{"id":325537,"date":"2025-08-07T07:33:21","date_gmt":"2025-08-07T07:33:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/325537\/"},"modified":"2025-08-07T07:33:21","modified_gmt":"2025-08-07T07:33:21","slug":"kleine-notfelle-warum-strassenkatzen-so-leiden-panorama","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/325537\/","title":{"rendered":"Kleine Notfelle &#8211; warum Stra\u00dfenkatzen so leiden &#8211; Panorama"},"content":{"rendered":"<p class=\"rhp-dpa-teaser\"><b>Sie leben versteckt und sterben elend: Stra\u00dfenkatzen gibt es nicht nur im Ausland. In Deutschland bringen gesch\u00e4tzt Millionen freilebende Miezen die Tierheime ans Limit. Wer ist schuld?<\/b><\/p>\n<p><a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Berlin\" data-rtr-id=\"d0f8ca37195d12bf55f612c03cb5ae6e0ea21dfa\" data-rtr-score=\"37.484725050916495\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"53\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/berlin?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berlin<\/a>\/Neustrelitz (dpa) &#8211; Suri hat Gl\u00fcck gehabt. Ganz allein sa\u00df das wenige Wochen alte K\u00e4tzchen an einem hei\u00dfen Sommertag auf einem Krankenhaus-Parkplatz und maunzte kl\u00e4glich. Eine Besucherin informierte das \u00abKatzenparadies\u00bb. Nun ist Suri eines von rund zwei Dutzend \u00abNotfellen\u00bb, die das private Tierheim im S\u00fcden Mecklenburg-Vorpommerns aufgenommen hat.<\/p>\n<p>Sie stehen zum Weltkatzentag am 8. August f\u00fcr das Leid von immer mehr Miezen ohne Zuhause. Der Deutsche Tierschutzbund z\u00e4hlt das Schicksal von Stra\u00dfenkatzen inzwischen zu einem der gr\u00f6\u00dften Tierschutzprobleme in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Deutschland\" data-rtr-id=\"6c48d7d5b099c64b41367070a52ae27833560fd5\" data-rtr-score=\"82.25784114052954\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"22\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/deutschland?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a>. Wie ist es dazu gekommen &#8211; und was muss sich \u00e4ndern? <\/p>\n<p>Miezen sind die beliebtesten Haustiere in Deutschland<\/p>\n<p>Katzen sind mit Abstand die beliebtesten Haustiere der Bundesb\u00fcrger. Fast 16 Millionen Stubentiger schnurrten nach den Daten des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe im vergangenen Jahr auf Deutschlands Sofas, der Markt verzeichnete 2024 einen steigenden Umsatz von fast drei Milliarden Euro. <\/p>\n<p>Doch es gibt auch die andere Seite eines Katzenlebens in Deutschland. Kaum ein Haustier wird nach Bobachtungen des Tierschutzbundes so schlecht behandelt wie Samtpfoten. Sie werden in K\u00e4figen gehalten oder in Wohnungen gehortet, vernachl\u00e4ssigt, ausgesetzt &#8211; und auch zu Tode gequ\u00e4lt. <\/p>\n<p>Millionen unsichtbarer Samtpfoten<\/p>\n<p>Das h\u00e4rteste Leben f\u00fchren sch\u00e4tzungsweise mehr als 1,5 Millionen Katzen ohne Zuhause &#8211; ihre genaue Zahl kennt niemand. Sie leben in Schreberg\u00e4rten, auf verlassenen Geh\u00f6ften, Bauernh\u00f6fen oder Firmengel\u00e4nden. Oft verenden sie qualvoll, geschw\u00e4cht durch Krankheiten, Verletzungen, Parasiten, sie verhungern oder erfrieren. <\/p>\n<p>Mehr als 10.000 Stra\u00dfenkatzen, so sch\u00e4tzt der Tierschutzverein f\u00fcr Berlin, leben allein in der Hauptstadt. \u00abWir sprechen von unsichtbarem Leid, weil diese Katzen nicht so offen herumstreunen wie zum Beispiel in S\u00fcdeuropa\u00bb, sagt Sprecherin Zoe Dymke. \u00abAber wir sehen sie jeden Tag, wenn wir an Futterstellen mit im Einsatz sind.\u00bb <\/p>\n<p>Mehr W\u00fcrfe durch w\u00e4rmere Winter <\/p>\n<p>Viele Tierheime sind schon am Limit. Nicht nur vom Platz her und finanziell, sondern auch mit Blick auf die emotionale Belastung der Teams, sagt Dalia Zohni, Fachreferentin f\u00fcr Heimtiere beim Tierschutzbund. Katzenleid ohne Ende. \u00abEs wird jedes Jahr schlimmer\u00bb, best\u00e4tigt Manuela Jeschke, Gr\u00fcnderin des \u00abKatzenparadieses\u00bb in Neustrelitz. <\/p>\n<p>Allein 26 Jungtiere &#8211; Kitten &#8211; versorgt ihr Team gerade, die meisten von ihnen ausgesetzt. Eine Kittenpause wie fr\u00fcher gebe es nicht mehr, erg\u00e4nzt Jeschke. \u00abDurch die milderen Winter haben wir jetzt drei W\u00fcrfe im Jahr.\u00bb Dazu kommen kranke Tiere ohne Zuhause. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/6811167_1_articledetail_Manuela_Jeschke_hat_das_Katzenparadies_privat_gegruendet..webp.webp\" alt=\"Manuela Jeschke hat das \u00abKatzenparadies\u00bb privat gegr\u00fcndet.\" title=\"Manuela Jeschke hat das \u00abKatzenparadies\u00bb privat gegr\u00fcndet.\" width=\"753\" height=\"502\" class=\"nfy-mobile-first\"\/> Manuela Jeschke hat das \u00bbKatzenparadies\u00ab privat gegr\u00fcndet.Foto: Ulrike von Leszczynski\/dpa<\/p>\n<p>Seit 2017 versucht das kleine Tierheim, mit viel ehrenamtlichen Engagement dem Katzenleid etwas entgegenzusetzen. Tragende Katzen von der Stra\u00dfe lockt das Team zur Geburt ins Haus und l\u00e4sst sie sp\u00e4ter kastrieren, die Jungen werden geimpft vermittelt. Mehr als 25.000 Follower hat das \u00abKatzenparadies\u00bb in sozialen Medien. Sie lesen von geretteten Miezen, aber auch, dass alle drei niedlichen Jungen von Stra\u00dfenkatze Daggi am t\u00f6dlichen Katzenvirus \u00abFIP\u00bb gestorben sind. Tierschutz-Realit\u00e4t ist nichts f\u00fcr schwache Nerven. <\/p>\n<p>Die Haltung einer Katze kostet mehr als 13.000 Euro<\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr die Misere ist f\u00fcr Tiersch\u00fctzer: der Mensch. Es gibt keine bundesweite Pflicht, die eigene Mieze kastrieren und registrieren zu lassen. Jede Stra\u00dfenkatze stamme von Hauskatzen ab, betont der Tierschutzbund. Und jede zehnte Katze in Deutschland sei nicht kastriert. Sie k\u00f6nne schon mit rund acht Monaten vier bis sechs Junge bekommen. \u00dcberlebten alle, habe sie nach f\u00fcnf Jahren 19.000 Nachfahren. <\/p>\n<p>Seit 2013 k\u00f6nnen die Bundesl\u00e4nder Katzenschutzverordnungen erlassen. Die meisten haben diese Zust\u00e4ndigkeit auf ihre Kommunen und Landkreise \u00fcbertragen. Doch erst knapp 1.900 St\u00e4dte und Gemeinden in Deutschland schreiben nach der Statistik des Tierschutzbundes das Kastrieren und Registrieren von Hauskatzen vor. Die Stadt Neustrelitz ist nicht darunter. Das nimmt Tierschutzvereinen wie dem \u00abKatzenparadies\u00bb die M\u00f6glichkeit, Druck auf Halter auszu\u00fcben. <\/p>\n<p>Tierheime kommen zus\u00e4tzlich an ihre Grenzen, weil sich zu viele Menschen in den Corona-Jahren un\u00fcberlegt eine Katze angeschafft haben und sie nun wieder loswerden wollen. Es gebe eben leider nicht nur die Liebe zum Tier, sondern auch Konsumlust, falsche Erwartungen, \u00dcberdruss und \u00dcberforderung, sagt Tier\u00e4rztin Dalia Zohni. Ein Tier sei kein Spielzeug. Und es kostet: F\u00fcr eine Katze, die 16 Jahre alt wird, m\u00fcsse ihr Halter rund 13.300 Euro \u00fcbrig haben &#8211; ohne unvorhersehbare Tierarztkosten. <\/p>\n<p>Die Uneinsichtigen, die \u00dcberforderten und die Armen<\/p>\n<p>In Berlin gibt es seit Juni 2022 eine Chip- und Kastrationspflicht f\u00fcr Katzen. Im Tierheim der Hauptstadt, einem der gr\u00f6\u00dften Europas, ist keine Wirkung zu sp\u00fcren. \u00abEs fehlt immer noch an Aufkl\u00e4rung, warum das Kastrieren so wichtig ist\u00bb, sagt Sprecherin Dymke. 458 Berliner Tierheim-Katzen warten gerade auf ein Zuhause, einige von ihnen wurden in Kartons und M\u00fclleimern gefunden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/6811169_1_articledetail_Rettung_fuer_ausgesetzte_Katzen_die_Fundtier-Annahme_im_Tierheim_Berlin._Arc.webp\" alt=\"Tierheim Berlin\" title=\"Tierheim Berlin\" width=\"753\" height=\"502\" class=\"nfy-mobile-first\"\/> Rettung f\u00fcr ausgesetzte Katzen: die \u00bbFundtier-Annahme\u00ab im Tierheim Berlin. (Archivbild)Foto: Sebastian Christoph Gollnow\/dpa<\/p>\n<p>Was l\u00e4uft schief? F\u00fcr Tiersch\u00fctzerin Jeschke in Mecklenburg gibt es die Uneinsichtigen, \u00abvor allem alte Leute auf den D\u00f6rfern\u00bb. Bei ihnen w\u00fcrde ihr Team die Mieze abholen, sie auf Vereinskosten kastrieren und chippen lassen und wieder zur\u00fcckbringen. \u00abDie sagen trotzdem nein.\u00bb <\/p>\n<p>Dann die \u00dcberforderten &#8211; Eltern oft, die ihren Kindern beim Umgang mit einer Katze keine Grenzen mehr setzten. \u00abSie sagen, die Katze muss das abk\u00f6nnen. Die Katze wird aber aggressiv oder strullt vor Verzweiflung aufs Sofa. Und dann muss die Katze weg.\u00bb Die dritte Kategorie sind f\u00fcr Jeschke die \u00abArmen\u00bb. Menschen, die eine Kastration und andere Tierarztrechnungen nicht bezahlen k\u00f6nnen, manchmal jetzt schon nicht einmal mehr das Futter. <\/p>\n<p>Spendengelder statt \u00f6ffentlicher Zusch\u00fcsse<\/p>\n<p>Doch selbst wenn sich mehr Katzenhalter vom Kastrieren ihrer Mieze \u00fcberzeugen lie\u00dfen, blieben die Stra\u00dfenkatzen &#8211; und die Kosten. Das \u00abKatzenparadies\u00bb in Neustrelitz bekommt keine \u00f6ffentlichen Zusch\u00fcsse und zahlt Kastrationen aus Spendengeldern. Das Tierheim Berlin erh\u00e4lt f\u00fcr seine gesamte Arbeit aktuell rund 3,5 Millionen Euro im Jahr vom Senat &#8211; der Betrieb aber kostet rund zehn Millionen. <\/p>\n<p>Die L\u00fccke, auch f\u00fcr Kastrationen, f\u00fcllen im Moment Spenden, Nachl\u00e4sse und Mitgliedsbeitr\u00e4ge, die der Tierschutzverein f\u00fcr Berlin erh\u00e4lt. \u00abDabei ist die Kastration von Stra\u00dfenkatzen aus unserer Sicht eine kommunale Aufgabe\u00bb, sagt Dymke. <\/p>\n<p>Der Tierschutzbund fordert Aktionen noch auf ganz anderer Ebene. \u00abDazu geh\u00f6rt auch ein Verbot oder zumindest eine Regulierung des Onlinehandels mit Tieren\u00bb, sagt Expertin Dalia Zohni. Sie w\u00fcnscht sich auch mehr Auflagen f\u00fcr Halter. Sie sollten vor der Anschaffung einer Katze zum Beispiel nachweisen m\u00fcssen, dass sie genug Platz, Zeit und Geld f\u00fcr eine Mieze haben &#8211; und vor allem auch Wissen \u00fcber ihre Bed\u00fcrfnisse, ihr Verhalten und die medizinische Versorgung. <\/p>\n<p>In Neustrelitz ruft fast jede Woche jemand bei Manuela Jeschke an und sagt: \u00abSie sind meine letzte Hoffnung!\u00bb Die Gr\u00fcnderin des \u00abKatzenparadieses\u00bb fragt sich dann: \u00abWas passiert mit diesen Katzen, wenn ich jetzt auch noch nein sage?\u00bb Sie kennt die traurige Antwort selbst: \u00abDann werden sie ausgesetzt\u00bb. Oder ihr Leben ist sofort vorbei: \u00abSie kriegen ein Ding vor den Kopf.\u00bb<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/6811168_1_articledetail_Das_Tierheim_Berlin._Aufnahme_mit_einer_Drohne_Archivbild_.webp.webp\" alt=\"Das Tierheim Berlin ist eines der gr\u00f6\u00dften in Europa\" title=\"Das Tierheim Berlin ist eines der gr\u00f6\u00dften in Europa\" width=\"753\" height=\"502\" class=\"nfy-mobile-first\"\/> Das Tierheim Berlin. (Aufnahme mit einer Drohne\/Archivbild)Foto: Sebastian Gollnow\/dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sie leben versteckt und sterben elend: Stra\u00dfenkatzen gibt es nicht nur im Ausland. 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