{"id":334001,"date":"2025-08-10T14:04:14","date_gmt":"2025-08-10T14:04:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/334001\/"},"modified":"2025-08-10T14:04:14","modified_gmt":"2025-08-10T14:04:14","slug":"london-fast-500-verhaftungen-bei-pro-palaestinensischer-demonstration-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/334001\/","title":{"rendered":"London: Fast 500 Verhaftungen bei pro-pal\u00e4stinensischer Demonstration &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die Touristen hatten den besten Blick auf das Geschehen. Der doppelst\u00f6ckige Bus, mit dem Urlauber ihre Stadtrundfahrten machen, fuhr am Samstagnachmittag am Parliament Square vorbei, dem Platz vor dem Big Ben. Was die Passagiere von oben sahen: auf der sonnenbeschienenen Wiese sa\u00dfen, umgeben von weiteren Demonstranten,\u00a0 Hunderte Menschen, mit Schildern in der Hand: \u201eIch widersetze mich V\u00f6lkermord, ich unterst\u00fctze Palestine Action\u201c. Was sie auch sahen: Einer nach dem anderen wurde von Uniformierten weggetragen oder weggef\u00fchrt und in Streifenwagen gebracht. Was sie die Umstehenden skandieren h\u00f6rten: \u201eShame on you\u201c, sch\u00e4mt euch!\u00a0 Es galt den Polizisten. 466 Menschen sollten die bis zum Abend wegen der Plakate festnehmen.<\/p>\n<p>Sympathisanten drohen bis zu 14 Jahre Haft<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Der Protest, organisiert von der Initiative Defend Our Juries, war der bisher gr\u00f6\u00dfte, der Bezug auf Palestine Action nahm, seit die britische Regierung die Aktivistengruppe am 5. Juli als terroristische Vereinigung eingestuft und verboten hat. Die Aktivisten seien verantwortlich f\u00fcr \u201edirekte kriminelle Handlungen gegen Unternehmen und Institutionen, darunter wichtige nationale Infrastruktur- und Verteidigungsunternehmen\u201c, hie\u00df es als Begr\u00fcndung. Seit dem Tag des Verbots ist dieses Bezugnehmen bereits eine Straftat, den Sympathisanten drohen bis zu 14 Jahre im Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/projekte\/artikel\/politik\/gazastreifen-hunger-hilfslieferungen-hilfsfluege-bundeswehr-reportage-e489641\/\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;mit_fallschirmen_gegen_hunger&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;szplus&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;palaestina&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;er.e489641&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;paid&quot;,&quot;section&quot;:&quot;politik&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedeprojekteartikelpolitikgazastreifen-hunger-hilfslieferungen-hilfsfluege-bundeswehr-reportage-e489641\" class=\"css-14tg8sh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/d1235d00-06b8-4c7b-a6c7-109a994c7531.jpg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>Hilfsfl\u00fcge f\u00fcr Gaza<\/p>\n<p>:Mit Fallschirmen gegen Hunger<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-tb-description=\"\" data-schema-org-speakable=\"true\">Vom Cockpit der Bundeswehrmaschine sieht man direkt runter auf sie: die Kriegsruinen, die riesigen Zeltst\u00e4dte, Menschen zwischen wei\u00dfen Planen. Hunderttausende warten im Gazastreifen auf Nahrungsmittel, viel zu wenig kommt an. Was bringen die Hilfsfl\u00fcge Deutschlands?<\/p>\n<p>SZ PlusVon Kristiana Ludwig (Text) und Friedrich Bungert (Bilder)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die Debatte um den Nahostkonflikt\u00a0hat sich in den vergangenen Wochen auch in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Gro%C3%9Fbritannien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gro\u00dfbritannien<\/a> zugespitzt. Im Juli gaben etwas mehr als die H\u00e4lfte der Briten an, Israels Vorgehen in Gaza f\u00fcr ungerechtfertigt zu halten. Nachdem Premierminister Keir Starmer von einer wachsenden Zahl an B\u00fcrgern sowie im Parlament &#8211; und dort auch aus den eigenen Reihen &#8211; zum entschlosseneren Handeln gedr\u00e4ngt worden war, k\u00fcndigte er k\u00fcrzlich an, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Pal%C3%A4stina\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pal\u00e4stina<\/a> unter gewissen Bedingungen als Staat anerkennen zu wollen. Im Verbot von Palestine Action nun sehen Kritiker einen Widerspruch zur zunehmend besorgten und kritischen Haltung der Briten und ihrer Regierung.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Amnesty International UK verurteilte das Verbot als \u201ebeispiellosen gesetzlichen \u00dcbergriff\u201c, der Machtbefugnisse im gro\u00dfen Stil schaffe, um Menschen zu verhaften und Meinungen zu unterdr\u00fccken. 300 britische J\u00fcdinnen und Juden um\u00a0Filmemacher Mike Leigh\u00a0unterzeichneten ein Schreiben an Starmer, in dem sie das Vorgehen \u201eillegitim und unethisch\u201c nannten. Am Samstagnachmittag war es etwa eine Demonstrantin, die einen stoisch stummen Polizisten an der Wiese anflehte: \u201eDie Aktivisten k\u00f6nnen nat\u00fcrlich f\u00fcr ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden, aber nennt sie doch nicht Terroristen. Sie spr\u00fchen Farbe auf verdammte Flugzeuge, sie haben niemanden umgebracht!\u201c<\/p>\n<p>Die Gruppe wird auf der Terrorliste gef\u00fchrt, etwa neben dem IS<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Gegr\u00fcndet wurde Palestine Action im Sommer 2020 von Huda Ammori und Richard Barnard. Ammori,\u00a0\u00a0irakisch-pal\u00e4stinensischer Herkunft, begann sich bereits w\u00e4hrend ihres Wirtschaftsstudiums in Manchester\u00a0gegen Israels Politik in Gaza zu engagieren. Barnard hatte Erfahrung gesammelt als Mitglied einer christlichen Anarchistengruppe sowie bei der Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion. Laut Prospect Magazine ist der Brite allein neun Mal in amerikanische Luftwaffenst\u00fctzpunkte in Deutschland eingestiegen. Die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Proteste\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Proteste<\/a> von Palestine Action richten sich vor allem gegen die britischen Standorte von Israels gr\u00f6\u00dftem Waffenhersteller, Elbit Systems. Fabrikgeb\u00e4ude wurden mit roter Farbe beschmiert, Fenster eingeschlagen, Mitglieder der Organisation ketteten sich auf D\u00e4chern fest.\u00a0 Mit dem Ausbruch des Gaza-Kriegs im Oktober des folgenden Jahres wuchs die Zahl der Unterst\u00fctzer, und die Aktionen wurden zahlreicher und auch heftiger. Angestellte des Unternehmens und Polizisten, die sich den Aktivisten in den Weg stellten, wurden verletzt. Nachdem zwei Mitglieder im Juni dieses Jahres in die gr\u00f6\u00dfte Luftwaffenbasis des Landes eingedrungen waren und zwei Tankflugzeugen Sch\u00e4den in H\u00f6he von sieben Millionen Pfund (8 Millionen Euro) zugef\u00fcgt hatten, griff die Labour-Regierung durch. Nun wird die Gruppe auf der Terrorliste gef\u00fchrt, neben dem IS zum Beispiel.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/meinung\/friedrich-merz-israel-golan-syrien-kommentar-li.3295919\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;was_in_gaza_geschieht_hat_nur_noch_wenig_mit_der_verteidigung_gegen_die_hamas_zu_tun&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;opinion&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;israel&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;li.3295919&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;metered&quot;,&quot;section&quot;:&quot;meinung&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedemeinungfriedrich-merz-israel-golan-syrien-kommentar-li3295919\" class=\"css-14tg8sh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/01d3106a-35ec-4ad5-a5ec-822db2756ea7.jpg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>MeinungNaher Osten<\/p>\n<p>:Was in Gaza geschieht, hat nur noch wenig mit der Verteidigung gegen die Hamas zu tun<\/p>\n<p>Kommentar von Tomas Avenarius<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/099b3a3d-30c7-46f5-b9cd-a5e4d929a7b5.png\"  alt=\"Portrait undefined Tomas Avenarius\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">\u00dcber Westminster kreist ein Helikopter. Polizisten tragen einen \u00e4lteren Mann vom Parliament Square weg. Die Umstehenden schreien auf die Polizisten ein. Sie sollten sich vorstellen, ihre Kinder w\u00fcrden verhungern, und man d\u00fcrfe dagegen nicht auf die Stra\u00dfe gehen; sie sollten sich vorstellen, ihre Eltern s\u00e4\u00dfen da am Boden, um gegen das Leid zu protestieren. Ein Demonstrant bedient sich der Absurdit\u00e4t, die Kritiker des Verbots der Regierung vorwerfen, und ruft, als ein Polizist das Schild des Festgenommenen in die Hand nimmt: \u201eEr tr\u00e4gt das Schild, er ist ein Terrorist, Hilfe.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Am Abend bedankte sich Innenministerin Yvette Cooper bei den Einsatzkr\u00e4ften und sagte: \u201eViele Menschen kennen das wahre Wesen dieser Organisation vielleicht noch nicht, aber die Einsch\u00e4tzungen sind eindeutig \u2013 dies ist keine gewaltfreie Organisation. Die nationale Sicherheit und die \u00f6ffentliche Sicherheit des Vereinigten K\u00f6nigreichs m\u00fcssen immer oberste Priorit\u00e4t haben.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Das Verbot gelte nur dieser einen Gruppe. Die spiegle keineswegs die Haltung der Tausenden von Menschen im ganzen Land wider, die weiterhin ihr Grundrecht aus\u00fcbten, zu protestieren, sagte die Innenministerin. Tats\u00e4chlich zogen am Samstag noch tausende andere vom Russel Square Richtung Downing Street. Daneben fuhren drei gro\u00dfe Gruppen demonstrierender Radfahrer durch London. Der Verkehr war erheblich beeintr\u00e4chtigt. Stadtrundfahrten indes waren nicht gef\u00e4hrdet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Touristen hatten den besten Blick auf das Geschehen. Der doppelst\u00f6ckige Bus, mit dem Urlauber ihre Stadtrundfahrten machen,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":334002,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,147,710,551,13,411,94268,148,14,5796,15,2548,16,159,12,149,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-334001","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-ausland","11":"tag-demonstrationen","12":"tag-grossbritannien","13":"tag-headlines","14":"tag-israel","15":"tag-kampf-gegen-den-terror","16":"tag-leserdiskussion","17":"tag-nachrichten","18":"tag-naher-osten","19":"tag-news","20":"tag-palaestina","21":"tag-politik","22":"tag-proteste","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-sueddeutsche-zeitung","25":"tag-uk","26":"tag-united-kingdom","27":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","28":"tag-vereinigtes-koenigreich","29":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","30":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":"Validation failed: Text character limit of 500 exceeded"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/334001","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=334001"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/334001\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/334002"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=334001"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=334001"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=334001"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}