{"id":333669,"date":"2025-08-10T11:02:10","date_gmt":"2025-08-10T11:02:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333669\/"},"modified":"2025-08-10T11:02:10","modified_gmt":"2025-08-10T11:02:10","slug":"tzimon-barto-spielte-bachs-wohltemperiertes-klavier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333669\/","title":{"rendered":"Tzimon Barto spielte Bachs Wohltemperiertes Klavier"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Kiel. Als der Pianist Tzimon Barto Ende des vorigen Jahrtausends auf der Bildfl\u00e4che des internationalen Musikbusiness auftauchte, wurde in Deutschland voreilig die Nase ger\u00fcmpft. Zu stark wirkten zun\u00e4chst die Klischees Amerikaner aus Florida und Bodybuilder.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Doch Christoph Eschenbach hat das Multitalent an Klavier und Dirigentenpult, das auch mit Gedicht-Zyklen als Autor aufhorchen lie\u00df, immer schon gef\u00f6rdert und als Musikpartner gesch\u00e4tzt. <\/p>\n<p>Auf Eschenbachs Wunsch: Tzimon Barto spielt Bach beim SHMF in Kiel<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Jetzt hat er sich Barto als Interpret f\u00fcr seine eigenkuratierte Konzertreihe zum 40-j\u00e4hrigen Bestehen des SHMF gew\u00fcnscht, weil der inzwischen 62-J\u00e4hrige auch schon ab 1987 im SHMF aufgetreten ist. Der 85-j\u00e4hrige Eschenbach lie\u00df es sich nicht nehmen, den Klaviernachmittag in der erstmals ins Festival integrierten Stephanuskirche Kiel-Kroog zu besuchen.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Recital. Weil Tzimon Barto den gesamten Teil I des \u201eWohltemperierten Klaviers\u201c von Johann Sebastian Bach mit seinen 24 Pr\u00e4ludien und Fugen zelebrierte. Und weil er das auf maximal subjektive, stilistisch h\u00f6chst anfechtbare Weise tat.<\/p>\n<p>Wohltemperiertes Klavier in extrem subjektiver Sicht: Tzimon Barto<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der Pianist hat nach wie vor bemerkenswerte manuelle und geistige Qualit\u00e4ten. Und er nutzt sie f\u00fcr \u201eseinen\u201c Bach, der einem traumverlorenen Gedankenstrom gleicht. Dass Barockmusik eigentlich eine strenge metrische (Tempo-)Struktur aufweist, die dynamischen M\u00f6glichkeiten allenfalls in Stufen ge\u00e4ndert werden konnten, jeder Satz einem einzigen Affekt dient \u2013 all das \u201eHistorische\u201d ist ihm weitgehend egal.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Er zaubert in den langsamen Moll-S\u00e4tzen mit feinen Schattierungen, bremst und beschleunigt, hebt hervor und versenkt, fl\u00fcstert und schwelgt, wie es ihm gerade in den Sinn zu kommen scheint. Bach als Prophet der Romantik. Das hat was.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Problematischer wird\u2019s, wenn Bach in den raschen Dur-Teilen toccatenhaft eine motorische Klarheit fordert. Dann gibt Tzimon Barto zwar den brillant protzenden Virtuosen, vernebelt aber das Ergebnis mit viel Pedal und einem kaum mehr differenzierten oder merkw\u00fcrdig umgedeuteten Rausch der T\u00f6ne. Bis zur Unkenntlichkeit der St\u00fccke.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die ohnehin viel diskutierte, weil m\u00f6glicherweise f\u00fcr Orgel entstandene a-Moll-Fuge aus der Nr. 20 ist diesbez\u00fcglich der Tiefpunkt, weil aufgedonnert in einem bisweilen brutalen Fortissimo. Hier, wie in manch anderer Kontrapunkt-Kunst-Studie des K\u00f6thener Kapellmeisters Bach aus dem Jahr 1722 kann der \u00fcberw\u00e4ltigt irritierte H\u00f6rer oft nicht mehr unterscheiden, was Thema, Umkehrung, Engf\u00fchrung oder Gegenstimme sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-5u8rgl-0 cBUuy\">KN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kiel. Als der Pianist Tzimon Barto Ende des vorigen Jahrtausends auf der Bildfl\u00e4che des internationalen Musikbusiness auftauchte, wurde&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":333670,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1852],"tags":[3364,29,548,663,3934,30,13,4949,14,15,12,1971],"class_list":{"0":"post-333669","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kiel","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-kiel","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-schleswig-holstein"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115004135544361311","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333669","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=333669"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333669\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/333670"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=333669"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=333669"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=333669"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}