{"id":327071,"date":"2025-08-07T21:17:13","date_gmt":"2025-08-07T21:17:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/327071\/"},"modified":"2025-08-07T21:17:13","modified_gmt":"2025-08-07T21:17:13","slug":"nach-unglueck-in-korntal-muenchingen-vater-starb-nun-emotionale-spendenuebergabe-an-sohn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/327071\/","title":{"rendered":"Nach Ungl\u00fcck in Korntal-M\u00fcnchingen: Vater starb, nun emotionale Spenden\u00fcbergabe an Sohn"},"content":{"rendered":"<p>Wie soll man das Unsagbare in Worte fassen? Wie k\u00f6nnen Trauer \u00fcber den <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Tod\" title=\"Tod\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tod<\/a> eines Menschen und Freude \u00fcber unerwartet gro\u00dfe Anteilnahme nebeneinander stehen? Der Korntal-M\u00fcnchinger B\u00fcrgermeister Alexander Noak rang am Mittwochabend sichtlich um die richtigen Worte, als er Angelo Di Pasqua einen Scheck \u00fcber genau 50\u2009262 Euro \u00fcberreichte. <\/p>\n<p>Dessen Vater, Francesco Di Pasqua, war bei einem Feuerwehreinsatz wegen Unwetters im Jahr 2009 in M\u00fcnchingen ums Leben gekommen. Mit Kameraden hatte er in M\u00fcnchingen den mit Wasser vollgelaufenen Keller eines Wohnhauses leerpumpen wollen, als er einen t\u00f6dlichen Stromschlag erlitt. Der 33-J\u00e4hrige Francesco Di Pasqua hinterlie\u00df seine hochschwangere Frau und seinen vierj\u00e4hrigen Sohn Angelo. Der Grund f\u00fcr den Stromschlag: Der Hausbesitzer hatte Leitungen fehlerhaft verlegt. Er wurde sp\u00e4ter zu einer Bew\u00e4hrungsstrafe verurteilt. <\/p>\n<p>Zwischen Tragik und Anteilnahme <\/p>\n<p>Schwierig einzuordnen sei dieser Moment, sagte der B\u00fcrgermeister Alexander Noak nun \u00fcber das jetzige Zusammenkommen von Angelo Di Pasqua und dessen Angeh\u00f6rigen sowie Kameraden der Feuerwehr <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Korntal-M%C3%BCnchingen\" title=\"Korntal-M\u00fcnchingen\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Korntal-M\u00fcnchingen<\/a> am M\u00fcnchinger Feuerwehrhaus. \u201eDer Anlass ist ein ganz tragischer Unfall. Gleichzeitig ist erfreulich, dass die Anteilnahme der Bev\u00f6lkerung und der Kameraden sehr, sehr gro\u00df war und ist.\u201c <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/media.media.c73d0858-3be9-4a40-b2b9-f396e32fac74.original1024.media.jpeg\"\/>     Gro\u00dfe Anteilnahme 2009 bei der Trauerfeier auf dem Friedhof in M\u00fcnchingen    Foto: factum\/Weise    <\/p>\n<p>Zur Unterst\u00fctzung der jungen Familie \u2013 Angelo Di Pasquas Bruder wurde etwa einen Monat nach dem Tod des Vaters geboren \u2013 wurde damals ein Spendenkonto eingerichtet. Das blieb bis Ende 2010 bestehen. Zu diesem Zeitpunkt waren mehr als 400 Spenden eingegangen, insgesamt 102 344 Euro. Mehr als 12 000 Euro seien damals direkt an die Witwe ausbezahlt worden, berichtete Noak. Der Hauptanteil, zweimal 45 000 Euro, wurde in Bundesschatzbriefen angelegt. Das Geld, dann mit den erzielten Zinsen, solle mit Erreichen des 20. Lebensjahres an die S\u00f6hne ausbezahlt werden. So habe es die Mutter verf\u00fcgt, erz\u00e4hlten in M\u00fcnchingen lebende Familienangeh\u00f6rige, die in Begleitung Angelo Di Pasquas zur Scheck\u00fcbergabe gekommen waren. Am Tag zuvor war er 20 Jahre alt geworden.<\/p>\n<p>Im Juli 2009 war ein massiver Gewitterregen \u00fcber Korntal-M\u00fcnchingen niedergegangen. H\u00e4user, Tiefgaragen, Autos wurden geflutet. Die H\u00f6he der Sachsch\u00e4den beliefen sich auf rund 30 Millionen Euro. Es war landesweit das erste Mal, dass sich eine Gewitterzelle lokal \u00fcber einem Ort entladen hatte \u2013 die Nachbarkommunen waren weitgehend davon verschont geblieben. Die Korntal-M\u00fcnchinger Feuerwehr selbst hatte mehrere hundert Eins\u00e4tze binnen weniger Tage. <\/p>\n<p>Notfallseelsorger im Einsatz  <\/p>\n<p>Einer von ihnen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.leiter-der-notfallseelsorge-im-landkreis-ludwigsburg-im-notfall-versorgt-er-die-verletzte-seele.9ebbd152-7de5-46c0-9bc1-670c6c8d4a6d.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">war damals Thomas Schmidt<\/a>. Das Erlebte gab bei ihm letztlich den Ausschlag, sich zum Notfallseelsorger ausbilden zu lassen. Heute leitet er die Notfallseelsorge im Landkreis Ludwigsburg. Am Ungl\u00fcckstag 2009 sind diejenigen, die unmittelbar mit Franceso Di Pasqua am Einsatzort waren, zun\u00e4chst ebenfalls von Notfallseelsorgern betreut worden. Doch die Kameraden blieben im Einsatz. \u201eAm n\u00e4chsten Tag ging es weiter\u201c, sagt Schmidt. Bis zur Trauerfeier h\u00e4tten sie einfach \u201enur funktioniert\u201c. <\/p>\n<p> Die Trauerfeier rund eine Woche sp\u00e4ter blieb nicht nur ihm im Ged\u00e4chtnis. Abordnungen der verschiedenen Organisationen \u2013 von der Feuerwehr \u00fcber Technisches Hilfswerk THW bis zum Roten Kreuz \u2013 waren gekommen, um Francesco Di Pasqua die Ehre zu erweisen. Die Anwesenheit des Ludwigsburger Landrats, des Pr\u00e4sidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes und des stellvertretenden Landesbranddirektors machte schon zu diesem Zeitpunkt deutlich, dass das Geschehen weiter wirken k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>So kam es dann auch: Zur Ausstattung der Fahrzeuge geh\u00f6rt seitdem ein Fehlerstrom-Schutzschalter, der dann eingesetzt wird, wenn die Feuerwehr einmal nicht auf die eigene Stromquelle zur\u00fcckgreifen kann. Auch die Politik reagierte \u2013 nachdem im Folgejahr abermals ein Starkregen \u00fcber dem Gebiet niederging. Die Glemsanrainer, unter ihnen Korntal-M\u00fcnchingen, entwickelten Starkregengefahrenkarten. Die damals landesweit einzigartigen Karten simulieren, wie sich Regenwasser seinen Weg im Gel\u00e4nde bahnt. In der Folge wurden unter anderem Kan\u00e4le vergr\u00f6\u00dfert und die Landschaft neu modulliert, um tieferliegende Geb\u00e4ude zu sch\u00fctzen. <\/p>\n<p>Die Witwe ist bald nach dem Tod ihres Mannes in ihre italiensiche Heimat nahe Turin zur\u00fcckgegangen. Dort wurde Francesco Di Pasqua beigesetzt, die Kinder wuchsen bei den Gro\u00dfeltern auf. Der Kontakt der M\u00fcnchinger Wehr zur Familie blieb bestehen, Freundschaften entstanden. Der Kommandant Fabian Kunberger hob daher nun das Gemeinschaftsgef\u00fchl ebenso hervor wie das Mitgef\u00fchl \u00fcber die Landesgrenzen hinaus: \u201eIch m\u00f6chte betonen, wie sehr mich ber\u00fchrt hat, wie gro\u00df die Spendenbereitschaft im Nachgang war.\u201c <\/p>\n<p> Ein Wunsch ist geblieben <\/p>\n<p>Angelo Di Pasqua, der inzwischen 20-J\u00e4hrige, ist Techniker, er arbeitet in einem Pr\u00fcflabor \u2013 und wollte selbst zun\u00e4chst auch Feuerwehrmann werden. Doch seine Mutter habe es ihm nicht erlaubt, erz\u00e4hlt er. Der Wunsch blieb, auch nach dem pl\u00f6tzlichen Tod der Mutter vor drei Jahren. Ein neuerlicher Anlauf, die Ausbildung zu machen, scheiterte: Er hat keinen Platz mehr in einem Ausbildungskurs bekommen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie soll man das Unsagbare in Worte fassen? 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