Thema ernst.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs geht um eine Rentenreform, damals, im M\u00e4rz 2004. Die rot-gr\u00fcne Bundesregierung will die Formel \u00e4ndern, mit der berechnet wird, ob und wie die Renten steigen. Ein &#8222;Nachhaltigkeitsfaktor&#8220; soll eingef\u00fchrt werden. Die Renten sollen langsamer steigen als die L\u00f6hne, solange immer weniger Arbeitnehmer f\u00fcr immer mehr Rentner zahlen m\u00fcssen. So sinke zwar das Rentenniveau, aber es w\u00fcrden Rentner wie junge Arbeitnehmer ihren Anteil am demografischen Wandel gemeinsam tragen. Das Ziel: &#8222;Generationengerechtigkeit. Die J\u00fcngeren d\u00fcrfen nicht durch zu hohe Beitr\u00e4ge \u00fcberfordert werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Ulla Schmidt (hier bei einer Bundestagssitzung im Oktober 2020) war 2001 bis zum 2009 Bundesministerin f\u00fcr Gesundheit und 2002 bis 2005 auch f\u00fcr Soziale Sicherung.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas ist mehr als 20 Jahre her. Heute hei\u00dft die Bundessozialministerin B\u00e4rbel Bas. Sie ist auch von der SPD. In ihrer Rentenreform allerdings will Bas eine &#8222;Haltelinie&#8220; festschreiben. Das bedeutet: D\u00e4mpfer wie der Nachhaltigkeitsfaktor sollen nicht mehr greifen und das Rentenniveau bis 2031 nicht unter 48 Prozent sinken.<\/p>\n<p>Rentenniveau und Nachhaltigkeitsfaktor<\/p>\n<p>            Das <strong>Rentenniveau<\/strong> beschreibt die H\u00f6he der Rente eines Durchschnittsverdieners nach 45 Beitragsjahren im Verh\u00e4ltnis zum aktuellen Durchschnittslohn. Aktuell liegt das Rentenniveau in Deutschland bei rund 48 Prozent und ist seit Jahren r\u00fcckl\u00e4ufig.<\/p>\n<p>Der <strong>Nachhaltigkeitsfaktor<\/strong> ist ein Element der Rentenformel, der die Auswirkungen des demografischen Wandels mit ber\u00fccksichtigt. Steigt die Zahl der Rentner schneller als die Zahl der Beitragszahler, d\u00e4mpft der Nachhaltigkeitsfaktor den Anstieg der Renten.<\/p>\n<p>    Gesetz soll Niveau bei 48 Prozent halten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDass Rentenanpassungen &#8222;deutlich geringer ausfallen&#8220; als die Lohnentwicklung, das m\u00fcsse verhindert werden, hei\u00dft es in dem Gesetzentwurf, der auch den Preis des Ganzen auflistet: 2029 sind es 4,1 Milliarden, 2030 dann 9,4 Milliarden, und 2031 werden es 11,2 Milliarden Euro sein. Aufkommen soll daf\u00fcr der Steuerzahler. Ohne die Haltelinie l\u00e4ge das Rentenniveau 2031 bei 47 Prozent, mit Haltelinie nun bei 48 Prozent. Laut Sozialministerium f\u00e4llt dann eine Rente von beispielsweise 1.500 Euro um etwa 35 Euro im Monat h\u00f6her aus. Der Entwurf soll heute das Bundeskabinett passieren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nViele Wissenschaftler sehen das geplante Gesetz kritisch. &#8222;Die Bundesregierung hat den Ernst der Lage offensichtlich immer noch nicht begriffen&#8220;, sagt die Wirtschaftsweise Veronika Grimm. Die geplanten Reformen w\u00fcrden die Nachhaltigkeit der Rentenversicherung nicht verbessern, sondern im Gegenteil verschlechtern und die Ausgaben drastisch erh\u00f6hen. &#8222;Dies belastet den Bundeshaushalt und erh\u00f6ht die Lohnnebenkosten&#8220;, so Grimm. &#8222;Diese Entwicklungen sind v\u00f6llig kontraproduktiv in einer Zeit, in der Deutschland dringend Wachstum braucht.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>    Experte: Es geht gerade in die falsche Richtung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Mit M\u00fctterrente und Haltelinie geht es leider gerade in die falsche Richtung&#8220;, warnt auch Marcel Thum vom ifo-Institut. In einem Gutachten f\u00fcr die FDP-nahe Friedrich Naumann Stiftung hat er Reformvorschl\u00e4ge durchgerechnet. Es brauche Korrekturen im Rentensystem, so hei\u00dft es in dem Gutachten. Sonst w\u00fcrden &#8222;die Kosten der steigenden Lebenserwartung einseitig der j\u00fcngeren Generation aufgelastet&#8220; und die &#8222;Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Wirtschaft verschlechtert&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Gutachten schl\u00e4gt unter anderem vor, dass der Nachhaltigkeitsfaktor wiedereingef\u00fchrt, wom\u00f6glich sogar in seiner Wirkung verdoppelt werden m\u00fcsse. Aus dem Sozialministerium kommt zu solchen Vorschl\u00e4gen nur ein Kopfsch\u00fctteln, weil das &#8222;zu einer Abkopplung der Renten von den L\u00f6hnen f\u00fchren w\u00fcrde&#8220;. \u00a0Das sei nicht das Ziel der Rentenpolitik der Bundesregierung.<\/p>\n<p>    Kritik von Linkspartei und AfD<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn Wirtschaft und Wissenschaft ist die Haltelinie umstritten, im Bundestag kaum. Neben Union und SPD unterst\u00fctzen sie auch die Gr\u00fcnen: &#8222;Andernfalls rutschen gerade Frauen und Menschen im Osten des Landes in die Grundsicherung und in Altersarmut&#8220;, sagt Fraktionsvize Andreas Audretsch. &#8222;Das s\u00e4t Wut und Unverst\u00e4ndnis, das darf nicht passieren.&#8220; \u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch die rentenpolitische Sprecherin der Linken, Sarah Vollath, ist f\u00fcr eine Haltelinie. Aber: &#8222;Die Renten werden so niedrig bleiben, wie sie sind. Das geht uns nicht weit genug.&#8220; Man m\u00fcsse das Niveau weiter anheben, fordert Vollath.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie AfD allerdings kritisiert den politischen Eingriff bei der Rentenh\u00f6he: &#8222;Wir fordern, zu den Automatismen des Rentensystems vor Heil zur\u00fcckzukehren&#8220;, sagt die rentenpolitische Sprecherin der AfD, Ulrike Schielke-Ziesing.<\/p>\n<p>    Junge Abgeordnete: Alle Generationen im Blick behalten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBundestag und Bundesrat werden in den kommenden Monaten das Vorhaben diskutieren und wohl auch beschlie\u00dfen. Zwar gibt es Gegenwind von Vertretern der jungen Generation, blockieren wollen sie die Haltelinie aber nicht, sondern fordern eine Gegenleistung: endlich strukturelle Reformen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Statt Rentengeschenke mit der Gie\u00dfkanne zu verteilen, sollten wir alle Generationen im Blick haben&#8220;, sagt Pascal Reddig, Chef der Jungen Gruppe der Unionsfraktion. Strukturelle Reformen seien immer wieder verschoben worden, damit m\u00fcsse jetzt Schluss sein. Er setzt deshalb seine Hoffnung in die Rentenkommission, die der Koalitionsvertrag vorsieht und die bis Mitte der Legislatur Reformvorschl\u00e4ge vorlegen soll.<\/p>\n<p>    Teurer Faktor M\u00fctterrente<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDann sind allerdings schon viele Fakten geschaffen: Nicht nur ist dann die Haltelinie bis 2031 festgeschrieben; zudem bekommen M\u00fctter einen Rentenaufschlag von rund 20 Euro pro Monat f\u00fcr jedes vor 1992 geborene Kind. Das wird dem Staatshaushalt Kosten von etwa vier Milliarden Euro im Jahr bescheren. Beides sind Teile des Rentenpakets 2025.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMit dem Rentenpaket sei keine Abkehr von den Rentenreformen der 2000er-Jahre verbunden, schreibt das Sozialministerium auf Anfrage von tagesschau.de. Zwar habe man damals das Absinken des Rentenniveaus zugelassen, daf\u00fcr aber private Altersvorsorge-Bausteine wie die Riesterrente eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDa die Verbreitung der kapitalgedeckten Altersvorsorge in Deutschland aber bis heute noch nicht fl\u00e4chendeckend erreicht worden sei, sei f\u00fcr viele Menschen die gesetzliche Rente das einzige Einkommen, argumentiert das Sozialministerium. Deswegen m\u00fcsse man das Rentenniveau stabil halten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 06.08.2025 05:23 Uhr Union und SPD wollen die Rentenh\u00f6he von derzeit 48 Prozent des Durchschnittseinkommens bis 2030&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":322741,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,30,13,14,15,379,12],"class_list":{"0":"post-322740","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-headlines","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-rente","17":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114980271357010647","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322740","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=322740"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322740\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/322741"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=322740"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=322740"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=322740"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}