{"id":32997,"date":"2025-04-15T04:41:11","date_gmt":"2025-04-15T04:41:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/32997\/"},"modified":"2025-04-15T04:41:11","modified_gmt":"2025-04-15T04:41:11","slug":"europa-ueberholt-usa-bei-ukraine-hilfen-diese-zahlen-zeigen-trumps-kurswechsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/32997\/","title":{"rendered":"Europa \u00fcberholt USA bei Ukraine-Hilfen \u2013 diese Zahlen zeigen Trumps Kurswechsel"},"content":{"rendered":"<p>Die USA haben ihre Milit\u00e4rhilfen f\u00fcr die Ukraine nahezu auf null gefahren, wie eine Auswertung zeigt. Europa hat Amerika hierbei inzwischen \u00fcberholt. St\u00e4rkster Unterst\u00fctzer ist in diesem Jahr bislang Deutschland. Doch auch die neuen Hilfen der Europ\u00e4er k\u00f6nnen \u00fcber eines nicht hinwegt\u00e4uschen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Es sei wohl ein \u201eIrrtum\u201c gewesen, sagte US-Pr\u00e4sident Donald Trump am Montag zu dem<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/plus255936648\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/plus255936648&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> russischen Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Sumy<\/a>, bei dem am Sonntag mindestens 34 Menschen get\u00f6tet und mehr als 110 verletzt wurden. Die russische Armee hatte eine Iskander-M-Rakete auf das Stadtzentrum abgefeuert und eine zweite hinterhergeschickt, nachdem Helfer vor Ort eingetroffen waren. <\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/truthsocial.com\/@realDonaldTrump\/posts\/114336723764365914\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/truthsocial.com\/@realDonaldTrump\/posts\/114336723764365914&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Auf seiner Plattform Truth Social<\/a> machte Trump am Montag dann erneut seinem Vorg\u00e4nger Joe Biden und Wolodymyr Selenskyj f\u00fcr den Krieg verantwortlich. Sie h\u00e4tten einen \u201efurchtbaren Job\u201c gemacht, so Trump.<\/p>\n<p>Beide \u00c4u\u00dferungen machen wenig Hoffnung, dass die USA ihre f\u00fcr die Ukraine essenziellen Milit\u00e4rhilfen wieder aufnehmen. Im Gegenteil, die Lieferungen werden offenbar komplett eingestellt, wie eine aktuelle Auswertung des IfW Kiel zeigt. <\/p>\n<p>\u201eSeit dem Amtsantritt von Donald Trump am 20. Januar 2025 ist die US-Hilfe ins Stocken geraten\u201c, beobachten die \u00d6konomen, die regelm\u00e4\u00dfig den international anerkannten \u201eUkraine Support Tracker\u201c berechnen, eine umfassende Aufstellung aller messbaren Hilfen, teils im Verh\u00e4ltnis zu anderen Wirtschaftsdaten. <\/p>\n<p>\u201eEs ist keine neue milit\u00e4rische, finanzielle oder humanit\u00e4re Hilfe zu beobachten, seit die USA ihr letztes Hilfspaket \u2013 noch unter der Biden-Administration \u2013 am 9. Januar angek\u00fcndigt haben\u201c, so die IfW-\u00d6konomen. \u201eEs umfasste Milit\u00e4rhilfen im Wert von 480 Millionen Euro und enthielt Flugabwehrraketen, Luft-Boden-Raketen sowie Ausr\u00fcstungen f\u00fcr F-16-Kampfjets.\u201c Einen derart langen Stillstand habe es zuletzt im Januar 2024 gegeben, als ein politisches Patt im US-Kongress ein neues Hilfspaket blockierte.<\/p>\n<p>Die Staaten Europas h\u00e4tten dagegen ihre Unterst\u00fctzung vergr\u00f6\u00dfert und inzwischen 23 Milliarden Euro mehr Hilfen als die USA in die Ukraine geschickt. Im Januar und Februar habe Gro\u00dfbritannien 360 Millionen Euro zugesagt, Deutschland 450 Millionen Euro, Norwegen 610 Millionen Euro, D\u00e4nemark 690 Millionen Euro und Schweden sogar 1,1 Milliarden Euro. <\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Entscheidungen der Ukraine-Kontaktgruppe im sogenannten Ramstein-Format, die sich am vergangenen Freitag in Br\u00fcssel getroffen hatte, sind darin noch gar nicht ber\u00fccksichtigt. Demnach ist Deutschland in diesem Jahr der st\u00e4rkste Unterst\u00fctzer und stellt vier Milliarden Euro an bilateralen Hilfen zur Verf\u00fcgung, hinzu kommen noch jene drei Milliarden Euro, die der Bundestag im M\u00e4rz freigegeben hatte. <\/p>\n<p>\u201eRussland sollte sich keiner Illusion hingeben\u201c<\/p>\n<p>Weitere Verpflichtungserm\u00e4chtigungen bis 2029 sind vorgesehen, in H\u00f6he von 8,25 Milliarden Dollar. Verteidigungsminister Boris Pistorius gab sich optimistisch, trotz nachlassender US-Hilfen: \u201eRussland sollte sich keiner Illusion hingeben, die Ukraine wird st\u00e4rker\u201c, sagte er laut einem Beitrag der FAZ.<\/p>\n<p>In diesem Jahr sollen unter anderem vier weitere Luftverteidigungssysteme des Typs Iris-T mit 300 Lenkflugk\u00f6rpern geliefert werden, au\u00dferdem 15 Kampfpanzer vom Typ Leopard 1A5, 25 Marder-Sch\u00fctzenpanzer, 300 Aufkl\u00e4rungsdrohnen, 100 Boden\u00fcberwachungsradare, 14 Artilleriesysteme und 100.000 Schuss Artilleriemunition. <\/p>\n<p>Gro\u00dfbritannien hat 5,2 Milliarden Euro als Hilfen in Planung, vorgesehen etwa f\u00fcr Radarsysteme, Panzerabwehrminen und Drohnen. Die Niederlande haben zwei Milliarden Euro f\u00fcr dieses Jahr bereitgelegt, weitere Staaten versprachen zus\u00e4tzliche dreistellige Millionensummen.<\/p>\n<p>Die \u00d6konomen des IfW Kiel m\u00fcssen ihre Rechnung, die lediglich bis Ende Februar reicht, also noch einmal aktualisieren. Fest steht bisher: \u201eInsgesamt hat Europa seit Kriegsbeginn 138 Milliarden Euro an Hilfen zugewiesen und damit 23 Milliarden Euro mehr als die Vereinigten Staaten.\u201c Bei den Milit\u00e4rhilfen lagen die USA Ende Februar demzufolge bei 65 Milliarden Euro und damit \u201enur noch eine Milliarde Euro mehr Europa\u201c. Dieser Abstand d\u00fcrfte mit dem Treffen der Ramstein-Gruppe verschwunden sein. <\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist weiterhin, dass kleinere Staaten im Norden und Osten Europas gemessen an ihrer Wirtschaftsleistung besonders viel leisten. Estland und D\u00e4nemark, Litauen, Lettland, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article255922436\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article255922436&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Finnland<\/a> und Schweden haben bisher mehr als ein Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts an Ukraine-Hilfen bereitgestellt. Deutschland liegt in diesem Ranking mit 0,44 Prozent auf Platz 16. <\/p>\n<p>\u201eGro\u00dfe Volkswirtschaften wie Deutschland, Frankreich oder Spanien m\u00fcssen ihrer Schl\u00fcsselrolle k\u00fcnftig besser gerecht werden\u201c, sagt Christoph Trebesch, Leiter des Ukraine Support Trackers am IfW Kiel. \u201eWenn die \u201aBig Five\u2018 der europ\u00e4ischen L\u00e4nder nur ann\u00e4hernd so viel t\u00e4ten wie die skandinavischen oder baltischen Staaten, k\u00f6nnte Europa die US-Defizite weitgehend ausgleichen, vor allem bei den finanziellen Hilfen\u201c, so Trebesch weiter.<\/p>\n<p>Inwieweit allein die Milit\u00e4rhilfen aus Europa die Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/plus255903464\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/plus255903464&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Russland<\/a> auf Dauer unterst\u00fctzen k\u00f6nnen, ist fraglich. Der Optimismus des deutschen Verteidigungsministers sollte nicht \u00fcber zwei Tatsachen hinwegt\u00e4uschen: Gegen den russischen Raketenterror helfen vor allem Patriot-Luftabwehrsysteme. Doch ob diese auch mit dazu passenden Raketen in ausreichender Zahl aus den USA noch kommen werden, ist fraglich. Zweitens fehlen weiterhin Waffen und Ausr\u00fcstung im Gefechtsfeld sowie weitreichende Waffen. <\/p>\n<p>Ukraine-Pr\u00e4sident Selenskyj machte Anfang der Woche deshalb von sich aus den Vorschlag, zehn Patriot-Systeme f\u00fcr 15 Milliarden Dollar in den USA zu kaufen. Der von der Trump-Administration erhobene Vorwurf, die Ukraine w\u00fcrde den USA unn\u00f6tige Kosten aufb\u00fcrden, war schon vorher eine Fehlbehauptung, angesichts der globalpolitischen Gr\u00f6\u00dfenordnung des Krieges und den milliardenschweren Zusatzauftr\u00e4gen f\u00fcr die US-Milit\u00e4rindustrie. Nach diesem Angebot aus Kiew indes w\u00e4re der Vorwurf vollends hinf\u00e4llig.<\/p>\n<p>Doch auch auf dieses Angebot reagierte Trump auf seine Art: \u201eSelenskyj m\u00f6chte immer Raketen kaufen\u201c, sagte der US-Pr\u00e4sident am Dienstag, \u201eaber wenn man einen Krieg anf\u00e4ngt, sollte man sich auch sicher sein, ihn zu gewinnen, oder? Man sollte keinen Krieg gegen jemanden anfangen, der 20 Mal gr\u00f6\u00dfer ist und dann darauf hoffen, dass die Leute einem ein paar Raketen geben.\u201c<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/michael-fabricius\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/autor\/michael-fabricius\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Michael Fabricius<\/b><\/a><b> besch\u00e4ftigt sich schon seit einigen Jahrzehnten mit Immobilienthemen. F\u00fcr WELT verfolgt er zudem regelm\u00e4\u00dfig die Entwicklungen beim Ukraine Support Tracker.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die USA haben ihre Milit\u00e4rhilfen f\u00fcr die Ukraine nahezu auf null gefahren, wie eine Auswertung zeigt. 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