{"id":33381,"date":"2025-04-15T08:11:11","date_gmt":"2025-04-15T08:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/33381\/"},"modified":"2025-04-15T08:11:11","modified_gmt":"2025-04-15T08:11:11","slug":"us-handelsbehoerde-vs-meta-muss-zuckerberg-instagram-und-whatsapp-verkaufen-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/33381\/","title":{"rendered":"US-Handelsbeh\u00f6rde vs. Meta: Muss Zuckerberg Instagram und Whatsapp verkaufen? &#8211; Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Vor 17 Jahren schrieb Zuckerberg eine E-Mail, die seinem Konzern <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Meta\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meta<\/a> zum Verh\u00e4ngnis werden k\u00f6nnte. \u201eEs ist besser zu kaufen als zu konkurrieren\u201c, sprach sich der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Facebook\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Facebook<\/a>-Gr\u00fcnder f\u00fcr aggressive \u00dcbernahmen von Start-ups aus. F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter dr\u00e4ngte Zuckerberg darauf, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Instagram\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Instagram<\/a> zu schlucken, und erkl\u00e4rte per E-Mail dem damaligen Finanzchef von Facebook: \u201eDas Gesch\u00e4ft ist noch im Entstehen, aber die Netzwerke sind etabliert, die Marken bedeutsam, und wenn sie wachsen, k\u00f6nnen sie uns sehr gef\u00e4hrlich werden.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Beide E-Mails tauchen in <a href=\"https:\/\/www.courtlistener.com\/docket\/18735353\/82\/federal-trade-commission-v-meta-platforms-inc\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der Klageschrift eines Prozesses<\/a> auf, der an diesem Montag vor einem Gericht in Washington begonnen hat und Metas Existenz bedroht. Die US-Handelsbeh\u00f6rde FTC wirft dem Konzern vor, Instagram und <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Whatsapp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Whatsapp<\/a> gekauft zu haben, um widerrechtlich die eigene Monopolstellung zu st\u00e4rken. Facebook, wie das Unternehmen damals noch hie\u00df, zahlte 2012 <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/nach-der-milliarden-uebernahme-was-facebook-mit-instagram-anfangen-kann-1.1328764\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">rund eine Milliarde Dollar f\u00fcr Instagram<\/a> und zwei Jahre sp\u00e4ter <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/whatsapp-uebernahme-durch-facebook-zuckerberg-hat-verstanden-1.1893836\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das Zwanzigfache f\u00fcr Whatsapp<\/a>. \u201eDie Verbraucher haben keine vern\u00fcnftigen Alternativen, an die sie sich wenden k\u00f6nnen\u201c, sagte der Anwalt der FTC, Daniel Matheson, am Montag zu Beginn des Prozesses. Durch die \u00dcbernahmen und die unrechtm\u00e4\u00dfige Strategie seien \u201eEinstiegsbarrieren geschaffen worden, die mehr als ein Jahrzehnt lang die Dominanz von Meta gesichert hatten\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Beide \u00dcbernahmen galten zun\u00e4chst als teuer und riskant, stellten sich aber schnell als strategisch kluge Entscheidungen heraus. Fast drei Milliarden Menschen chatten \u00fcber Whatsapp, Instagram hat Facebook l\u00e4ngst den Rang abgelaufen und ist f\u00fcr Meta die wichtigste Plattform. Ohne die Zuk\u00e4ufe w\u00e4re Zuckerberg heute nicht der Alleinherrscher \u00fcber einen Gro\u00dfteil der globalen Kommunikationsinfrastruktur, sondern lediglich der Chef eines alternden und kulturell weitgehend irrelevanten Netzwerks.<\/p>\n<p>Das Verfahren hat Signalwirkung f\u00fcr die Branche<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">An Dutzenden Verhandlungstagen wird die FTC in den kommenden Monaten versuchen, den Richter James Boasberg davon zu \u00fcberzeugen, dass Meta <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/facebook-meta-ftc-klage-1.5506174\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Instagram und Whatsapp verkaufen muss<\/a>. Im Laufe des Prozesses werden etliche hochrangige Angestellte aussagen, Zuckerberg selbst hatte schon seinen ersten Auftritt. Den Menschen die M\u00f6glichkeit zu geben, mit Freunden und Familie in Kontakt zu treten, \u201ebleibt eine unserer Priorit\u00e4ten\u201c, sagte er. Aber \u201ewir waren schon immer ein Dienst, mit dem man entdecken und lernen kann, was in der Welt vor sich geht\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Die langj\u00e4hrige Vize-Chefin Sheryl Sandberg sowie die Gr\u00fcnder von Instagram und Whatsapp werden ebenfalls geh\u00f6rt werden, auch Manager von Konkurrenten wie Snap und Tiktok. Falls die Beh\u00f6rde Erfolg hat, w\u00e4re es ein historisches Urteil. Seit mehr als 40 Jahren wurde kein Techkonzern mehr zerschlagen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/72d35663-152c-45a0-9ce8-5692bd9d0a02.jpeg\"  class=\"css-y4bre2\"\/>Sie soll auch aussagen: die langj\u00e4hrige Facebook-Managerin Sheryl Sandberg. (Foto: JIM WATSON)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Das Kartellverfahren begann w\u00e4hrend der ersten Amtszeit von <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Donald_Trump\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Donald Trump<\/a>, die Klage wies Boasberg jedoch ab. Unter Joe Biden startete die Beh\u00f6rde einen zweiten Anlauf und pr\u00e4sentierte zus\u00e4tzliche Argumente, die belegen sollen, dass Meta sein Monopol missbraucht. In seltener Einigkeit treiben Demokraten und Republikaner das Verfahren gegen Meta sowie weitere Klagen gegen gro\u00dfe Techkonzerne voran. Derzeit laufen zwei Prozesse gegen Google. Apple und Amazon werden voraussichtlich im kommenden Jahr vor Gericht landen. Auch deshalb wird das gesamte Silicon Valley das Verfahren in Washington genau beobachten. Das Urteil k\u00f6nnte Signalwirkung f\u00fcr die Branche haben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Die FTC argumentiert, Meta dominiere seit Langem den Markt f\u00fcr \u201epers\u00f6nliche soziale Netzwerkdienste in den <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/USA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a>\u201c. Als Konkurrenten sieht die Beh\u00f6rde lediglich Snapchat und das weitgehend irrelevante Mewe. 2012 habe Facebook Konkurrenz durch Start-ups bef\u00fcrchtet und Instagram in erster Linie deshalb gekauft, um die eigene Stellung zu festigen. Diese illegale Motivation werde etwa durch Zuckerbergs E-Mails ersichtlich.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Meta h\u00e4lt das f\u00fcr absurd. \u201eDie Beweise im Prozess werden zeigen, was jeder 17-J\u00e4hrige auf der Welt wei\u00df\u201c, sagt ein Sprecher. \u201eInstagram, Facebook und Whatsapp konkurrieren mit Tiktok, Youtube, X, iMessage und vielen anderen Apps.\u201c Zudem habe die FTC die \u00dcbernahmen vor mehr als zehn Jahren gepr\u00fcft und genehmigt. Regulierungsbeh\u00f6rden sollten amerikanische Innovation unterst\u00fctzen, statt zu versuchen, \u201eeinen gro\u00dfartigen US-Konzern zu zerschlagen und China einen weiteren Vorteil zu verschaffen\u201c. Metas Chefjuristin Jennifer Newstead <a href=\"https:\/\/about.fb.com\/news\/2025\/04\/ftcs-weak-case-against-meta-ignores-reality\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sch\u00fcrt in einem Blogeintrag<\/a> ebenfalls Angst vor China und appelliert an den amerikanischen Patriotismus.<\/p>\n<p>Trump k\u00f6nnte zum Joker werden<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Da es sich um ein Verfahren ohne Geschworene handelt, h\u00e4ngt viel vom Richter selbst ab. Boasberg besch\u00e4ftigt sich seit Jahren mit dem Fall und zeigte sich bislang eher skeptisch. Die FTC habe den Markt zu eng definiert und den Schaden f\u00fcr Nutzerinnen und Nutzer nicht ausreichend belegt. Allerdings wies er 2022 einen Einspruch von Meta ab und <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/facebook-klage-instagram-kartell-1.5505605\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">lie\u00df die Klage zu<\/a>.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Formal handelt sowohl FTC als auch die Justiz unabh\u00e4ngig von der Politik. Unter Trump existiert die strikte Gewaltenteilung aber nur noch auf dem Papier. Er feuerte k\u00fcrzlich die beiden demokratischen Kommissionsmitglieder der FTC und ernannte seinen Vertrauten Andrew Ferguson zum Vorsitzenden. Deshalb k\u00f6nnte Trump zum Joker in dem Verfahren gegen Meta werden. Vergangenes Jahr drohte er noch, Zuckerberg ins Gef\u00e4ngnis zu werfen. Seitdem haben sich die beiden angen\u00e4hert, genauer gesagt: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/mark-zuckerberg-gefahr-unterwerfung-trump-fake-news-li.3178502\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zuckerberg hat sich unterworfen<\/a>. Der Meta-Chef biedert sich sprachlich und inhaltlich bei Trump an, spricht von angeblicher \u201eZensur\u201c auf Druck der Demokraten und will gemeinsam mit der US-Regierung gegen Regulierung in der EU vorgehen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">K\u00fcrzlich <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/meta-trump-zuckerberg-sperrung-social-media-konten-li.3192427\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00fcberzeugte Meta Trump mit 25 Millionen Dollar<\/a>, die Klage wegen der Sperrung seines Accounts einzustellen. Anfang April besuchte Zuckerberg den Pr\u00e4sidenten im Wei\u00dfen Haus und versuchte, ihn pers\u00f6nlich zu \u00fcberzeugen, das Verfahren der FTC zu stoppen. Der neue Vorsitzende Ferguson hat bereits durchblicken lassen, dass er einer Anordnung von Trump folgen w\u00fcrde. Zuckerberg d\u00fcrfte das gefallen haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor 17 Jahren schrieb Zuckerberg eine E-Mail, die seinem Konzern Meta zum Verh\u00e4ngnis werden k\u00f6nnte. \u201eEs ist besser&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":33382,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,170,169,29,106,291,30,152,148,5776,171,174,670,154,149,173,172,64,672,55],"class_list":{"0":"post-33381","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-companies","10":"tag-companies-markets","11":"tag-deutschland","12":"tag-donald-trump","13":"tag-facebook","14":"tag-germany","15":"tag-instagram","16":"tag-leserdiskussion","17":"tag-mark-zuckerberg","18":"tag-markets","19":"tag-maerkte","20":"tag-meta","21":"tag-social-media","22":"tag-sueddeutsche-zeitung","23":"tag-unternehmen","24":"tag-unternehmen-maerkte","25":"tag-usa","26":"tag-whatsapp","27":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114340973159619749","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33381","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33381"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33381\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33382"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33381"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33381"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33381"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}