{"id":326215,"date":"2025-08-07T13:41:09","date_gmt":"2025-08-07T13:41:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/326215\/"},"modified":"2025-08-07T13:41:09","modified_gmt":"2025-08-07T13:41:09","slug":"nach-zoll-hammer-gegen-indien-vor-trump-muessen-auch-moskaus-handelspartner-in-der-eu-zittern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/326215\/","title":{"rendered":"Nach Zoll-Hammer gegen Indien: Vor Trump m\u00fcssen auch Moskaus Handelspartner in der EU zittern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Handel mit russischem Fl\u00fcssiggas floriert in der EU &#8211; und Produkte aus russischem \u00d6l kaufen die Mitgliedstaaten aus Indien. Trumps Zollhammer k\u00f6nnte deshalb nach den Indern auch die Europ\u00e4er treffen &#8211; als noch immer viertgr\u00f6\u00dfte Abnehmer russischer Energie auf dem Weltmarkt.<\/strong><\/p>\n<p>Donald Trump hat seine Drohung wahr gemacht. Der US-Pr\u00e4sident verh\u00e4ngte gegen Indien Strafz\u00f6lle in H\u00f6he von 25 Prozent, weil das Land russische Energie kauft. Zu Russlands gr\u00f6\u00dfte Abnehmer f\u00fcr \u00d6l, Gas und Kohle z\u00e4hlen neben Indien auch China und die T\u00fcrkei. Sie sind nach Angaben des britischen Forschungsinstituts Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) f\u00fcr 74 Prozent der russischen Einnahmen aus \u00d6l, Gas und Kohle verantwortlich. Der viertgr\u00f6\u00dfte Abnehmer russischer Energie ist die EU. So m\u00fcssen auch EU-L\u00e4nder zittern, in Trumps Visier zu geraten. An Indien k\u00f6nnte Trump nur ein erstes Exempel statuiert haben.<\/p>\n<p>Bis Freitag l\u00e4uft noch Trumps Zoll-Ultimatum. Sollte Pr\u00e4sident Wladimir Putin bis dahin nicht die Attacken auf die Ukraine einstellen, k\u00f6nnten weitere Handelspartner Russlands mit Z\u00f6llen von bis zu 100 Prozent belegt werden. Nach Angaben des Kremls will sich Trump in den kommenden Tagen pers\u00f6nlich mit Putin treffen. Vielleicht wartet Trump das Gespr\u00e4ch mit Putin ab, bevor er neue Z\u00f6lle verh\u00e4ngt, vielleicht aber auch nicht. Der US-Pr\u00e4sident ist f\u00fcr sein erratisches Handeln bekannt.<\/p>\n<p>Dennoch sollten die EU-Mitgliedstaaten Trumps Zollhammer ernst nehmen. Momentan droht er vor allem China, schlie\u00dft aber nicht aus, auch andere Abnehmer russischer Energie zu bestrafen. In Bezug auf die Strafz\u00f6lle sagte Trump: &#8222;Wir haben es mit Indien getan. Wir tun es wahrscheinlich mit ein paar anderen. Einer davon k\u00f6nnte China sein.&#8220; Weitere Details nannte er nicht.<\/p>\n<p>Russisches Gas gelangt noch nach Deutschland<\/p>\n<p>&#8222;Falls Trump Strafz\u00f6lle von 100 Prozent f\u00fcr EU-L\u00e4nder verh\u00e4ngt, weil sie russisches LNG kaufen, w\u00fcrde er damit das gerade erst entstandene Handelsabkommen mit der EU zunichtemachen. Dann h\u00e4tten wir einen ausgewachsenen transatlantischen Handelskrieg&#8220;, sagt Alberto Rizzi, der f\u00fcr den European Council on Foreign Relations (ECFR) zu Geo\u00f6konomie und internationalem Handel forscht, im Gespr\u00e4ch mit ntv.de. Dies h\u00e4tte massive Folgen, nicht nur f\u00fcr die Energie-, sondern auch f\u00fcr die Finanzm\u00e4rkte und generell f\u00fcr den Welthandel. Daran d\u00fcrften weder die EU noch die USA ein Interesse haben, f\u00fcgt Rizzi hinzu. Aber: &#8222;Bei Trump wei\u00df man nie.&#8220;<\/p>\n<p>Trotz aller Sanktionen und Bem\u00fchungen, unabh\u00e4ngiger von russischem \u00d6l und Gas zu werden, hat die EU laut CREA im vergangenen Jahr nur ein Prozent weniger fossile Brennstoffe aus Russland importiert als im Vorjahr. Untersucht wurde der Zeitraum zwischen dem 1. Januar 2023 und dem 19. Februar 2025. Vor allem der Handel mit russischem Fl\u00fcssiggas floriert weiter in der EU.<\/p>\n<p>Nach Angaben der EU-Kommission machten russische Gaslieferungen 2024 noch immer rund 19 Prozent der gesamten EU-Gasimporte aus. 2023 wurden Erdgas und Fl\u00fcssiggas im Wert von 15,6 Milliarden Euro aus Russland in die EU importiert. Zum Vergleich: Aus den USA kam im gleichen Zeitraum Gas im Wert von 19,1 Milliarden Euro. Zu den gr\u00f6\u00dften Abnehmern russischen Fl\u00fcssiggases in der EU z\u00e4hlen Frankreich, Spanien, die Niederlande, Belgien und Italien. L\u00e4nder wie \u00d6sterreich, die Slowakei und Ungarn importieren derweil russisches Gas \u00fcber Pipelines. Auf Umwegen kommen die gewaltigen Mengen russischen Gases, die in Europas Netz eingespeist werden, auch nach Deutschland.<\/p>\n<p> Putins Schattenflotte kann \u00d6l weiter verschiffen<\/p>\n<p>Die EU-Kommission plant nun, russische Gasimporte schrittweise bis 2027 stoppen. F\u00fcr langfristige Liefervertr\u00e4ge soll das Verbot ab dem 1. Januar 2028 greifen. Gasimporte im Rahmen von kurzfristigen Vertr\u00e4gen will die Kommission schon in knapp einem Jahr verbieten, ab dem 17. Juni 2026. Aber wird Trump das schnell genug gehen?<\/p>\n<p>Die Strafz\u00f6lle gegen Indien h\u00e4tten bereits Auswirkungen auf die Europ\u00e4er, sagt Experte Rizzi. Denn viele Mitgliedstaaten kaufen &#8211; trotz des \u00d6l-Embargos der EU &#8211; raffinierte Produkte aus Indien, die urspr\u00fcnglich mit russischem \u00d6l hergestellt wurden. Das k\u00f6nnte sich nach Trumps Zollhammer gegen Indien \u00e4ndern &#8211; es sei denn, die Europ\u00e4er finden neue Schlupfl\u00f6cher: &#8222;Indien und die EU-L\u00e4nder k\u00f6nnen nur noch weiter mit \u00d6lprodukten aus Russland handeln, wenn sie den Ursprung besser verschleiern k\u00f6nnen.&#8220; <\/p>\n<p>Wird Trump durch seine Strafz\u00f6lle also erreichen, dass Indien und China den Handel mit russischem \u00d6l komplett einstellen? Rizzi h\u00e4lt das f\u00fcr unwahrscheinlich, da die Z\u00f6lle zwei unterschiedliche Effekte auf den \u00d6l-Markt haben. Einerseits w\u00fcrden dadurch teilweise Russlands Einnahmen blockiert, weil weniger Energie verkauft wird. Andererseits w\u00fcrde dadurch jede geschmuggelte Menge \u00d6l aus Russland wesentlich rentabler. Denn falls Russland aufgrund immenser Strafz\u00f6lle gegen seine Abnehmer als offizieller \u00d6llieferant wegf\u00e4llt, wird der Preis f\u00fcr \u00d6l auf dem Weltmarkt steigen. &#8222;Illegal durch die Schattenflotte verschifftes \u00d6l aus Russland kann so mit h\u00f6heren Gewinnmargen verkauft werden&#8220;, so Rizzi. <\/p>\n<p>Sanktionen gegen Russlands illegale \u00d6l-Tanker sollten deshalb von den USA und der EU versch\u00e4rft werden, empfiehlt er. Das zeigte bereits in der Vergangenheit eine gewisse Wirkung. Allerdings gleicht das Sanktionsregime gegen Putins Schattenflotte einem Katz-und-Maus-Spiel: Sobald bestimmte Tanker und Unternehmen sanktioniert werden, tauchen neue auf. Komplett wird sich Russlands \u00d6l-Verkauf auf absehbare Zeit nicht stoppen lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Handel mit russischem Fl\u00fcssiggas floriert in der EU &#8211; und Produkte aus russischem \u00d6l kaufen die Mitgliedstaaten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":326216,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[106,548,22226,1213,13,699,14,15,16,9952,307,12,10,8,9,11,64,103,306,104],"class_list":{"0":"post-326215","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-donald-trump","9":"tag-eu","10":"tag-fluessiggas","11":"tag-gas","12":"tag-headlines","13":"tag-indien","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-politik","17":"tag-rohstoff-oel","18":"tag-russland","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-top-news","21":"tag-top-meldungen","22":"tag-topmeldungen","23":"tag-topnews","24":"tag-usa","25":"tag-welt","26":"tag-wladimir-putin","27":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114987773792525503","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/326215","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=326215"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/326215\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/326216"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=326215"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=326215"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=326215"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}