{"id":324216,"date":"2025-08-06T19:21:25","date_gmt":"2025-08-06T19:21:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/324216\/"},"modified":"2025-08-06T19:21:25","modified_gmt":"2025-08-06T19:21:25","slug":"stress-situationen-fuer-friedensverwoehntes-westeuropa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/324216\/","title":{"rendered":"Stress-Situationen f\u00fcr friedensverw\u00f6hntes Westeuropa"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die Debatte wird vielerorts kontrovers und erhitzt gef\u00fchrt. In Gr\u00fcnheide blieb der Disput aus. <a data-li-document-ref=\"1826930\" href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/regional\/uckermark\/europa-tage-in-der-uckermark-geben-denkanstoesse-1826930\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der Europa.Tag, zu dem der Verein \u201eArbeit an Europa\u201c seit vier Jahren einl\u00e4dt<\/a>, stand diesmal im Zeichen der deutsch-russischen Beziehungen. \u201eUnd damit auch der Frage, wie man mit einem Russland nach dem Krieg umgehen wird\u201c, so Simon Strau\u00df, einer der Mitbegr\u00fcnder des Vereins, vor dem Treffen.<\/p>\n<p>Jede und jeder h\u00e4tten mitdiskutieren k\u00f6nnen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die Veranstaltung im Europa.Speicher im uckerm\u00e4rkischen Gr\u00fcnheide ist offen. Jede und jeder kann dabei sein. Menschen aus der Region, Menschen aus der Hauptstadt, von \u00fcberallher. Dennoch: Am Ende scheint es, als sei man unter sich geblieben. Zumindest so, als h\u00e4tten die, deren Sicht \u2013 und sei es in Nuancen &#8211; anders ist, gefehlt oder sich nicht zu Wort gemeldet.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Mit ihnen hatte wohl auch der Historiker und renommierte Osteuropa-Experte Karl Schl\u00f6gel, k\u00fcrzlich erst mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet, gerechnet. Man hatte ihn, das geh\u00f6rt zu den Traditionen der Veranstaltung, zum Ende des Tages um eine Reflexion gebeten. Ein Res\u00fcmee nach einer Reihe verschiedener Gespr\u00e4che und Formate.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Joschka Fischer, der ehemalige Au\u00dfenminister der Gr\u00fcnen, hatte kurzfristig abgesagt. Ebenso wie der Historiker J\u00f6rg Baberowski. Statt Fischer sa\u00df die Historikerin und Mitbegr\u00fcnderin der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, Irina Scherbakowa, auf der B\u00fchne und sprach mit Helene Bubrowski, Chefredakteurin von Table.Media.<\/p>\n<p>Das Leugnen von Verantwortung<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Hier wie in den Runden zuvor wurde deutlich: eine russische Opposition, sprechend mit einer Stimme, gibt es nicht. Das hatten zuvor auch Iwan Kopalkow, Gr\u00fcnder und Chefredakteur des unabh\u00e4ngigen und aus dem lettischen Exil arbeitenden russischen Nachrichtenportals Meduza, und der aus Russland stammende Schriftsteller Sergej Lebedew gespiegelt. Er gilt als einer der wichtigsten Gegenwartsautoren des Landes. In Gr\u00fcnheide stellte er erstmals die gerade erst erschienene deutsche \u00dcbersetzung seines Romans \u201eDie Besch\u00fctzerin\u201c vor. Im Gespr\u00e4ch mit Autorin Manuela Reichart spricht er \u00fcber eines der zentralen Themen seines Buches: die nicht aufgearbeitete totalit\u00e4re Geschichte Russlands, das Leugnen von Verantwortung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/de786f3f-cba7-441a-a104-779708cafe1e.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Im Gespr\u00e4ch mit der Autorin Manuela Reichardt stellte Sergej Lebedew sein Buch &quot;Die Besch\u00fctzerin&quot; vor, das j\u00fcngst erst in deutscher Sprache erschien. Abwechselnd in russischer und deutscher Sprache lasen Lebedew und Reichart anschlie\u00dfend Passagen aus dem Roman. \"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit der Autorin Manuela Reichardt stellte Sergej Lebedew sein Buch &#8222;Die Besch\u00fctzerin&#8220; vor, das j\u00fcngst erst in deutscher Sprache erschien. Abwechselnd in russischer und deutscher Sprache lasen Lebedew und Reichart anschlie\u00dfend Passagen aus dem Roman.  (Foto: Lisa Martin)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Als Karl Schl\u00f6gel ans Pult tritt, um seinen Blick auf die Veranstaltung zusammenzufassen, erz\u00e4hlt er von einem Text von Sergej Gerassimow, der in seinem Kriegstagebuch den Krieg in der Ukraine in all seiner blanken Entsetzlichkeit beschreibt. Schl\u00f6gel hatte den Text einstecken, wollte ihn eigentlich vorlesen. Er hatte bef\u00fcrchtet, dass die Tragweite dessen, was dieser Krieg bedeutet, wie er ist, in Gr\u00fcnheide nicht ausreichend beschrieben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Eine Sprache f\u00fcr die Welt, in der wir leben<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die zur\u00fcckliegenden Stunden jedoch h\u00e4tten gezeigt, dass man sich dessen bewusst sei. \u201eWir m\u00fcssen eine Sprache finden f\u00fcr die Welt, in der wir leben\u201c, sagt Schl\u00f6gel und spricht von Gleichg\u00fcltigkeit versus Panik und Hysterie; von der Notwendigkeit des Standhaltens und davon, dass man erst noch am Anfang sei. Er spricht von einer kriegsverschonten, friedensgewohnten und friedensverw\u00f6hnten Gesellschaft Westeuropas; von einer Stresssituation, die niemanden unber\u00fchrt lassen wird und von der Notwendigkeit, sich aufzustellen, wachsam zu sein.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/55e5a16c-4eeb-4907-a892-5b592dc4a266.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Der Osteuropa-Experte Karl Schl\u00f6gel fasste die Veranstaltung zusammen. Sein Fazit: Wir m\u00fcssen auf alles gefasst sein. \"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Der Osteuropa-Experte Karl Schl\u00f6gel fasste die Veranstaltung zusammen. Sein Fazit: Wir m\u00fcssen auf alles gefasst sein.  (Foto: Lisa Martin)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eDie Geschichte ist offen\u201c, sagt er und wird deutlich mit den Worten: \u201eWir m\u00fcssen auf alles gefasst sein\u201c, uns auf Zumutungen einstellen. Fast unwirklich scheint danach die abendliche Idylle vor dem Feldsteinspeicher, wo man sich an einer langen Tafel zum Essen im Abendlicht zusammensetzt. Es ist ein Kontrast. Wie es wom\u00f6glich einer h\u00e4tte sein k\u00f6nnen, wenn hier noch andere Stimmen zu Geh\u00f6r gekommen w\u00e4ren. Ans\u00e4tze gab es in jenem Panel, bei dem der Historiker Bastian Matteo Scianna, der CDU-Bundestagsabgeordnete David Gregosz, der Gr\u00fcnen-Europaabgeordnete Sergej Lagodinsky und die SPD-Politikerin Marie Gli\u00dfmann mit Nora Sefa von \u201eArbeit an Europa\u201c sprachen.<\/p>\n<p>\u201eArbeit an Europa\u201c wichtiger denn je<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">F\u00fcr das Thema der Gestaltung des Verh\u00e4ltnisses von Deutschland und Europa zu Russland und eine Neuordnung der europ\u00e4isch-russischen Beziehungen war jedoch die Zeit zu kurz, als dass es in die Tiefe h\u00e4tte gehen k\u00f6nnen. Eines jedoch wurde an diesem Samstag in Gr\u00fcnheide deutlich: Die \u201eArbeit an Europa\u201c, der sich der gleichnamige Verein widmet, ist wichtiger und aktueller denn je.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/e91cffc6-bff1-4811-a812-8437b13ca913.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"In verschiedenen Runden wurde im Europa.Speicher miteinander gesprochen. Vor allem kritische Stimmen aus Russland kamen hier zu Wort. \"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>In verschiedenen Runden wurde im Europa.Speicher miteinander gesprochen. Vor allem kritische Stimmen aus Russland kamen hier zu Wort.  (Foto: Lisa Martin)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Dabei geht es jedoch nicht nur um den intellektuellen Austausch, sondern auch um das gemeinsame Tun. So hatten sich hier in den Tagen zuvor bereits junge Menschen aus Polen und Deutschland getroffen, um gemeinsam praktisch t\u00e4tig zu werden. \u201eMan baut zusammen und man redet zusammen. Die Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Toru\u0144 pflegen wir bereits seit einigen Jahren\u201c, so Simon Strau\u00df. Gef\u00f6rdert wurde diese in mehrfacher Hinsicht produktive Begegnung durch die Sanddorf-Stiftung, die sich der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung widmet. Der Europa.Tag wurde gef\u00f6rdert vom Ministerium der Finanzen und f\u00fcr Europa des Landes Brandenburg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Debatte wird vielerorts kontrovers und erhitzt gef\u00fchrt. In Gr\u00fcnheide blieb der Disput aus. 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