{"id":32624,"date":"2025-04-15T01:20:13","date_gmt":"2025-04-15T01:20:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/32624\/"},"modified":"2025-04-15T01:20:13","modified_gmt":"2025-04-15T01:20:13","slug":"naturschutz-berlin-taxi-fuer-standorttreue-balkonenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/32624\/","title":{"rendered":"Naturschutz \u2013 Berlin: Taxi f\u00fcr standorttreue Balkonenten"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img304305\" src=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/img\/jpeg\/640\/304305\" alt=\"Frisch geschl\u00fcpfte Entenk\u00fcken schaffen es von alleine nicht aus dem Topf, um der Mutter zum Gew\u00e4sser zu folgen\"\/><\/p>\n<p>Frisch geschl\u00fcpfte Entenk\u00fcken schaffen es von alleine nicht aus dem Topf, um der Mutter zum Gew\u00e4sser zu folgen<\/p>\n<p>Foto: Nabu Wildvogelstation<\/p>\n<p>\u00dcber Geschmack l\u00e4sst sich bekanntlich streiten. Wo manche von einem Heim nah am Wasser tr\u00e4umen, mit Schilf und ganz viel Freiraum, wollen andere lieber nah am Geschehen sein, am besten mitten in der Stadt. Vielleicht in einem Balkon, einen Blumentopf oder ein Innenhof? F\u00fcr Stockenten alles attraktive Optionen. Wie ihre menschlichen Nachbar*innen haben auch st\u00e4dtische Stockenten ihre Eigenheiten und halten so die Nabu-Wildvogelstation auf Trab. Wie die Umweltorganisation berichtet, mussten im vergangenen Jahr mehr als 100 Stockentenfamilien aus urbanen Brutorten gerettet werden.<\/p>\n<p>Dabei geht es nicht um die erwachsenen Enten, sondern um K\u00fcken. In der Natur k\u00f6nnen diese nach etwa 24 Stunden selbstst\u00e4ndig der Mutter zum Gew\u00e4sser folgen. Auf D\u00e4chern und Balkonen ist die Situation anders. \u00bbDie Stockenten sitzen in einer biologischen Falle und w\u00fcrden ohne menschliche Hilfe auf dem Balkon verenden oder den Sprung auf den Asphalt nicht \u00fcberleben\u00ab, erkl\u00e4rt Marc Engler, Leiter der Nabu-Wildvogelstation. Hier kommt das Ententaxi des Nabu ins Spiel, das neuen Entenfamilien aus ung\u00fcnstig gew\u00e4hlten Brutorten zu einem sicheren Gew\u00e4sser hilft.<\/p>\n<p>Nicht nur Geb\u00e4ude sind f\u00fcr Enten gef\u00e4hrlich. Denn mache Entenm\u00fctter m\u00f6gen es gerne verkehrsg\u00fcnstig und br\u00fcten nah an stark befahrenen Stra\u00dfen. Um zu ihrem Heimatgew\u00e4sser zu kommen, f\u00fchrt die Mutter ihre Familie, wenn n\u00f6tig, auch \u00fcber Gro\u00dfkreuzungen. Das ist nicht nur f\u00fcr das Wohlergehen der Familie gef\u00e4hrlich, sondern auch f\u00fcr die Verkehrssicherheit. Damit die Mutter nicht bei der n\u00e4chsten Brut das Abenteuer wiederholt, bringt der Nabu die Familie in geeignete Naturschutzgew\u00e4sser in Brandenburg.<\/p>\n<p>Warum w\u00e4hlen Enten so ungeeignete Brutorte aus? Dieser Frage ist der Nabu wissenschaftlich nachgegangen und hat Erfahrungen aus 16 Jahren in einer Studie ausgewertet. \u00bbWir hatten erwartet, dass Brutpl\u00e4tze in der N\u00e4he von Gew\u00e4ssern und mit wenig menschlichen St\u00f6rungen f\u00fcr Stockenten attraktiver sind\u00ab, erkl\u00e4rt Engler. Es scheint aber, dass weniger die Umwelt als explizite, standortspezifische Faktoren entscheidend sind. Auch der individuelle Charakter von Enten macht einen Unterschied. Engler berichtet \u00bbnd\u00ab von standorttreuen \u00bbProblementen\u00ab, die immer wieder ung\u00fcnstige Brutst\u00e4tten aufsuchen. Eine Ente hatte \u00fcber neun Jahre 13 mal das Ententaxi f\u00fcr ihre Familie genutzt, und w\u00e4hlte nur einmal einen anderen Ort als ihren pr\u00e4ferierten Innenhof.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>\u00bbDie Stockenten sitzen in einer biologischen Falle und w\u00fcrden ohne menschliche Hilfe auf dem Balkon verenden oder den Sprung auf den Asphalt nicht \u00fcberleben\u00ab<\/p>\n<p>Marc Engler\u2003Leiter der Nabu-Wildvogelstation<\/p><\/blockquote>\n<p>Warum Berliner Stockenten \u00fcberhaupt auf Balkonen br\u00fcten, bleibe aber weiter unklar. Eine Theorie ist der m\u00f6gliche Mangel an sicheren Brutorten in der Natur. Laut Engler ist die Qualit\u00e4t vieler Berliner Kleingew\u00e4sser nicht ausreichend. So fehle zum Beispiel Schilfvegetation, daf\u00fcr gebe es umso mehr laute Musik und frei laufende Hunde. Eine andere Theorie ist, dass ein Balkon Windschutz bietet, Ruhe und vielleicht sogar Essen von netten Menschen, und dadurch f\u00fcr Enten attraktiv wird.<\/p>\n<p>Allein zwischen 2005 und 2020 transportierte der Nabu 1634 Entenfamilien in ihre Heimatgew\u00e4sser. Balkonenten gibt es aber viel mehr. Denn wie Engler \u00bbnd\u00ab berichtet, rufen mehr Berliner*innen bei der Wildvogelstation an, als man tats\u00e4chlich helfen kann. Daher bietet der Nabu Hilfe zur Selbsthilfe, um geeignete Gew\u00e4sser f\u00fcr die Familie zu finden. Immerhin scheint die Fahrt im Ententaxi die Entenfamilien nicht zu st\u00f6ren. \u00bbWeder das Weibchen noch ihre Entenk\u00fcken scheinen durch diese Interventionen besonders gestresst zu sein\u00ab, bemerkt die Studie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frisch geschl\u00fcpfte Entenk\u00fcken schaffen es von alleine nicht aus dem Topf, um der Mutter zum Gew\u00e4sser zu folgen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":32625,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,17695,953,12031],"class_list":{"0":"post-32624","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-nabu","12":"tag-naturschutz","13":"tag-umweltschutz"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114339356601091587","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32624","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32624"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32624\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32625"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32624"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32624"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32624"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}