{"id":332704,"date":"2025-08-10T01:42:11","date_gmt":"2025-08-10T01:42:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/332704\/"},"modified":"2025-08-10T01:42:11","modified_gmt":"2025-08-10T01:42:11","slug":"verhandlungen-ueber-das-schicksal-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/332704\/","title":{"rendered":"Verhandlungen \u00fcber das Schicksal der Ukraine"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Alle Lehren des 20. Jahrhunderts fliegen gerade binnen k\u00fcrzester Zeit in den Dreck. 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs bleibt kein Stein der globalen Nachkriegsarchitektur mehr auf dem anderen. Zeitenwende? Der Begriff klingt inzwischen so klein. Nun wollen <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/donald-trump\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Donald Trump<\/a> und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wladimir-putin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wladimir Putin<\/a> \u00fcber das Schicksal der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ukraine\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine<\/a> verhandeln, ohne deren Interessen zu ber\u00fccksichtigen. So \u00e4hnlich haben einst <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/adolf-hitler\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Adolf Hitler<\/a> und Josef Stalin Osteuropa unter sich aufgeteilt, allerdings in einem geheimen Protokoll. Heute k\u00fcndigen die Weltherrschaftsfantasten ihr Vorhaben stolz an.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der eine will Amerika wieder gro\u00df machen, der andere w\u00fcnscht sich das russische Zarenreich zur\u00fcck. Dass sie Br\u00fcder im Geiste sind, lie\u00df sich l\u00e4ngst erahnen. Jetzt scheinen sie wirklich gemeinsame Sache zu machen, um die Weltordnung nach ihrem Gusto umzubauen. \u201eDie Ukrainer werden ihr Land nicht dem Besatzer schenken\u201c, erkl\u00e4rt Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wolodymyr-selenskyj\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wolodymyr Selenskyj<\/a> \u2013 vergeblich, sie werden nicht gefragt. Aber es geht nicht nur um sein Land. In der Trump-\u00c4ra \u2013 das Wort gef\u00e4llt dem US-Pr\u00e4sidenten sicher \u2013 wird alles niedergerissen, was \u00fcber Jahrzehnte zum Wohle aller Staaten gewachsen ist.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">An die Stelle von Verl\u00e4sslichkeit tritt Willk\u00fcr. Die US-Strafz\u00f6lle sind nur ein kleiner Vorgeschmack. Heute so, morgen anders. Glaube doch niemand, das Abkommen mit der EU werde Bestand haben. Wesentliche Punkte wurden gar nicht er\u00f6rtert, als <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ursula-von-der-leyen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ursula von der Leyen<\/a> ins schottische Golfresort Trumps zitiert und ihr ein Deal diktiert wurde. Noch schlimmer ist es f\u00fcr die Kleinen. \u201eAllein gegen das Raubtier Trump\u201c, hie\u00df es gerade bei der \u201eNeuen Z\u00fcrcher Zeitung\u201c aus der Schweiz. Die liberale Weltordnung sei unwiderruflich zu Ende gegangen. \u201eIn der \u00c4ra des Dschungels herrscht das Recht des St\u00e4rkeren.\u201c<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Verhalten dieses St\u00e4rkeren mag instinktgeleitet, impulsiv, narzisstisch erscheinen und folgt doch immer einem Ziel. Man sollte Trump nicht mit einem Raubtier und auch nicht mit Adolf Hitler vergleichen. Aber zur Wahrheit geh\u00f6rt, dass auch jener lange bel\u00e4chelt wurde, bevor er das Amt des Reichskanzlers \u00fcbernahm, um in deutschem Namen Krieg und Vernichtung \u00fcber Europa und die Welt zu bringen. Auch Trump wurde immer wieder nicht f\u00fcr voll genommen. Und zur Wahrheit geh\u00f6rt auch, dass der Pakt, den Hitler und Stalin schlie\u00dfen lie\u00dfen, eben keinen Bestand hatte, sondern die Deutschen ihren Zivilisationsbruch dann erst mit aller Wucht verfolgten.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zun\u00e4chst soll der Trump-Putin-Pakt ausgerechnet in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/alaska\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alaska<\/a> verhandelt werden. Vor bald 160 Jahren verkaufte <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/russland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Russland<\/a> seine Kolonie f\u00fcr knapp f\u00fcnf Dollar pro Quadratkilometer an die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/usa\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a>, ein echtes Schn\u00e4ppchen. Diesmal wird Russland auf einen besseren Deal pochen. Mag sein, dass der f\u00fcrchterliche Ukraine-Krieg nach inzwischen zweieinhalb Jahren endlich endet, wenn sich die USA und Russland f\u00fcr den Moment einig sind. Aber dauerhaften Frieden und Sicherheit wird es nicht geben, weder f\u00fcr die Ukraine noch f\u00fcr Europa.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Lehren des 20. Jahrhunderts scheinen vergessen zu sein. Nicht nur zertr\u00fcmmert der amtierende amerikanische Pr\u00e4sident alle nach dem Zweiten Weltkrieg gegr\u00fcndeten internationalen B\u00fcndnisse \u2013 Verteidigung, Handel, Klima \u2013, nicht nur schleift er zu Hause die demokratischen Regeln und Institutionen, sondern immer mehr L\u00e4nder folgen seinem Beispiel. Nationalistisches, v\u00f6lkisches Empfinden \u2013 von Denken spricht man da lieber nicht \u2013 greift um sich, auch in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/deutschland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a>. Jetzt, wo die USA und Russland alles einrei\u00dfen, k\u00f6nnte die Stunde der anderen, die Stunde Europas und der Vernunft sein. Denn die liberale Weltordnung \u00fcberlebt nur, wenn sie verteidigt wird.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch danach sieht es nicht aus. Deutschland, das nach wie vor ein \u00f6konomischer Riese ist, k\u00e4me, gemeinsam mit <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/frankreich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frankreich<\/a> und Gro\u00dfbritannien, eine zentrale Rolle zu. Doch eine Regierung, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/politik\/deutschland\/verfassungsrichter-kritik-nach-rueckzug-von-brosius-gersdorf_aid-132544967\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die sich schon bei der Wahl einer Verfassungsrichterin so brutal verhakt,<\/a> wird kaum die liberale Weltordnung retten. Das Ende der verl\u00e4sslichen Regeln kostet absehbar Wohlstand auf beiden Seiten des Atlantiks, und das f\u00fchrt \u2013 eine weitere Lehre aus der Geschichte \u2013 zu noch mehr politischer Instabilit\u00e4t. Der kommende Freitag markiert einen historischen Moment der Ohnmacht Europas.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Alle Lehren des 20. 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