{"id":332923,"date":"2025-08-10T03:55:11","date_gmt":"2025-08-10T03:55:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/332923\/"},"modified":"2025-08-10T03:55:11","modified_gmt":"2025-08-10T03:55:11","slug":"berlin-optimistin-mit-tiefgang-hommage-an-dolly-parton","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/332923\/","title":{"rendered":"Berlin | Optimistin mit Tiefgang: Hommage an Dolly Parton"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; In den USA wachsen derzeit Unruhe und Unsicherheit \u2013 unter dem wenig verl\u00e4sslichen Pr\u00e4sidenten Trump erscheint die Gesellschaft gespalten. Und doch es gibt etwas, worauf sich nahezu alle Amerikaner ohne Abstriche verst\u00e4ndigen k\u00f6nnten: Dolly Parton, Country- und Pop-Superstar seit nunmehr 60 Jahren.\u00a0<\/p>\n<p>So beschreibt es die Arte-Doku \u00abDolly Parton: Everybody\u2019s Darling\u00bb von Nicolas Maupied nahe am Sonntag (10. August) um 21.50 Uhr. Denn die heute 79-j\u00e4hrige Ikone (\u00abJolene\u00bb) begeistert Konservative und tief religi\u00f6se Leute ebenso wie Schwule, Lesben und Transmenschen, die auch gern mal an Wettbewerben f\u00fcr Parton-Doppelg\u00e4ngerinnen teilnehmen. Und die K\u00fcnstlerin lautstark auf Stra\u00dfenumz\u00fcgen feiern.<\/p>\n<p>\u00a0\u00abDumb Blonde\u00bb &#8211; dumme Blondine?<\/p>\n<p>Der Schl\u00fcssel zum Erfolg mit 3.000 selbstgeschriebenen Songs und 100 Millionen weltweit verkauften Schallplatten? \u00abDolly Parton sticht heraus. Sie vereint eine extravagante Vorliebe f\u00fcr das K\u00fcnstliche mit wahrer Tiefe\u00bb, hei\u00dft es im Portr\u00e4t.\u00a0<\/p>\n<p>Rein \u00e4u\u00dferlich ist die K\u00fcnstlerin eine Provokation. Gigantische Lockenper\u00fccke, dickes Make-up, Sch\u00f6nheit-OPs und bunt glitzernde Kost\u00fcme, die ihre Wespentaille betonen, spiegeln ein Frauenbild, das an Barbie-Puppen andockt.\u00a0<\/p>\n<p>Parton, die auch den Song \u00abDumb Blonde\u00bb (Dumme Blondine, 1967) im Repertoire hat, pr\u00e4sentiert es mit Selbstironie. \u00abMan braucht eine Menge Geld, um so billig auszusehen\u00bb, sagt die offensichtlich ausgebuffte Gesch\u00e4ftsfrau schelmisch in einem Interview.<\/p>\n<p>Dabei ber\u00fchrt die am 19. Januar 1946 in den Appalachen im tiefsten Tennessee geborene S\u00e4ngerin und Songwriterin dank schlichter Menschlichkeit und innerer St\u00e4rke die Herzen. Mit elf Geschwistern in einem Holzhaus ohne flie\u00dfend Wasser und Strom aufgewachsen, h\u00e4tten die Natur, der Glaube an Gott und harte Arbeit sie gepr\u00e4gt, vermittelt die TV-Sendung, die sich Parton durchweg mit Bewunderung n\u00e4hert.\u00a0<\/p>\n<p>Fr\u00fch lernte die Tochter einer Musik liebenden Familie Gitarre spielen, seit ihrem siebten Lebensjahr textet und komponiert Parton. \u00abMan lernt viel zu tr\u00e4umen, weil es sonst nichts zu tun gibt. Man nutzt seine Fantasie\u00bb, erkl\u00e4rt sie ihre Fr\u00fchentwicklung im abgelegenen Gebirgszug Smoky Mountains. Statt fernzusehen, habe man sich tolle Geschichten ausgedacht.<\/p>\n<p>Vorbild vieler Drag-Queens<\/p>\n<p>Gerade Amerikaner lieben es, wenn jemand zu seiner Herkunft steht und Nachteile in Erfolge verwandelt. Parton verlie\u00df nach dem Schulabschluss 1964 ihre Heimat, fuhr mit dem Bus 400 Kilometer nach Nashville, der Hauptstadt des Country \u2013 und der Rest ist Show-Geschichte. F\u00fcr einige Jahre bildete sie ein Duo mit Porter Wagoner (1927-2007).\u00a0<\/p>\n<p>Doch die selbstbewusste Sopranistin wollte Unabh\u00e4ngigkeit \u2013 und erzielte mit \u00abJoshua\u00bb ihren ersten Solo-Hit in den Country Charts. Zum Abschied von Wagoner schrieb sie 1974 f\u00fcr ihn \u00abI Will Always Love You\u00bb. Ein Soul-Song, mit dem Whitney Houston 1992 im Film \u00abBodyguard\u00bb weltweit Mega-Furore machen sollte. Heute ehrt etwa Kollegin Beyonc\u00e9 den Star mit einer Coverversion des Parton-Hits \u00abJolene\u00bb (1974).<\/p>\n<p>Mit \u00abHere You Come Again\u00bb schaffte die K\u00fcnstlerin 1977 auch den \u00dcbergang zum Pop. Obwohl sie nicht als militante Feministin auftritt, prangert sie in ihren Songs immer wieder Benachteiligungen von Frauen an und ermutigt zu eigener St\u00e4rke (\u00abJust Because I\u2019m A Woman\u00bb, 1968).\u00a0<\/p>\n<p>In den 1980ern wurde ihr Hit \u00abCoat Of Many Colors\u00bb, der von christlichen Familien geliebt wurde, zur Regenbogenhymne. Und sie selbst wurde von Dragqueens als Patin verehrt &#8211; bis heute. In jenem Jahrzehnt re\u00fcssierte die S\u00e4ngerin auch als Schauspielerin in Hollywood \u2013 wie in der Screwball-Kom\u00f6die \u00abNine To Five\u00bb (\u00abWarum eigentlich \u2026 bringen wir den Chef nicht um?\u00bb) mit Jane Fonda und Lilly Tomlin.<\/p>\n<p>\u00a0Dollywood<\/p>\n<p>\u00abDollywood\u00bb hei\u00dft dagegen der Freizeitpark in Tennessee, den sie um einen Nachbau des alten Holzh\u00e4uschens zu Ehren ihrer Eltern errichten lie\u00df. Trotz allem amerikanischen Optimismus hat die auch sozial sehr engagierte Musikerin, die 58 Jahre lang mit dem inzwischen gestorbenen Gesch\u00e4ftsmann Carl Dean verheiratet war, eine melancholische Seite. Als sie nach einer Operation 1985 keine Kinder mehr bekommen konnte, an Depressionen und Suizidgedanken litt, schrieb sie das traurige Lied \u00abDown From Dover\u00bb. In der Coverversion von Marianne Faithfull geriet auch das zum Erfolg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; In den USA wachsen derzeit Unruhe und Unsicherheit \u2013 unter dem wenig verl\u00e4sslichen Pr\u00e4sidenten Trump&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":332924,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,441,30,2549,62,6406,64,94059],"class_list":{"0":"post-332923","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-fernsehen","11":"tag-germany","12":"tag-leute","13":"tag-medien","14":"tag-tv-ausblick","15":"tag-usa","16":"tag-zum-10-august"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115002456445228996","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/332923","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=332923"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/332923\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/332924"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=332923"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=332923"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=332923"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}