{"id":334013,"date":"2025-08-10T14:10:10","date_gmt":"2025-08-10T14:10:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/334013\/"},"modified":"2025-08-10T14:10:10","modified_gmt":"2025-08-10T14:10:10","slug":"5g-in-deutschland-zwischen-anspruch-und-ernuechternder-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/334013\/","title":{"rendered":"5G in Deutschland \u2013 zwischen Anspruch und ern\u00fcchternder Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Die Hoffnungen auf 5G waren gro\u00df. Schnelle Downloads, verl\u00e4ssliche Verbindungen, Kommunikation ohne Verz\u00f6gerung \u2013 so lauteten die Ank\u00fcndigungen. Die Realit\u00e4t sieht ern\u00fcchternd aus. Eine exklusive Analyse zeigt: Das viel beschworene Echtzeitnetz bleibt in Deutschland bislang Illusion.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Die Analyse entlarvt den Mythos vom 5G-Echtzeitnetz <\/p>\n<p>Im Juni 2019 ersteigerten Telekom, Vodafone, Telef\u00f3nica und Neueinsteiger 1&amp;1 bei der Bundesnetzagentur f\u00fcr 6,6 Milliarden Euro die n\u00f6tigen Frequenzen. Das Ziel: eine neue Mobilfunk\u00e4ra. Heute, sechs Jahre sp\u00e4ter, offenbaren Messungen des Branchendienstleisters Opensignal f\u00fcr das Handelsblatt deutliche Defizite. Zwar liefert 5G h\u00f6here Downloadraten als 4G, doch die Latenzzeiten bleiben weit \u00fcber der Marke f\u00fcr echte Echtzeitkommunikation.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"600\" data-pagespeed-lazy-src=\"https:\/\/blackout-news.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/x5G-Mobilfunk-shutterstock_2147034857.jpg.pagespeed.ic.OGO0TTZQ-j.jpg\" alt=\"5G in Deutschland entt\u00e4uscht: Hohe Latenzen verhindern Echtzeitkommunikation. Industrie und autonomes Fahren bleiben auf der Strecke\" class=\"wp-image-43325\" data-pagespeed-lazy-  src=\"\/pagespeed_static\/1.JiBnMqyl6S.gif\" onload=\"pagespeed.lazyLoadImages.loadIfVisibleAndMaybeBeacon(this);\" onerror=\"this.onerror=null;pagespeed.lazyLoadImages.loadIfVisibleAndMaybeBeacon(this);\"\/>5G in Deutschland entt\u00e4uscht: Hohe Latenzen verhindern Echtzeitkommunikation. Industrie und autonomes Fahren bleiben auf der Strecke<\/p>\n<p>Die Messungen zeigen: Keiner der gro\u00dfen Anbieter erreicht im Schnitt weniger als zehn Millisekunden Latenz \u2013 die Schwelle, ab der der internationale Standardisierungsgremienverband 3GPP von Echtzeit spricht. Telekom liegt bei etwa 23 Millisekunden, Vodafone und Telef\u00f3nica bei rund 29 Millisekunden.<\/p>\n<p>Hohe Erwartungen an 5G \u2013 begrenzte Wirkung<\/p>\n<p>Gerade f\u00fcr die Industrie hat diese Verz\u00f6gerung gravierende Folgen. Marcus Bollig, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbandes der Automobilindustrie, betont: \u201eDie weiterhin hohen Latenzzeiten im Mobilfunknetz schr\u00e4nken insbesondere Anwendungen ein, die auf Echtzeitkommunikation angewiesen sind.\u201c Auch Frank Fitzek, Professor f\u00fcr Kommunikationsnetze an der TU Dresden, kritisiert, dass es in Deutschland bisher keinen vollwertigen Echtzeitmobilfunk gibt.<\/p>\n<p>Die Datenbasis von Opensignal st\u00fctzt diese Einsch\u00e4tzung. Gemessen wurden reale Nutzererfahrungen \u00fcber unz\u00e4hlige Endger\u00e4te hinweg. Zwischen M\u00e4rz und Mai 2025 verdreifachten sich die durchschnittlichen Downloadraten \u2013 im Telekom-Netz von 53 auf 180 Megabit pro Sekunde. Doch die Latenz bleibt das Nadel\u00f6hr.<\/p>\n<p>5G f\u00fcr autonomes Fahren entscheidend<\/p>\n<p>Fitzek verweist auf ein Beispiel aus den USA: Waymo setzt in Kalifornien Robotaxis ein, die komplexe Verkehrssituationen meistern. Die Fahrzeuge sind mit Sensoren und leistungsf\u00e4higen Rechnern ausgestattet, um Daten auszuwerten und Fahrentscheidungen zu treffen. Im Notfall greifen Menschen aus der Ferne ein.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine wirtschaftliche Skalierung sei dieses Modell jedoch ungeeignet. \u201eAutonomes Fahren wird wirtschaftlich erst mit Echtzeitmobilfunk m\u00f6glich. Die Robotaxis von Waymo mit viel Technik an Bord sind nicht skalierbar\u201c, betont Fitzek. Erst wenn zentrale Systeme mehrere Fahrzeuge in Echtzeit steuern, k\u00f6nne die Technologie fl\u00e4chendeckend durchstarten.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Industrie fordert Fortschritte<\/p>\n<p>Der VDA sieht zahlreiche Anwendungen blockiert: Lkw-Platooning, automatische Kollisionsvermeidung oder ferngesteuertes Parken ben\u00f6tigen nahezu verz\u00f6gerungsfreie Daten\u00fcbertragung. Selbst Kreuzungsassistenten, die den Verkehr koordinieren, sto\u00dfen aktuell an technische Grenzen.<\/p>\n<p>Zwar k\u00f6nnen Firmen in Deutschland \u00fcber sogenannte Campusnetze lokale 5G-Frequenzen nutzen, doch diese L\u00f6sung eignet sich nur f\u00fcr abgeschlossene Areale wie Fabriken. F\u00fcr vernetzte Fahrzeuge, die landesweit unterwegs sind, bleibt das irrelevant. Auff\u00e4llig ist, dass Netzbetreiber in ihrer Werbung weiterhin mit dem Begriff \u201eEchtzeit\u201c arbeiten, obwohl die Praxis dem widerspricht.<\/p>\n<p>Verteidigungsmodus der Netzbetreiber<\/p>\n<p>Auf die Kritik reagierten Telekom, Vodafone und Telef\u00f3nica zur\u00fcckhaltend. Die Telekom verwies darauf, dass \u00e4ltere Website-Texte noch aus der Anfangszeit von 5G stammen. Opensignal messe laut Unternehmen lediglich das Nutzerverhalten und nicht die maximal m\u00f6gliche Netzleistung.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich geben die Messungen jedoch ein realistisches Bild davon, wie sich das Netz auf Endger\u00e4ten verh\u00e4lt. Anfragen des Handelsblatts nach eigenen Netzdaten blieben unbeantwortet. Alle drei Anbieter verweigerten Angaben zu Latenzwerten auf Kundenseite.<\/p>\n<p>Blick nach China<\/p>\n<p>Andere L\u00e4nder zeigen, wie es gehen kann. China hat in \u00fcber 300 St\u00e4dten den erweiterten Standard 5G-Advanced etabliert. Die K\u00fcstenmetropole Shenzhen dient als Vorzeigeregion: 4G-Standorte wurden nicht nur aufger\u00fcstet, sondern das Netz durch zus\u00e4tzliche Funkstationen verdichtet.<\/p>\n<p>Die Betreiber verlegten Rechenzentren n\u00e4her an die Antennen, um Verz\u00f6gerungen zu minimieren. Die durchschnittliche Latenz liegt hier zwischen vier und acht Millisekunden. Damit lassen sich Drohnenlieferungen, Robotersteuerungen und intelligente Verkehrslenkung in Echtzeit umsetzen.<\/p>\n<p>China profitiert allerdings von zentraler Netzplanung und einheitlicher Technik \u2013 Faktoren, die in Deutschland so nicht realisierbar sind.<\/p>\n<p>Lesen Sie auch:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Hoffnungen auf 5G waren gro\u00df. Schnelle Downloads, verl\u00e4ssliche Verbindungen, Kommunikation ohne Verz\u00f6gerung \u2013 so lauteten die Ank\u00fcndigungen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":334014,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[38288,331,3924,332,3922,3364,29,30,13,14,3923,15,3921,12],"class_list":{"0":"post-334013","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-5g","9":"tag-aktuelle-nachrichten","10":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","11":"tag-aktuelle-news","12":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","13":"tag-de","14":"tag-deutschland","15":"tag-germany","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-nachrichten-aus-deutschland","19":"tag-news","20":"tag-news-aus-deutschland","21":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115004875117563718","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/334013","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=334013"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/334013\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/334014"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=334013"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=334013"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=334013"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}