{"id":327013,"date":"2025-08-07T20:46:10","date_gmt":"2025-08-07T20:46:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/327013\/"},"modified":"2025-08-07T20:46:10","modified_gmt":"2025-08-07T20:46:10","slug":"strafzoelle-von-donald-trump-indien-und-brasilien-suchen-verbuendete-fuer-reaktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/327013\/","title":{"rendered":"Strafz\u00f6lle von Donald Trump: Indien und Brasilien suchen Verb\u00fcndete f\u00fcr Reaktion"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Wer ist schuld daran, dass Russland trotz seines kostspieligen Kriegs gegen die \u00adUkraine immer noch nicht bankrott ist? Indien mit seinen K\u00e4ufen riesiger Mengen russischen \u00d6ls, findet <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Donald Trump\" data-rtr-id=\"4c2d461052e4493568027a1f701a31d1ee4b8779\" data-rtr-score=\"1484.2433577204467\" data-rtr-etype=\"person\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\" title=\"Donald Trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> und wettert, der Subkontinent k\u00f6nne seine \u201etote Volkswirtschaft\u201c zu Grabe tragen. Nachdem der US-Pr\u00e4sident bereits in der vergangenen Woche seine indischen \u201eFreunde\u201c mit einem Zoll von 25 Prozent auf indische Exporte in die USA schockiert hatte, verdoppelte er den Satz am Mittwoch auf 50 Prozent \u2013 zur Strafe daf\u00fcr, dass Indien im Schnitt jeden Tag zwei Millionen Barrel (Fass zu 159 Liter) \u00d6l aus Russland importiert.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Dabei sei es doch niemand anderes gewesen als die USA, die Indien regelrecht gedr\u00e4ngt h\u00e4tten, nach dem \u00dcberfall der Russen auf die Ukraine im Februar 2022 das frei gewordene russische \u00d6l zu kaufen, von dem zuvor 2,6 Millionen Barrel pro Tag nach Europa gegangen waren. So sieht es Indien.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Gef\u00fcttert von der Regierung in Neu Delhi, graben die Zeitungen des Landes seit Donnerstag eifrig alte Zitate aus. Vom ehemaligen amerikanischen Botschafter in Neu Delhi Eric Garcetti zum Beispiel, der im Mai 2024 auf einer Veranstaltung gesagt haben soll, die Inder h\u00e4tten das russische \u00d6l vor allem deshalb gekauft, \u201eweil wir (die US-Regierung) nicht wollten, dass der \u00d6lpreis steigt\u201c.<\/p>\n<p>Hat Trump kein gutes Blatt auf der Hand?<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Doch weil es Trump kaum interessieren d\u00fcrfte, was f\u00fcr Signale die Regierung seines Amtsvorg\u00e4ngers Joe Biden einst Indien gegeben hat, stellt sich in der 1,4 Milliarden Menschen z\u00e4hlenden Nation nun die Frage, ob die aufstrebende Volkswirtschaft f\u00fcr ihr weiteres Wachstum \u00fcberhaupt auf das g\u00fcnstige \u00d6l aus <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Russland\" data-rtr-id=\"1600ce7bdca92f9d620063165b2874ddee746c27\" data-rtr-score=\"41.09116288024644\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/russland\" title=\"Russland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> verzichten kann. Aus der Branche hei\u00dft es, die indischen Raffinerien h\u00e4tten ihre Bestellungen aus Russland schon um bis zur H\u00e4lfte reduziert.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Dass er neben China auch Indien wegen seiner K\u00e4ufe in Russland bestrafen k\u00f6nnte, hat Trump bereits vor Wochen gesagt. Damals hatten indische Analysten beruhigt, dann kaufe das Land eben wieder bei den Golfstaaten und in Afrika den Rohstoff ein, so wie vor dem Ukrainekrieg, als Lieferungen aus Russland gerade mal zwei Prozent der indischen \u00d6limporte ausmachten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Doch das w\u00e4re teuer. Das Wachstum der indischen Wirtschaft, das in diesem und im laufenden Jahr nach Sch\u00e4tzung des Internationalen W\u00e4hrungsfonds jeweils 6,4 Prozent betragen d\u00fcrfte und damit so hoch ausf\u00e4llt wie in keiner anderen gro\u00dfen Volkswirtschaft auf der Welt, ist auf g\u00fcnstige Energie angewiesen. Vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass die indischen Aktienkurse seit den Hiobsbotschaften aus Washington in der vergangenen Woche bis zum Donnerstag um gerade einmal 1,8 Prozent gesunken sind, wenn man den Leitindex Nifty 50 zugrunde legt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Antwort, hei\u00dft es von H\u00e4ndlern, liege in Neu Delhis Kalk\u00fcl, dass Trump kein gutes Blatt auf der Hand habe: Sollte Indien kein \u00d6l mehr aus Russland kaufen, werde kaum China in die Bresche springen und die zwei Millionen Barrel pro Tag zur G\u00e4nze \u00fcbernehmen \u2013 schlie\u00dflich wolle die Volksrepublik nicht noch abh\u00e4ngiger von einem einzigen Lieferanten werden, den Peking zwar verbal umgarnt, aber in Wahrheit seit jeher f\u00fcr unzuverl\u00e4ssig h\u00e4lt. In dem Fall w\u00fcrde jedoch der weltweite \u00d6lpreis steigen, von derzeit 65 Dollar pro Barrel um m\u00f6glicherweise ein Viertel. Dass in der Folge auch an den amerikanischen Tankstellen die Benzinpreise stiegen, wettet Indien, k\u00f6nne sich Trump gar nicht leisten.<\/p>\n<p>Russland ist heute der gr\u00f6\u00dfte Lieferant von D\u00fcngemitteln<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Strafz\u00f6lle\" data-rtr-id=\"9d166fd6a1c98b76e15ee1a0dc6748ede6afa6fa\" data-rtr-score=\"30.65989603388525\" data-rtr-etype=\"keyword\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/strafzoelle\" title=\"Strafz\u00f6lle\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Strafz\u00f6lle<\/a> gegen Indien haben Brasilien hellh\u00f6rig gemacht. Dort bef\u00fcrchtet die Agrarindustrie, dass ihr Land noch weitere Vergeltungsma\u00dfnahmen zu sp\u00fcren bekommen k\u00f6nnte, da Brasilien D\u00fcngemittel aus Russland importiert. Laut der Zeitung \u201eFolha de S. Paulo\u201c warnten Vertreter der Landwirtschaft das Au\u00dfenministerium vor m\u00f6glichen weiteren Sanktionen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Russland ist heute der gr\u00f6\u00dfte Lieferant von D\u00fcngemitteln nach Brasilien. Auch russischer Diesel flie\u00dft in beachtlichen Mengen nach Brasilien, dessen Regierung f\u00fcr seine pragmatische, wenn nicht sogar freundschaftliche Beziehung zu Moskau bekannt ist.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Noch mehr US-Strafz\u00f6lle auf brasilianische Einfuhren sind eher unwahrscheinlich. Denn schon jetzt kann Brasilia sich nur allzu gut in die Situation <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Indien\" data-rtr-id=\"6c77d100755e032bd5b5fe46e93a6528e4603a9c\" data-rtr-score=\"163.13323065075085\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/indien\" title=\"Indien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Indiens<\/a> einf\u00fchlen. Die gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft Lateinamerikas ist n\u00e4mlich ebenfalls Strafz\u00f6llen von 50 Prozent auf ihre Ausfuhren in die USA ausgesetzt, die am Mittwoch in Kraft getreten sind. Allerdings ist der Hintergrund etwas komplexer. Im Falle Brasiliens war nicht der Handel mit Russland ausschlaggebend, sondern eine \u201eHexenjagd\u201c. Als solche bezeichnet Trump den Strafprozess gegen seinen Freund, den fr\u00fcheren Pr\u00e4sidenten Jair Bolsonaro, der wegen versuchten Staatsstreiches vor Gericht und seit dieser Woche wegen Verst\u00f6\u00dfen gegen gerichtliche Auflagen unter Hausarrest steht.<\/p>\n<p>Und die EU?<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Von Vergeltungsma\u00dfnahmen sieht derzeit auch Brasilien ab, nicht zuletzt, weil die Erhebung von Z\u00f6llen auf <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Brasilien\" data-rtr-id=\"a659f24380b463093c9143fffe41dbaa6c2b2121\" data-rtr-score=\"58.2104351174432\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/reise\/thema\/brasilien\" title=\"Brasilien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Brasiliens<\/a> US-Einfuhren nachteilige Auswirkungen auf die eigene Wirtschaft und die Inflation im Land h\u00e4tte. Stattdessen sucht Pr\u00e4sident Luiz In\u00e1cio Lula da Silva das Gespr\u00e4ch mit seinen Partnern der BRICS-Gruppe, deren Vorsitz Brasilien bis Ende des Jahres innehat, um eine einheitliche Position unter den Schwellenl\u00e4ndern gegen\u00fcber Aktionen der Trump-Regierung einzunehmen. Noch am Donnerstag wollte Lula mit seinem indischen Kollegen Modi sprechen. Auch beabsichtigt Brasilia, die Handelsbeziehungen mit Indien zu vertiefen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Welche Reaktion eine Koordination der BRICS-Mitglieder bei Trump ausl\u00f6sen k\u00f6nnte, ist indes ungewiss. Trump hatte das Schwellenl\u00e4nder-B\u00fcndnis, dem seit dem vergangenen Jahr auch L\u00e4nder wie Saudi-Arabien, \u00c4gypten und Iran angeh\u00f6ren, nach dem Gipfeltreffen in Rio de Janeiro vor einem Monat als \u201eantiamerikanisch\u201c eingestuft und den Mitgliedern pauschal mit zehn Prozent Strafzoll gedroht.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Lula interpretiert Trumps Kritik an der BRICS-Gruppe als eine grunds\u00e4tzliche Abneigung gegen den Multilateralismus. Trump wolle den Multilateralismus beenden, in dem Vereinbarungen kollektiv getroffen werden, sagte er am Mittwoch in einem Interview mit der Agentur Reuters. Trump wolle den Unilateralismus, damit er allein mit den einzelnen L\u00e4ndern verhandeln k\u00f6nne. \u201eWelche Verhandlungsmacht hat ein kleines Land gegen\u00fcber den Vereinigten Staaten? Keine.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Um den gepredigten Multilateralismus vorzuleben, sucht Brasilien gleichzeitig das Gespr\u00e4ch mit der EU. Brasilia will das Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur-Block vorantreiben. Der Deal werde noch vor Jahresende abgeschlossen, sagte Lula.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wer ist schuld daran, dass Russland trotz seines kostspieligen Kriegs gegen die \u00adUkraine immer noch nicht bankrott ist?&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":327014,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,14,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-327013","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-russia","14":"tag-russian-federation","15":"tag-russische-foederation","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114989445001184147","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/327013","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=327013"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/327013\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/327014"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=327013"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=327013"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=327013"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}