{"id":333019,"date":"2025-08-10T04:53:12","date_gmt":"2025-08-10T04:53:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333019\/"},"modified":"2025-08-10T04:53:12","modified_gmt":"2025-08-10T04:53:12","slug":"nordsee-start-up-separa-revolutioniert-meeresueberwachung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333019\/","title":{"rendered":"Nordsee: Start-up Separa revolutioniert Meeres\u00fcberwachung"},"content":{"rendered":"<p>Wer wissen m\u00f6chte, wie es dem Meer so geht, kann sich nach einer st\u00fcrmischen Flut mal an die Wasserkante einer beliebigen <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/nordsee-q1693\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nordsee<\/a>insel stellen: kaputte Netze, leere Plastikflaschen, durchl\u00f6cherte Eimer und ab und an kleine Br\u00f6ckchen undefinierbarer Substanzen. Und was ist eigentlich mit den Dingen, die wir nicht sehen? Und welche Dinge sind das \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>&#8222;Deutschland ist verpflichtet, den Zustand des Meeres im Blick zu haben&#8220;, erkl\u00e4rt die 35-j\u00e4hrige Anneke Heins dazu, &#8222;es ist aber schwer, zu z\u00e4hlen, was darin lebt. Daher braucht man Methoden \u2013 und eine davon ist Filtration.&#8220;<\/p>\n<p>Zusammen mit der 35 Jahre alten Greta Reintjes und dem 32-j\u00e4hrigen Jan Br\u00fcwer hat Anneke Heins das Start-up &#8222;Separa&#8220; gegr\u00fcndet, das aus dem &#8222;MAX!mize&#8220;-Inkubationsprogramm der Max-Planck-Gesellschaft hervorgegangen ist, in dem Ausgr\u00fcndungen und Forschungstransfers in die Wirtschaft unterst\u00fctzt werden. Die Max-Planck-Gesellschaft f\u00f6rdert das Start-up auch mit einer sechsstelligen Summe f\u00fcr zwei Jahre.<\/p>\n<p>Schnell und idiotensicher<\/p>\n<p>Am Max-Planck-Institut forschen Anneke Heins und Jan Br\u00fcwer auch. Greta Reintjes, t\u00e4tig an der Universit\u00e4t Bremen, erz\u00e4hlt: &#8222;Wir haben w\u00e4hrend unserer Forschungen schon ganz viel filtriert. Und das ist anstrengend.&#8220; Aus dieser Erkenntnis ist innerhalb eines Projekts zur \u00dcberwachung der Nord- und Ostsee der Wunsch entstanden, diese anstrengende und auch zeitaufwendige Prozedur zu vereinfachen \u2013 und herausgekommen ist eine einfach zu bedienende Maschine samt eines speziellen Filters. &#8222;Diese Maschine ist wesentlich schneller&#8220;, sagt Jan Br\u00fcwer, ein Filtrationsvorgang dauere dann nicht mehr 25 Minuten, sondern unter zwei. Und etwas flapsig f\u00fcgt er hinzu: &#8222;Diese Maschine soll idiotensicher sein.&#8220; Denn auch das soll das entwickelte Ger\u00e4t leisten: dass alle Menschen sie bedienen k\u00f6nnen, ohne erst den komplizierten Umgang mit der Technik erlernen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Maschine selbst erinnert eher an eine futuristische Saftpresse oder Kaffeemaschine und wie eine Kaffeemaschine funktioniert sie im Grunde auch: &#8222;Strom einschalten, Filter einsetzen, Wasserprobe einf\u00fcllen, Hebel bet\u00e4tigen und die Maschine nimmt die Probe selbstst\u00e4ndig&#8220;, so ist der Bedienvorgang in einer Pressemitteilung zu lesen. Zentraler Bestandteil der Maschine ist dabei der Filter \u2013 er kann das sogenannte &#8222;Laborbuch&#8220; ersetzen, indem er auf einem speziellen Chip Daten wie etwa Datum, Uhrzeit und GPS-Koordinaten des Filtrationsortes speichert, au\u00dferdem den Druck der Probe und die Art des Filters.<\/p>\n<p>Alle Informationen auf einem Filter<\/p>\n<p>&#8222;Im Endeffekt haben wir alle Informationen auf dem Filter. Die Daten werden dann in eine Cloud geschickt, k\u00f6nnen aber auch direkt vom Ger\u00e4t gezogen werden&#8220;, erl\u00e4utert Anneke Heins. Denn: &#8222;Der beste Filter der Welt ist nutzlos, wenn man nicht wei\u00df, wann und wo filtriert wurde.&#8220; Smarte Filter also, die alle relevanten Informationen speichern \u2013 &#8222;der Filter ist das relevante Produkt&#8220;, sagt dann auch Greta Reintjes, &#8222;er ist unser Alleinstellungsmerkmal.&#8220;<\/p>\n<p>Meere sind demnach ein Einsatzgebiet, Trink- und Abwasserkontrollen ein anderes und Qualit\u00e4tspr\u00fcfungen in Badeseen und Gew\u00e4ssern ein weiteres. &#8222;Letzten Endes sollen alle Beteiligten Proben nehmen k\u00f6nnen, zum Beispiel auf einer F\u00e4hre oder auf jedem anderen Schiff&#8220;, sagt Jan Br\u00fcwer. &#8222;Wir m\u00f6chten ein Mehrwegger\u00e4t anbieten und wir wollen Ressourcen schonen&#8220;, sagt Anneke Heins. Das Mehrwegger\u00e4t steht mittlerweile zum Beispiel in der Biologischen Anstalt Helgoland oder dem Institut f\u00fcr Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) auf Spiekeroog. Ende dieses Jahres wird es auch auf dem Forschungsschiff Polarstern des Alfred-Wegener-Instituts zum Einsatz kommen.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" data-w=\"1200 1 Landscape\" alt=\"Die Start-up-Gr\u00fcnder Anneke Heins, Jan Br\u00fcwer, Greta Reintjes (von links).\" class=\"inline-gallery__image withsrc\" style=\"max-height:unset;aspect-ratio:16\/9\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Landscapesepara-made-in-bremen.webp.webp\"\/><\/p>\n<p>Die Start-up-Gr\u00fcnder Anneke Heins, Jan Br\u00fcwer, Greta Reintjes (von links).<\/p>\n<p>                    Foto:<br \/>\n     Christina Kuhaupt <\/p>\n<p>Auch in Windparks ist das Ger\u00e4t der drei Forschenden bereits eingesetzt worden. &#8222;Damit Windr\u00e4der in der Nordsee stehen k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt man einen Fu\u00df aus Hartsubstrat&#8220;, erz\u00e4hlt Greta Reintjes, und dort, auf dem Substrat, siedeln sich dann Tiere an, die sich auf dem ansonsten sandigen Meeresboden nicht ohne Weiteres ansiedeln w\u00fcrden.<\/p>\n<p>&#8222;Es passiert gerade sehr viel in der Nordsee, das k\u00f6nnen wir noch gar nicht einsch\u00e4tzen&#8220;, kann Anneke Heins berichten, &#8222;zum Beispiel siedeln sich Austern auf dem Substrat an.&#8220; Und was noch interessiert: &#8222;Wie sich die Bakterien im Laufe der Zeit ver\u00e4ndern&#8220;, meint Jan Br\u00fcwer. Es sind also zun\u00e4chst die f\u00fcr das blo\u00dfe Auge unsichtbaren Dinge und Lebewesen, die das Filtrieren notwendig machen. Algenbl\u00fcten seien teilweise sogar aus dem All sichtbar, sagt Anneke Heins, bei Bakterien sei das jedoch schwieriger: &#8222;Vibrio vulnificus etwa gibt es gerade vermehrt in der Ostsee, deshalb ist auch wichtig, das Meer zu \u00fcberwachen.&#8220;<\/p>\n<p>Herstellung im 3D-Drucker<\/p>\n<p>Die bereits angesprochene Schonung von Ressourcen vollzieht sich auf mehreren Ebenen: Durch die verk\u00fcrzte Zeit, die f\u00fcr das Filtrieren aufgewendet werden muss, steht mehr Arbeitskraft f\u00fcr anderweitige Aufgaben zur Verf\u00fcgung. Teure Schiffszeiten k\u00f6nnen anderweitig genutzt werden. Au\u00dferdem gibt es bei der Herstellung des Ger\u00e4te im 3D-Drucker so gut wie keinen Abfall \u2013 &#8222;und wenn man an den Bakterien interessiert ist, ist selbst der Filter kein Abfall&#8220;, meint Greta Reintjes. Selbst das Wasser k\u00f6nne noch analysiert werden. &#8222;Nachhaltigkeit ist uns wichtig.&#8220;<\/p>\n<p>Nach der Entwicklung des Separa-Ger\u00e4tes habe es viele Anfragen gegeben, auch aus den Bereichen Fischerei und Tourismus. &#8222;Wir sind auch mit einer Firma im Austausch, um die <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/trinkwasser-q7892\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Trinkwasser<\/a>qualit\u00e4t zu \u00fcberwachen&#8220;, f\u00fcgt Jan Br\u00fcwer hinzu. Filtration tauche \u00fcberall auf, der Bedarf sei also da, meint Anneke Heins, wobei eine Firmengr\u00fcndung zun\u00e4chst gar nicht Thema gewesen sei. &#8222;Erst kam die Forschung, dann das Feedback \u2013 und die Idee der Firma kam dann hinterher.&#8220; Die Firma soll im M\u00e4rz 2026 gegr\u00fcndet werden, dann suchen die drei Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcnder eigene R\u00e4umlichkeiten und bereits jetzt Kooperationspartner. &#8222;Mit der Max-Planck-Gesellschaft werden wir aber verbunden bleiben&#8220;, sagt Jan Br\u00fcwer.<\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc81tx35br4znbo2vkn4k\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/wirtschaft\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wer wissen m\u00f6chte, wie es dem Meer so geht, kann sich nach einer st\u00fcrmischen Flut mal an die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":333020,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,30],"class_list":{"0":"post-333019","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115002684530519054","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333019","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=333019"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333019\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/333020"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=333019"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=333019"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=333019"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}