{"id":332985,"date":"2025-08-10T04:32:10","date_gmt":"2025-08-10T04:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/332985\/"},"modified":"2025-08-10T04:32:10","modified_gmt":"2025-08-10T04:32:10","slug":"szenario-2029-greift-russland-die-nato-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/332985\/","title":{"rendered":"Szenario 2029: Greift Russland die Nato an?"},"content":{"rendered":"<p>Es war eine deutliche Warnung, die der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, im Fr\u00fchjahr unter anderem im BR24-Interview ausgesprochen hat: 2029 k\u00f6nnte Russland zu einem &#8222;gro\u00dfma\u00dfst\u00e4blichen Krieg&#8220; \u2013 also zu einem Angriff auf Nato-Territorium \u2013 in der Lage sein, sagte Breuer damals. Zwar hob er hervor, dass er &#8222;bewusst&#8220; im Konjunktiv spreche, der rangh\u00f6chste deutsche Soldat ist aber l\u00e4ngst nicht der einzige in der Nato, von dem solche S\u00e4tze zu h\u00f6ren sind. <\/p>\n<p>Seit <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/general-carsten-breuer-lage-nie-so-bedrohlich-wie-jetzt-gerade,UgYpiG9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Breuers vielbeachteten Medienauftritten<\/a> hat sich laut Verteidigungsministerium nichts an der Lageeinsch\u00e4tzung ge\u00e4ndert. Das erkl\u00e4rt ein Sprecher auf Anfrage. Zu konkreten Planungen will das Ministerium aus Gr\u00fcnden der milit\u00e4rischen Sicherheit nichts sagen, teilt aber mit, die Nato betrachte &#8222;verschiedene Szenarien mit unterschiedlicher r\u00e4umlicher und zeitlicher Dimension&#8220;.<\/p>\n<p>Worauf basieren die Annahmen? <\/p>\n<p>Basis f\u00fcr den genannten m\u00f6glichen Angriffs-Zeitraum ab 2029 sind laut Verteidigungsministerium Aufkl\u00e4rungsinformationen, nachrichtendienstliche und offene Quellen sowie Depotbest\u00e4nde, Produktionszahlen und Umstrukturierungen im russischen Milit\u00e4r. Der Bundesnachrichtendienst (BND) l\u00e4sst sich zu seinen Erkenntnissen nicht in die Karten schauen. Zu solchen Themen nehme man grunds\u00e4tzlich nicht \u00f6ffentlich Stellung, l\u00e4sst eine Sprecherin wissen. <\/p>\n<p>Der Milit\u00e4ranalyst Markus Reisner unterstreicht im BR-Interview, dass auch die Rhetorik der russischen F\u00fchrung entsprechende Schl\u00fcsse zul\u00e4sst. Reisner ist Oberst des \u00d6sterreichischen Bundesheeres und Institutsleiter an der Theresianischen Milit\u00e4rakademie, wo der \u00f6sterreichische Offiziersnachwuchs ausgebildet wird. Der Oberst analysiert den <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/russland-ukraine-krieg-im-news-ticker-kw-32,Ust1YyF\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine-Krieg und die Entwicklungen<\/a> in der russischen Armee laufend. Auch er warnt, Putin gehe es l\u00e4ngst nicht nur um die Ukraine. Ihm und seine F\u00fchrungsriege schwebe vor, den russischen Machtbereich auszudehnen \u2013 etwa aufs Baltikum. <\/p>\n<p>Wann wird es gef\u00e4hrlich? <\/p>\n<p>W\u00e4hrend Jahreszahlen wie 2029 stets im Zusammenhang mit einer konkreten Gef\u00e4hrdung im Raum stehen, warnen Milit\u00e4rs und Fachleute auch vor der Gefahr eines fr\u00fcheren Angriffs. Etwa sagte Generalleutnant J\u00fcrgen-Joachim von Sandrart bei einer Podiumsdiskussion in Hamburg im M\u00e4rz, das &#8222;Window of opportunity&#8220; (zu deutsch: Zeitfenster f\u00fcr eine Gelegenheit) schlie\u00dfe sich f\u00fcr Russland &#8222;auf der Zeitachse&#8220;. Die Zeit bis 2029 sei die bedrohlichere. <\/p>\n<p>Hintergrund der Aussage sind die <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/haushalt-was-die-bundeswehr-am-dringendsten-braucht,Ug5AbR3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">R\u00fcstungsanstrengungen der europ\u00e4ischen Nato-Staaten<\/a>, die mehr Geld in ihre Verteidigungsf\u00e4higkeit stecken: &#8222;Wenn der Westen sein Momentum entwickelt \u2013 wenn sich all das, wor\u00fcber entschieden wurde, materialisiert \u2013 dann wei\u00df Russland, dass es unterlegen ist&#8220;, sagte von Sandrart. Inzwischen ist der General im Ruhestand. Zuletzt trug er als Nato-Kommandeur an der Nord-Ostflanke des B\u00fcndnisses Verantwortung.<\/p>\n<p>Was passiert jetzt schon? <\/p>\n<p>Markus Reisner appelliert allerdings, nicht nur in den Ma\u00dfst\u00e4ben eines gro\u00dfangelegten Landkrieges zu denken, sondern vor allem <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/servernetz-abgeschaltet-schlag-gegen-prorussische-hacker,Ur7EZWj\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hybride Bedrohungen<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/ostsee-wieder-datenkabel-beschaedigt,Ub0VOMY\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sabotage<\/a> und Desinformationskampagnen im Blick zu behalten. Er verweist etwa auf Sabotageakte an mehreren Schiffen der Deutschen Marine und auf Kampagnen im Netz. <\/p>\n<p>Reisner sieht Parallelen zum Vorgehen der einstigen Sowjetunion: &#8222;Man versucht die Bev\u00f6lkerung durch kognitive Kriegsf\u00fchrung davon zu \u00fcberzeugen, dass Russland gar nicht der Feind ist, damit die Staaten \u00fcberhaupt nicht verteidigungsf\u00e4hig werden&#8220;. Aus Perspektive der russischen F\u00fchrung sei das zielf\u00fchrender als ein Angriff mit massivem milit\u00e4rischem Potenzial auf Zentraleuropa: &#8222;Da w\u00fcrden ja alle sofort erkennen, dass diese Absicht tats\u00e4chlich vorhanden ist und man w\u00fcrde sich vielleicht Schulter an Schulter dagegen wehren&#8220;.<\/p>\n<p>Vielen sei diese Gefahr gar nicht bewusst, so Reisner. Sie machten sich zu &#8222;Handlangern&#8220; dieser Methoden. Deutlich werde das etwa daran, dass es in Europa keine Einigkeit dar\u00fcber gebe, dass Abschreckung n\u00f6tig sei, damit ein Aggressor gar nicht erst auf die Idee komme anzugreifen. <\/p>\n<p>Die Sendung Politik und Hintergrund setzt am 10.8. einen Schwerpunkt zu diesem Thema. Zu Wort kommt neben Oberst Markus Reisner auch Generalmajor Andreas Henne im Exklusivinterview. Henne f\u00fchrt die neue &#8222;Heimatschutzdivision&#8220; der Bundeswehr. Politik und Hintergrund h\u00f6ren Sie um 08:05 Uhr im Radioprogramm von BR24 oder jederzeit bequem als <a href=\"https:\/\/www.ardaudiothek.de\/sendung\/politik-und-hintergrund\/urn:ard:show:7268771524281ede\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Podcast in der ARD Audiothek<\/a>. Dort finden Sie auch eine aktuelle <a href=\"https:\/\/www.ardaudiothek.de\/sendung\/br24-reportage\/urn:ard:show:26445f1074aa7fee\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BR24 Reportage<\/a> zum deutschen milit\u00e4rischen Engagement in Litauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es war eine deutliche Warnung, die der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, im Fr\u00fchjahr unter anderem im BR24-Interview&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":332986,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,14979,27203,13,14,1159,15,4043,4044,850,307,12,3555,1712,4961,14566,306],"class_list":{"0":"post-332985","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-baltikum","11":"tag-bnd","12":"tag-headlines","13":"tag-nachrichten","14":"tag-nato","15":"tag-news","16":"tag-russia","17":"tag-russian-federation","18":"tag-russische-foederation","19":"tag-russland","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-spionage","22":"tag-ukraine-krieg","23":"tag-verteidigung","24":"tag-verteidigungsministerium","25":"tag-wladimir-putin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115002601965517600","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/332985","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=332985"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/332985\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/332986"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=332985"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=332985"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=332985"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}