{"id":327786,"date":"2025-08-08T03:58:10","date_gmt":"2025-08-08T03:58:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/327786\/"},"modified":"2025-08-08T03:58:10","modified_gmt":"2025-08-08T03:58:10","slug":"kommentar-zu-queeren-ampeln-in-bremen-hauptsache-nebensaechlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/327786\/","title":{"rendered":"Kommentar zu queeren Ampeln in Bremen: Hauptsache nebens\u00e4chlich"},"content":{"rendered":"<p>    <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/bremen-gruene-starten-kampagne-fuer-queere-fussgaengerampeln-doc81sxgz6alogswz49eqn\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Bremer Gr\u00fcnen wollen 26 Fu\u00dfg\u00e4ngerampeln im Stadtgebiet,<\/a> die bei Gr\u00fcn kein M\u00e4nnchen, sondern gleichgeschlechtliche Motive zeigen. Ok, das kann man fordern. Es juckt zwar kaum jemanden, tut aber auch niemandem weh. Es bringt so wenig, wie es schadet. Was soll&#8217;s, k\u00f6nnte man denken. Doch so einfach ist es nicht.\n<\/p>\n<p>Denn das eigentlich Tragische ist nicht die Forderung an sich, sondern dass die Gr\u00fcnen im Besonderen, aber auch andere Parteien immer wieder mit Themen nach vorne gehen, die der breiten Bev\u00f6lkerung egaler kaum sein k\u00f6nnten. Das f\u00fchrt zu einem Gef\u00fchl der Entfremdung. Die Durchschnittsb\u00fcrger haben andere Probleme. Sie wollen ein bezahlbares Dach \u00fcber dem Kopf, satt werden, gute Arbeit, gesund bleiben, ein wenig Spa\u00df in der Freizeit und \u2013 wenn\u2019s irgendwie geht \u2013 nicht morgen in der Innenstadt ausgeraubt werden. Klingt einfacher, als es ist. Denn allein f\u00fcr das nackte Fundament dessen, was sich als halbwegs gelungenes Leben bezeichnen lie\u00dfe, gibt es politisch genug zu tun. <\/p>\n<p>Symbolpolitik kommt oft vor richtiger Probleml\u00f6sung<\/p>\n<p>Wenn Menschen sich h\u00e4nderingend um einen Arzttermin bem\u00fchen und trotzdem keinen bekommen, wenn sie sich ein Freizeitvergn\u00fcgen kaum leisten und sich in der Innenstadt nicht sicher f\u00fchlen k\u00f6nnen, dann haben sie an die Politik viele Erwartungen, aber gewiss nicht die, bitte unbedingt die Ampeln auf \u201equeer\u201c zu schalten.<\/p>\n<p>Statt sich dr\u00e4ngender Probleme der Allgemeinheit anzunehmen, verliert sich Politik allzu oft im symbolpolitischen Kleinklein. Dann geht es nicht mehr darum, die gro\u00dfen Themen anzupacken, sondern um fatale Randthemenzentrierung. Die Gr\u00fcnen sind deren Avantgarde. Die Gr\u00fcne Jugend wollte mal das Zeigen der Deutschlandfahne bei Fu\u00dfballturnieren verbieten, um \u201eParty-Patriotismus\u201c zu unterbinden. Geradezu legend\u00e4r ist die gr\u00fcne Forderung nach einem bundesweiten fleischlosen Tag. <\/p>\n<p>Aber man muss gar nicht nach anderswo, nicht weit zur\u00fcck und nicht nur auf die Gr\u00fcnen schauen, um festzustellen, dass auch so etwas wie die Ausbildungsabgabe zwar weniger grotesk, aber doch mit Riesenaufwand an der L\u00f6sung dr\u00e4ngender Probleme vorbeirauscht. Auch so etwas wie der Streit um eine Frischluftschneise mag f\u00fcr die Mehrheit der Bremer nicht nach dem Dringlichsten klingen. \u00dcberhaupt stellt sich f\u00fcr den Durchschnittsb\u00fcrger regelm\u00e4\u00dfig die Frage: \u201eWarum zum Henker besch\u00e4ftigen die sich mit so etwas, w\u00e4hrend Schulen vergammeln, die Armut steigt und die eigene Stadt an Sicherheit verliert?\u201c<\/p>\n<p>Eine der Antworten: Weil es so sch\u00f6n leicht ist. <\/p>\n<p>Abseitsdebatten mit hehren Motiven<\/p>\n<p>Wer 26 Fu\u00dfg\u00e4ngerampeln im Gedenken an ebenso viele queerfeindliche Straftaten im vergangenen Jahr queerisieren will, kann vorgeben, etwas bewegt zu haben, ohne den vor allem f\u00fcr die Gr\u00fcnen unangenehmen Fakt auch nur in den Mund genommen, geschweige denn gel\u00f6st zu haben, dass Queerfeindlichkeit nicht nur, aber sehr wohl auch eine Herausforderung im Kontext eines stereotypen arabisch-islamischen Geschlechterrollenbildes ist. Das ist ein langer Satz, um in kurz zu sagen: Symbolpolitik blendet mehr aus, als sie erreicht.<\/p>\n<p>Eine andere Abseitsdebatte, die hehre Motive verfolgt, aber der weit \u00fcberwiegenden Mehrheit zum Hals raush\u00e4ngt, hatte sich in der Zwischenzeit erfreulich stark beruhigt: das Gendern. Bei diesem Thema schien es, als habe Krise um Krise gezeigt, dass es wei\u00df Gott Wichtigeres gibt, als die so wichtige Gleichstellung von Frauen durch das Aufdr\u00e4ngen von Gewalt an der Sprache in Wahrheit kein bisschen zu verbessern.<\/p>\n<p>Nun aber ist das Thema wieder aufgeflammt. Die Organisatoren des Christopher Street Day in Bremen haben den Truck der FDP ausgeschlossen. Der Grund: ein Dringlichkeitsantrag der B\u00fcrgerschaftsfraktion f\u00fcr ein generelles Verbot von Gendersprache in Schulen und Beh\u00f6rden. Da ist es wieder, das unselige Motiv: Es dreht sich im allerkleinsten Kreise, was eigentlich Gr\u00f6\u00dfe br\u00e4uchte. Statt sich als Demokraten gemeinsam gegen die Feinde der offenen Gesellschaft zu stellen, bleibt f\u00fcr die breite \u00d6ffentlichkeit der Eindruck, dass da einige offenbar nicht genug Sorgen haben, um so einen Terz zu lassen. Die wahren Probleme bleiben dabei wie so oft: ungel\u00f6st.<\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc81um0sw8esxhujkp64w\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/politik\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Bremer Gr\u00fcnen wollen 26 Fu\u00dfg\u00e4ngerampeln im Stadtgebiet, die bei Gr\u00fcn kein M\u00e4nnchen, sondern gleichgeschlechtliche Motive zeigen. 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