{"id":323520,"date":"2025-08-06T13:09:10","date_gmt":"2025-08-06T13:09:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/323520\/"},"modified":"2025-08-06T13:09:10","modified_gmt":"2025-08-06T13:09:10","slug":"wie-die-stadt-muenchen-das-chaos-bei-e-scootern-eindaemmen-will-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/323520\/","title":{"rendered":"Wie die Stadt M\u00fcnchen das Chaos bei E-Scootern eind\u00e4mmen will &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Erst k\u00fcrzlich ist Bernhard Claus in einen auf dem Gehsteig geparkten <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/E-Scooter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">E-Scooter<\/a> gelaufen und hat sich die Rippen geprellt. Claus ist beim Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) f\u00fcr Barrierefreiheit zust\u00e4ndig. Er wei\u00df, wie gef\u00e4hrlich die teils kreuz und quer abgestellten elektrischen Leihroller f\u00fcr sehbehinderte Menschen sein k\u00f6nnen. Und obwohl die Stadt sich bem\u00fcht, das Chaos mit den Rollern in den Griff zu bekommen, habe sich bisher nichts verbessert, sagt er, \u201eeher verschlimmert\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Denn die Roller werden immer mehr: Fast 20 000 davon gibt es aktuell in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a>, erst seit Kurzem ist der Anbieter Bird mit 3000 Fahrzeugen zur\u00fcck in der Stadt, nachdem er sich schon kurz nach der Einf\u00fchrung der Roller 2019 wieder zur\u00fcckgezogen hatte. Von Beginn an sind die E-Scooter ein \u00c4rgernis, sie stehen oder liegen auf Geh- und manchmal auch auf Radwegen. Bernhard Claus kennt sogar einen Fall, bei dem ein Sehbehinderter vor drei Jahren \u00fcber einen Scooter auf der Treppe zur U-Bahn stolperte und sich dabei schwer an beiden Knien verletzte.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Im Zentrum, innerhalb des Altstadtrings, habe sich die Situation durchaus verbessert, r\u00e4umt Claus ein. Hier d\u00fcrfen die Roller nur noch auf 39 offiziellen Stellpl\u00e4tzen geparkt werden. Die Unternehmen haben sich nach Angaben des Mobilit\u00e4tsreferats freiwillig dazu verpflichtet, ihre Flotten zu begrenzen. So d\u00fcrfen pro Anbieterfirma gleichzeitig 1000 Fahrzeuge innerhalb des Mittleren Rings und 100\u00a0 innerhalb des Altstadtrings angeboten werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Innerhalb des Mittleren Rings hat die Stadt inzwischen 340 Abstellfl\u00e4chen eingerichtet, f\u00fcr das gesamte Stadtgebiet sind 675 geplant. In einem Radius von 100 Metern rund um die Scooter-Parkpl\u00e4tze ist die Beendigung der Miete technisch nicht m\u00f6glich. Zudem m\u00fcssen Nutzer bei der R\u00fcckgabe ein Foto des Rollers in der App hochladen, eine k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) soll dann bewerten, ob er ordnungsgem\u00e4\u00df geparkt ist.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Doch die KI \u00fcbt noch. Bislang gibt es selten Einw\u00e4nde, wenn der E-Scooter zu weit in den B\u00fcrgersteig ragt. Nach Angaben der Anbieter und des Mobilit\u00e4tsreferats soll die Technik aber in absehbarer Zeit besser werden. Bis dahin bleibt das Verletzungsrisiko, das die eigenst\u00e4ndige <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Mobilit%C3%A4t\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mobilit\u00e4t<\/a> von Sehbehinderten einschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Auch im Umfeld der S\u00fcdbayerischen Wohn- und Werkst\u00e4tten f\u00fcr Blinde\u00a0und Sehbehinderte in Giesing habe es schon mehrere Unf\u00e4lle gegeben, sagt Lars Jakobeit vom Stadtteilmanagement Giesing, das unter anderem die B\u00fcrgerbeteiligung f\u00f6rdert. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe \u201eMisch dich ein\u201c haben die Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung die Betreiberfirmen angeschrieben, auf bestimmten Wegen ein Abstellverbot angeregt und immerhin einen Teilerfolg erzielt: Die beiden Anbieter Voi und Dott sind dem Wunsch nachgekommen. Dieses Beispiel k\u00f6nne auch anderen Einrichtungen Mut machen, sich direkt bei den Anbietern f\u00fcr ihr sicheres Umfeld stark zu machen, glaubt Jakobeit.<\/p>\n<p>Paris und Madrid haben die Leihroller aus dem Stadtbild verbannt<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Dem BBSB geht es mit der Eind\u00e4mmung des Scooter-Chaos nicht schnell genug.\u00a0 Claus kritisiert zudem, dass die Verleihfirmen nicht haften m\u00fcssten, wenn durch einen umgefallenen oder falsch geparkten Roller etwas passiere. Dass die Bundesregierung nun ein Parkverbot f\u00fcr Leihroller auf Gehwegen plant, reicht seiner Ansicht nach nicht. Denn private Roller und Fahrr\u00e4der d\u00fcrfen weiterhin auf Trottoirs stehen, sofern sie niemanden behindern. \u201eDie haben auf dem Gehsteig nichts verloren.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Gro\u00dfe Metropolen im Ausland, etwa Paris oder Madrid, haben die Leihroller wieder aus ihrem Stadtbild verbannt. Laut Mobilit\u00e4tsreferat ist das in M\u00fcnchen aber nicht so einfach m\u00f6glich. Der Freistaat Bayern werte derartige Angebote als \u201egenehmigungsfreien Gemeingebrauch\u201c, teilt das Referat mit. F\u00fcr eine strengere Regulierung m\u00fcsse ein \u201esehr aufwendiges Verfahren\u201c eingesetzt werden und es seien rechtliche Fragen offen. \u201eSollte der Bundesgesetzgeber einen verbindlichen Rechtsrahmen schaffen, so w\u00e4re eine Regulierung rechtssicherer umzusetzen\u201c, schreibt eine Sprecherin.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Beim Anbieter Dott, vormals Tier, sieht man ein Abstellverbot auf Gehsteigen kritisch. Das Unternehmen, das als Erstes mit der M\u00fcnchner Verkehrsgesellschaft kooperierte, bef\u00fcrwortet die fl\u00e4chendeckende Einf\u00fchrung von Parkzonen, wertet ein sofortiges Ende des freien Parkens aber als \u201eunverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Einschr\u00e4nkung, die das Angebot grunds\u00e4tzlich gef\u00e4hrdet\u201c, teilt eine Sprecherin mit. \u201eZudem widerspricht dieser Passus unseres Erachtens klar den Klimaschutzzielen des Verkehrs.\u201c Auch das Mobilit\u00e4tsreferat sieht die E-Scooter grunds\u00e4tzlich als Erg\u00e4nzung zum \u00f6ffentlichen Nahverkehr, die auch zur Reduzierung des Autoverkehrs beitrage, das habe 2022 eine Studie ergeben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Bernhard Claus bezweifelt den Nutzen f\u00fcr den Klimaschutz und die Verkehrswende. Er meint sogar, man m\u00fcsse generell deren Sinn hinterfragen, von alten und in ihrer Mobilit\u00e4t eingeschr\u00e4nkten Menschen w\u00fcrden sie ohnehin nicht genutzt. \u201eDas machen nur faule Leute und Touristen aus Bequemlichkeit\u201c, vermutet Claus. \u201eDie Leute k\u00f6nnten einfach auch laufen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erst k\u00fcrzlich ist Bernhard Claus in einen auf dem Gehsteig geparkten E-Scooter gelaufen und hat sich die Rippen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":323521,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,10345,1232,8367,30,1466,1268,149,3232],"class_list":{"0":"post-323520","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-e-mobilitaet","11":"tag-e-mobility","12":"tag-e-scooter","13":"tag-germany","14":"tag-mobilitaet","15":"tag-muenchen","16":"tag-sueddeutsche-zeitung","17":"tag-verkehr-in-muenchen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114981985930555709","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/323520","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=323520"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/323520\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/323521"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=323520"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=323520"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=323520"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}