{"id":332612,"date":"2025-08-10T00:51:16","date_gmt":"2025-08-10T00:51:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/332612\/"},"modified":"2025-08-10T00:51:16","modified_gmt":"2025-08-10T00:51:16","slug":"essensausgabe-in-stuttgart-85-jaehrige-packt-mit-an-seniorinnen-verteilen-essen-an-beduerftige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/332612\/","title":{"rendered":"Essensausgabe in Stuttgart: 85-J\u00e4hrige packt mit an \u2013 Seniorinnen verteilen Essen an Bed\u00fcrftige"},"content":{"rendered":"<p>Mit ihren 85 Jahren hat Margret bereits ein stolzes Alter erreicht. Das h\u00e4lt sie am Freitagvormittag aber nicht davon ab, von ihrem Haus direkt neben der Evangelischen Kirchengemeinde in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart-Freiberg\" title=\"Stuttgart-Freiberg\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart-Freiberg<\/a> die wenigen Meter hin\u00fcber zum Gemeindezentrum Michaelshaus zu laufen, um dort bei einer Speisung f\u00fcr Bed\u00fcrftige mitanzupacken. \u201eEs geht mir auch im Alter noch gut\u201c, sagt sie. \u201eDa ist es doch sch\u00f6n, wenn ich mich noch etwas einbringen kann.\u201c <\/p>\n<p>Im Michaelshaus ist Margret mit dieser Einstellung nicht allein. 14 Ehrenamtliche verteilen hier einmal pro Woche zwischen 80 und 120 Portionen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Essen\" title=\"Essen\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Essen<\/a>. Das Team besteht \u00fcberwiegend aus Seniorinnen, die Altersspanne reicht von Anfang 60 bis 85. Das Geb\u00e4ude der Gemeinde Himmelsleiter ist einer der sieben Standorte von \u201eSuppoptimal\u201c. \u00dcber die Initiative der B\u00fcrgerstiftung <a href=\"https:\/\/www.buergerstiftung-stuttgart.de\/supp-optimal\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">finden in Stuttgart regelm\u00e4\u00dfige Essensausgaben statt<\/a>. <\/p>\n<p>Teil des Essens kommt von Harrys Bude <\/p>\n<p>Freitags ist das Michaelshaus an der Reihe. F\u00fcr Daniela Rapp bedeutet das, um 9 Uhr entweder bei der Schulk\u00fcche Issgut oder beim Rudolf-Sophien-Stift vorgekochte Gerichte in Einmachgl\u00e4sern abzuholen. Die werden sp\u00e4ter die Hauptspeise. <\/p>\n<p>Rapp arbeitet als Honorarkraft f\u00fcr die B\u00fcrgerstiftung und k\u00fcmmert sich unter anderem um die Essensausgabe in Freiberg. Ein weiterer Stopp auf ihrem Weg: Harrys Bude, <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.lebensmittelretter-in-stuttgart-harrys-bude-vom-sozialexperiment-zur-ideenschmiede.e1f4f1f7-6c79-47ca-a4c0-989207dfb672.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">die Einrichtung des Stuttgarter Lebensmittelretters Harry Pfau<\/a>. F\u00fcr Rapp hat er mehrere Kisten zur Seite gestellt, die das Angebot bei der Speisung erg\u00e4nzen \u2013 Salatgem\u00fcse, dazu Pflaumen, Erdbeeren und s\u00fc\u00dfe St\u00fcckchen f\u00fcr den Nachtisch. <\/p>\n<p>Obdachloser hilft mit \u2013 und wird Teil des Teams <\/p>\n<p>Mit dem vollen Auto f\u00e4hrt Rapp zum Michaelshaus, dann \u00fcbernehmen die Ehrenamtlichen. \u201eDas ist ein ganz tolles Team\u201c, lobt die 52-J\u00e4hrige. \u201eDie sind alle mit so viel Energie, Herzblut und Verl\u00e4sslichkeit dabei.\u201c<\/p>\n<p>Wie zum Beweis eilen am Gemeindezentrum sofort drei Menschen herbei, um Rapp beim Ausladen zu helfen. Darunter eine Helferin, aber auch einer der Stammg\u00e4ste, die schon vor dem Geb\u00e4ude warten. Au\u00dferdem der Ehrenamtliche Wolfgang, die m\u00e4nnliche Ausnahme im Seniorinnen-Team. \u201eIch komme von der anderen Seite\u201c, erz\u00e4hlt der 65-J\u00e4hrige. W\u00e4hrend der Corona-Pandemie landete der fr\u00fchere Hotelbetreiber auf der Stra\u00dfe, schlief wochenlang unter einer Stuttgarter Br\u00fccke.<\/p>\n<p>So fand Wolfgang zun\u00e4chst als Gast den Weg<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.weihnachten-in-stuttgart-die-aktion-suppoptimal-versorgt-beduerftige-unter-der-paulinenbruecke.991b5530-cda1-4070-96f4-f68ab6f9858e.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> zu den Speisungen von \u201eSuppoptimal\u201c<\/a>. Sp\u00e4ter begann er, selbst mitzuhelfen. Auch, um sich wieder n\u00fctzlich zu f\u00fchlen. \u201eIch h\u00e4tte mich damals im Park volllaufen lassen k\u00f6nnen oder schauen, dass ich wieder auf die Beine komme.\u201c Inzwischen hat Wolfgang \u00fcber die ehrenamtliche Arbeit eine Wohnung gefunden \u2013 und bringt sich an f\u00fcnf Standorten von \u201eSuppoptimal\u201c ein. <\/p>\n<p> Rund 80 G\u00e4ste bei Speisung in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a>-Freiberg <\/p>\n<p>Zu tun gibt es viel. Zwischen 800 und 1000 Portionen Essen werden \u00fcber die Initiative w\u00f6chentlich verteilt. Alleine in Freiberg kommen in der Regel rund 80 G\u00e4ste. In den R\u00e4umlichkeiten des Gemeindezentrums sind die Ehrenamtlichen deshalb emsig am Werk. Sie waschen Salatk\u00f6pfe und schneiden Radieschen, bereiten den Nachtisch vor und geben die Gl\u00e4ser mit der Hauptspeise \u2013 diesmal Kartoffelsuppe \u2013 aus. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1754787076_470_media.media.41d16c60-c6f0-4f81-8f14-0eb362e39d36.original1024.media.jpeg\"\/>     Diesmal auf dem Speiseplan: Kartoffelsuppe.    Foto: Ferdinando Iannone    <\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend setzen sich die G\u00e4ste mit ihrem Mittagessen, Tellern und Besteck auf die Bierb\u00e4nke, die im Schatten der B\u00e4ume vor dem Gemeindezentrum aufgestellt sind. \u201eNat\u00fcrlich ist das auch anstrengend\u201c, sagt die 85-j\u00e4hrige Margret \u00fcber ihren ehrenamtlichen Einsatz. \u201eAber einmal die Woche darf das schon sein.\u201c<\/p>\n<p> <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Ehrenamt\" title=\"Ehrenamt\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ehrenamt<\/a> in der Nachfolge Christi <\/p>\n<p>Auf Frauen wie Margret verweist Dagmar Ohage-Harchaoui, wenn sie sagt: \u201eDie sind meine Vorbilder f\u00fcrs Noch\u00e4lterwerden.\u201c Die 69-J\u00e4hrige arbeitete jahrelang als Diakonin bei der Gemeinde Himmelsleiter. Als sie von der Idee f\u00fcr die Essensausgabe erfuhr, war sie sofort Feuer und Flamme. \u201eWenn wir uns in der Nachfolge Christi sehen, dann sollten wir denen helfen, die es am n\u00f6tigsten haben\u201c, stellt sie klar. <\/p>\n<p>Echte Unterst\u00fctzung f\u00fcr Bed\u00fcrftige habe sie zeit ihres Lebens aber zu h\u00e4ufig vermisst, auch im kirchlichen Umfeld. Anders bei der Speisung, wo Ohage-Harchaoui weiter fester Teil des Teams ist. \u201eIch will etwas vom Sch\u00f6nen in meinem Leben abgeben\u201c, sagt sie. \u201eDann bekommt man auch etwas Sch\u00f6nes zur\u00fcck.\u201c So erz\u00e4hlt sie von einer Frau, die Stammgast ist \u2013 und an diesem Freitag den Ehrenamtlichen selbst gepfl\u00fcckte \u00c4pfel mitgebracht hat. Ohage-Harchaoui schw\u00e4rmt: \u201eWenn die Leute sich bei uns bedanken, dann ist das unsere Belohnung.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit ihren 85 Jahren hat Margret bereits ein stolzes Alter erreicht. 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