{"id":333566,"date":"2025-08-10T10:08:10","date_gmt":"2025-08-10T10:08:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333566\/"},"modified":"2025-08-10T10:08:10","modified_gmt":"2025-08-10T10:08:10","slug":"wenn-das-sonnenbaden-luxus-wird-italien-verzweifelt-an-mondpreisen-an-den-straenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333566\/","title":{"rendered":"Wenn das Sonnenbaden Luxus wird: Italien verzweifelt an Mondpreisen an den Str\u00e4nden"},"content":{"rendered":"<p>                    Wenn das Sonnenbaden Luxus wird<br \/>\n                Italien verzweifelt an Mondpreisen an den Str\u00e4nden<\/p>\n<p>\t\t\t\t              10.08.2025, 10:43 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Ein Schirm und zwei Liegen am Mittelmeer &#8211; das kann in Italien teuer werden. Viele Strandb\u00e4der befinden sich in privater Hand. Kosten von 100 Euro sind f\u00fcr eine vierk\u00f6pfige Familie keine Seltenheit mehr. Viele Italiener haben von diesen Mondpreisen die Nase voll. Jetzt bleiben die Liegen leer. <\/strong><\/p>\n<p>Billig ist es schon lange nicht mehr, sich in einem von Italiens vielen Strandb\u00e4dern einen Platz an der Sonne zu mieten. Aber so teuer wie in diesem Sommer war es noch nie. Im &#8222;Twiga&#8220;, einem luxuri\u00f6sen Club an der K\u00fcste der Toskana, der einst dem Formel-1-Manager Flavio Briatore geh\u00f6rte, kostet ein einziger Tag im &#8222;Herrscherzelt&#8220; &#8211; vier Strandliegen, vier Kinderstrandliegen, vier Liegest\u00fchle, drei St\u00fchle, ein Tisch &#8211; jetzt im August 1500 Euro. Essen und Trinken nicht inklusive.<\/p>\n<p>Aktuell ist das an Italiens K\u00fcsten der teuerste Ort. Das w\u00e4re verkraftbar, weil das Angebot ohnehin nur f\u00fcr eine superreiche Klientel gedacht ist. Das Problem ist, dass von den mehr als 7000 B\u00e4dern in Privatbesitz auch viele weitere die Tarife erneut angehoben haben. F\u00fcr einen Platz an der Sonne werden teils Mondpreise verlangt. Bislang haben die meisten Italiener den allj\u00e4hrlichen Preissprung mitgemacht. Jetzt allerdings bleiben viele Liegen leer.<\/p>\n<p>Nur an Sonntagen sind die Liegen voll<\/p>\n<p>Der Tourismusverband Assobalneari Italia spricht f\u00fcr die bisherige Saison von einem R\u00fcckgang der G\u00e4stezahlen um 25 bis 30 Prozent. Nur an Sonntagen sei es noch voll. Doch die Branche hofft, dass jetzt, da sich das Land auf den allj\u00e4hrlichen H\u00f6hepunkt seines Sommers zubewegt, den Feiertag Ferragosto am 15. August, alles wieder wird wie fr\u00fcher. Das Wetter spielt mit, es werden 35 Grad und mehr erwartet. Allerdings gibt es berechtigte Zweifel, ob das reichen wird.<\/p>\n<p>  <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/536340698.jpg\">     <img decoding=\"async\" alt=\"Wer bequem liegen will, muss zahlen.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/536340698.jpg\" class=\"lazyload\"\/>  <\/a>  <\/p>\n<p class=\"article__aside__caption\">Wer bequem liegen will, muss zahlen.<\/p>\n<p class=\"article__aside__copy\">(Foto: picture alliance \/ CHROMORANGE)<\/p>\n<p>Die Italiener verbindet eine Hassliebe mit ihren &#8222;stabilimenti balneari&#8220;, wie die privaten Strandb\u00e4der in der Landessprache hei\u00dfen. Eigentlich geh\u00f6ren die mehr als 7500 Kilometer K\u00fcste dem Staat und damit den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern. Jedoch ist mehr als die H\u00e4lfte der Str\u00e4nde an Privatleute verpachtet: oft seit Jahrzehnten, oft unter der Hand und oft zu Spottpreisen. Viele P\u00e4chterfamilien sind schwerreich geworden. Manche nennen das Vetternwirtschaft, andere mafi\u00f6se Strukturen.<\/p>\n<p>Im Sand liegen? Pah. <\/p>\n<p>Andererseits hat man sich l\u00e4ngst daran gew\u00f6hnt, dass man hier f\u00fcr den Strand im Unterschied zu den meisten anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern bezahlen muss. Die Strandliege (&#8222;lettino&#8220;) und der Sonnenschirm (&#8222;ombrellone&#8220;) geh\u00f6ren zu den nationalen Kulturg\u00fctern. Auf Urlauber aus dem Ausland, die sich mit einem Handtuch direkt in den steinigen Sand legen, blickt man gern von oben herab &#8211; und wenn es nur aus 20 Zentimetern H\u00f6he ist.<\/p>\n<p>Im landesweiten Durchschnitt lag die Tagesmiete f\u00fcr zwei Liegen und Sonnenschirm vergangenes Jahr nach Angaben der nationalen Beobachtungsstelle f\u00fcr das Badewesen bei etwas mehr als 30 Euro. In diesem Jahr d\u00fcrfte es kr\u00e4ftig in die H\u00f6he gehen. Im Strandbad &#8222;La perla del Tirreno&#8220; von Santa Marinella &#8211; einem keineswegs luxuri\u00f6sen Badeort in der N\u00e4he von Rom &#8211; verlangen sie jetzt 60 Euro. Die Tasse Cappuccino kostet 5, der Thunfisch-Cheeseburger 14 Euro. Unter 100 Euro kommt eine Familie kaum noch weg, auch wenn sich viele mittlerweile ein Lunch-Paket mitbringen.<\/p>\n<p> Hundert Euro keine Seltenheit <\/p>\n<p>Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Strandbads in Santa Marinella, Leila Fares, rechtfertigt sich in der Zeitung &#8222;La Repubblica&#8220; damit, dass die Schirme bei ihr weiter auseinander stehen als \u00fcblich, alles jeden Tag gereinigt wird und 20 Leute an Personal bezahlt werden m\u00fcssen. Dario D&#8217;Alatri, einem Familienvater aus der Hauptstadt, ist damit nicht geholfen: &#8222;Das k\u00f6nnen wir uns ein oder zwei Tage die Woche leisten &#8211; mehr nicht.&#8220;<\/p>\n<p>Solche Diskussionen gibt es jeden Sommer. Doch in diesem Jahr ist die Welle der Emp\u00f6rung sp\u00fcrbar gr\u00f6\u00dfer. Einer von Italiens beliebtesten Schauspielern, Alessandro Gassmann, brachte den Unmut mit einem Appell an die Strandbad-Besitzer auf den Punkt: &#8222;Liebe Freunde, ich habe gelesen, dass die Saison nicht gut l\u00e4uft. Vielleicht habt ihr mit den Preisen \u00fcbertrieben. Senkt sie, und vielleicht wird es dann besser.&#8220;<\/p>\n<p>Mit Ausnahme einzelner Rabatt-Aktionen wie drei Schirme zum Preis von zweien oder Sondertarife nach 14 Uhr zeigt der Appell bisher jedoch wenig Wirkung. Assobalneari-Pr\u00e4sident Fabrizio Licordari entgegnet: &#8222;Es gibt Strandb\u00e4der f\u00fcr jedes Budget.&#8220; Er macht die allgemeine Inflation als Ursache f\u00fcr den R\u00fcckgang aus: &#8222;Die gestiegenen Lebenshaltungskosten haben die Kaufkraft stark verringert. Selbst mit zwei Einkommen reicht das Budget in vielen F\u00e4llen nicht mehr aus.&#8220;<\/p>\n<p>Meloni wird nicht helfen<\/p>\n<p>Von der rechten Regierung in Rom unter Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni haben die Italiener keine schnelle Hilfe zu erwarten. Tourismusministerin Daniela Santanch\u00e9 will von einer Krise nichts wissen. Solche Berichte seien &#8222;alarmistisch&#8220; und &#8222;irref\u00fchrend&#8220;, sagt sie. <\/p>\n<p>Die Strandbad-Besitzer hingegen k\u00f6nnen sich auf Rom bislang verlassen: Verschiedene Regierungen halfen mit, dass sich die P\u00e4chterfamilien seit 2006 um die Umsetzung einer EU-Richtlinie f\u00fcr neue Ausschreibungen herummogeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Einstweilen kann man empfehlen, den Urlaub tief in den S\u00fcden zu verlegen: Auf Sizilien, in Porto Empedocle, kosten Schirm und zwei Liegen nach einem landesweiten Vergleich nur 20 Euro pro Tag. Oder einfach: Handtuch und Sonnenschirm mitbringen und dann auf einem der &#8222;freien&#8220; Str\u00e4nde hinunter in den Sand. Oder auf dem Abschnitt zwischen Wasserlinie und Liegest\u00fchlen. Auch das ist gratis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn das Sonnenbaden Luxus wird Italien verzweifelt an Mondpreisen an den Str\u00e4nden 10.08.2025, 10:43 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":333567,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,30,13,984,355,14,15,12,32622,631],"class_list":{"0":"post-333566","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-headlines","14":"tag-international","15":"tag-italien","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-strandurlaub","20":"tag-urlaub"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115003923095623338","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333566","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=333566"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333566\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/333567"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=333566"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=333566"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=333566"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}