{"id":330118,"date":"2025-08-09T01:23:13","date_gmt":"2025-08-09T01:23:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/330118\/"},"modified":"2025-08-09T01:23:13","modified_gmt":"2025-08-09T01:23:13","slug":"deutschland-steht-unter-massivem-wettbewerbsdruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/330118\/","title":{"rendered":"\u201eDeutschland steht unter massivem Wettbewerbsdruck\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Frau Reiche, <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/friedrich-merz-so-laeuft-die-kanzlerwahl-am-dienstag-108988284\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">vor drei Monaten wurden Sie vereidigt<\/a>, damit sind auch die ersten 100 Tage bald rum. Ihr Fazit bitte: Wo hat man mehr Einfluss auf das Wirtschaftsgeschehen &#8211; als Chefin eines Energieversorgers oder als Wirtschaftsministerin?<\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">KATHERINA REICHE:<\/strong> Ich war sehr gern bei der Westenergie t\u00e4tig. Nun habe ich aus \u00dcberzeugung Verantwortung in der Bundesregierung \u00fcbernommen. Die Abl\u00e4ufe in Wirtschaft und <a href=\"https:\/\/augsburger-allgemeine.de\/politik\/\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Politik<\/a> sind verschieden. Im Konzern sind die Entscheidungslinien klar. In der Politik sind sie komplexer, weil bei Entscheidungen viel mehr Seiten eingebunden werden. Das Parlament, die Koalitionsparteien, die L\u00e4nder, die Unternehmen, die Verb\u00e4nde, die B\u00fcrger. Das sind l\u00e4ngere Prozesse. Und das ist das Wesen unserer Demokratie.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Warum sind Sie nach einigen Jahren in die Politik zur\u00fcckgekehrt? Sie verzichten auf Geld und stehen viel st\u00e4rker in der \u00d6ffentlichkeit. <\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> Diesen Schritt habe ich mir reiflich \u00fcberlegt. Ich sehe die schwierige wirtschaftliche Lage, in der unser Land steckt, als Antrieb, die Dinge zum Besseren zu wenden. Es ist eine Ehre, von Bundeskanzler <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/personen\/aa-friedrich-merz\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Friedrich Merz<\/a> gebeten zu werden, Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Der Kanzler beschreitet mit der Berufung von Digitalminister Karsten Wildberger, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und mir neue Wege, weil wir mit wirtschaftlicher Erfahrung kommen. Wir bringen Perspektiven und Erfahrungen mit, die dabei helfen k\u00f6nnen, gemeinsam das Schiff wieder auf Kurs zu bringen.\n  <\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/wechsel-bei-der-einspeiseverguetung-wirtschaftsministerin-reiche-setzt-private-solaranlagen-unter-druck-110580116\" class=\"hidden  &#010;                md:block md:mr-5 md:min-w-[140px]  aspect-photo md:aspect-tv lg:aspect-tv w-fullXXX relative self-start inline overflow-hidden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ministerin-reiche.jpg\" alt=\"Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) r\u00fcttelt an der \u00d6kostrom-F\u00f6rderung und damit einem zentralen Element der Energiewende.\" title=\"Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) r\u00fcttelt an der \u00d6kostrom-F\u00f6rderung und damit einem zentralen Element der Energiewende.\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><br \/>\n   <\/a><\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Wie zufrieden sind Sie mit den ersten 100 Tagen?<\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> Wir brauchen wieder Wachstum. Deutschland muss wieder wettbewerbsf\u00e4hig werden. Wir haben als Bundesregierung in den ersten knapp 100 Tagen eine Menge geschafft. Die Ma\u00dfnahmen des Sofortprogramms haben wir im Wesentlichen schon umgesetzt, zum Beispiel die Sonderabschreibung f\u00fcr Investitionen und die erste Unternehmenssteuersenkung seit 2008. Diese Woche haben wir mit 23 Gesetzen, sechs davon aus meinem Haus, weiter nachgelegt: Wir entlasten die Unternehmen und B\u00fcrger bei den Energiekosten, wir bauen B\u00fcrokratie ab. Etwa bei der \u00f6ffentlichen Beschaffung entlasten wir Unternehmen und Verwaltung um 380 Millionen Euro. Und wir steigen in neue Technologien wie die Abscheidung, Speicherung und Nutzung von CO2 ein. Daran h\u00e4ngen ganze Branchen wie die Zement- oder Kalkindustrie, die anders gar nicht CO2-neutral werden k\u00f6nnen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Reicht das aus?<\/strong> <\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> Sicher noch nicht. Der Standort Deutschland steht unter massivem Wettbewerbsdruck. Ein Beispiel: Deutschland verliert nach Sch\u00e4tzungen derzeit jeden Monat rund 10.000 Industriearbeitspl\u00e4tze. Der Anteil der Industrie an der Wertsch\u00f6pfung in Deutschland liegt mit rund 20 Prozent im europ\u00e4ischen Vergleich deutlich h\u00f6her als etwa in Frankreich oder Italien \u2013 und das war immer unsere St\u00e4rke. Deshalb ist diese Entwicklung so alarmierend. Die Unternehmen beklagen hohe Arbeitskosten, Energiepreise, Steuern und eine erdr\u00fcckende B\u00fcrokratie. Das m\u00fcssen wir grundlegend \u00e4ndern, um wieder wettbewerbsf\u00e4hig werden.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Das klingt d\u00fcster\u2026<\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> \u00dcberhaupt nicht. Das ist die Lage. Politik beginnt mit der Betrachtung der Wirklichkeit, auch wenn man damit schnell aneckt. Wir m\u00fcssen den Realit\u00e4ten ins Auge blicken. Mit unserer \u00fcberbordenden B\u00fcrokratie, den hohen Steuern, Sozialabgaben und Energiepreisen wird den Unternehmen k\u00fcnstlich Kapital entzogen, das sie viel besser f\u00fcr Zukunftsinvestitionen einsetzen k\u00f6nnten. Diese Belastungen m\u00fcssen deshalb gesenkt werden. Und wir m\u00fcssen technologische Entwicklungen wieder als Chancen begreifen. Die K\u00fcnstliche Intelligenz wird alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche ver\u00e4ndern.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Da k\u00f6nnte es Widerst\u00e4nde geben.<\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> Mit K\u00fcnstlicher Intelligenz und konsequenter Nutzung von Daten kann unsere Industrie produktiver, innovativer und resilienter werden als in weiten Teilen der Welt. Wir verf\u00fcgen \u00fcber riesige Mengen von Industriedaten, sie sind eine wertvolle Ressource. Wir m\u00fcssen es schaffen, spezielle KI-Modelle f\u00fcr die Industrie zu trainieren und vor allem auch einzusetzen, sonst verliert Deutschland den Anschluss. Neue Entwicklungen, die sich aus dem Zusammenwirken von Pharmaindustrie, Biotechnologie und KI ergeben, sind eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr den Standort. Ich wage die These, dass es ohne das Coronavirus in Europa noch keine Zulassung f\u00fcr die mRNA-Impfstoffe geben w\u00fcrde. Wir brauchen insgesamt mehr Tempo, Europa darf nicht schon alles \u00fcberregulieren, bevor \u00fcberhaupt ein nennenswerter Markt entstanden ist. Die USA verfolgen hingegen einen Ansatz, der stark auf die Beschleunigung von Innovationen fokussiert ist. KI ist eine bestimmende Technologie der Zukunft, an dieser Entwicklung m\u00fcssen wir unbedingt teilhaben.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Die Gestaltung der Energiewende wird Ihr Hauptgesch\u00e4ft in den n\u00e4chsten Jahren sein. Bei der Beschreibung des Ist-Zustands sind sich viele einig: Zu teuer und zu b\u00fcrokratisch. Wie kann man diese Energiewende aufsetzen, damit sie noch ein Erfolg wird? <\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> Das Energiesystem in Deutschland wurde nicht bedarfsgerecht, sondern anhand politischer Ziele geplant. Wir brauchen realistische Szenarien, um eine \u00dcberdimensionierung zu vermeiden und damit kosteneffizienter voranzukommen. Die Energiepolitik konzentrierte sich auf den Wandel der Stromerzeugung, ohne dabei das Gesamtenergiesystem mitzudenken. Das gilt nicht nur f\u00fcr die Ampel, sondern auch f\u00fcr die Regierungen davor. Die Maxime war: Abschalten von Kernenergie und Kohlekraftwerken, hin zu planwirtschaftlichem Ausbau der erneuerbaren Energien. Die steigenden Systemkosten wurden ignoriert. Heute produzieren wir rund 60 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Das ist doch kein schlechter Wert?<\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> Wir brauchen die Erneuerbaren und werden sie weiter ausbauen. Zwischen 2000 und 2024 haben wir allein f\u00fcr die F\u00f6rderung erneuerbarer Energie rund 240 Milliarden Euro ausgegeben. Die Energiewende alter Pr\u00e4gung kommt jedoch an ihre Grenzen. Der Ausbau von Wind und Photovoltaik muss dringend mit dem Netzausbau synchronisiert werden. Der Netzausbau konnte mit dem politisch vorgegebenen Ausbau der Erneuerbaren nicht Schritt halten, eine \u00dcberdimensionierung des Stromnetzes ist ebenfalls nicht sinnvoll. Die Folge dieser Entwicklung bringt Probleme mit sich. Erstens f\u00e4llt viel Strom dort an, wo er im Moment der Erzeugung nicht verbraucht wird. Weil er auch nicht abtransportiert werden kann, m\u00fcssen Anlagen abgeregelt und an anderer Stelle Kraftwerke hochgefahren werden. Daf\u00fcr haben die Stromkunden seit 2019 rund 14 Milliarden Euro bezahlt. Gleichzeitig galt zu lange die Regelung, dass Strom aus Erneuerbaren immer verg\u00fctet wurde \u2013 egal, ob der produzierte Strom genutzt wurde oder nicht. Dar\u00fcber hinaus konnten Betreiber Anlagen errichten, wo sie wollten, ohne auf das Stromnetz R\u00fccksicht zu nehmen. Ob der Standort netz- und systemdienlich war, spielte bisher keine Rolle. All das macht unser Stromsystem unn\u00f6tig teurer. Das will ich \u00e4ndern.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Wie?<\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> Die Betreiber einer Solaranlage oder eines Windparks m\u00fcssen mehr Systemverantwortung \u00fcbernehmen. Man kann sie zum Beispiel an den von ihnen verursachten Netzkosten beteiligen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Bis 2030 sollen neue Gaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von bis zu 20 Gigawatt entstehen. Die Ampel hat sich damit in der letzten Legislaturperiode sehr schwergetan. Ihnen bleiben f\u00fcnf Jahre. Ist das angesichts der deutschen Planungs- und Genehmigungsprozesse realistisch?<\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> Gaskraftwerke sind f\u00fcr unsere Versorgungssicherheit essenziell. Die Zeiten, in denen hinreichend gesicherte Leistung vorausgesetzt werden konnte, sind vorbei. Wir brauchen in Deutschland zur Absicherung des Kohleausstiegs und f\u00fcr die weitere Elektrifizierung dringend einen Zubau von gesicherter Leistung.\u00a0 Mit der Europ\u00e4ischen Kommission verhandeln wir derzeit den Rahmen f\u00fcr die dringend ben\u00f6tigten 20-Gigawatt-Gaskraftwerke. Die Gespr\u00e4che mit der Kommission verlaufen konstruktiv und ich bin zuversichtlich, dass wir bald zu einer guten Einigung kommen. Ziel ist es, m\u00f6glichst schon Ende des Jahres die ersten Ausschreibungen zu starten. Diese sollen in einem zweiten Schritt in einen technologieoffenen Kapazit\u00e4tsmechanismus \u00fcberf\u00fchrt werden, der Anreize f\u00fcr Investitionen setzt. Auch hier gilt: Wir brauchen einen schlanken, klaren und einfachen Mechanismus. Wenn ein Kapazit\u00e4tsmarkt erst einmal eingef\u00fchrt ist, k\u00f6nnen wir ihn immer noch durch weitere Elemente erg\u00e4nzen und weiterentwickeln.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Ist es denkbar, dass in Deutschland alte Atomkraftwerke reaktiviert werden, um immer gen\u00fcgend Strom im Netz zu haben?<\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> Kein Unternehmen w\u00fcrde das finanzielle Risiko daf\u00fcr tragen. Wir sollten allerdings bei der Erforschung und Standardsetzung f\u00fcr Fusionsenergie und SMRs mitarbeiten.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Small Modul Reactors, neue Reaktorkonzepte, an denen weltweit geforscht wird.\u00a0<\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> Andere L\u00e4nder haben da ein Jahrzehnt Vorlauf. Wir sollten zumindest verstehen, wohin die Entwicklung geht. Innerhalb Europas jedenfalls sollten wir jenen Mitgliedsstaaten keine H\u00fcrden in den Weg legen, die sich daf\u00fcr entscheiden.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Wir haben jetzt \u00fcber die Industrie gesprochen. Was ist mit der Planungssicherheit f\u00fcr Privatleute, die beispielsweise auf eine Solaranlage gesetzt haben und sich \u00fcber eine feste Verg\u00fctung freuen. K\u00f6nnen die weiter sorgenfrei Ihre Anlage betreiben? <\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> Die Hauseigent\u00fcmer haben f\u00fcr ihre Anlagen Bestandsschutz. Mittlerweile sind jedoch die Preise f\u00fcr Anlagen und Speicher deutlich gesunken. Neue, kleine PV-Anlagen rechnen sich schon heute im Markt und bed\u00fcrften keiner F\u00f6rderung. Generell gilt: Die Entwicklung der Erneuerbaren muss marktwirtschaftlich erfolgen und dort, wo die geringsten Systemkosten anfallen. Es richtig und sinnvoll, in Zukunft Anforderungen an die Betreiber von Erneuerbaren Anlagen zu stellen und sie st\u00e4rker in die Verantwortung zu nehmen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Ein Beispiel?<\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> Wind an Land und Solaranlagen m\u00fcssen sich in Zukunft st\u00e4rker an den Kosten des Netzausbaus beteiligen. Bei kleinen PV-Anlagen ist es so, dass die Vielzahl von nicht steuerbaren, kleinen Solaranlagen unkontrolliert einspeist und das Netz unter Stress setzt. Deshalb sollten PV-Anlagen mit Stromspeichern verbunden und steuerbar sein, am Markt teilnehmen und ihren Strom vermarkten.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Ihr Vorg\u00e4nger Robert Habeck wollte eine gr\u00fcne Wasserstoffwirtschaft aufbauen, um die Industrie klimafreundlich zu machen. Daf\u00fcr sind Milliarden an F\u00f6rdergeldern geflossen. Doch die Unternehmen glauben derzeit nicht an die Technologie. Wo sehen Sie den gr\u00fcnen Wasserstoff?<\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> Wasserstoff und seine Derivate in Form von Ammoniak, Methanol oder Ethanol werden zuk\u00fcnftig zum Einsatz kommen und eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung spielen. Gro\u00dfe Mengen an Wasserstoff werden wir auf absehbare Zeit nur dann sehen, wenn wir etwa blauen Wasserstoff nutzen, der aus Erdgas unter Einsatz der Abscheidung von CO2 erzeugt wird. Dann werden wir bis zur Mitte der 30er Jahre ausreichende Mengen zu angemessenen Preisen zur Verf\u00fcgung haben. Gr\u00fcner Wasserstoff wird in gr\u00f6\u00dferem Umfang erst dann zur Anwendung kommen, wenn er zu wettbewerbsf\u00e4higen Preisen erzeugt werden kann.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Ziel Ihrer Arbeit ist es, dass die deutsche Wirtschaft wieder w\u00e4chst. Wenn man ein Prozent Wirtschaftswachstum annimmt, bringt das laut g\u00e4ngiger Faustregel zehn Milliarden Steuermehreinnahmen. Davon geht die H\u00e4lfte an die L\u00e4nder. Der Haushalt l\u00e4sst sich damit nicht konsolidieren. Man muss also sparen. Eine andere M\u00f6glichkeit w\u00e4re es, das Tafelsilber zu ver\u00e4u\u00dfern. Wie stehen Sie zum Verkauf von Staatsbeteiligungen, Uniper oder die Commerzbank beispielsweise? <\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> Es geht nicht darum, einen schrumpfenden Kuchen m\u00f6glichst immer besser zu verteilen. Es geht darum, den Kuchen gr\u00f6\u00dfer zu machen. Ein halbes Prozent Wachstum reicht nicht aus, auch ein Prozent ist zu wenig. Unser Ziel muss mehr sein. Dazu m\u00fcssen wir wieder wettbewerbsf\u00e4hig werden. Deutschland muss Stabilit\u00e4tsanker in Europa bleiben. Wir haben mit den beiden Sonderverm\u00f6gen einen Paradigmenwechsel beschlossen, der sich nur dann rechtfertigen l\u00e4sst, wenn wir diese Mittel effektiv und schnell investieren und zugleich mutige Strukturreformen umsetzen. Daraus ergibt sich Wachstum. Was die staatseigenen Energie-Unternehmen Uniper und SEFE betrifft, hat die EU-Kommission Auflagen zur Privatisierung gemacht. Das pr\u00fcfen wir derzeit.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><strong class=\"font-bold\">Der Urlaub steht bevor. Welcher Typ sind Sie: Buchungsportal oder Selbstbucherin? Und wo geht\u2019s hin? <\/strong><\/strong><br \/><strong class=\"font-bold font-sans\">REICHE:<\/strong> Zu meinem Privatleben gebe ich grunds\u00e4tzlich keine Auskunft. Aber vielleicht so viel: Ich nutze gerne beides. Manchmal ist es der Einfachheit halber ein Buchungsportal. Aber es ist auch immer gut, selbst irgendwo anzurufen. Wenn ich im Urlaub auf die Berge gehe, dann reicht auch eine H\u00fctte. Da muss ich nirgendwo anrufen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\">Zur Person<\/strong>: Katherina Reiche, Jahrgang 1973, wurde in Luckenwalde geboren und hat drei Kinder. Sie absolvierte ein Chemiestudium in Potsdam und arbeitete dort einige Zeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin. 1998 zog die CDU-Politikerin in den Bundestag ein und war unter anderem Staatssekret\u00e4rin zun\u00e4chst im Umwelt- danach im Verkehrsministerium. 2015 wurde Reiche Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Verbandes kommunaler Unternehmen, danach Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG. Seit dem 6. Mai ist sie Bundesministerin f\u00fcr Wirtschaft und Energie.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Stefan Lange<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Deutschland<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Politik<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frau Reiche, vor drei Monaten wurden Sie vereidigt, damit sind auch die ersten 100 Tage bald rum. 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