{"id":325567,"date":"2025-08-07T07:49:10","date_gmt":"2025-08-07T07:49:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/325567\/"},"modified":"2025-08-07T07:49:10","modified_gmt":"2025-08-07T07:49:10","slug":"sommer-auf-dem-hof-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/325567\/","title":{"rendered":"Sommer auf dem Hof \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>Ein Wiedersehen nach drei Jahrzehnten: \u00bbLa Haine &#8211; Hass\u00ab ist ein starkes Regiedeb\u00fct von Matthieu Kassovitz \u00fcber den Brennpunkt der Banlieues vor den Toren von Paris. Der Film l\u00f6ste in Frankreich bei seinem Erscheinen eine hitzige Debatte \u00fcber die Zust\u00e4nde und verbreitete Perspektivlosigkeit in den Trabantenst\u00e4dten aus und ist auch drei\u00dfig Jahre sp\u00e4ter nach wie vor aktuell.<\/p>\n<p>09.08. 20 Uhr, 10.08. 20 Uhr (OmU), Schauburg, 10.08. 19 Uhr (OmU), Regina-Palast,<br \/>10.08. 20 Uhr (OmU), 11.08. 20 Uhr, Kinobar Prager Fr\u00fchling<\/p>\n<p><strong>Film der Woche:<\/strong> Katinka (Karolin Nothacker) ist 17. Sie will den Bauernhof der Familie weiterf\u00fchren und macht eine Lehre zur Landwirtin. Doch von der Landwirtschaft kann kaum mehr einer leben und als Frau muss sie ohnehin einen wohlhabenden Bauern erwischen und heiraten. Ihre Mutter (Johanna Wokalek) w\u00fcrde es lieber sehen, wenn sie eine Ausbildung bei Aldi macht oder im Schlachthof anfinge. Katinkas beste Freundin Carina (Pauline Bullinger) will lieber weg. Ihre Pl\u00e4ne zerbrechen jedoch, als sie von Katinkas Bruder Michi schwanger wird.<\/p>\n<p>Es sind die Frauen, die den Hof zusammen halten. Aber gerade sie sind es, die am wenigsten Einfluss auf ihre ohnehin ungewisse Zukunft haben. Die M\u00e4nner geben keine gute Figur ab in Justine Bauers Regiedeb\u00fct. Der Tod seiner Frau versetzt den Nachbarsbauern mit den h\u00fcbschen T\u00f6chtern in eine tiefe Krise. Michi ist ein Dorftrottel, der St\u00e4rke in rassistischen Spr\u00fcchen sucht. Es geht der Filmemacherin vor allem um eine realistische Darstellung der B\u00e4uerin im Film, die viel zu selten im Kino sichtbar ist. Justine Bauer wei\u00df, wovon sie erz\u00e4hlt, wuchs sie doch selbst auf dem Land auf, einem Hof \u00e4hnlich dem in Hohenlohe, dort, wo man noch Fr\u00e4nkisch spricht, wo die vier Frauen ihr Leben leben. Dieses ist nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig dramatisiert, sondern herrlich leicht wie der Schwung der Schaukel, die in der ersten Einstellung minutenlang \u00fcber dem Fluss schwingt. \u00bbMilch ins Feuer\u00ab erz\u00e4hlt von einem Sommer. Vielleicht ist es der Letzte in dieser Konstellation. Aber es wird schon irgendwie weitergehen. Die Darsteller*innen, viele von ihnen im Dorf gecastet. wirken frei und unverstellt, die Kamera von Pedro Carncier dokumentarisch beobachtend. <\/p>\n<p>\u00bbMilch ins Feuer\u00ab: ab 7.8., Passage-Kinos, am 10.08. 16:00 in Anwesenheit der Regisseurin Justine Bauer, Luru-Kino in der Spinnerei<\/p>\n<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich geht alles ganz schnell: Die Buchh\u00e4ndlerin Sandra wird von ihren Nachbarn C\u00e9cile und Alex darum gebeten, auf den sechsj\u00e4hrigen Elliott aufzupassen \u2013 C\u00e9ciles Sohn aus erster Ehe, wie Sandra und wir erst sp\u00e4ter erfahren. Denn: bei der hochschwangeren C\u00e9cile ist die Fruchtblase geplatzt und sie muss schleunigst ins Krankenhaus. Sandra, die mit Kindern eigentlich nicht viel anzufangen wei\u00df, nimmt sich notgedrungen des aufgeweckten Jungen an. Erst sp\u00e4tabends steht Alex weinend vor ihrer T\u00fcr \u2013 die kleine Lucille hat zwar gesund das Licht der Welt erblickt, durch eine Komplikation ist C\u00e9cile aber w\u00e4hrend der Geburt verstorben. Was folgt, ist ein zwei Jahre umfassendes und sehr behutsames Portr\u00e4t mehrerlei Dinge, zeitlich eingeordnet am fortschreitenden Alter des Babys: Von Sandras Ablegen ihres Schutzpanzers, von Alex\u2019 und Elliotts Trauerarbeit und vom fragilen Zusammenwachsen einer Patchwork-Familie, als die \u00c4rztin Emilia in Alex\u2019 Leben tritt. Carine Tardieu, die zuletztdasMelodram\u00bbIm Herzen jung\u00ab inszenierte, schafft es, jedem der zahlreichen Protagonisten in ihrer Adaption eines Romans von Alice Ferney ausreichend Pr\u00e4senz zu verschaffen. So entsteht auf der Leinwand ein vielschichtiges, nie klischeehaftes Bild aller Charaktere, aus denen Valeria Bruni Tedeschis Quasi-Hauptfigur Sandra, Pio Marma\u00efs Alex und der kleine Elliott, gespielt von C\u00e9sar Botti, besonders herausstechen.PETER HOCH<\/p>\n<p>\u00bbWas uns verbindet\u00ab: ab 7.8., Passage-Kinos, Schauburg<\/p>\n<\/p>\n<p>Weitere Filmtermine der Woche<\/p>\n<p><strong>Verliebt in scharfe Kurven\u00a0<\/strong><br \/>I 1962, R: Dino Risi, D: Vittorio Gassman, Jean-Louis Trintignant, Catherine Spaak, 105 min<\/p>\n<p>Die Kom\u00f6die portr\u00e4tiert Italien auf dem H\u00f6hepunkt des Wirtschaftswunders in der Nachkriegszeit, seinen Wandel zu einer Konsumgesellschaft sowie das Br\u00f6ckeln althergebrachter Vorstellungen von Ehe, Familie und des Patriarchats.<\/p>\n<p>Neues Schauspiel Leipzig, 08.08. 19:30 (Einf\u00fchrung von Uta Felten, Italienische Sommern\u00e4chte, OmU<\/p>\n<p><strong>Blueberry Dreams<br \/><\/strong>GE\/B\/F\/QAT 2024, Dok, R: Elene Mikaberidze, 76 min<\/p>\n<p>Im Norden von Georgien, zw\u00f6lf Kilometer entfernt von der russisch beeinflussten Region Abchasien, verwirklicht eine Familie ihren Traum und beginnt mit dem Anbau von Blaubeeren. Die dynamisch gef\u00fchrte Kamera begleitet das mutige Unterfangen.<\/p>\n<p>Sommerkino vor der Plagwitzer Markthalle, 07.08. 21:30 (DOK Leipzig Sommerkino, OmeU)<\/p>\n<p><strong>Hectors Reise oder Die Suche nach dem Gl\u00fcck<br \/><\/strong>CAN\/D\/GB\/USA\/ZA 2014, R: Peter Chelsom, D: Simon Pegg, Rosamund Pike, Tracy-Ann Oberman<\/p>\n<p>Eines Tages, ausger\u00fcstet mit eimerweise Mut und kindlicher Neugier, beschlie\u00dft der Londoner Psychiater Hector seine Praxis und seinen Alltag hinter sich zu lassen und sich nur noch dieser Frage zu widmen: Gibt es das wahre Gl\u00fcck?<\/p>\n<p>Pauluskirche Gr\u00fcnau, 08.08. 21:00 (Open-Air-Kino)<\/p>\n<p><strong>The Florida Project<br \/><\/strong>USA 2017, R: Sean Baker, D: Brooklynn Prince, Bria Vinaite, Willem Dafoe, 111 min<\/p>\n<p>(\u00dcber)leben in einem sozialen Wohnkomplex am Rande der Traumfabrik. Konsequent aus der Kinderperspektive erz\u00e4hltes Drama mit viel Menschlichkeit und hinrei\u00dfenden Hauptdarstellern.<\/p>\n<p>Sommerkino vor der Plagwitzer Markthalle, 14.08. 21:15 (OmU)<\/p>\n<p><strong>Der wei\u00dfe Hai<br \/><\/strong>USA 1975, R: Steven Spielberg, D: Roy Scheider, Richard Dreyfuss, Robert Shaw, 124 min<\/p>\n<p>Einer der gr\u00f6\u00dften Kassenschlager der 1970er Jahre: die abenteuerliche Geschichte vom Kampf gegen einen Riesenhai im Urlaubsparadies.<\/p>\n<p>Open-Air-Kino in der Spinnerei, 08.08. 21:00 (OmU)<\/p>\n<p><strong>Dirty Dancing<br \/><\/strong>USA 1987,\u00a097 min R: Emile Ardolino, D: Patrick Swayze, Jennifer Grey, Cynthia Rhodes<\/p>\n<p>Eine Tochter aus gutem Hause verliebt sich in einem Ferienhotel in den sechziger Jahren in einen T\u00e4nzer. Rhythmische Romanze, die inzwischen ebenso Kultstatus genie\u00dft wie ihr Soundtrack.<\/p>\n<p>CT-Lichtspiele Taucha, 13.08. 20:00<\/p>\n<p><strong>Drei Farben Trilogie<\/strong><br \/>F\/PL\/CH 1993\/4, R: Krzysztof Kieslowski, D: Juliette Binoche, Julie Delpy, Jean-Louis Trintignant<\/p>\n<p>Krzysztof Kie\u015blowski nutzt in seiner preisgekr\u00f6nten Trilogie die drei Farben der franz\u00f6sischen Nationalflagge (Tricolore) als Titel und die drei Bestandteile des franz\u00f6sischen Wahlspruchs Freiheit, Gleichheit, Br\u00fcderlichkeit als Thema des jeweiligen Films.<\/p>\n<p>Kinobar Prager Fr\u00fchling, 09., 10., 11.08. 18, 12.08. 20:15<\/p>\n<p><strong>La Grande Bellezza<br \/><\/strong>I\/F 2013, R: Paolo Sorrentino, D: Toni Servillo, Carlo Verdone, Sabrina Ferilli, 141 min<\/p>\n<p>In seinem vielfach preisgekr\u00f6nten Film f\u00fchrt der italienische Regisseur Paolo Sorrentino die High-Society von Rom vor.<\/p>\n<p>Passage-Kinos, 13.08. 20:30 (OmU, Sommer in der Passage)<\/p>\n<p><strong>Hass<br \/><\/strong>F 1995, R: Mathieu Kassovitz, D: Vincent Cassel, Said Taghmaoui, Hubert Kounde, 93 min<\/p>\n<p>Eindringliche, schonungslose Studie zum Leben von Jugendlichen und der Gewalt in einer Pariser Trabantenstadt.<\/p>\n<p>Schauburg, 09.08. 20:0010.08. 20:00 (OmU)<br \/>Regina-Palast, 10.08. 19:00 (OmU)<br \/>Kinobar Prager Fr\u00fchling, 10.08. 20:00 (OmU), 11.08. 20:00<\/p>\n<p><strong>Trampen nach Norden<br \/><\/strong>D 1977, R: Wolfgang H\u00fcbner, 77 min<\/p>\n<p>Jugenddrama \u00fcber den 15-j\u00e4hrigen Gunnar, der auf dem Weg von Berlin nach Rostock zuf\u00e4llig Teresa begegnet und mit ihr kreuz und quer durch die DDR trampt.<\/p>\n<p>Passage-Kinos 07.08. 13:45, 08.08. 13:45, 09.08. 13:45<\/p>\n<p><strong>Poems for Stones\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Kurzfilme vom Leipziger Experimentalfilmer Thadeusz Tischbein.<\/p>\n<p>Fortuna \u2013 Kino der Jugend, 12.08. 18:00 (mit Film- und Architekturgespr\u00e4ch mit Regisseuren, Reihe \u00bbArchitektur im Film \u2013 Leipzig\u00ab)<\/p>\n<p><strong>Supermarkt<\/strong><br \/>D 1974, R: Roland Klick, D: Charly Wierzejewski, Eva Mattes, Michael Degen, 84 min<\/p>\n<p>Roland Klicks Kult-Krimi um einen ausgeflippten Teenager und einem in der Krise befindlichen Journalisten, die beide mit dem Versuch, ihre Verh\u00e4ltnisse zu \u00e4ndern, Schiffbruch erleiden.<\/p>\n<p>Cineding, 14.08. 19:30 (Reihe Grenzg\u00e4nger)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Wiedersehen nach drei Jahrzehnten: \u00bbLa Haine &#8211; Hass\u00ab ist ein starkes Regiedeb\u00fct von Matthieu Kassovitz \u00fcber den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":325568,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,1903,92,13859,11548,72371,30,13860,72373,5039,13861,71,859,3699,33065,38653,3866,75766,33066,20183,10842,33067,33068],"class_list":{"0":"post-325567","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-dokumentarfilm","11":"tag-film","12":"tag-filmdreh","13":"tag-filme","14":"tag-gegenkino","15":"tag-germany","16":"tag-kinoprogramm","17":"tag-kinos","18":"tag-kinostarts","19":"tag-kinotipp","20":"tag-leipzig","21":"tag-sachsen","22":"tag-veranstaltung","23":"tag-veranstaltung-leipzig","24":"tag-veranstaltunge","25":"tag-veranstaltungen","26":"tag-veranstaltungsbericht","27":"tag-veranstaltungseroeffnung","28":"tag-veranstaltungshinweis","29":"tag-veranstaltungsort","30":"tag-veranstaltungsreihe","31":"tag-veranstaltungstipp"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114986389617145895","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/325567","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=325567"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/325567\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/325568"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=325567"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=325567"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=325567"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}