{"id":333304,"date":"2025-08-10T07:41:09","date_gmt":"2025-08-10T07:41:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333304\/"},"modified":"2025-08-10T07:41:09","modified_gmt":"2025-08-10T07:41:09","slug":"gelsenkirchen-berlin-spd-im-abstiegskampf-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333304\/","title":{"rendered":"Gelsenkirchen\/Berlin | SPD im Abstiegskampf"},"content":{"rendered":"<p>Gelsenkirchen\/Berlin (dpa) &#8211; Als B\u00e4rbel Bas in Gelsenkirchen aus dem Auto steigt, dr\u00e4ngen sich Genossen um sie. \u00abHallo B\u00e4rbel\u00bb, sagt die Landtagsabgeordnete Christin Siebel und greift fest nach ihrer Hand. Die Parteichefin aus Duisburg ist f\u00fcr die gebeutelte SPD hier eine Hoffnungstr\u00e4gerin. \u00abSie redet Klartext. Das kommt super an bei uns. Klar hat sie reichlich Fans\u00bb, sagt ein Gelsenkirchener Sozialdemokrat.<\/p>\n<p>Optimismus, den kann die SPD gerade gut gebrauchen. In Nordrhein-Westfalen stehen am 14. September Kommunalwahlen an &#8211; und es geht nicht nur um Hunderte B\u00fcrgermeister und Landr\u00e4te, sondern auch um den ersten gro\u00dfen politischen Stimmungstest seit der Bundestagswahl im Februar. Ein Stimmungstest auch f\u00fcr die mit vielen ungel\u00f6sten Problemen in die Sommerpause gegangene schwarz-rote Koalition in Berlin.\u00a0<\/p>\n<p>NRW &#8211; ein Gradmesser f\u00fcr den Bund<\/p>\n<p>Denn NRW ist nicht nur das bev\u00f6lkerungsreichste Bundesland, sondern auch eine Art Blaupause der Republik: Gro\u00dfst\u00e4dte und l\u00e4ndlicher Raum, Strukturwandel, \u00fcberschuldete Kommunen, Migration. Stimmberechtigt sind landesweit rund 13,7 Millionen Menschen &#8211; mehr als in den ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Th\u00fcringen zusammen leben.\u00a0<\/p>\n<p>Angeschlagen in der Herzkammer<\/p>\n<p>Einer Forsa-Umfrage von Anfang Juli zufolge drohen CDU, SPD und Gr\u00fcnen bei den Kommunalwahlen Einbu\u00dfen, w\u00e4hrend AfD und Linke zulegen w\u00fcrden. Die SPD k\u00f6nnte landesweit bei 22 Prozent landen &#8211; immer noch deutlich besser, als zuletzt im Bund, doch f\u00fcr NRW ern\u00fcchternd. Die Sozialdemokraten k\u00e4mpfen um ihre einstige Herzkammer &#8211; und es ist ein Abstiegskampf: angeschlagen, wo man einst unschlagbar war.\u00a0<\/p>\n<p>Bei der Bundestagswahl im Februar haben sie es noch einmal geschafft. Zwischen Duisburg und Dortmund, das Ruhrgebiet: Rot. Doch schon hier zeigte dich, was viele nun f\u00fcrchten: Die AfD ist der SPD im \u00abPott\u00bb dicht auf den Fersen. In der einstigen Hochburg Gelsenkirchen gewann zwar der SPD-Kandidat Markus T\u00f6ns das Direktmandat. Bei der Zweitstimme, der f\u00fcr die Partei, lag aber die AfD erstmals hauchd\u00fcnn vorn. Essen II, Duisburg II: ebenfalls knapp.\u00a0<\/p>\n<p>Dass ein AfD-Politiker in NRW in ein gr\u00f6\u00dferes Rathaus einziehen k\u00f6nnte, h\u00e4lt Politikwissenschaftler Norbert Kersting von der Universit\u00e4t M\u00fcnster allerdings f\u00fcr unwahrscheinlich. In diesen Gemeinden seien f\u00fcr Mehrheiten in der Regel Koalitionen n\u00f6tig. \u00abDies scheitert wohl auch langfristig an der bestehenden Brandmauer der Parteien, die sich rigoros von der AfD distanzieren\u00bb, sagt er. Kersting r\u00e4t zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Partei. \u00abIm kommunalen Bereich fehlt es den AfD-Politikern oft an der notwendigen Expertise in den vielf\u00e4ltigen kommunalen Themenbereichen\u00bb, sagt er.<\/p>\n<p>Die SPD-Prototypin<\/p>\n<p>Bas kommt jetzt, um die Abstiegsk\u00e4mpfer dabei zu unterst\u00fctzen: Ihren eigenen Wahlkreis Duisburg I hat sie im Februar ganz klar eingesackt. Jetzt sch\u00fcttelt sie H\u00e4nde, streichelt Hunde &#8211; und trinkt auch mal ein Bier mit. Die SPD-Chefin sucht den Kontakt.\u00a0<\/p>\n<p>Auch ihr Co-Parteichef Lars Klingbeil war schon im NRW-Kommunalwahlkampf unterwegs. Er er\u00f6ffnete die Cranger Kirmes, das gro\u00dfe Volksfest in Herne, ganz um die Ecke. Doch die Stimmung ist eindeutig: Wenn jemand Leute wirklich von der Sozialdemokratie \u00fcberzeugen kann, dann ist es hier wohl Bas. \u00abWir setzen gro\u00dfe Hoffnung auf sie, dass sie sich f\u00fcr die Region einsetzt\u00bb, sagt der Wahlkampfmanager der Gelsenkirchener OB-Kandidatin Andrea Henze. Dass sie an der Rente nicht r\u00fctteln und Beamte ebenfalls einzahlen lassen will &#8211; das kommt in NRW ungeachtet der Kritik von Fachleuten an.<\/p>\n<p>Die 57 Jahre alte Bas gilt als Prototyp einer Sozialdemokratin: Tochter eines Busfahrers und einer Hausfrau. Bodenst\u00e4ndig. Sie lernte nach der Hauptschule das Schwei\u00dfen, schloss ein Abendstudium ab. Zur SPD kam sie durch ihre Arbeit als Betriebsr\u00e4tin. Auf ihrer Webseite bekennt sie ihre Leidenschaft f\u00fcr Fu\u00dfball (\u00abMSV-live auf Radio Duisburg\u00bb), Kriminalromane, die britischen Popgr\u00f6\u00dfen Sting und The Police sowie Currywurst, Pommes und K\u00f6pi (K\u00f6nig Pilsener) &#8211; ein Ruhrpott-Bier.\u00a0<\/p>\n<p>Braucht die SPD mehr Bas?<\/p>\n<p>Als die Bundesarbeitsministerin Ende Juni zur Chefin der Bundes-SPD gew\u00e4hlt wurde, war manch einer zwiegespalten: Man s\u00e4he Bas auch gerne als Spitzenkandidatin der SPD f\u00fcr die NRW-Landtagswahl 2027. \u00abBas als Herausforderin von CDU-Ministerpr\u00e4sident W\u00fcst in NRW? Klar, denkt da mancher in diese Richtung\u00bb, sagt ein Gelsenkirchener Genosse. Die Doppelspitze der NRW-SPD, Sarah Philipp und Achim Post, gilt im Vergleich als wenig profiliert.<\/p>\n<p>Braucht die SPD also mehr Politiker wie Bas? Dirk Wiese, Manager der Bundestagsfraktion, sieht solche Leute schon. \u00abDie SPD ist in NRW stark pr\u00e4sent und in der Fl\u00e4che tief verwurzelt\u00bb, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. \u00abFrank Dudda in Herne, S\u00f6ren Link in Duisburg, Andrea Henze in Gelsenkirchen, Ralf Paul Bittner in Arnsberg oder Nicole Reschke in Freudenberg sind nur einige Beispiele f\u00fcr bodenst\u00e4ndige und pragmatische Kandidatinnen und Kandidaten im Rennen um die Rath\u00e4user.\u00bb<\/p>\n<p>Wiese hat seinen Wahlkreis im Hochsauerland &#8211; es ist auch der von Kanzler Friedrich Merz (CDU). Dass die Performance der Merz-Koalition in Berlin gro\u00dfen Einfluss auf die Kommunalwahlen hat, glaubt er nicht. \u00abAls bekannterma\u00dfen gr\u00f6\u00dftes und wirtschaftlich starkes Bundesland ist NRW selbstbewusst und eigenst\u00e4ndig\u00bb, meint er. Entscheidend seien Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Alltagsprobleme der Menschen, Bodenhaftung und Glaubw\u00fcrdigkeit \u00abund da sind wir bei der SPD vor Ort stark\u00bb. Die AfD dagegen interessiere sich nicht im Geringsten f\u00fcr die Herausforderungen der Arbeitnehmer. \u00abSie ist wie der Wolf im Schafspelz und hat nur das Gro\u00dfkapital im Blick.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gelsenkirchen\/Berlin (dpa) &#8211; Als B\u00e4rbel Bas in Gelsenkirchen aus dem Auto steigt, dr\u00e4ngen sich Genossen um sie. \u00abHallo&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":333305,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1834],"tags":[3364,29,3688,30,5027,1209,2403,184,2534],"class_list":{"0":"post-333304","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-essen","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-essen","11":"tag-germany","12":"tag-kommune","13":"tag-nordrhein-westfalen","14":"tag-partei","15":"tag-spd","16":"tag-wahl"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115003345127460403","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333304","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=333304"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333304\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/333305"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=333304"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=333304"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=333304"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}