{"id":333225,"date":"2025-08-10T06:52:10","date_gmt":"2025-08-10T06:52:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333225\/"},"modified":"2025-08-10T06:52:10","modified_gmt":"2025-08-10T06:52:10","slug":"kaelteeinbruch-belastet-die-ernte-jetzt-werden-auch-haselnuesse-teurer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333225\/","title":{"rendered":"K\u00e4lteeinbruch belastet die Ernte: Jetzt werden auch Haseln\u00fcsse teurer"},"content":{"rendered":"<p>                    K\u00e4lteeinbruch belastet die Ernte<br \/>\n                Jetzt werden auch Haseln\u00fcsse teurer<\/p>\n<p>\t\t\t\t              10.08.2025, 07:42 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Haseln\u00fcsse geh\u00f6ren ins M\u00fcsli, in Schokolade oder in Nutella.  60 Prozent der Fr\u00fcchte wachsen in der T\u00fcrkei, dort sch\u00e4digt im April ein K\u00e4lteeinbruch die Str\u00e4ucher. Unternehmen wie Rittersport sprechen von der n\u00e4chsten gro\u00dfen Belastung. Steigen sie auf g\u00fcnstigere Alternativen um? <\/strong><\/p>\n<p>Ein K\u00e4lteeinbruch in der T\u00fcrkei verteuert Schokolade, Aufstriche und M\u00fcsli in Deutschland: Die Haselnusspreise sind seit Jahresbeginn bis zur nun beginnenden Erntezeit um mehr als ein Drittel gestiegen. Die staatliche t\u00fcrkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, dass die Ernte dieses Jahr 36 Prozent geringer ausfallen wird als gew\u00f6hnlich.<\/p>\n<p>Die T\u00fcrkei ist das Haupterzeugerland von Haseln\u00fcssen und dominiert den Weltmarkt. Rund 60 Prozent der Haseln\u00fcsse wachsen \u00fcberwiegend an den gr\u00fcnen Bergh\u00e4ngen entlang der Schwarzmeerk\u00fcste. Dort wird die Nuss wegen ihrer Bedeutung auch &#8222;gr\u00fcnes Gold&#8220; genannt. Im April hat ein K\u00e4ltebruch jedoch Bl\u00fcten und Triebe zerst\u00f6rt. Landwirtschaftsminister Ibrahim Yumakli sprach von einem der \u00e4rgsten Agrarfr\u00f6ste der t\u00fcrkischen Geschichte. <\/p>\n<p>Massive (Doppel-)Belastung<\/p>\n<p>In Deutschland sp\u00fcren den Preissprung vorwiegend Unternehmen, die f\u00fcr ihre Erzeugnisse auch teuren Kakao beziehen. Betroffen sind etwa Rittersport, Seeberger oder auch Zentis sowie der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt &amp; Spr\u00fcngli und die Elmshorner M\u00fcslimarke K\u00f6lln. Rittersport verarbeitet mehrere Tausend Tonnen Haseln\u00fcsse im Jahr. \u00dcberwiegend stammen sie von der t\u00fcrkischen Schwarzmeerk\u00fcste, kleinere Mengen kommen aus den USA.<\/p>\n<p>Die Nachtfr\u00f6ste in der T\u00fcrkei und die Preissteigerungen h\u00e4tten sp\u00fcrbare Auswirkungen, sagt ein Sprecher von Rittersport. Haseln\u00fcsse seien wie Kakao kostenintensiv. &#8222;Wir registrieren mithin eine massive (Doppel-)Belastung auf der Rohstoffseite.&#8220; Die Belastung werde auch nicht wieder weggehen &#8211; auch wegen des Klimawandels.<\/p>\n<p>&#8222;Ausdruck der zunehmenden Klimarisiken&#8220; <\/p>\n<p>Der Snackanbieter Seeberger aus Ulm bietet naturbelassene Haselnusskerne an. Die Kerne stammen aus Italien, dem zweitwichtigsten Anbauland. Dennoch tr\u00e4fen die erwarteten Ausf\u00e4lle in der T\u00fcrkei auch Seeberger, berichtet ein Firmensprecher. Denn die T\u00fcrkei habe als gr\u00f6\u00dfter Produzent Auswirkungen auf den globalen Markt, was auch Preise in Italien steigen lasse. &#8222;Die aktuelle Entwicklung ist auch Ausdruck der zunehmenden Klimarisiken f\u00fcr die Landwirtschaft.&#8220; <\/p>\n<p>Die Preissteigerungen d\u00fcrften vor allem den weltweit gr\u00f6\u00dften Eink\u00e4ufer von Haseln\u00fcssen treffen: den Nutella-Produzenten Ferrero, der sch\u00e4tzungsweise etwa ein Drittel aller Haseln\u00fcsse bezieht. Die Preisentwicklung kommentiert das Unternehmen auf Anfrage nicht. Dass es zu Lieferunterbrechungen komme, verneint Ferrero. Haseln\u00fcsse beziehe Ferrero au\u00dfer aus der T\u00fcrkei auch aus Italien, Chile und den USA.<\/p>\n<p> &#8222;Haselnusspreis ist derzeit sehr hoch&#8220;<\/p>\n<p>Alexander Sterk hat in Amsterdam die Plattform Vesper BV gegr\u00fcndet, die Daten zu Lebensmittelm\u00e4rkten bereitstellt, die oft undurchsichtig sind. Dazu befragt Vesper Produzenten, H\u00e4ndler und Lebensmittelunternehmen &#8211; auch aus Deutschland. Sterk berichtet, eine Tonne t\u00fcrkischer Haselnusskerne koste inzwischen etwa 9400 Euro. Das entspreche seit Jahresbeginn einem Plus von mehr als einem Drittel.<\/p>\n<p>&#8222;Der Haselnusspreis ist derzeit sehr hoch&#8220;, sagt der fr\u00fchere H\u00e4ndler. Deshalb werden Haseln\u00fcsse anders als etwa Erdn\u00fcsse zurzeit kaum gehandelt. Auch bekomme er mit, dass Unternehmen versuchten, Rezepte zu \u00e4ndern, um den Haselnussanteil zu senken.<\/p>\n<p>Mandeln als g\u00fcnstigere Alternative<\/p>\n<p>Rainer L\u00fcckenhausen ist Partner beim traditionsreichen Hamburger Handelshaus Schl\u00fcter &amp; Maack, das unter anderem auf Haseln\u00fcsse spezialisiert ist. Er sch\u00e4tzt, dass Unternehmen auf andere Nussarten ausweichen werden: insbesondere Mandeln, &#8222;die preislich interessanter sind&#8220;.<\/p>\n<p>L\u00fcckenhausen vermutet, dass zumindest weitere Preisspr\u00fcnge der Haselnusskerne ausbleiben werden. &#8222;Mit gravierenden weiteren Ernter\u00fcckg\u00e4ngen wird derzeit nicht gerechnet.&#8220; Ein Unsicherheitsfaktor sei der Klimawandel. Der f\u00fchre zu Wetterver\u00e4nderungen, die Einfluss auf die Ertr\u00e4ge h\u00e4tten. Die Auswirkungen lie\u00dfen sich schwer vorhersagen.<\/p>\n<p>Abh\u00e4ngigkeit vom &#8222;gr\u00fcnen Gold&#8220;<\/p>\n<p>Die Frostsch\u00e4den in der T\u00fcrkei treffen vor allem die Produzenten. Viele Bauern sind nicht gegen Ernteausf\u00e4lle versichert. In D\u00f6rfern an der Schwarzmeerk\u00fcste ist der Haselnussanbau wirtschaftlich so dominant, dass er oft die einzige Einkommensquelle bildet. &#8222;Der Winter war hart hier. Der Schnee im April hat alles ruiniert&#8220;, sagt eine Erntehelferin der t\u00fcrkischen Nachrichtenagentur DHA.<\/p>\n<p>Die staatliche Getreidebeh\u00f6rde legte vor wenigen Tagen zur Erntezeit wie \u00fcblich einen offiziellen Mindesteinkaufspreis f\u00fcr Haseln\u00fcsse fest, der den Markt stabilisieren soll. Dieses Jahr liegt der Einkaufspreis eines Kilogramms N\u00fcsse bei rund 4,20 Euro. Das ist knapp 17 Prozent h\u00f6her als im Vorjahr auf Eurobasis. Auf Basis der Landesw\u00e4hrung Lira, die immer wieder abwertet, ist es eine Erh\u00f6hung von mehr als 50 Prozent.<\/p>\n<p>Der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer der Anbauregion Giresun, Nurittin Karan, erwartet dennoch, dass Abnehmer aus Deutschland und anderen L\u00e4ndern die Best\u00e4nde schnell aufkauften. Was eine Knappheit in Deutschland abfedern k\u00f6nnte: F\u00fcr den t\u00fcrkischen Markt solle ein deutlich kleinerer Teil der Ernte zur\u00fcckgehalten werden. Der Rest gehe in den Export.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00e4lteeinbruch belastet die Ernte Jetzt werden auch Haseln\u00fcsse teurer 10.08.2025, 07:42 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion wurde k\u00fcnstlich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":333226,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,170,169,29,30,952,4615,18851,171,174,143,173,172,55],"class_list":{"0":"post-333225","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-companies","10":"tag-companies-markets","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-klimawandel","14":"tag-landwirtschaft","15":"tag-lebensmittelpreise","16":"tag-markets","17":"tag-maerkte","18":"tag-tuerkei","19":"tag-unternehmen","20":"tag-unternehmen-maerkte","21":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115003152704382261","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333225","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=333225"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333225\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/333226"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=333225"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=333225"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=333225"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}