{"id":333141,"date":"2025-08-10T06:02:14","date_gmt":"2025-08-10T06:02:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333141\/"},"modified":"2025-08-10T06:02:14","modified_gmt":"2025-08-10T06:02:14","slug":"die-schwierige-rueckkehr-in-ein-zerstoertes-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333141\/","title":{"rendered":"Die schwierige R\u00fcckkehr in ein zerst\u00f6rtes Land"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>Reportage<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 10.08.2025 04:28 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Nach Jahren der Flucht kehren Syrer zur\u00fcck in ihre Heimat. Doch der Start in das neue Leben ist mit vielen Schwierigkeiten verbunden. St\u00e4dte wie Palmyra sind zu weiten Teilen zerst\u00f6rt. Wie kommen die R\u00fcckkehrer zurecht?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/anna-osius-103.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Anna Osius\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/osius-ts-100.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKamel f\u00fcllt N\u00fcsse ab. Der 45-j\u00e4hrige Syrer hat in Palmyra ein kleines Gesch\u00e4ft er\u00f6ffnet &#8211; er verkauft Pistazien, Knabberzeug, S\u00fc\u00dfigkeiten. Gerade kauft ein junges P\u00e4rchen eine T\u00fcte Karamellbonbons.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAlles ist noch ganz neu im Laden, denn Kamel ist erst vor wenigen Wochen mit seiner Familie zur\u00fcckgekehrt. Zehn Jahre lang haben sie in der T\u00fcrkei gelebt, auf der Flucht vor der Gewalt in Syrien, dem Krieg, der Terrormiliz &#8222;Islamischer Staat&#8220; und dem Langzeitdiktator Baschar al-Assad.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Als Syrien von Assad befreit wurde, war klar: Ich will zur\u00fcck. Am liebsten w\u00e4ren wir sofort gekommen, aber ich musste erst meine Arbeit dort beenden und dann sind wir los.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Kamel hat sich ein eigenes Gesch\u00e4ft in Palmyra aufgebaut &#8211; nach zehn Jahren als Gefl\u00fcchteter in der T\u00fcrkei.\n                    <\/p>\n<p>    Das eigene Haus &#8211; in Tr\u00fcmmern<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEinfach sei die R\u00fcckkehr nicht, r\u00e4umt der Familienvater ein. Die Kinder gingen in der T\u00fcrkei zur Schule, die Familie hatte sich ein Leben aufgebaut. In Syrien stehen nun alle vor einem Neuanfang &#8211; und das unter schwierigen Bedingungen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn Palmyra liegen immer noch ganze Stra\u00dfenz\u00fcge in Tr\u00fcmmern, viele H\u00e4user sind unbewohnbar. Es gibt l\u00e4ngst nicht immer flie\u00dfend Wasser oder Strom. Auch Kamels Haus ist zerst\u00f6rt worden. Zwei mutma\u00dflich russische Raketen sind eingeschlagen und haben es dem Erdboden gleich gemacht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEr wohnt erst mal zur Miete. Aber alles sei besser als die T\u00fcrkei, sagt er. &#8222;Wir hatten als Fl\u00fcchtlinge sehr schwierige, dann sch\u00f6ne und dann traurige Tage. Traurig war vor allem der Rassismus. Nicht von allen. Aber wir haben in der T\u00fcrkei deutlichen Rassismus gesp\u00fcrt, vor allem die Kinder an der Schule. Deshalb sind wir gegangen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        So wie diese Stra\u00dfe sind viele Gegenden von Palmyra zerst\u00f6rt. Der Wiederaufbau wird Jahre dauern.\n                    <\/p>\n<p>    Und doch herrscht Aufbruchstimmung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNun sind sie zur\u00fcck in der zerst\u00f6rten Heimat. In der syrischen Kleinstadt Palmyra herrscht Aufbruchstimmung. An vielen H\u00e4usern wird gewerkelt, Tr\u00fcmmer wegger\u00e4umt, Sand geschippt. Die Menschen wollen ihr Zuhause wieder aufbauen. Doch das braucht Zeit und Geld.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch Mohammed war mit seiner Familie jahrelang in der T\u00fcrkei. Der alte Mann ist mit seiner Frau zur\u00fcckgekehrt. Geld f\u00fcr den Wiederaufbau habe er keines, sagt er bedauernd. Seine Kinder seien weitergezogen, zwei seiner S\u00f6hne lebten in Deutschland &#8211; in Flensburg, berichtet Mohammed stolz.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Mohammed hofft, dass seine Kinder irgendwann aus Deutschland nach Syrien zur\u00fcckkehren.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDort h\u00e4tten sie einen Sprachkus gemacht, ein Studium absolviert und seien mittlerweile mit syrischen Frauen verheiratet. Wollen sie zur\u00fcckkehren in das v\u00f6llig zerst\u00f6rte Tr\u00fcmmerfeld von Palmyra? Mohammed wiegt mit dem Kopf &#8211; erst mal nicht, meint er vorsichtig.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAm Telefon erreichen wir Khaled, den Sohn eines Bekannten von Mohammed. Auch er lebt in Deutschland, wird zur Fachkraft ausgebildet und m\u00f6chte erst mal bleiben. Eine R\u00fcckkehr nach Syrien kann er sich unter einer Voraussetzung vorstellen: &#8222;Ich habe einen Plan. Wenn ich die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft erhalte, dann ja.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        F\u00fcr die Kinder ist der Wiederaufbau von Palmyra manchmal auch noch ein Spiel &#8211; f\u00fcr die Eltern bedeutet er harte, entbehrungsreiche Arbeit.\n                    <\/p>\n<p>    &#8222;Gl\u00fccksgef\u00fchl&#8220;, wieder daheim zu sein<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWer nicht diese Perspektive hat, macht sich auf den Weg. Tausende Syrerinnen und Syrer sind bereits zur\u00fcckgekehrt in ihre Heimatst\u00e4dte, aus dem Ausland oder aus anderen Provinzen. Vor Mahmouds Haus stapeln sich Koffer, Kisten und Plastiks\u00e4cke. Erst in der vergangenen Nacht ist er mit der Familie zur\u00fcckgekommen. Die Begr\u00fc\u00dfung ist freudig, die Nachbarn haben sich lange nicht gesehen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMahmoud z\u00e4hlt zu einem der Millionen Binnenvertriebenen in Syrien. Einer, der im syrischen B\u00fcrgerkrieg mit seiner Familie von einer Front zur n\u00e4chsten geriet, von Palmyra \u00fcber Aleppo bis nach Idlib. Sein Neffe hat in Idlib durch einen Granatsplitter eine Hand verloren.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Mahmoud hat als Binnenfl\u00fcchtling immer von der R\u00fcckkehr nach Palmyra getr\u00e4umt &#8211; nun hat sich dieser Wunsch erf\u00fcllt.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVon einer R\u00fcckkehr in die Heimat hatten sie immer getr\u00e4umt. &#8222;Wir mussten einfach zur\u00fcck. Das ist unsere Stadt, wo wir aufgewachsen sind. Jeden Tag haben wir an die Heimat gedacht. Die R\u00fcckkehr war schwer, aber es ist alles nichts im Vergleich zu dem Gl\u00fccksgef\u00fchl, wieder zu Hause zu sein.&#8220; Mahmoud, Kamel und die vielen anderen R\u00fcckkehrer w\u00fcnschen sich nur eines: dass in ihrem Land nun dauerhaft Frieden einkehrt und der Wiederaufbau Syriens gelingt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Reportage Stand: 10.08.2025 04:28 Uhr Nach Jahren der Flucht kehren Syrer zur\u00fcck in ihre Heimat. 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