{"id":327695,"date":"2025-08-08T03:08:17","date_gmt":"2025-08-08T03:08:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/327695\/"},"modified":"2025-08-08T03:08:17","modified_gmt":"2025-08-08T03:08:17","slug":"verliert-der-herzinfarkt-seinen-schrecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/327695\/","title":{"rendered":"Verliert der Herzinfarkt seinen Schrecken?"},"content":{"rendered":"<p>Die Daten aus den USA sind eindr\u00fccklich: <a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/lebensart\/gesundheit\/19904695\/medizinischer-erfolg-drastisch-weniger-todesfaelle-durch-herzinfarkt\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Eine aktuelle Untersuchung zeigt dort, dass die moderne Kardiologie dabei ist, einen weitgehenden Sieg \u00fcber den Herzinfarkt davonzutragen.<\/a> Innerhalb von 50 Jahren konnte die Sterberate durch einen Herzinfarkt in den USA n\u00e4mlich um 90 Prozent gesenkt werden. \u201eJa, diese Entwicklung sehen wir auch in Europa\u201c, sagt Markus Wallner, Kardiologe an der MedUni Graz\/ LKH-Uniklinik Graz. Moderne medizinische M\u00f6glichkeiten, bessere und neue Medikamente sowie sinkende Raucherraten haben das m\u00f6glich gemacht. Allerdings sagt Wallner auch: \u201eLeider sehen wir gerade jetzt, dass die Fortschritte in einigen L\u00e4ndern stagnieren oder sich sogar umkehren.\u201c  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" class=\"w-full my-0 max-h-100 object-contain bg-gray-100\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/kein Titel.webp\" title=\"Markus Wallner, Kardiologe der MedUni Graz \" alt=\"Markus Wallner, Kardiologe der MedUni Graz \" loading=\"lazy\" width=\"800\" height=\"400\"\/><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n          &#13;<br \/>\n          &#13;<br \/>\n                     Markus Wallner, Kardiologe der MedUni Graz  &#13;<br \/>\n          &#13;<br \/>\n                      &#13;<br \/>\n              \u00a9 Klz \/ Nicolas Galani&#13;<br \/>\n            &#13;\n                  <\/p>\n<p>Doch zun\u00e4chst zu den guten Nachrichten: \u201eAuch f\u00fcr Europa zeigen Studien, dass die Herzinfarkt-Sterblichkeit seit 1995 um 50 bis 70  Prozent zur\u00fcckgegangen ist\u201c, sagt Wallner. Gr\u00fcnde daf\u00fcr gibt es mehrere, entscheidend war sicher der technologische Fortschritt in der Behandlung des akuten Herzinfarkts. <\/p>\n<p>Herzinfarkt: Zeit ist Muskel <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n  Dieses Video k\u00f6nnte Sie auch interessieren&#13;\n<\/p>\n<p>\u201eZeit ist Muskel\u201c lautet der Leitspruch in der Herzinfarkt-Behandlung. Das bedeutet: Je schneller der Verschluss des Herzkranzgef\u00e4\u00dfes wieder ge\u00f6ffnet wird, desto geringer der Schaden am Herzmuskel. Bei einem typischen Herzinfarkt passiert n\u00e4mlich Folgendes: Ein sogenannter Plaque, also eine Verkalkung im Gef\u00e4\u00df bricht auf. Dies l\u00f6st ein Blutgerinnsel aus, das das Gef\u00e4\u00df ganz oder teilweise verschlie\u00dfen kann. So kommt es zum akuten Verschluss einer Herzkranzarterie, einem Herzinfarkt. \u201eAlles Gewebe, das hinter diesem Verschluss liegt, beginnt abzusterben\u201c, sagt Wallner. Daher gilt: den Verschluss so schnell wie m\u00f6glich zu \u00f6ffnen. Zwischen der <a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/lebensart\/gesundheit\/19835433\/intensivmediziner-warnt-so-gefaehrlich-ist-hitze-fuer-menschen-mit\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Diagnose Herzinfarkt<\/a> und der Behandlung mittels Herzkatheter sollten nicht mehr als 120 Minuten liegen \u2013 besser noch sind 90 Minuten, sagt Wallner. Ist es nicht m\u00f6glich, eine Patientin, einen Patienten in dieser Zeit zum Herzkatheter zu bringen, wird versucht, das <a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/lebensart\/gesundheit\/19017553\/wie-die-stroke-unit-die-behandlung-des-schlaganfalls-veraendert-hat\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Blutgerinnsel<\/a> mittels Medikamenten, der sogenannten Lyse, aufzul\u00f6sen. <\/p>\n<p>Herzkatheter als Revolution <\/p>\n<p>Das Jahr 1977 markierte den gro\u00dfen Durchbruch in der Kardiologie, als Andreas Gr\u00fcntzig in Z\u00fcrich erstmals eine hochgradige Engstelle in einem Herzkranzgef\u00e4\u00df mittels eines winzigen Ballons wieder aufdehnte. Heute werden solche <a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/lebensart\/gesundheit\/19489239\/wie-ein-angeborener-herzfehler-mit-einer-neuen-klappe-repariert-wird\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Herzkatheter<\/a>-Eingriffe in den meisten F\u00e4llen \u00fcber die Gef\u00e4\u00dfe am Handgelenk durchgef\u00fchrt. Die Entwicklung und Einf\u00fchrung von Stents, die die Gef\u00e4\u00dfe dauerhaft offen halten, markierte eine weitere Revolution in der Herzmedizin. <\/p>\n<p>\u201eAber auch die Medikamente zur Blutverd\u00fcnnung und Statine, die <a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/lebensart\/gesundheit\/19571233\/wie-man-den-cholesterinspiegel-senken-kann\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">das erh\u00f6hte Cholesterin<\/a> senken, haben ihren Anteil daran, dass es nach einem Herzinfarkt viel seltener zu einem weiteren Infarkt kommt\u201c, sagt Wallner \u2013 durch Medikamente sind Risikofaktoren f\u00fcrs Herz, wie hoher Blutdruck oder hohe Blutfette viel besser behandelbar geworden. Gerade beim \u201eschlechten\u201c LDL-Cholesterin sammle sich das Risiko \u00fcber das ganze Leben an: Je l\u00e4nger diese Werte zu hoch sind, desto gr\u00f6\u00dfer die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Herz-Kreislauf-Erkrankung kommt. Ein weiterer massiver Faktor: <a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/lebensart\/gesundheit\/19886924\/braucht-oesterreich-ein-rauchverbot-im-freien\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Rauchverbote<\/a> und der damit verbundene R\u00fcckgang des Rauchens.  <\/p>\n<p>Doch leider zeigen die Zahlen auch ein alarmierendes Bild: \u201eIn den neuesten Studien sehen wir, dass sich der positive Effekt in einigen L\u00e4ndern umkehrt und die Sterblichkeit durch Herz-Erkrankungen wieder ansteigt\u201c, sagt Wallner. Der Hauptgrund daf\u00fcr: das wachsende <a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/lebensart\/gesundheit\/19923297\/bei-frauen-das-sagt-der-taillenumfang-ueber-die-lebenserwartung-aus\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">\u00dcbergewicht<\/a> und die damit verbundenen Erkrankungen, wie Bluthochdruck und Diabetes. \u201eDas ist ein Riesenproblem\u201c, sagt Wallner: Die vergangenen 40 Jahre waren in der Herzmedizin sehr erfolgreich, doch nun droht die \u201e\u00dcbergewicht-Epidemie\u201c diese Erfolge zunichtezumachen. <\/p>\n<p>Immer mehr F\u00e4lle von Herzschw\u00e4che <\/p>\n<p>Ein weiterer Effekt aus den Erfolgen der Kardiologie: Immer mehr Menschen \u00fcberleben den Herzinfarkt, leiden in der Folge aber an Herzschw\u00e4che (medizinisch: Herzinsuffizienz). \u201eZwei Drittel aller Herzschw\u00e4che-F\u00e4lle treten nach einem Herzinfarkt auf\u201c, sagt Experte Wallner und erkl\u00e4rt dazu: Durch den Gef\u00e4\u00dfverschluss kommt es zu Sch\u00e4den am Herzmuskel, eine \u201eNarbe\u201c entsteht und das Herz verliert dadurch an Pumpkraft. Die <a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/lebensart\/gesundheit\/19679889\/herzschwaeche-mit-diesem-programm-muessen-betroffene-seltener-ins\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Herzschw\u00e4che<\/a> kann zwar behandelt werden, bleibt aber eine chronische Erkrankung, die mit einer hohen Sterblichkeit einhergeht. <\/p>\n<p>Das spiegelt die weltweite Entwicklung wider: W\u00e4hrend immer mehr Menschen einen Herzinfarkt \u00fcberleben, steigt die Sterblichkeit durch andere Herzerkrankungen wie Herzschw\u00e4che oder Herzrhythmusst\u00f6rungen. Und bei allen Erfolgen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind noch immer die h\u00e4ufigste Todesursache in \u00d6sterreich, sie sind f\u00fcr ein Drittel aller Sterbef\u00e4lle verantwortlich. Wallner f\u00fcgt an: \u201eEinen Herzinfarkt zu erleben, ist noch immer eine lebensbedrohliche Situation, Patienten berichten h\u00e4ufig von einem Vernichtungsschmerz.\u201c <\/p>\n<p>Den Schrecken verliert der Herzinfarkt also nicht, er ist nur viel besser behandelbar geworden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Daten aus den USA sind eindr\u00fccklich: Eine aktuelle Untersuchung zeigt dort, dass die moderne Kardiologie dabei ist,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":327696,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232],"class_list":{"0":"post-327695","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114990946962673902","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/327695","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=327695"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/327695\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/327696"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=327695"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=327695"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=327695"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}