{"id":325134,"date":"2025-08-07T03:42:11","date_gmt":"2025-08-07T03:42:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/325134\/"},"modified":"2025-08-07T03:42:11","modified_gmt":"2025-08-07T03:42:11","slug":"wie-rightmart-verbraucher-gegen-sportwettenriesen-schuetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/325134\/","title":{"rendered":"Wie Rightmart Verbraucher gegen Sportwettenriesen sch\u00fctzt"},"content":{"rendered":"<p>Die Kanzlei von Marco Klock ist besonders \u2013 allein wegen des Wachstums seit der Gr\u00fcndung vor zehn Jahren. F\u00fcr Rightmart arbeiten heute 600 Menschen. Seit Anfang an ist der Grundgedanke dabei gleich: Rechtsberatung soll hier kein Luxusgut sein. Das funktioniert \u00fcber die Vielzahl an F\u00e4llen. Und Technologie spielt eine entscheidende Rolle, um Tausende Mandanten \u00fcberhaupt vertreten zu k\u00f6nnen \u2013 selbst wie gerade gegen m\u00e4chtige Sportwettanbieter.<\/p>\n<p>Die Bremer kennen das Szenario &#8222;David gegen Goliath&#8220; schon. Rightmart will in solchen F\u00e4llen ein Gegengewicht schaffen. &#8222;Wir sind die erste Gro\u00dfkanzlei auf Verbraucherseite&#8220;, sagt Klock. Auf der &#8222;b\u00f6sen Seite&#8220; gebe es derweil schon viele. Die Gr\u00f6\u00dfe sei wichtig, um eine Schlagkraft zu erzielen. So ist es auch in diesem Fall. 40.000 Mandanten werden gegen die Sportwettanbieter vertreten. Es geht um Milliardensummen.<\/p>\n<p>Orchestriert wird all das aus einem modernen, neuen B\u00fcrokomplex im Spurwerk in der Bremer Neustadt. Dort sitzt Rightmart. Der Firmenname steht in Riesenlettern oben am Geb\u00e4ude \u2013 auch nicht typisch f\u00fcr eine Kanzlei. Klock selbst ist auch kein gew\u00f6hnlicher Kanzleichef mit Vorzimmer und Krawatte und Einstecktuch. Ganz entspannt begr\u00fc\u00dft der Bremer \u2013 wei\u00dfes Shirt, Sommersakko, Sandalen \u2013 den Besuch im Unternehmen. Auf dem Regal neben seinem Schreibtisch ist eine Lego-Achterbahn aufgebaut.<\/p>\n<p>Als Pokerspieler hat Klock ein Gesp\u00fcr f\u00fcrs Risiko<\/p>\n<p>Schon als Kind habe er Lego geliebt. \u00dcberhaupt das Spielen: Der Weg von Klock ist nicht direkt mit dem Jurastudium losgegangen. Nach dem Abitur in Ostfriesland legte er eine Karriere als Pokerspieler hin. Damals habe es einen Boom gegeben. Im Fernsehen liefen pl\u00f6tzlich Pokerpartien. &#8222;Ich bin um die Welt gereist&#8220;, erz\u00e4hlt Klock. Diese Zeit pr\u00e4ge sein Leben bis heute. Wann gehe ich ein Risiko ein? Wann lasse ich es sein? Das Gesp\u00fcr daf\u00fcr sei auch als Unternehmer n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Aus der Heimat Holterfehn ging es unter anderem nach Las Vegas an den Pokertisch. Damals habe er einfach nur Geld verdienen wollen. Das habe auch geklappt und sei mit Anfang 20 &#8222;total cool&#8220; gewesen, die Zeit als Profispieler sp\u00e4ter aber auch belastend: die Reisen und Arbeit in der Nacht. &#8222;Gespielt wird vor allem zu den Zeiten, in denen auch die Spieler in Asien und den USA aktiv sind&#8220;, sagt Klock. Nach ein paar Jahren fehlte ihm der Antrieb. &#8222;Es hat mich nicht mehr erf\u00fcllt.&#8220;<\/p>\n<p>Klock suchte nach Sinn und fand ihn im Jurastudium. &#8222;Ich wollte als Kind schon Richter werden&#8220;, erinnert er sich. Warum wisse er nicht genau. Vielleicht wegen Barbara Salesch? In seiner Familie gebe es keine Juristen. Klock studierte Rechtswissenschaften in Bremen. Schon als Student gr\u00fcndete der Ostfriese mit drei Kollegen Rightmart. Das Studium brach Klock vor dem Ersten Staatsexamen ab, um sich ganz auf das Start-up zu konzentrieren.<\/p>\n<p>Start als Kanzlei f\u00fcr Hartz-IV-Empf\u00e4nger<\/p>\n<p>Die Kanzlei begann damals mit einer L\u00f6sung, mit der Hartz-IV-Empf\u00e4nger gegen Bescheide des Jobcenters vorgehen konnten \u2013 kostenlos f\u00fcr die Mandanten. Die Menschen h\u00e4tten schlie\u00dflich kein Geld. Gerade da sei der Ansatz von Rightmart wichtig gewesen, einen leichteren Zugang zur Rechtsberatung zu schaffen. &#8222;Unsere These war: Wir machen Anw\u00e4lte und Anw\u00e4ltinnen durch Technologie effizienter und damit g\u00fcnstiger&#8220;, sagt Klock. Das sei bis heute der Treiber. Einige im Gr\u00fcndungsteam h\u00e4tten damals ihre Jobs aufgegeben, um diese Mission mit Rightmart zu verfolgen.<\/p>\n<p>Einige Jahre war die Kanzlei nur im Hartz-IV-Bereich t\u00e4tig. Die Bremer verdienen dabei trotzdem \u2013 bekommen im Erfolgsfall das Geld vom Jobcenter. Wenn Rightmart nicht recht beh\u00e4lt, gibt es die sogenannte Beratungshilfe f\u00fcr Menschen mit geringem Einkommen vom Amtsgericht, was jedoch nicht viel sei \u2013 etwa 80 Euro: &#8222;Wir konnten nur profitabel sein, indem wir gewinnen.&#8220; Viele weitere Felder der Rechtsberatung geh\u00f6ren mittlerweile dazu. Die Hilfe bei Bescheiden \u2013 heute beim B\u00fcrgergeld \u2013 gibt es weiterhin.<\/p>\n<p>Hilfe bei der Einb\u00fcrgerung<\/p>\n<p>Ein wichtiges Feld der Kanzlei ist au\u00dferdem das Ausl\u00e4nderrecht. Rightmart hilft Menschen etwa bei der Einb\u00fcrgerung oder dem Familiennachzug. Es gehe um Menschen, die schon lange hier seien, Deutsch spr\u00e4chen und einen Job h\u00e4tten. Jeder nehme wahrscheinlich an: Da gibt es gar keine Probleme. &#8222;Aber die Probleme sind riesig. Diese Menschen schaffen es nicht, deutsche Staatsb\u00fcrger zu werden oder einen anderen Aufenthaltstitel zu bekommen \u2013 geschweige denn ihre Familie herzuholen&#8220;, sagt Klock. Die Prozesse liefen nicht gut \u2013 so schaue er als B\u00fcrger darauf. Das System sei komplex. &#8222;Da stellt man sich schon die Sinnfrage: Warum ist das so? Wir k\u00f6nnen nur helfen und versuchen, das Beste daraus zu machen.&#8220; In einer perfekten Welt brauche es eigentlich keinen Anwalt daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Vom Blitzerbescheid bis zum B\u00fcrgergeld \u2013 die Bremer sind vielf\u00e4ltig aufgestellt. Die Auseinandersetzung mit den Sportwettanbietern ist l\u00e4ngst nicht vorbei. Worum es im Kern geht? Aus Sicht von Rightmart haben Unternehmen wie etwa Tipico illegalerweise ihre Gl\u00fccksspiele angeboten, weil die Lizenz nach dem Gl\u00fccksspielstaatsvertrag daf\u00fcr fehlte. Die Werbung sei auch problematisch gewesen. &#8222;Der BGH hat da ganz klar entschieden&#8220;, sagt Klock. Das Urteil habe der Exklusivpartner Gamesright herbeigef\u00fchrt. Selbst heute verhielten sich viele <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/sportwette-q1506462\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sportwette<\/a>nanbieter nicht gesetzeskonform. Es werde zahlreich gegen Vorschriften des Gl\u00fccksspielstaatsvertrages versto\u00dfen, der die Spieler vor stark suchtgef\u00e4hrdenden Angeboten sch\u00fctzen soll.<\/p>\n<p>Der Europ\u00e4ische Gerichtshof ist die n\u00e4chste Instanz. Generell sei bei solchen Geschichten ein langer Atem n\u00f6tig. &#8222;Es ist ein hochkompliziertes Verfahren. Die Gegenseite ist nat\u00fcrlich finanziell gut ausgestattet. Es k\u00f6nnen sich kaum Kanzleien erlauben, dagegen vorzugehen, weil der Streitwert und somit die Kosten hoch sind&#8220;, sagt Klock. Das Geld muss vorgestreckt werden.<\/p>\n<p>In seiner Kanzlei geht der Fortschritt durch Technologie derweil weiter. Der Bruder von Marco Klock k\u00fcmmert sich seit Kurzem als &#8222;Head of AI&#8220; von Rightmart darum. &#8222;Das ist f\u00fcr uns nat\u00fcrlich das Zukunftsthema&#8220;, sagt Klock. Auf den Rechtsmarkt werde KI viel Einfluss nehmen.<\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc81mo0ubyusnfkjuk2a7\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/wirtschaft\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Kanzlei von Marco Klock ist besonders \u2013 allein wegen des Wachstums seit der Gr\u00fcndung vor zehn Jahren.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":325135,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,30],"class_list":{"0":"post-325134","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114985418331185177","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/325134","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=325134"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/325134\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/325135"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=325134"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=325134"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=325134"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}