{"id":333703,"date":"2025-08-10T11:21:10","date_gmt":"2025-08-10T11:21:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333703\/"},"modified":"2025-08-10T11:21:10","modified_gmt":"2025-08-10T11:21:10","slug":"ukrainischer-student-ueber-den-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333703\/","title":{"rendered":"Ukrainischer Student \u00fcber den Krieg"},"content":{"rendered":"<ol class=\"id-DonaldBreadcrumb lp_west_breadcrumb id-DonaldBreadcrumb--default\" data-k5a-pos=\"west_breadcrumb\">\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fuldaerzeitung.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" zeitung=\"\" data-k5a-pos=\"1_fuldaerZeitung\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fuldaer Zeitung<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fuldaerzeitung.de\/fulda\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"2_fulda\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fulda<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 10.08.2025, 13:05 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-authors id-Story-authors--default\">Von: <a class=\"id-Story-authors-link lp_west_author\" href=\"https:\/\/www.fuldaerzeitung.de\/autor\/marcus-lotz-ab1g0b49o.html\" title=\"Zur Autorenseite von Marcus Lotz\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" author-link=\"\" lotz=\"\" data-k5a-pos=\"west_author\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marcus Lotz<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/39261945-der-ukrainer-maksym-noha-zusammen-mit-der-leiterin-des-international-office-der-hochschule-.jpeg\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\"   height=\"619\" width=\"1100\" alt=\"Der Ukrainer Maksym Noha, zusammen mit der Leiterin des International Office der Hochschule Fulda, Julia-Sophie Rothmann (links) und der stellvertretenden Leiterin des International Office und Erasmus-Koordinatorin, Mar&#xED;a Campuzano.\"\/>Der Ukrainer Maksym Noha, zusammen mit der Leiterin des International Office der Hochschule Fulda, Julia-Sophie Rothmann (links) und der stellvertretenden Leiterin des International Office und Erasmus-Koordinatorin, Mar\u00eda Campuzano. \u00a9\u00a0Marcus Lotz<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Der 21-j\u00e4hrige Maksym Noha hat in seinem Heimatland Ukraine drei Jahre Krieg erlebt. Nun studiert er in Fulda und berichtet von \u00c4ngsten, Problemen und Pl\u00e4nen.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Fulda &#8211; Maksym Noha studiert seit M\u00e4rz an der Hochschule Fulda. Vor wenigen Monaten lebte er noch in der Ukraine. Die Angst vor dem Tod durch russische Bomben oder Raketen war dort allgegenw\u00e4rtig. In Fulda kann der 21-J\u00e4hrige endlich wieder ruhig schlafen, wie er im Interview erz\u00e4hlt. Es wurde auf Englisch gef\u00fchrt und von unserer Redaktion ins Deutsche \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p>Ukrainischer Student im Interview \u00fcber Krieg und Umzug nach Fulda<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Max, Sie sind seit M\u00e4rz hier in Deutschland. Wo kommen Sie urspr\u00fcnglich her?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Ich stamme aus Tscherkassy, einer Stadt im Zentrum der Ukraine. Dort habe ich Informatik am Cherkasy State Business College studiert. Im M\u00e4rz kam ich nach Fulda. An der Hochschule studiere ich International Business and Management.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Warum haben Sie sich f\u00fcr Deutschland entschieden und wie sind Sie ausgerechnet in Fulda gelandet?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Es standen mehrere Hochschulen in Europa zur Auswahl. Ich h\u00e4tte beispielsweise auch nach \u00d6sterreich gehen k\u00f6nnen. F\u00fcr Fulda habe ich mich entschieden, weil das hier die gr\u00f6\u00dfte Hochschule war, die f\u00fcr mich infrage kam. Meine Erasmus-Koordinatoren haben mir zudem gesagt, <a href=\"https:\/\/www.fuldaerzeitung.de\/fulda\/ueber-ersti-rekord-wintersemester-ziel-deutlich-uebertroffen-hochschule-fulda-freut-sich-93354234.html\" class=\"id-import-Link\" data-id-ec=\"{&quot;sht&quot;:&quot;Container&quot;,&quot;shn&quot;:&quot;Story&quot;,&quot;p&quot;:{&quot;containerType&quot;:&quot;Answer&quot;,&quot;displayType&quot;:&quot;Answer InlineLink&quot;,&quot;type&quot;:&quot;INLINE_LINK&quot;,&quot;value&quot;:&quot;dass es in Fulda sehr viele internationale Studierende gibt&quot;,&quot;variant&quot;:&quot;standardLink&quot;,&quot;sponsored&quot;:false,&quot;linkHref&quot;:&quot;https:\/\/www.fuldaerzeitung.de\/fulda\/ueber-ersti-rekord-wintersemester-ziel-deutlich-uebertroffen-hochschule-fulda-freut-sich-93354234.html&quot;,&quot;storyElementPosition&quot;:15,&quot;storyElementCount&quot;:57}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dass es in Fulda sehr viele internationale Studierende gibt<\/a>. Das fand ich spannend, weil ich den kulturellen Austausch f\u00fcr sehr wichtig halte, auch f\u00fcr meine berufliche Zukunft. Dann haben sie mir Fotos von Fulda gezeigt und ich sagte: \u201eDa muss ich hin!\u201c<\/p>\n<p>Kooperation<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-factBox-paragraph\">Die Hochschule Fulda pflegt mit mehreren ukrainischen Hochschulen Partnerschaften. Seit 2023 ist sie Mitglied der Europ\u00e4ischen Hochschul-Allianz E\u00b3UDRES\u00b2. Die Ukraine ist hierbei assoziierter Kooperationspartner. Seit dem Wintersemester f\u00f6rdert die Hochschule Studierende, die aus dem Ausland kommen, mit einem Stipendium. <a href=\"https:\/\/www.fuldaerzeitung.de\/fulda\/hochschule-fulda-hilft-ukrainischer-partneruni-in-sumy-93845542.html\" class=\"id-import-Link\" data-id-ec=\"{&quot;sht&quot;:&quot;Container&quot;,&quot;shn&quot;:&quot;Story&quot;,&quot;p&quot;:{&quot;containerType&quot;:&quot;FactBox&quot;,&quot;displayType&quot;:&quot;FactBox InlineLink&quot;,&quot;type&quot;:&quot;INLINE_LINK&quot;,&quot;value&quot;:&quot;Zuletzt unterst&#xFC;tzte die Hochschule Fulda ihre Partneruniversit&#xE4;t in Sumy nach einem Raketenangriff&quot;,&quot;variant&quot;:&quot;standardLink&quot;,&quot;sponsored&quot;:false,&quot;linkHref&quot;:&quot;https:\/\/www.fuldaerzeitung.de\/fulda\/hochschule-fulda-hilft-ukrainischer-partneruni-in-sumy-93845542.html&quot;,&quot;storyElementPosition&quot;:16,&quot;storyElementCount&quot;:57}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zuletzt unterst\u00fctzte die Hochschule Fulda ihre Partneruniversit\u00e4t in Sumy nach einem Raketenangriff<\/a>.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-factBox-paragraph\">Maksym Noha ist \u00fcber das Austauschprogramm \u201eErasmus+ Weltweit\u201c f\u00fcr ein Semester an der Hochschule Fulda. Au\u00dfer ihm gibt es im Sommersemester 2025 noch vier weitere ukrainische Austauschstudierende. \u201eDie Hochschule und das International Office sehen ihren gesellschaftlichen Auftrag darin, durch solche Austauschprogramme wie Erasmus+ nicht nur Wissen, sondern auch europ\u00e4ische Werte zu vermitteln. Das ist uns, gerade auch angesichts der aktuellen Lage in der Ukraine, ein wichtiges Anliegen\u201c, sagt Julia-Sophie Rothmann. Sie ist Leiterin des International Office der Hochschule. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-factBox-paragraph\">Die Arbeit mit ukrainischen Kolleginnen und Kollegen, aber auch mit Studierenden, l\u00e4sst sie immer wieder staunen. \u201eEs ist sehr beeindruckend, wie sie mit der Situation umgehen, wie widerstandsf\u00e4hig sie sind. Mir f\u00e4llt hier sofort der Begriff der Resilienz\u2018 ein \u2013 wenn das auf jemanden zutrifft, dann auf diese Personen. Diese Erfahrung ist sowohl f\u00fcr uns, als auch f\u00fcr unsere Studierendenschaft eine Bereicherung, die man gar nicht genug sch\u00e4tzen kann.\u201c<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Wie gef\u00e4llt Ihnen Deutschland und wie gestalten Sie den Alltag?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Ich mag das Land. Ich gehe vielen verschiedenen Aktivit\u00e4ten nach, sowohl mit Leuten, mit denen ich studiere als auch mit Freunden oder Studierenden, die ich im Fitness-Studio treffe. Manche lerne ich auch einfach zuf\u00e4llig auf der Stra\u00dfe kennen. Ich bin ein sehr offener und kontaktfreudiger Mensch und mag das Umfeld an der Hochschule, weil es viele Gelegenheiten bietet, mit anderen in Kontakt zu kommen. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Welchen Eindruck haben Sie von den Menschen in Deutschland?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Ich mag die Deutschen. Sie gehen total entspannt durch ihren Alltag. In meinem Land ist das ganz anders: Dort haben es die Menschen immer eilig. Aber es gibt auch Bereiche, in denen es nicht so entspannt l\u00e4uft.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Zum Beispiel?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Ehrlich gesagt: Die B\u00fcrokratie in Deutschland ist schrecklich. Ich habe in den drei Monaten, in denen ich jetzt hier bin, vermutlich mehr Papierkram zu Gesicht bekommen, als in meinem ganzen restlichen Leben! (lacht) In der Ukraine ist das alles wesentlich einfacher. Vieles erledigen wir online \u00fcber eine einzige App.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Das scheint Sie \u00fcberrascht zu haben. Gibt es andere Dinge, die Sie vor Ihrer Reise nach Deutschland nicht erwartet h\u00e4tten?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Ich dachte, die Deutschen k\u00f6nnen kein Englisch. Hier habe ich dann festgestellt: Viele k\u00f6nnen Englisch \u2013 auch wenn sie merkw\u00fcrdigerweise das Gegenteil behaupten. Ich sch\u00e4tze, sie f\u00fchlen sich einfach wohler, wenn sie Deutsch sprechen. Was mich ebenfalls \u00fcberrascht hat, ist das Bus- und Bahnnetz in Deutschland. Ich h\u00e4tte nicht gedacht, dass das so gut ist. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Wenn Sie sich mit Ihren Mitstudierenden unterhalten, wie oft werden Sie auf den Krieg in Ihrem Heimatland angesprochen?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Bevor ich nach Deutschland kam, haben mir meine Eltern gesagt, dass man sich im Rest Europas nicht sonderlich f\u00fcr den Krieg in der Ukraine interessiere. Ich war skeptisch und wollte selbst herausfinden, wie die Leute hier dar\u00fcber denken. Als ich nach Deutschland kam, hat mich anfangs niemand auf dieses Thema angesprochen. Erst nach und nach haben mir die Leute Fragen gestellt, aber es ist weiterhin eher die Ausnahme als die Regel. Das ist f\u00fcr mich auch absolut in Ordnung. Ich gehe offen damit um und bin jederzeit bereit, dar\u00fcber zu sprechen. Das Problem ist aber auch, dass die Menschen nicht in vollem Ma\u00dfe nachempfinden k\u00f6nnen, wie es mir damit geht. <\/p>\n<p>Flugzeug-Ger\u00e4usch l\u00f6ste Bomben-Angst aus<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Wie geht es Ihnen damit?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Dieser Krieg ist mittlerweile ein Teil von mir, auch wenn es nur drei Jahre meines Lebens waren, bevor ich nach Deutschland kam. Ich k\u00f6nnte jetzt davon erz\u00e4hlen, wie es ist, immer wieder Explosionen, die dein Leben bedrohen, zu erleben. Du w\u00fcrdest verstehen, was ich damit meine. Aber du k\u00f6nntest es nicht in vollem Ma\u00dfe nachempfinden \u2013 weil du es nie erlebt hast. Als ich hier ankam und mein Appartement gerade bezogen hatte, h\u00f6rte ich ein Flugzeug \u00fcber meine Wohnung fliegen. Mir schoss sofort der Gedanke in den Kopf, meinen Rucksack zu schnappen, aus dem Geb\u00e4ude zu rennen und Schutz zu suchen \u2013 weil das in der Ukraine ganz normal ist. Man lebt in st\u00e4ndiger Angst: Jeden Tag k\u00f6nnte eine Rakete oder eine Bombe dein Haus treffen.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">In Deutschland gab es eine gro\u00dfe Debatte dar\u00fcber, ob man Putins Angriffskrieg nicht deutlicher h\u00e4tte vorhersehen k\u00f6nnen. Wie \u00fcberraschend kam er f\u00fcr die Menschen in der Ukraine?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Wir haben definitiv damit gerechnet. Dieser Angriff war nicht schwer vorauszusehen. Die russische Armee hatte sich lange darauf vorbereitet und Kriegsmaterial an der Grenze zusammengezogen. Wenige Tage vor dem Ausbruch des Krieges ist meine Familie in eine sichere Region gereist, weil wir wussten, dass bald etwas passieren wird. Niemand war sich zu 100 Prozent sicher \u2013 weil es niemand so richtig wahrhaben wollte \u2013 aber viele Menschen waren darauf vorbereitet, dass etwas Schreckliches passieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Verfolgen Sie die Debatten in Deutschland \u00fcber den Ukrainekrieg, zum Beispiel \u00fcber Waffenlieferungen?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Mein Vater erz\u00e4hlt mir manchmal davon, aber ich verfolge das nicht. Ich habe das Gef\u00fchl, dass es zu solchen Themen viele irref\u00fchrende Informationen gibt und es sehr m\u00fchsam ist, herauszufinden, was davon stimmt. Ich m\u00f6chte keine Zeit und Energie daf\u00fcr verschwenden.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Wie hat sich Ihr Lebensgef\u00fchl ver\u00e4ndert, seit Sie in Deutschland leben?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">In der Ukraine gab es viele N\u00e4chte, in denen ich das Haus verlassen und Schutz vor Luftangriffen suchen musste. Daf\u00fcr gab es eine Warn-App auf dem Smartphone. Diese App habe ich jetzt nicht mehr. Mittlerweile schlafe ich ruhig. Anfangs hatte ich aber gro\u00dfe Probleme, einzuschlafen oder ich bin mitten in der Nacht aufgewacht. In der Ukraine war es f\u00fcr mich v\u00f6llig normal, nachts um 2 Uhr aufzuwachen, weil es Luftalarm gab, ins Auto zu steigen, irgendwo hinzufahren, wo es sicher ist und dort zwei Stunden zu bleiben \u2013 oder sechs, oder acht \u2013, bis ich wieder nach Hause konnte. In Deutschland geht man einfach abends schlafen und wacht morgens wieder auf. Das hat mich anfangs enorm irritiert.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Haben Sie Kontakt zu Ihren Eltern?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Jeden Tag. Sie erz\u00e4hlen mir, dass es schlimmer geworden ist, seit ich das Land verlassen habe. Sie haben gro\u00dfe Probleme, zu schlafen. Gro\u00dfe St\u00e4dte wie Kiew sind relativ gut gesch\u00fctzt, in weniger dicht besiedelten Regionen sieht es nicht so gut aus. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Wie f\u00fchlt sich Ihr Leben jetzt f\u00fcr Sie an?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Ich bin der Hochschule f\u00fcr die M\u00f6glichkeit, hier sein zu d\u00fcrfen, sehr denkbar. Das f\u00fchlt sich f\u00fcr mich immer noch wie ein kleines Wunder an. Ich f\u00fchle mich wohl und habe keine Angst mehr. Ich kann einschlafen, ohne mir Sorgen dar\u00fcber zu machen, ob ich am n\u00e4chsten Tag noch am Leben sein werde. Ich wei\u00df, dass ich eine Zukunft habe und kann sie planen.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Was sind Ihre Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Am liebsten w\u00fcrde ich hier noch zwei, drei Jahre studieren. Ich m\u00f6chte aber auch noch andere L\u00e4nder sehen.<\/p>\n<p>Maksym Noha will nicht zur\u00fcck in die Ukraine <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Eine R\u00fcckkehr in die Ukraine kommt f\u00fcr Sie nicht infrage?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Nein. Es raten mir auch alle davon ab. Als junger Mann w\u00fcrde ich schlie\u00dflich in die Armee eingezogen \u2013 nicht sofort, da ich erst 21 bin und das aktuelle Eintrittsalter daf\u00fcr liegt bei 25. Es gibt jedoch Ger\u00fcchte, dass es sein k\u00f6nnte, dass es in naher Zukunft auf 23 gesenkt wird. Das Risiko, an der Front get\u00f6tet zu werden, ist hoch, insbesondere bei dem weit verbreiteten Einsatz von Drohnen. Au\u00dferdem zahlt die Regierung an die Familien der Gefallenen eine Entsch\u00e4digung, die bei Weitem nicht ausreichend ist. Der zuvor versprochene Betrag war 15 Millionen UAH (ukrainische W\u00e4hrung), aber jetzt ist es deutlich weniger. Mein Vater erw\u00e4hnte, dass die aktuelle Auszahlung genug ist, um einen Mazda aus dem Jahr 2022 zu kaufen. Ich kenne die genauen Zahlen aber nicht und m\u00f6chte auch keine Fehlinformationen verbreiten.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Spielt bei Ihrer Entscheidung auch die Tatsache eine Rolle, dass Sie sich an das Sicherheitsgef\u00fchl in Deutschland gew\u00f6hnt haben?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Sicherheit ist das Hauptargument, ja. Mein Leben in der Ukraine war hektisch, ich musste st\u00e4ndig darauf achten, dass ich mich schnell in Sicherheit bringen kann. Diese Zeit meines Lebens hat mich definitiv widerstandsf\u00e4higer gemacht, zu 100 Prozent. Allerdings fordert es einen Tribut von dir, wenn du zu lange solchen Bedingungen ausgesetzt bist. Sicherheit bringt Stabilit\u00e4t. Stabilit\u00e4t erm\u00f6glicht dir eine Vorstellung davon, wo dein Leben hingehen kann und wie du dich selbst verwirklichen kannst.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-question\">Werden Ihre Eltern in der Ukraine bleiben?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-answer\">Ja. Sie sind beide beim Milit\u00e4r, eine Ausreise ist f\u00fcr sie also derzeit nicht m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fuldaer Zeitung Fulda Stand: 10.08.2025, 13:05 Uhr Von: Marcus Lotz DruckenTeilen Der Ukrainer Maksym Noha, zusammen mit der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":333704,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,14,15,12,317],"class_list":{"0":"post-333703","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115004210764366142","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333703","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=333703"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333703\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/333704"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=333703"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=333703"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=333703"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}