{"id":332998,"date":"2025-08-10T04:39:10","date_gmt":"2025-08-10T04:39:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/332998\/"},"modified":"2025-08-10T04:39:10","modified_gmt":"2025-08-10T04:39:10","slug":"eu-fuerchtet-russischen-einfluss-stocker-faehrt-zum-balkan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/332998\/","title":{"rendered":"EU f\u00fcrchtet russischen Einfluss: Stocker f\u00e4hrt zum Balkan"},"content":{"rendered":"<p>Die EU-Erweiterung und die Wirtschaft stehen von Montag bis Mittwoch im Zentrum einer Reise von <strong>Bundeskanzler Christian Stocker (\u00d6VP)<\/strong> nach Montenegro und Serbien. Nachdem Stocker bereits im Mai am Gipfel der Europ\u00e4ischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in Tirana teilgenommen hatte, ist dies die erste bilaterale Auslandsreise des Kanzlers in die Westbalkan-Region. In Montenegro und Serbien sollen Abkommen \u00fcber eine verst\u00e4rkte wirtschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet werden. Und: Stocker trifft Fu\u00dfballer <strong>Marco Arnautovic<\/strong>, der k\u00fcrzlich zu &#8222;Roter Stern Belgrad&#8220; gewechselt ist. Davor hatte es wochenlange Spekulationen um einen Sensations-Wechsel zu Rapd gegeben.<\/p>\n<p>In Montenegro wird Stocker am Dienstag Staatspr\u00e4sident <strong>Jakov Milatovi\u0107<\/strong> sowie Premier <strong>Milojko Spaji\u0107<\/strong> treffen. In Belgrad stehen am Mittwoch unter anderem Treffen mit Pr\u00e4sident <strong>Aleksandar Vu\u010di\u0107 <\/strong>und dem serbischen Premier <strong>\u0110uro Macut <\/strong>auf dem Programm. Au\u00dferdem sind in Belgrad &#8211; nicht zuletzt im Hinblick auf die EXPO 2027 &#8211; Gespr\u00e4che mit Wirtschaftsvertretern geplant. Der Bundeskanzler will sich dazu auch mit der serbischen Vizepremierministerin und Wirtschaftsministerin <strong>Adrijana Mesarovi\u0107<\/strong> austauschen.<\/p>\n<p>    Handel mit Serbien auf Rekordniveau<\/p>\n<p>\u00d6sterreich ist der drittgr\u00f6\u00dfte Investor in Serbien. Au\u00dferdem ist Serbien <strong>der gr\u00f6\u00dfte Handelspartner \u00d6sterreichs am Westbalkan<\/strong>. Das Handelsvolumen erreichte nach Angaben des Bundeskanzleramts 2024 mit 1,96 Milliarden Euro ein Rekordniveau, die Exporte stiegen 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. In Montenegro wiederum ist \u00d6sterreich gem\u00e4\u00df der montenegrinischen Zentralbank der achtgr\u00f6\u00dfte Investor im Land.<\/p>\n<p>    Montenegro Frontrunner bei EU-Erweiterung<\/p>\n<p>Montenegro ist das am weitesten fortgeschrittene Kandidatenland, mit dem die Europ\u00e4ische Union derzeit \u00fcber einen Beitritt verhandelt. <strong>Montenegro will die Verhandlungen bereits im kommenden Jahr abschlie\u00dfen<\/strong>. EU-Erweiterungskommissarin <strong>Marta Kos<\/strong> h\u00e4lt einen EU-Beitritt des Balkanstaates mit rund 600.000 Einwohnern vor 2030 f\u00fcr m\u00f6glich. Anders als Serbien bekennt sich Montenegro ganz klar zur EU-Au\u00dfenpolitik, so tr\u00e4gt das Land auch die EU-Sanktionen gegen Russland mit.<\/p>\n<p><strong>Serbien setze die EU-Sanktionen gegen Russland nicht um<\/strong>, weil dies &#8222;die serbische Wirtschaft in einem gewaltigen Ausma\u00df&#8220; treffen w\u00fcrde und man als Nicht-EU-Mitglied auch nicht \u00fcber das Sicherheitsnetz der Unionsmitgliedschaft verf\u00fcge, sagte der serbische Europaminister Nemanja Starovi\u0107 zuletzt. Pr\u00e4sident Vu\u010di\u0107 pflegt au\u00dferdem betont freundschaftliche Beziehungen zum russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin. Serbien w\u00e4re aber bereit, die EU-Sanktionen zur G\u00e4nze mitzutragen, &#8222;wenn die EU-Mitgliedschaft in Sichtweite ist&#8220;, also bereits wenige Monate vor dem Beitrittsdatum, so Starovi\u0107.<\/p>\n<p>    Serbien muss Beziehungen mit Kosovo normalisieren<\/p>\n<p>Bis zu einem EU-Beitritt muss Serbien, das seit 2012 \u00fcber den offiziellen Kandidatenstatus verf\u00fcgt und seit 2014 mit der EU verhandelt, seine <strong>Beziehungen mit dem Kosovo normalisieren<\/strong>. Die ehemalige s\u00fcdserbische Provinz hatte 2008 nach dem Kosovo-Krieg Belgrads gegen den mehrheitlich von Albanern bewohnten Kosovo und Jahren unter UNO-Verwaltung ihre Unabh\u00e4ngigkeit verk\u00fcndet. Von Belgrad wurde das bisher nicht anerkannt. Allerdings erkennen auch f\u00fcnf EU-Staaten bis heute nicht die Unabh\u00e4ngigkeit des Kosovo an.<\/p>\n<p>Serbien sei im Konflikt mit seiner fr\u00fcheren Provinz Kosovo zu &#8222;sehr harten Kompromissen&#8220; bereit. Belgrad wolle seine Beziehungen zu Prishtina &#8222;zur G\u00e4nze normalisieren&#8220;, betonte der serbische Europaminister Nemanja Starovi\u0107 zuletzt im APA-Interview.<\/p>\n<p>\u00d6sterreich unterst\u00fctze Serbien auf dem Weg in die EU seit Anbeginn, hei\u00dft es im Bundeskanzleramt. Nun gelte es, notwendige Reformen voranzutreiben, um im Beitrittsprozess konkrete n\u00e4chste Schritte setzen zu k\u00f6nnen. Dies umfasse auch Fortschritte im Belgrad-Pristina-Dialog, dieser sei alternativlos f\u00fcr beide Staaten und ganz entscheidend f\u00fcr die Stabilit\u00e4t der gesamten Region. Klar sei auch, dass es auf dem Weg in die EU keine Abstriche geben d\u00fcrfe, beispielsweise in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, Versammlungsfreiheit oder dem Schutz der Menschen- und Minderheitenrechte.<\/p>\n<p>    EU f\u00fcrchtet russischen Einfluss am Westbalkan<\/p>\n<p>\u00d6sterreich und andere EU-Staaten wollen nicht zuletzt im Lichte des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine die Westbalkan-Region politisch nicht aus den Augen verlieren und an die EU binden. Sie bef\u00fcrchten ansonsten eine Destabilisierung der Region und wollen den Westbalkan nicht anderen Akteuren wie Russland, China und arabischen Staaten \u00fcberlassen. Zu diesem Zweck hat \u00d6sterreich die Plattform &#8222;Friends of the Western Balkans&#8220; initiiert &#8211; eine informelle Gruppe mit Griechenland, Kroatien, Slowenien, Slowakei und Tschechien, die sich f\u00fcr rasche und konkrete Fortschritte auf dem Weg zum Vollbeitritt der sechs Staaten des Westbalkans einsetzt.<\/p>\n<p>In der EU z\u00e4hlt \u00d6sterreich zu den st\u00e4rksten Unterst\u00fctzern einer EU-Perspektive f\u00fcr die Staaten des Westbalkans. Die Region geh\u00f6re nicht nur geografisch, sondern auch historisch, kulturell und vor allem menschlich zu \u00d6sterreich, hei\u00dft es im Bundeskanzleramt. <strong>\u00dcber eine halbe Million Menschen, die in \u00d6sterreich leben, haben demnach ihre Wurzeln in der Region.<\/strong><\/p>\n<p>    Stocker trifft auch Arnautovic<\/p>\n<p>Einen der bekanntesten \u00d6sterreicher mit serbischen Wurzeln will der Kanzler in Belgrad treffen. In einem Gespr\u00e4ch zwischen Stocker und \u00d6FB-Rekordteamspieler <strong>Marko Arnautovic<\/strong>, der im Juli zum serbischen Spitzenclub Roter Stern Belgrad wechselte, solle es um die verbindende Kraft des Sports gehen. &#8222;Marko Arnautovi\u0107 steht f\u00fcr die starken menschlichen Bande zwischen \u00d6sterreich und Serbien. Unser Land hat Marko Arnautovi\u0107 viel zu verdanken&#8220;, betonte Stocker im Vorfeld.<\/p>\n<p>Die serbische Diaspora in \u00d6sterreich bel\u00e4uft sich auf rund 300.000 Menschen, darunter sind laut Bundeskanzleramt etwa 122.000 serbische Staatsb\u00fcrger. Wien gilt demnach aufgrund der gro\u00dfen serbischen Community gar als drittgr\u00f6\u00dfte &#8222;serbische&#8220; Stadt weltweit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die EU-Erweiterung und die Wirtschaft stehen von Montag bis Mittwoch im Zentrum einer Reise von Bundeskanzler Christian Stocker&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":332999,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-332998","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115002629398840963","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/332998","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=332998"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/332998\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/332999"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=332998"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=332998"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=332998"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}