{"id":331382,"date":"2025-08-09T13:31:20","date_gmt":"2025-08-09T13:31:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/331382\/"},"modified":"2025-08-09T13:31:20","modified_gmt":"2025-08-09T13:31:20","slug":"jetzt-spricht-der-praesident-von-pilatus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/331382\/","title":{"rendered":"Jetzt spricht der Pr\u00e4sident von Pilatus"},"content":{"rendered":"<p>Der Flugzeughersteller Pilatus habe durch die neuen US-Z\u00f6lle einen massiven Wettbewerbsnachteil, sagt Verwaltungsratspr\u00e4sident Hansueli Loosli. Er spricht \u00fcber den Ausbau in den USA und warum dies nicht auf Kosten des Stammhauses in Nidwalden geht.<\/p>\n<p>09.08.2025, 09:2509.08.2025, 09:32<\/p>\n<p>Maurizio Minetti \/ ch media<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Pilatus ist von den US-Z\u00f6llen stark betroffen. Rund die H\u00e4lfte des Umsatzes erwirtschaftet der Nidwaldner Flugzeughersteller in den USA. Am Freitag gab das Unternehmen <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.watson.ch\/schweiz\/wirtschaft\/460642710-schweizer-firma-pilatus-liefert-den-usa-ab-sofort-keine-flugzeuge-mehr\">einen vorl\u00e4ufigen Lieferstopp in die USA bekannt<\/a>.<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Nun nimmt Verwaltungsratspr\u00e4sident Hansueli Loosli Stellung. Noch im Februar sagte er\u00a0<a href=\"https:\/\/aargauerzeitung.ch\/ld.2737476\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">zuversichtlich<\/a>: \u00abIch glaube nicht, dass die Flugzeugindustrie zu jenen Branchen geh\u00f6rt, die der US-Pr\u00e4sident mit Z\u00f6llen belegen m\u00f6chte.\u00bb Es kam anders. Im April drohte US-Pr\u00e4sident Donald Trump zun\u00e4chst mit Importz\u00f6llen von 31 Prozent, dann waren es 10 Prozent, seit Donnerstag gelten 39 Prozent.<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\"><strong>Die USA sind f\u00fcr Pilatus ein Schl\u00fcsselmarkt; 700 Millionen Franken Umsatz machen Sie dort. Wie hart treffen Sie die Z\u00f6lle?<\/strong><br \/><strong>Hansueli Loosli:<\/strong>\u00a0Das trifft uns sehr hart. Z\u00f6lle von 39 Prozent kann man aus Konkurrenzgr\u00fcnden nicht einfach den Kunden weitergeben, noch mit erh\u00f6hter Produktivit\u00e4t kompensieren \u2013 das k\u00f6nnen Sie vergessen.<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\"><strong>Wie reagieren Sie?<\/strong><br \/>Wir haben gleich am Donnerstag einen tempor\u00e4ren Lieferstopp in die USA beschlossen. So gewinnen wir Zeit, um mit unserem H\u00e4ndlernetzwerk und Kunden Gespr\u00e4che zu f\u00fchren. Es geht darum, wer von uns welche Zollkosten \u00fcbernimmt. Wir geben uns bis n\u00e4chste Woche Zeit. Bis dann m\u00f6chten wir die Verhandlungen abschliessen.<\/p>\n<p>Zur Person:<\/p>\n<p>Hansueli Loosli ist seit 2020 Mitglied und seit Mitte 2021 Pr\u00e4sident des Verwaltungsrats von Pilatus. 2021 gab der langj\u00e4hrige Coop-Chef seine \u00c4mter als Pr\u00e4sident von Coop und Swisscom ab. Der 69-j\u00e4hrige Loosli folgte bei Pilatus auf den langj\u00e4hrigen Verwaltungsratspr\u00e4sidenten Oscar J. Schwenk, der 2023 verstorben ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/7942676271809098.webp\" alt=\"infobox image\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Bild: eveline beerkicher<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\"><strong>Was heisst das f\u00fcr die Belegschaft?<\/strong><br \/>Dank einer hohen Auslastung am Hauptsitz in Stans NW sind keine unmittelbaren Massnahmen vorgesehen. Dauert diese Krise aber l\u00e4nger an, k\u00f6nnten Kurzarbeit oder personelle Anpassungen durch nat\u00fcrliche Fluktuation n\u00f6tig sein. Im Moment ist das aber kein Thema.<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\"><strong>Haben US-Kunden Bestellungen storniert?<\/strong><br \/>Nein, bisher gl\u00fccklicherweise nicht. Mit jedem Tag steigt aber das Risiko, weil die Flugzeuge ja massiv teurer werden.<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\"><strong>Was \u00e4rgert Sie am meisten?<\/strong><br \/>Dass wir mit diesen Z\u00f6llen einen massiven Wettbewerbsnachteil im Vergleich zur Konkurrenz haben. Die US-Hersteller sind ohnehin im Vorteil, weil nicht betroffen. Es zeichnet sich ab, dass Grossbritannien oder die EU f\u00fcr die Zivilaviatik eine Zollausnahme von null Prozent erhalten werden. Grunds\u00e4tzlich galten null Prozent f\u00fcr Zivilflugzeuge, f\u00fcr unsere Mitbewerber und Pilatus, seit Ende der Siebzigerjahre. Es existiert seit damals eine weltweite Regelung, aber f\u00fcr die Schweiz gilt diese Vereinbarung jetzt nicht mehr. Das muss nun als Teil eines m\u00f6glichen Abkommens zwischen der Schweiz und den USA, wie in der EU oder in Grossbritannien geschehen, geregelt werden. Damit w\u00fcrden wir wieder gegen\u00fcber unseren Mitbewerbern vergleichbar dastehen. Wir sind dazu mit dem Wirtschaftsdepartement in Bern im Austausch.<\/p>\n<p>\u00abSollte es zu Stornierungen kommen, k\u00f6nnten wir diese Flugzeuge in M\u00e4rkten ausserhalb der USA verkaufen.\u00bb<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\"><strong>Was ist Ihr mittelfristiger Plan?<\/strong><br \/>Die Modelle PC-12 und PC-24, die wir in den USA verkaufen, sind sehr gefragt. Es gibt lange Wartelisten und das Auftragsvolumen ohne die USA betr\u00e4gt zwei Milliarden Franken. Sollte es zu Stornierungen kommen, k\u00f6nnten wir diese Flugzeuge in M\u00e4rkten ausserhalb der USA verkaufen. So oder so werden wir vermehrt neue M\u00e4rkte erschliessen. Parallel dazu planen wir in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren 150 bis 200 Millionen Franken in eine erweiterte US-Fertigung zu investieren, wo wir heute schon 400 Personen besch\u00e4ftigen. Damit werden wir Z\u00f6lle im US-Gesch\u00e4ft reduzieren k\u00f6nnen und unsere Wettbewerbsf\u00e4higkeit weiter verbessern.<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\"><strong>Also geht die Strategie von Donald Trump auf?<\/strong><br \/>Wir haben diese Investition schon vor \u00fcber einem Jahr beschlossen. Die Pl\u00e4ne setzen wir nun aber schneller um als urspr\u00fcnglich gedacht. Es ergibt Sinn, zum jetzigen Zeitpunkt den Ausbau der US-Fertigung zu beschleunigen. Heute ist es so, dass wir die Flugzeuge in Stans herstellen und diese nach Colorado fliegen, wo das Finishing an den Flugzeugen, zum Beispiel Innenausbau und Lackierung, stattfindet. Dort sind wir nun schon seit beinahe 30 Jahren t\u00e4tig. K\u00fcnftig wollen wir in Florida das ganze Flugzeug montieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/43331274329462.webp\" loading=\"lazy\" width=\"856\" height=\"570\" alt=\"Halle Pilatus Stans\" data-image-id=\"43331274329462\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/><\/p>\n<p>Blick in eine der Hallen von Pilatus am Hauptsitz in Stans NW.bild: boris b\u00fcrgisser<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\"><strong>Geht das auf Kosten von Arbeitspl\u00e4tzen in der Schweiz?<\/strong><br \/>Nein, wir k\u00f6nnen in Stans gar nicht so viel produzieren, wie der Markt heute von uns verlangt, sonst h\u00e4tten wir nicht solch grosse Bestellbest\u00e4nde. Wer heute ein Flugzeug bei uns bestellt, kommt nicht vor 2027 zum Zug. Also brauchen wir weiterhin die Kapazit\u00e4ten in Stans f\u00fcr die \u00fcbrigen M\u00e4rkte, die ebenfalls am Wachsen sind. Wir haben in Stans die Kapazit\u00e4tsgrenzen erreicht. Wir haben deshalb k\u00fcrzlich auch in Stans \u00fcber die n\u00e4chsten zehn Jahren einen weiteren Ausbauschritt beschlossen, der fast eine halbe Milliarde bedeuten wird. Wir k\u00f6nnen auf eine Erweiterung der Kapazit\u00e4ten in der Schweiz nicht verzichten. Es ist aber klar, dass der Aufbau der Belegschaft dieses Jahr nicht so stark sein wird wie in den letzten Jahren, als wir pro Jahr bis zu 300 neue Stellen geschaffen haben.<\/p>\n<p>\u00abMan darf ob der Z\u00f6lle nicht vergessen, dass uns der schwache US-Dollar mindestens so grosse Sorgen macht.\u00bb<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\"><strong>Der Pilatus-Heimatkanton Nidwalden hat signalisiert, im Notfall dem gr\u00f6ssten Arbeitgeber unter die Arme greifen zu wollen. Wird das n\u00f6tig sein?<\/strong><br \/>Nein, wir gehen nicht davon aus, dass wir auf staatliche oder kantonale Hilfe angewiesen sein werden. Wir werden zwar vor\u00fcbergehend weniger verdienen, aber wir werden alles daran setzen, uns den neuen Gegebenheiten anzupassen, flexibel zu bleiben und nicht die \u00f6ffentliche Hand zu belasten. Man darf ob der Z\u00f6lle nicht vergessen, dass uns der schwache US-Dollar mindestens so grosse Sorgen macht. Diese verlorenen Ertr\u00e4ge tragen wir selber, die k\u00f6nnen wir nicht unmittelbar auf die Kundschaft abw\u00e4lzen. Unsere Wertsch\u00f6pfung findet zu 95 Prozent in der Schweiz und damit in Franken statt, wir fakturieren aber einen grossen Teil in US-Dollar. Wir ben\u00f6tigen nun Klarheit, bis wir wieder in die USA liefern werden. Wir hoffen, dass die Politik eine L\u00f6sung findet, die US-Z\u00f6lle so rasch wie m\u00f6glich zu reduzieren. <\/p>\n<p>Das wir dich auch interessieren:<\/p>\n<p>Das sagt Trump \u00fcber das Telefonat mit Keller-Sutter (lange Version)<\/p>\n<p>Video: watson<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte dich auch noch interessieren:<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.watson.ch\/wirtschaft\/schweiz\/628885054-trumps-zollhammer-jetzt-spricht-der-praesident-von-pilatus\" aria-label=\"Zur Story\" class=\"watson-next-story__link absolute inset-0 z-10\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Der Flugzeughersteller Pilatus habe durch die neuen US-Z\u00f6lle einen massiven Wettbewerbsnachteil, sagt Verwaltungsratspr\u00e4sident Hansueli Loosli. Er spricht \u00fcber den Ausbau in den USA und warum dies nicht auf Kosten des Stammhauses in Nidwalden geht.<\/p>\n<p>Pilatus ist von den US-Z\u00f6llen stark betroffen. Rund die H\u00e4lfte des Umsatzes erwirtschaftet der Nidwaldner Flugzeughersteller in den USA. Am Freitag gab das Unternehmen <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.watson.ch\/schweiz\/wirtschaft\/460642710-schweizer-firma-pilatus-liefert-den-usa-ab-sofort-keine-flugzeuge-mehr\">einen vorl\u00e4ufigen Lieferstopp in die USA bekannt<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Flugzeughersteller Pilatus habe durch die neuen US-Z\u00f6lle einen massiven Wettbewerbsnachteil, sagt Verwaltungsratspr\u00e4sident Hansueli Loosli. 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