{"id":326481,"date":"2025-08-07T16:00:15","date_gmt":"2025-08-07T16:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/326481\/"},"modified":"2025-08-07T16:00:15","modified_gmt":"2025-08-07T16:00:15","slug":"muenchen-hat-die-schillerstrasse-ein-problem-mit-gewalt-und-drogen-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/326481\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen; Hat die Schillerstra\u00dfe ein Problem mit Gewalt und Drogen? &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">In der Schillerstra\u00dfe ist ein dicker Fisch ins Netz gegangen \u2013 und das weckt nat\u00fcrlich das Interesse der Passanten. Fast ein Dutzend von ihnen hat sich rund um einen Autoanh\u00e4nger gruppiert, der an diesem Vormittag vor einem der vielen internationalen Superm\u00e4rkte parkt. Auf der Ladefl\u00e4che steht ein Mann mit wei\u00dfer Sch\u00fcrze um den Leib, in beiden H\u00e4nden einen Kescher, in dem er nun mit reichlich Gespritze eine Handvoll lebender Karpfen von beachtlicher Gr\u00f6\u00dfe aus einem Becken in eine wei\u00dfe Plastikwanne lupft \u2013 mutma\u00dflich, um sie sp\u00e4ter in dem Gesch\u00e4ft feilzubieten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Wobei sich in der Schillerstra\u00dfe noch ganz andere Fische herumtreiben, dicke wie kleine. Davon ist zumindest die M\u00fcnchner CSU \u00fcberzeugt, die k\u00fcrzlich eine \u201eerheblich verschlechterte\u201c Sicherheitslage beklagt hat in der 700 Meter langen Verbindung zwischen Hauptbahnhof und den Kliniken an der Nu\u00dfbaumstra\u00dfe. Demnach finde dort \u201eregelm\u00e4\u00dfig offener Drogenhandel statt\u201c. Und weiter: \u201eKriminelle Banden verbreiten ein Klima der Angst, Aggressivit\u00e4t herrscht, bedrohliche Situationen durch Gewalt und st\u00e4ndige Auseinandersetzungen bestehen, es erfolgt eine zunehmende Verm\u00fcllung.\u201c In der Folge f\u00fchlten sich Anwohner, Besch\u00e4ftigte und Touristen unsicher, so die CSU. \u00dcberdies w\u00fcrden die L\u00e4den und Hotels in der Schillerstra\u00dfe unter alledem leiden. \u201eDas gef\u00e4hrdet die Existenzgrundlage der Betriebe.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Es sind dies markige Worte, die teils wohl auch dem anlaufenden Kommunalwahlkampf geschuldet sind. Jedenfalls garniert die Partei ihren Warnruf mit einigen S\u00e4tzen ihres Oberb\u00fcrgermeister-Kandidaten Clemens Baumg\u00e4rtner, der mahnt: \u201eWegsehen ist keine Option.\u201c Die Schillerstra\u00dfe m\u00fcsse wieder ein Ort werden, \u201ean dem sich Familien, Gesch\u00e4ftsleute und Touristen gerne aufhalten\u201c, fordert Baumg\u00e4rtner. Hierzu brauche es neben einer verst\u00e4rkten Polizeipr\u00e4senz auch eine Video\u00fcberwachung sowie mehr Patrouillen des Kommunalen Au\u00dfendiensts (KAD).<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Wie aufs Stichwort sieht man an diesem Vormittag \u2013 nur einen Steinwurf vom Karpfen-Abladen entfernt \u2013 zwei Beamte des KAD durch die Schillerstra\u00dfe spazieren. Sonst ist zumindest zu dieser Tageszeit von einem Klima der Angst aber ebenso wenig zu sp\u00fcren oder sehen wie von Dealern und Gewalt. Es herrscht reges Treiben: Autos kommen nur im Schritttempo voran, Touristen ziehen Rollkoffer zum Hauptbahnhof, allenthalben stehen M\u00e4nner in Gruppen zusammen oder sitzen vereinzelt in Hauseing\u00e4ngen. Gef\u00fchlt alle paar Schritte tauchen die blickdichten Fenster eines Wettb\u00fcros auf; dazu gibt\u2019s reichlich Juweliere, Handyshops und Friseure sowie das eine oder andere Rotlicht-Etablissement \u2013 aber auch charmante Caf\u00e9s, hippe B\u00fcros und Hotels aller Preisklassen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Eines davon, das \u201eSchiller 5\u201c, leitet Ulrike Kless-B\u00f6ker, und sie kann die Klagen der M\u00fcnchner CSU \u00fcberhaupt nicht nachvollziehen. \u201eAngst braucht man hier keine haben\u201c, betont die Hoteldirektorin. Zwar seien der Dreck und die zahllosen Baustellen ein leidiges Thema im Bahnhofsviertel. Aber gerade im vergangenen Jahr sei vieles besser geworden, findet Ulrike Kless-B\u00f6ker. Dies sei nicht zuletzt der st\u00e4dtischen Taskforce Bahnhofsviertel zu verdanken. \u201eDiesen Weg m\u00fcssen wir jetzt weitergehen\u201c, fordert sie.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Anders bewertet das Reinhard Sigel, der einen Spielzeugladen in der nahen Landwehrstra\u00dfe betreibt und Vorsitzender des Vereins S\u00fcdliches Bahnhofsviertel ist. Er betont: \u201eDie Situation rund um die Schillerstra\u00dfe ist dramatisch.\u201c Daher habe sein Verein k\u00fcrzlich einen Brandbrief ans Rathaus geschickt, worauf es vor wenigen Tagen einen Ortstermin mit Polizei und Kreisverwaltungsreferat gegeben habe. Um 21 Uhr sei man das Gebiet weitr\u00e4umig abgegangen und habe all das angetroffen, wor\u00fcber \u201ejeder hier\u201c klage, so Sigel \u2013 also Drogen, Verwahrlosung und Angstr\u00e4ume.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">\u201eGesch\u00e4ftsinhaber berichten uns, dass ihre Kunden sich nicht sicher f\u00fchlen\u201c, sagt der Vereinschef. Dies spiegle sich auch in den Bewertungen vieler Hotels wider, worunter die Betriebe leiden. Ein Grund f\u00fcr die Verschlechterung der Sicherheitslage in j\u00fcngster Zeit sei die Situation im Alten Botanischen Garten, glaubt Sigel. Dort haben Stadt und Polizei etliche Ma\u00dfnahmen ergriffen, um den einstigen Brennpunkt zu entsch\u00e4rfen. Dies sei auch gelungen, sagt Sigel. \u201eAber es hat zu Verdr\u00e4ngungseffekten ins s\u00fcdliche Bahnhofsviertel gef\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Seitens der Polizei will man dies nicht best\u00e4tigen. \u201eAufgrund vorliegender Schwankungen des Anzeigenaufkommens l\u00e4sst sich derzeit kein klarer Trend im s\u00fcdlichen Bahnhofsviertel erkennen\u201c, teilt eine Sprecherin mit. Rund um die Schillerstra\u00dfe h\u00e4tten die Deliktzahlen jedoch zugenommen. Der Schwerpunkt liege dabei auf K\u00f6rperverletzung und Drogen, so die Polizeisprecherin. \u201eSie treten \u00fcberwiegend szeneintern auf, haben aufgrund ihrer Wahrnehmbarkeit jedoch auch negative Auswirkungen auf die subjektive Sicherheit in diesem Bereich.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Um hier gegenzusteuern, lege die Polizei ihr Augenmerk verst\u00e4rkt aufs s\u00fcdliche Bahnhofsviertel. Dort werde h\u00e4ufiger kontrolliert, vor allem mit Blick auf die Rauschgiftszene. Zudem pr\u00fcfe die Polizei eine Video\u00fcberwachung in dem Bereich, sagt die Sprecherin. Diese Ma\u00dfnahme hat sich im Alten Botanischen Garten als wirkungsvoll erwiesen; zuletzt wurde auch am Stachus ein neuer mobiler Videoturm aufgestellt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">An der Schillerstra\u00dfe sei die Situation jedoch eine andere, gibt Reinhard Sigel zu bedenken. \u201eDas ist deutlich komplexer als im Alten Botanischen Garten.\u201c Erschwerend hinzu k\u00e4men die zahllosen Baustellen im Viertel \u2013 zwei gro\u00dfe finden sich auch am Anfang und Ende der Schillerstra\u00dfe. \u201eDa gibt es viele M\u00f6glichkeiten, Sachen zu verstecken\u201c, sagt der Vereinsvorsitzende. Um die Sicherheitslage zu verbessern, pl\u00e4diert er f\u00fcr mehr Pr\u00e4senz durch Polizei und KAD, eine bessere Beleuchtung, h\u00e4ufigere Reinigung sowie eine Video\u00fcberwachung rund um die Schillerstra\u00dfe. Helfen k\u00f6nne auch mehr \u201esoziale Kontrolle\u201c, sagt Sigel, wof\u00fcr es jedoch eine \u201eandere Durchmischung im Viertel\u201c brauche.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Letzteres ist ein Ziel, das allenfalls mittelfristig erreicht werden kann; auf die Schnelle soll vor allem der verst\u00e4rkte Einsatz der Polizei die Lage verbessern. Deren Sprecherin betont, dass man \u201eeine Verschlechterung der Sicherheitslage nicht akzeptieren\u201c und \u201ekonsequent gegen Straftaten jeder Art vorgehen\u201c werde. Hei\u00dft also, dass auch der Polizei rund um die Schillerstra\u00dfe die Fische ins Netz gehen sollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der Schillerstra\u00dfe ist ein dicker Fisch ins Netz gegangen \u2013 und das weckt nat\u00fcrlich das Interesse der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":326482,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,1925,30,13606,1584,2636,1268,3661,3093,18328,149,2635],"class_list":{"0":"post-326481","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-drogenkriminalitaet","11":"tag-germany","12":"tag-hauptbahnhof-muenchen","13":"tag-kriminalitaet","14":"tag-ludwigsvorstadt","15":"tag-muenchen","16":"tag-politik-muenchen","17":"tag-polizei-und-feuerwehr-in-muenchen","18":"tag-sucht-und-drogen","19":"tag-sueddeutsche-zeitung","20":"tag-wirtschaft-in-muenchen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114988320617880355","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/326481","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=326481"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/326481\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/326482"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=326481"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=326481"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=326481"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}