{"id":324592,"date":"2025-08-06T22:40:10","date_gmt":"2025-08-06T22:40:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/324592\/"},"modified":"2025-08-06T22:40:10","modified_gmt":"2025-08-06T22:40:10","slug":"berlin-trinkgeld-im-job-welche-regeln-gelten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/324592\/","title":{"rendered":"Berlin | Trinkgeld im Job: Welche Regeln gelten?"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Beim Friseur, im Restaurant, nach der Taxifahrt: In vielen Berufen ist Trinkgeld eine wichtige Einkommensquelle. Aber welche Regeln gelten? Muss das Trinkgeld versteuert werden, d\u00fcrfen Besch\u00e4ftigte es in jedem Fall behalten &#8211; und hat der Arbeitgeber da ein W\u00f6rtchen mitzureden? Arbeitsrechtler geben einen \u00dcberblick f\u00fcr Arbeitnehmer und Trinkgeldgeberinnen.\u00a0<\/p>\n<p>Was ist Trinkgeld eigentlich?<\/p>\n<p>Beim Trinkgeld handelt es sich um eine freiwillige Geldzahlung, die ein Kunde zus\u00e4tzlich zum Rechnungsbetrag f\u00fcr eine Dienstleistung gibt. Rechtlich gesehen ist Trinkgeld eine sogenannte Anstandsschenkung.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abDer Arbeitgeber darf das Trinkgeld also nicht auf den Lohn anrechnen\u00bb, sagt Peter Meyer, Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht in Berlin. Der Arbeitnehmer wiederum kann aber auch nicht auf Trinkgeld bestehen.\u00a0<\/p>\n<p>Was ist der Unterschied zwischen Trinkgeld und Bedienzuschlag?\u00a0<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Trinkgeld auf Freiwilligkeit beruht, sind Bedienzuschl\u00e4ge verpflichtende Zahlungen.<\/p>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr einen solchen verpflichtenden Bedienzuschlag: Metergeld, das man beispielsweise M\u00f6belpackern zahlt. Anders als Trinkgeld ist es Bestandteil des ausgewiesenen Preises &#8211; muss also vom Kunden bezahlt werden. Rechtlich handelt es sich hier um Arbeitsentgelt, das vom Arbeitgeber eingenommen wird und arbeits- sowie steuerrechtlichen Regelungen unterliegt.<\/p>\n<p>Darf der Arbeitgeber das Trinkgeld einkassieren?<\/p>\n<p>Nein. Freiwillig vom Kunden gezahltes Trinkgeld geh\u00f6rt dem Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber darf es nicht einbehalten und muss es an die Mitarbeitenden weitergeben.<\/p>\n<p>Wenn der Kunde das Trinkgeld an den Arbeitgeber zahlt &#8211; etwa weil im Restaurant die Rechnung mit Karte bezahlt wird &#8211; kann der Arbeitnehmer dessen Herausgabe verlangen.\u00a0<\/p>\n<p>Darf der Arbeitgeber das Trinkgeld f\u00fcr alle sammeln &#8211; und wer entscheidet dann \u00fcber die Verteilung?<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen Besch\u00e4ftigte das von ihnen eingenommene Trinkgeld auch behalten. Eine Absch\u00f6pfung ist aber bei entsprechender arbeits- oder betriebsrechtlicher Regelung zul\u00e4ssig &#8211; das kann ein sogenanntes Tronc-System sein. Dabei handelt es sich um einen Trinkgeld-Pool.\u00a0<\/p>\n<p>Der Arbeitgeber darf aber nicht allein \u00fcber die Aufteilung entscheiden, gibt Peter Meyer zu Bedenken. Die Verteilung muss nachvollziehbar sein \u2013 etwa nach Funktion, Einsatzzeit oder Umsatzbeteiligung. \u00abH\u00e4ufig existieren in kleinen Betrieben keine schriftlichen Regelungen, stattdessen wird die Aufteilung intern festgelegt\u00bb, sagt Prof. Michael Fuhlrott, Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht und Mitglied im Verband deutscher Arbeitsrechtsanw\u00e4lte (VDAA).<\/p>\n<p>M\u00fcssen Besch\u00e4ftigte ihrem Vorgesetzten mitteilen, wie viel Trinkgeld sie in einer Schicht bekommen haben?<\/p>\n<p>Eine generelle Pflicht dazu besteht nicht. Eine Auskunftspflicht kann sich aber aus dem Arbeitsvertrag oder betrieblichen Regelungen ergeben \u2013 insbesondere bei der Aufteilung des Trinkgelds unter den Besch\u00e4ftigten.\u00a0<\/p>\n<p>D\u00fcrfen Besch\u00e4ftigte auf Trinkgeld in bar bestehen?<\/p>\n<p>Nein. Es besteht kein Anspruch auf Barzahlung. Die Zahlungsform richtet sich nach den Gepflogenheiten des Betriebs und den W\u00fcnschen der Kunden.<\/p>\n<p>M\u00fcssen Besch\u00e4ftigte ihr Trinkgeld versteuern?<\/p>\n<p>Freiwilliges Trinkgeld, das direkt vom Kunden gezahlt wird, ist steuer- und sozialversicherungsfrei. Wird das Trinkgeld dagegen vom Arbeitgeber \u00fcber ein Tronc-System ausgezahlt oder handelt es sich um Bedienzuschl\u00e4ge, ist es steuerpflichtig.<\/p>\n<p>Wie viel Trinkgeld ist in den jeweiligen Branchen \u00fcblich?\u00a0<\/p>\n<p>Die H\u00f6he des Trinkgelds variiert je nach Branche, Betrieb und Standort. In der Gastronomie kann das Trinkgeld Fuhlrott zufolge zwischen f\u00fcnf und 20\u202fProzent des Umsatzes ausmachen. Allgemeing\u00fcltige oder tarifliche Regelungen zur H\u00f6he existieren jedoch nicht.<\/p>\n<p>In typischen Trinkgeldbranchen wie (Friseur-)Handwerk oder Lieferdiensten sind laut Meyer etwa zehn Prozent Trinkgeld \u00fcblich.\u00a0<\/p>\n<p>Gut zu wissen: \u00abBesonders bei Paket- und Lieferdiensten empfiehlt sich die Barzahlung, da bei elektronischer Zahlung das Trinkgeld nicht immer bei den Besch\u00e4ftigten ankommt\u00bb, sagt Meyer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Beim Friseur, im Restaurant, nach der Taxifahrt: In vielen Berufen ist Trinkgeld eine wichtige Einkommensquelle.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":324593,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1140,629,296,630,4941,29,6763,666,30,617,66045,1009,20900,36256],"class_list":{"0":"post-324592","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-arbeit","9":"tag-arbeitgeber","10":"tag-berlin","11":"tag-beruf","12":"tag-cjab","13":"tag-deutschland","14":"tag-gastronomie","15":"tag-geld","16":"tag-germany","17":"tag-handwerk","18":"tag-lieferdienste","19":"tag-recht","20":"tag-tmn0305","21":"tag-trinkgeld"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114984230966123281","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/324592","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=324592"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/324592\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/324593"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=324592"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=324592"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=324592"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}