{"id":331963,"date":"2025-08-09T18:43:14","date_gmt":"2025-08-09T18:43:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/331963\/"},"modified":"2025-08-09T18:43:14","modified_gmt":"2025-08-09T18:43:14","slug":"pelzige-plagegeister-alles-muenster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/331963\/","title":{"rendered":"Pelzige Plagegeister | ALLES M\u00dcNSTER"},"content":{"rendered":"<p>\t\t<a href=\"https:\/\/www.allesmuenster.de\/cms\/wp-content\/uploads\/Nutria_DJV-3.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-125253\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Nutria_DJV-3-300x200.jpg\" alt=\"Putzig, aber gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Umwelt: Nutria.(Foto: Mross\/DJV)\" width=\"300\" height=\"200\"  \/><\/a>Putzig, aber gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Umwelt: Nutria.<br \/>(Foto: Mross\/DJV)<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><strong>Sie werden gerne mit Bibern verwechselt und f\u00fchlen sich auch in M\u00fcnster pudelwohl: Nutria. 1920 aus S\u00fcdamerika importiert, um sie als Pelztiere zu z\u00fcchten, sind erste Exemplare bereits in den 1930ern aus den Pelztierfarmen entwischt und haben eigene Populationen gegr\u00fcndet. Da sie nicht aus Europa stammen, haben sie auch kaum nat\u00fcrliche Feinde und das ist das Problem, sie vermehren sich rasant!<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\">\u201eEin Anstieg ist deutlich zu erkennen. Bundesweit hat sich die Population gegen\u00fcber 2015 verdoppelt. Nutrias sind durch ihre Lebensweise an Gew\u00e4sser gebunden. Sie besiedeln in M\u00fcnster die Aa ab Zentrum Nord, die Werse, die Rieselfelder und auch kleinere Teiche und T\u00fcmpel\u201c, wie Carsten Krystofiak von der <a href=\"https:\/\/kreisjaegerschaft-muenster.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Kreisj\u00e4gerschaft M\u00fcnster<\/a> berichtet. In \u00fcber einem Drittel der Jagdreviere wird die s\u00fcdamerikanische Art inzwischen nachgewiesen, wie der <a href=\"https:\/\/www.jagdverband.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Deutsche Jagdverband (DJV)<\/a> berichtet. Nordrhein-Westfalen geh\u00f6rt f\u00fcr die gro\u00dfen Nagetiere zu den Lieblingsregionen. Leider paddeln die Tiere nicht nur gem\u00fctlich durch das Wasser, sondern sind auch flei\u00dfige Baumeister. Die Folgen f\u00fcr den Natur- und Hochwasserschutz sind gravierend: \u201eNutrias graben weite R\u00f6hreng\u00e4nge. Dadurch unterminieren sie Flussufer bis zum Einsturz. Das kann negative Folgen f\u00fcr den Hochwasserschutz haben. Zudem vernichten sie Schilfg\u00fcrtel durch Fra\u00df, diese sind aber wichtig f\u00fcr die Brut von Fischen, Amphibien und Wasserv\u00f6geln\u201c, wie Krystofiak erl\u00e4utert. Am Niederrhein wurden durch Nutrias binnen weniger Jahre \u00fcber 90 Prozent des Schilfbestands vernichtet. Der DJV fordert daher, die Art ins Bundesjagdgesetz aufzunehmen und die Fangjagd politisch abzusichern. Die Nutria ist in der EU als invasive gebietsfremde Art gelistet.<\/p>\n<p>Spitzenreiter NRW<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.allesmuenster.de\/cms\/wp-content\/uploads\/Nutria_DJV-2.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-125252 size-medium\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Nutria_DJV-2-300x200.jpg\" alt=\"NRW ist Spitzenreiter bei der Dichte der Nutriapopulationen. (Quelle: DJV)\" width=\"300\" height=\"200\"  \/><\/a>NRW ist Spitzenreiter bei der Dichte der Nutriapopulationen. (Quelle: DJV)<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\">Die aktuelle Analyse basiert auf Daten von mehr als 23.000 Jagdrevieren, die Teil des bundesweiten <a href=\"https:\/\/wild-monitoring.de\/cadenza\/pages\/access\/login_wild.xhtml\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Wildtier-Informationssystems der L\u00e4nder (WILD)<\/a> sind. Das entspricht \u00fcber einem Drittel der forst- und landwirtschaftlichen Fl\u00e4che Deutschlands. Bayern lieferte keine Daten, Schleswig-Holsteins Angaben stammen aus dem Jahr 2020. WILD ist das gr\u00f6\u00dfte Monitoringprogramm der J\u00e4gerschaft und umfasst unter anderem zahlreiche S\u00e4ugetierarten. Die meisten Nutria-Nachweise stammen aus dem norddeutschen Tiefland. Spitzenreiter ist Nordrhein-Westfalen mit 60 Prozent betroffener Reviere. Gro\u00dfe Fl\u00fcsse wie Rhein, Ems, Weser und Elbe bieten ideale Lebensbedingungen, aber auch in und um M\u00fcnster f\u00fchlen sich die Nutria wohl: \u201eZum Beispiel im Bereich der Werse zwischen Pleisterm\u00fchle und Nobis Krug, dort sind sie sehr aktiv. Aber auch an der Aa im Bereich Kanalstra\u00dfe zwischen Zentrum Nord und Br\u00f6derichweg\u201c.<\/p>\n<p>Schwanzpr\u00e4mie 15 Euro<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.allesmuenster.de\/cms\/wp-content\/uploads\/Nutria_DJV-1.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-125251\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Der Bestand hat sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. (Grafik: DJV)\" width=\"300\" height=\"200\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Nutria_DJV-1-300x200.jpg\"\/><\/a>Der Bestand hat sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. (Grafik: DJV)<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\">Unerlaubte F\u00fctterung, milde Winter und jagdliche Einschr\u00e4nkungen beg\u00fcnstigen die Ausbreitung in St\u00e4dten. Dort sind Nutrias mittlerweile auch tagaktiv und vermehren sich schnell. \u201eNutrias haben kaum nat\u00fcrliche Feinde. Das Einzige, was sie nicht vertragen, sind lange, harte Frostperioden\u201c wie der Sprecher der Kreisj\u00e4gerschaft M\u00fcnster erkl\u00e4rt. In vielen Bundesl\u00e4ndern gilt inzwischen eine Jagdzeit oder es existieren Sonderregelungen zur Entnahme. Die Jagdstatistik f\u00fcr 2023\/24 verzeichnet rund 117.500 erlegte Tiere \u2013 so viele wie nie zuvor. Nahezu drei Viertel davon entfallen auf Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Fast die H\u00e4lfte aller erfassten Tiere wurde mit Lebendfallen gefangen. Das klingt zun\u00e4chst ganz nett, bringt den Tieren aber nur eine Galgenfrist, sie werden in der Lebendfalle erlegt: \u201eFallen m\u00fcssen immer mit elektronischen Fangmeldern ausger\u00fcstet sein und bei der Unteren Jagdbeh\u00f6rde der Stadt angemeldet werden. Au\u00dferdem m\u00fcssen Fallen technischen Tierschutzstandards gen\u00fcgen. Totschlagfallen sind verboten\u201c, erkl\u00e4rt Krystofiak und f\u00e4hrt fort: \u201eSie werden in der Falle erlegt, da es verboten ist, gefangene Wildtiere wieder in der Natur auszusetzen. Davon abgesehen ist das auch nicht sinnvoll, denn Ziel ist ja eine Bestandsreduktion. Die Stadt M\u00fcnster zahlt deshalb eine \u2018Schwanzpr\u00e4mie\u2019 von derzeit 15 Euro pro Individuum\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.allesmuenster.de\/cms\/wp-content\/uploads\/Nutria_Buehrke_1.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-125255\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Schmecken wie Kaninchen: Nutria. (Foto: Michael B\u00fchrke)\" width=\"300\" height=\"200\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Nutria_Buehrke_1-300x200.jpg\"\/><\/a>Schmecken wie Kaninchen: Nutria. (Foto: Michael B\u00fchrke)<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\">Eine wichtige Info f\u00fcr Freunde des Wildbrets hat der Mann von der Kreisj\u00e4gerschaft auch noch: \u201eDas Fleisch kann \u00fcbrigens bedenkenlos verzehrt werden, es schmeckt \u00e4hnlich wie Kaninchen\u201c. Karsten Krystofiak hat noch ein paar W\u00fcnsche und Empfehlungen im Zusammenhang mit der Nutria-Plage: \u201eLand und Kommunen fordern von uns J\u00e4gern eine konsequente Bestandsregulierung, der wir nachkommen. Wir w\u00fcnschen uns besonders, dass die Tiere nicht angef\u00fcttert werden. Hundehaltern empfehlen wir, vorsichtig zu sein, da Nutrias sehr wehrhaft sind und Hunde ernsthaft verletzen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>                         <a href=\"https:\/\/www.allesmuenster.de\/author\/mb\/\" class=\"fn url\" target=\"_blank\" title=\"Michael B\u00fchrke\" rel=\"nofollow noopener\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"250\" alt=\"\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" class=\"avatar avatar-250 photo\" style=\"max-width:250px\" data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/michael.jpg\"\/><\/a> <\/p>\n<p>Michael wurde im nieders\u00e4chsischen Celle geboren und kam 1990 zum Studieren nach M\u00fcnster. Er ist Geograf und arbeitet heute in der Unternehmskommunikation. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Umwelt, Gesundheit und Soziales aber auch in den Naturwissenschaften. Michael ist leidenschaftlicher Radfahrer, Wanderer und Amateurfotograf.<\/p>\n<p> <a href=\"https:\/\/www.allesmuenster.de\/author\/mb\/\" class=\"url\" target=\"_blank\" title=\"Michael B\u00fchrke\" rel=\"nofollow noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"250\" alt=\"\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" class=\"avatar avatar-250 photo\" style=\"max-width:250px\" data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/michael.jpg\"\/><\/a>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Putzig, aber gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Umwelt: Nutria.(Foto: Mross\/DJV) Sie werden gerne mit Bibern verwechselt und f\u00fchlen sich auch&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":331964,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[35782,3365,3364,29,30,11334,31405,8970,1209],"class_list":{"0":"post-331963","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-nutria","9":"tag-biber","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-jagd","14":"tag-jaeger","15":"tag-muenster","16":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115000286140111603","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/331963","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=331963"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/331963\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/331964"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=331963"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=331963"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=331963"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}