{"id":327610,"date":"2025-08-08T02:18:15","date_gmt":"2025-08-08T02:18:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/327610\/"},"modified":"2025-08-08T02:18:15","modified_gmt":"2025-08-08T02:18:15","slug":"experten-besorgt-ueber-kuerzungen-bei-mrna-forschung-dw-07-08-2025-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/327610\/","title":{"rendered":"Experten besorgt \u00fcber K\u00fcrzungen bei mRNA-Forschung \u2013 DW \u2013 07.08.2025"},"content":{"rendered":"<p>Der erste Wink des frisch ins Amt eingef\u00fchrten US-Pr\u00e4sidenten lie\u00df nicht lange auf sich warten. Bereits im M\u00e4rz hatte die Regierung unter <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/donald-trump\/t-18901598\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> die Gelder f\u00fcr mehr als 30 Forschungsprojekte gestrichen, die sich mit Gr\u00fcnden f\u00fcr und Ma\u00dfnahmen gegen Impfskepsis befassen. Damit war den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen ziemlich klar, dass es im n\u00e4chsten Schritt <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/trumps-budgetk\u00fcrzungen-angst-um-mrna-forschung-gegen-krebs\/a-72001443\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der mRNA-Forschung<\/a> in den <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/vereinigte-staaten-von-amerika-usa\/t-17286012\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> an den Kragen gehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Denn zu dieser Zeit hatte die Leitung der National Institutes of Health (NIH) auch eine Auflistung aller NIH-finanzierten Forschungsprojekte verlangt, die sich mit der mRNA-Technologie befassen. Diese sollten ans Gesundheitsministerium und ans Wei\u00dfe Haus weitergeleitet werden. Eine solche Anfrage hatte es auch \u00fcber die Forschungsprojekte zu Impf-Misstrauen gegeben &#8211; bevor ihnen die Gelder gestrichen wurden.<\/p>\n<p>Inzwischen ist es soweit: In dieser Woche verk\u00fcndete das US-Gesundheitsministerium, es werde <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/mrna-kennedy-k\u00fcrzt-gelder-f\u00fcr-impfstoff-entwicklung-corona-covid-19-grippe-usa\/a-73545288\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">500 Millionen Dollar an Forschungsfinanzierung<\/a> f\u00fcr mRNA-Impfstoffe streichen.\u00a0Die NIH sind eine Beh\u00f6rde des US-Gesundheitsministeriums, die zust\u00e4ndig f\u00fcr biomedizinische Forschung ist. An der Spitze des Ministeriums steht der als Impfgegner bekannte <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/77-nobelpreistr\u00e4ger-gegen-kennedy-als-us-gesundheitsminister\/a-71009040\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.<\/a><\/p>\n<p>Wie effektiv sind mRNA-Impfstoffe?<\/p>\n<p>In einer\u00a0<a rel=\"noopener follow nofollow\" target=\"_blank\" class=\"external-link\" href=\"https:\/\/www.hhs.gov\/press-room\/hhs-winds-down-mrna-development-under-barda.html\" title=\"Externer Link \u2014 Erkl\u00e4rung des Gesundheitsministerium\">Erkl\u00e4rung des Gesundheitsministerium<\/a> hei\u00dft es, man werde verschiedene Vertr\u00e4ge beenden, bereits eingereichte Bewerbungen f\u00fcr Forschungsgelder ablehnen und einige bestehende Kooperationen restrukturieren.<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben die Wissenschaft \u00fcberpr\u00fcft, Experten zugeh\u00f6rt und gehandelt&#8220;, sagte Gesundheitsminister Kennedy. Man werde Investitionen in 22 Projekte stoppen, die sich mRNA-Impfungen besch\u00e4ftigen, &#8222;weil die Daten zeigen, dass diese Impfstoffe nicht effektiv gegen Atemwegserkrankungen wie COVID und Grippe sch\u00fctzen&#8220;, so Kennedy.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"72149000\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/72149000_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Robert F. Kennedy jr. \" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>US-Gesundheitsminister Kennedy ist bekannter Impfgegner und vertritt beispielsweise auch die widerlegte These, Impfungen k\u00f6nnten Autismus ausl\u00f6sen.Bild: Laura Brett\/picture alliance <\/p>\n<p>Experten zweifeln diese Aussage stark an. Sie weisen darauf hin, dass <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/corona-impfung\/t-55769063\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mRNA-Impfstoffe<\/a> erfolgreich in der Corona-Pandemie eingesetzt wurden. &#8222;mRNA-Impfungen haben in der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/coronavirus\/t-52106276\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">COVID-19 Pandemie<\/a> Millionen von Menschen das Leben gerettet&#8220;, sagte Charles Bangham, emeritierter Professor der Immunologie am Imperial College London.<\/p>\n<p>&#8222;Es gibt nur wenige oder gar keine anti-viralen Impfstoffe, die einen Virus komplett daran hindern, in unseren K\u00f6rper zu gelangen&#8220;, so Bangham weiter. &#8222;Die Impfung verringert die Schwere der Infektion und sorgt f\u00fcr einen schw\u00e4cheren Krankheitsverlauf sowie ein geringeres Todesrisiko.&#8220;<\/p>\n<p>Ohne mRNA-Forschung &#8222;anf\u00e4lliger f\u00fcr zuk\u00fcnftige Pandemien&#8220;<\/p>\n<p>Jaime M. Yassif von der Nuclear Threat Initiative (NTI), einer Non-Profit-Organisation, die sich gegen biologische, atomare und chemische Waffen einsetzt, nannte die angek\u00fcndigte K\u00fcrzung der Gelder &#8222;einen schweren Fehler&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Das Blockieren von Forschung, die wir brauchen, um schnell neue Impfstoffe herzustellen, macht Amerikaner \u2026 anf\u00e4lliger f\u00fcr zuk\u00fcnftige Pandemien&#8220;, sagte Yassif, Vizepr\u00e4sident f\u00fcr Biological Policy and Programs bei NTI, in einer Stellungnahme. Das gelte sowohl f\u00fcr nat\u00fcrlich entstehende Krankheiten als auch f\u00fcr solche, die in einem Labor entwickelt und als Waffe eingesetzt werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die Behauptung von Gesundheitsminister Kennedy, die mRNA-Impfstoffe b\u00f6ten keinen zuverl\u00e4ssigen Schutz, &#8222;ist offenkundig falsch&#8220;, sagte Yassif. &#8222;Wenn es den schnellen Einsatz von mRNA-Impfungen w\u00e4hrend der Coronavirus-Pandemie nicht gegeben h\u00e4tte, w\u00e4ren mehr Menschen gestorben und der wirtschaftliche Schaden w\u00e4re viel gr\u00f6\u00dfer gewesen.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Pharmakonzern Pfizer von K\u00fcrzungen betroffen<\/p>\n<p>Das deutsche Unternehmen BioNTech, das gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Pfizer einen der mRNA-Corona-Impfstoffe entwickelte, ist von den K\u00fcrzungen nicht betroffen. &#8222;Wir haben keine Gelder von der US-Regierung erhalten und haben auch nichts ausstehend&#8220;, sagte eine BioNTech-Sprecherin der DW.<\/p>\n<p>Hingegen wird Kooperationspartner Pfizer im Statement des Gesundheitsministeriums unter dem Punkt &#8222;abgelehnte Antr\u00e4ge&#8220; auf Zusammenarbeit genannt. Die Pfizer-Aktie verlor nach Bekanntgabe von Kennedys Entscheidung zeitweise um drei Prozent an Wert. Auf eine Anfrage der DW reagierte Pfizer nicht.<\/p>\n<p>Die RNA-Technologie<video id=\"video-64187740\" controls=\"\" playsinline=\"\" preload=\"none\" poster=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAAAEAAAABCAQAAAC1HAwCAAAAC0lEQVR42mNkYAAAAAYAAjCB0C8AAAAASUVORK5CYII=\" data-id=\"64187740\" data-posterurl=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/64186180_605.webp\" data-duration=\"02:21\"><\/p>\n<p class=\"vjs-no-js\">To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that <a href=\"https:\/\/videojs.com\/html5-video-support\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">supports HTML5 video<\/a><\/p>\n<p><\/video><\/p>\n<p>Die renommierte Emory University im US-Bundesstaat Georgia geh\u00f6rt ebenfalls zu denjenigen, deren Vertr\u00e4ge mit der US-Regierung beendet werden. Ein Sprecher des Woodruff Health Sciences Center der Universit\u00e4t erkl\u00e4rte der DW, betroffen sei ein Forschungsprojekt, bei dem es um ein Medikament\u00a0<a rel=\"noopener follow nofollow\" target=\"_blank\" class=\"external-link\" href=\"https:\/\/www.biospace.com\/press-releases\/tff-pharmaceuticals-partners-with-emory-university-and-barda-to-develop-a-dry-powder-inhaled-mrna-based-treatment-for-influenza-and-covid\" title=\"Externer Link \u2014 zur Behandlung von Atemwegserkrankungen\">zur Behandlung von Atemwegserkrankungen<\/a> wie Grippe oder COVID-19 geht. Erst im September 2024 war die Zusammenarbeit verk\u00fcndet worden. Emory-Forschende sollten testen, ob man das antivirale Medikament als trockenes\u00a0Pulver herstellen k\u00f6nnte, f\u00fcr das keine durchgehende K\u00fchlkette erforderlich w\u00e4re. Die Gelder daf\u00fcr sind nun gestrichen.<\/p>\n<p>K\u00fcrzung in der Forschung hat nicht nur Folgen f\u00fcr US-Bev\u00f6lkerung<\/p>\n<p>Die mRNA-Technologie kommt nicht nur bei Impfstoffen gegen Atemwegserkrankungen zum Einsatz. Von Akne \u00fcber Borreliose und Dengue bis <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/aids\/t-17528019\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">AIDS<\/a> suchen Forschende nach mRNA-Impfstoffen gegen unterschiedlichste Krankheiten. Geforscht wird auf der ganzen Welt, <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/china\/t-17281386\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">China<\/a> und <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/s\u00fcdkorea\/t-17449527\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">S\u00fcdkorea<\/a> geh\u00f6ren zu den L\u00e4ndern, in denen an zahlreichen Projekten gearbeitet wird.<\/p>\n<p>Auch in der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/hoffnungstr\u00e4ger-mrna-impfung-gegen-krebs\/a-68135098\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Krebsforschung<\/a>\u00a0spielt mRNA-Technologie eine wichtige Rolle. Im Kampf gegen Darmkrebs arbeiten US-Forschende beispielsweise an einem Mittel, dass verhindern soll, dass der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/krebs\/t-47350025\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Krebs<\/a> zur\u00fcckkehrt, nachdem der urspr\u00fcngliche Tumor operativ entfernt wurde.\u00a0Solchen Forschungen, sagt das US-Gesundheitsministerium, sollten die Mittel erhalten bleiben. Experten fordern jedoch, auch die mRNA-Impfstoffforschung weiter zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die Einschnitte bei der Forschung w\u00fcrden die F\u00e4higkeit der USA einschr\u00e4nken, im Falle einer neuen Pandemie schnell Impfstoffe zu entwickeln. Es sei denn, &#8222;es k\u00f6nnen alternative Geldquellen gesichert werden&#8220;, sagt Penelope Ward, Gastprofessorin f\u00fcr pharmazeutische Medizin am Kings College London. Dar\u00fcber hinaus seien die K\u00fcrzungen nicht nur ein Problem f\u00fcr die USA: &#8222;Es ist f\u00fcr uns alle von Nachteil.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der erste Wink des frisch ins Amt eingef\u00fchrten US-Pr\u00e4sidenten lie\u00df nicht lange auf sich warten. 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