{"id":333955,"date":"2025-08-10T13:40:12","date_gmt":"2025-08-10T13:40:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333955\/"},"modified":"2025-08-10T13:40:12","modified_gmt":"2025-08-10T13:40:12","slug":"wegen-kritik-an-israel-kurs-krisen-sonntag-merz-startet-operation-schadensbegrenzung-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/333955\/","title":{"rendered":"Wegen Kritik an Israel-Kurs: Krisen-Sonntag: Merz startet Operation Schadensbegrenzung | Politik"},"content":{"rendered":"<p>Berlin \u2013<b> Jetzt muss der Kanzler pers\u00f6nlich ran: als Feuerwehrmann in eigener Sache!<\/b><\/p>\n<p>Wegen der massiven Kritik an seiner am Freitag pl\u00f6tzlich verk\u00fcndeten Wende in der deutschen Israel-Politik (Waffen-Embargo f\u00fcr Gaza-Krieg) wird sich Friedrich Merz (69, CDU) heute im Fernsehen erkl\u00e4ren: Am Nachmittag zeichne die ARD f\u00fcr die Tagesschau ein Interview mit dem Bundeskanzler zu seiner Waffenwende auf! Es soll nach BILD-Informationen noch am Nachmittag schnell bei der ARD (tagesschau24) online verbreitet werden.<\/p>\n<p><b>Merz sieht sich damit offenbar gezwungen, sich doch noch selbst zu erkl\u00e4ren. Zu gro\u00df der Entr\u00fcstungssturm auch aus den eigenen Reihen und Teilen der Medien! Zudem k\u00fcndigt die CSU intern an, das Waffen-Embargo nicht hinnehmen zu wollen.<\/b><\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>Damit korrigiert das Kanzleramt seine bisherige Kommunikationsstrategie: Noch am Freitag waren der Kanzler und sein Stab der Meinung, es gen\u00fcge, Land und Partei mit einem vorbereiteten 18-Zeiler \u00fcber die neue Israel-Politik zu informieren.<\/p>\n<p>Um 15 Uhr schickt Merz seinen Au\u00dfenpolitik-Berater G\u00fcnter Sautter in eine Sonder-Videoschalte der Au\u00dfenpolitiker von CDU und CSU. Auch dort war das Entsetzen \u00fcber die Waffen-Wende des Kanzlers gro\u00df.<\/p>\n<p>Krisen-Papier sorgt f\u00fcr Aufregung<\/p>\n<p>Schon am Samstagabend hatte das Kanzleramt auf den Druck aus der CDU\/CSU reagiert. In einem dreiseitigen Papier versucht die Regierungszentrale, die Entscheidung von Friedrich Merz gegen Israel zu erkl\u00e4ren \u2013 und sie auch zu relativieren. In der CDU ist von einem Versuch der \u201eSchadensbegrenzung\u201c die Rede. Doch ein Absatz macht Unions-Abgeordnete fassungslos.<\/p>\n<p><b>Die Merz-Wende: <\/b>Am Freitag hatte <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/leute\/friedrich-merz\/friedrich-merz-alle-infos-76682054.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kanzler Merz<\/a> in einem Alleingang erkl\u00e4rt, Deutschland werde ab sofort keine R\u00fcstungsexporte an Israel genehmigen, \u201edie im Gazastreifen zum Einsatz kommen k\u00f6nnen\u201c \u2013 ein partielles R\u00fcstungsembargo. Die Ank\u00fcndigung hatte Merz ohne Absprache hochrangiger Unions-Parteifreunde ver\u00f6ffentlicht, aus CDU und CSU hagelte es Kritik und Emp\u00f6rung am Kanzler.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst hei\u00dft es in dem nun unter anderem an den Bundesvorstand der CDU verschickten Papier (\u201eHintergrund zur Erkl\u00e4rung des Bundeskanzlers\u201c; liegt BILD vor): \u201eDie Grundlinien deutscher Israelpolitik bleiben unver\u00e4ndert.\u201c Den Krieg in Gaza haben die pal\u00e4stinensischen Hamas-Terroristen ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p>So begr\u00fcndet das Kanzleramt die Wende<\/p>\n<p>Dann wird die Unterst\u00fctzung der Merz-Regierung f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/news\/ausland\/israel\/thema-israel-alle-infos-80028948.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Israel<\/a> hervorgehoben. Im Krieg gegen das iranische Regime \u201estellte sich der Bundeskanzler in gr\u00f6\u00dfter Klarheit an Israels Seite\u201c. In der EU habe die Bundesregierung stets versucht, \u201eeine ausbalancierte L\u00f6sung bei den immer wieder geforderten weitergehenden Ma\u00dfnahmen gegen Israel zu suchen\u201c.<\/p>\n<p><b>Anschlie\u00dfend erkl\u00e4rt das Kanzleramt, warum Merz den Waffen-Stopp verh\u00e4ngte. Anlass sei Israels Entscheidung, \u201edie Milit\u00e4roffensive im Gazastreifen betr\u00e4chtlich auszuweiten und eine Belagerung von Gaza-Stadt einzuleiten\u201c.<\/b><\/p>\n<p>Fakt ist: Israel hat beschlossen, die Zivilisten in Gaza-Stadt (ca. eine Million Menschen) in den S\u00fcden des Gazastreifens umzusiedeln. Erst danach soll die Belagerung der Stadt beginnen, um den milit\u00e4rischen Druck auf die Hamas-Terroristen zu erh\u00f6hen. Auch in Israel ist das Vorgehen umstritten. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Israels Armee m\u00f6chte die Zivilisten aus Gaza-Stadt umsiedeln und anschlie\u00dfend die Hamas-Terroristen bek\u00e4mpfen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/bf8e31a1567b3db736aed57ca39afe4b,e82fa1da\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Israels Armee m\u00f6chte die Zivilisten aus Gaza-Stadt umsiedeln und anschlie\u00dfend die Hamas-Terroristen bek\u00e4mpfen<\/p>\n<p>Foto: BASHAR TALEB\/AFP<\/p>\n<p>Interne Kritik an brisantem Absatz<\/p>\n<p>Das Kanzleramt schreibt, die Operation riskiere die Sicherheit der Geiseln, den Zivilisten in Gaza drohe eine Verschlechterung der humanit\u00e4ren Lage. Zudem sei unklar, ob durch die Einnahme von Gaza-Stadt die Chancen auf einen Waffenstillstands-Deal mit der Hamas steigen.<\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p><b>Brisant: Die Bundesregierung begr\u00fcndet die Anti-Israel-Entscheidung auch mit der Lage in Deutschland.<\/b><\/p>\n<p>Im Papier hei\u00dft es: \u201eDiese Eskalation tr\u00e4gt auch zur Versch\u00e4rfung gesellschaftlicher Konflikte in Deutschland und Europa bei\u00a0\u2026\u201c Hei\u00dft: Das Kanzleramt begr\u00fcndet die Kehrtwende auch mit den Anti-Israel-Demos in Deutschland \u2013 und macht gleichzeitig den j\u00fcdischen Staat f\u00fcr die teils antisemitischen und gewaltt\u00e4tigen Demonstrationen auf deutschen Stra\u00dfen verantwortlich.<\/p>\n<p>\u25b6\ufe0e Mehrere CDU-Politiker erkl\u00e4rten gegen\u00fcber BILD, sie seien \u00fcber diese T\u00e4ter-Opfer-Umkehr fassungslos und stellten die Frage, ob die Regierung nun aus Angst vor dem teils linken, teils islamistischen Anti-Israel-Mob politische Leitlinien ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Dennis Radtke, Chef des CDU-Sozialfl\u00fcgels, erkl\u00e4rte auf X: \u201eWir d\u00fcrfen au\u00dfenpolitische Entscheidungen doch nicht vom antisemitischen Mob auf unseren Stra\u00dfen abh\u00e4ngig machen. Die Antwort auf den antisemitischen Mob ist die H\u00e4rte unseres Rechtsstaates.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSchon bisher sind Waffen, die in Gaza genutzt werden, nicht geliefert worden\u201c<\/p>\n<p><b>Doch dann versucht das Kanzleramt, die Waffen-Wende des Kanzlers zu relativieren. Dazu, dass keine R\u00fcstungsg\u00fcter an Israel geliefert werden sollen, die in Gaza zum Einsatz kommen k\u00f6nnten, hei\u00dft es: \u201eDies beschreibt die Linie, an der sich die Bundesregierung orientiert. Schon bisher sind Waffen und Munition, die im Gazastreifen genutzt werden, an Israel nicht geliefert worden.\u201c<\/b><\/p>\n<p>Soll hei\u00dfen: Bereits zuvor hatte die Merz-Regierung wegen des Gaza-Kriegs bestimmte R\u00fcstungsexporte an Israel nicht genehmigt. Nun sollen \u201eweitere R\u00fcstungsg\u00fcter\u201c auf die Rote Liste kommen, also etwa Ersatzteile.<\/p>\n<p>Das Kanzleramt betont, dass andere R\u00fcstungsg\u00fcter weiterhin geliefert werden, etwa f\u00fcr die \u201eLuft- und Seeverteidigung, die zentral f\u00fcr die Selbstverteidigung Israels sind\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin \u2013 Jetzt muss der Kanzler pers\u00f6nlich ran: als Feuerwehrmann in eigener Sache! 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