{"id":334447,"date":"2025-08-10T18:04:16","date_gmt":"2025-08-10T18:04:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/334447\/"},"modified":"2025-08-10T18:04:16","modified_gmt":"2025-08-10T18:04:16","slug":"estland-wappnet-sich-fuer-angriff-auf-russische-truppen-wuerde-jeder-baum-schiessen-mit-oder-ohne-nato","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/334447\/","title":{"rendered":"Estland wappnet sich f\u00fcr Angriff: &#8222;Auf russische Truppen w\u00fcrde jeder Baum schie\u00dfen, mit oder ohne Nato&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>In Estland k\u00f6nnte Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin schon bald versuchen, die Beistandspflicht nach Artikel 5 der Nato zu testen. Davor warnt auch der Milit\u00e4rexperte Carlo Masala: In seinem neuen Buch schreibt er, die Russen k\u00f6nnten zeitnah die estnische Grenzstadt Narva angreifen. Die 60.000 Einwohner dort stammen fast alle aus Russland. Was w\u00fcrde bei einem solchen Angriff passieren?<\/p>\n<p>Der Ex-General Riho Terras musste aus beruflichen Gr\u00fcnden gedanklich bereits alle m\u00f6glichen Angriffspl\u00e4ne der Russen auf Estland durchspielen. Sieben Jahre lang war er Befehlshaber der estnischen Verteidigungskr\u00e4fte. Seit 2020 sitzt Terras f\u00fcr die konservative Partei Isamaa im Europ\u00e4ischen Parlament. Er ist Vize-Vorsitzender des EU-Verteidigungsausschusses. Terras betont, die Esten lie\u00dfen sich von Putin und seinen Provokationen keine Angst einjagen. Schlie\u00dflich f\u00fchlten sie sich f\u00fcr allerlei Angriffsszenarien gut ger\u00fcstet.<\/p>\n<p><b>ntv.de: Die estnische Grenzstadt Narva kursiert in den deutschen Schlagzeilen, weil der Milit\u00e4rexperte Carlo Masala vor dem &#8222;Narva-Szenario&#8220; warnt: Putin k\u00f6nnte die Stadt \u00fcberfallen &#8211; und damit die Nato und ihre Beistandspflicht nach Artikel 5 auf die Probe stellen. F\u00fcr wie realistisch halten Sie das Szenario?<\/b><\/p>\n<p>Riho Terras: Das Narva-Szenario ist seit 2014 immer wieder Thema. Es darf aber keine selbsterf\u00fcllende Prophezeiung werden. Daf\u00fcr m\u00fcssen die Nato-Staaten gemeinsam mit Estland St\u00e4rke demonstrieren. Putin darf gar nicht auf den Gedanken kommen, Narva oder eine andere Stadt an der russischen Grenze anzugreifen. Die allermeisten der 60.000 Einwohner Narvas sind russischsprachig. Aber eine russischsprachige Mehrheit gibt es zum Beispiel auch in der ostukrainischen Stadt Pokrowsk, um die seit drei Jahren so erbitterte K\u00e4mpfe toben. Es gibt jedoch einen gro\u00dfen Unterschied zwischen Narva und Pokrowsk. Narva geh\u00f6rt zu Estland und damit sowohl zur Europ\u00e4ischen Union als auch zur Nato.<\/p>\n<p>  <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Terras.jpg\">     <img decoding=\"async\" alt=\"Vor seinem Einzug ins EU-Parlament war Riho Terras von 2011 bis 2018 Befehlshaber der Verteidigungsstreitkr\u00e4fte der Republik Estland.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Terras.jpg\" class=\"lazyload\"\/>  <\/a>  <\/p>\n<p class=\"article__aside__caption\">Vor seinem Einzug ins EU-Parlament war Riho Terras von 2011 bis 2018 Befehlshaber der Verteidigungsstreitkr\u00e4fte der Republik Estland.<\/p>\n<p><b>Also stehen auch die ethnischen Russen in Narva hinter der Nato und der Europ\u00e4ischen Union, nicht hinter Putins Russland?<\/b><\/p>\n<p>Narvas Bev\u00f6lkerung ist zu 95 Prozent russischsprachig. Die H\u00e4lfte dieser Leute lebt dort schon seit Jahrhunderten. Mein Vater kommt aus Narva. Ich bin selbst 30 Kilometer entfernt geboren. Sowohl ich als auch andere Leute aus Narva sagen voller \u00dcberzeugung: Narva ist eine Grenzstadt, aber sie geh\u00f6rt zu Europa. Falls Narva im Angriffsfall nicht gemeinsam mit den Verb\u00fcndeten Estlands verteidigt werden w\u00fcrde, w\u00e4re das gesamte Konzept der Nato und der EU Geschichte. Wenn man in Narva lebt und \u00fcber die Br\u00fccke nach Russland geht, hat man den direkten Vergleich zum Lebensstandard in der EU. Dann wei\u00df man, warum man diesen Lebensstandard nicht aufgeben will. Viele russischsprachige Leute in Estland haben auch deshalb die estnische Staatsb\u00fcrgerschaft. <\/p>\n<p><b>Ist das ein Grund, warum die Br\u00fccke zwischen Narva und der russischen Grenzstadt Iwangorod offenbleibt, auch f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger? Um den Leuten zu zeigen: Guckt euch gerne an, wie die russischen Nachbarn leben?<\/b><\/p>\n<p>Es gibt mehrere Gr\u00fcnde daf\u00fcr. Der wichtigste ist, dass viele Menschen in Narva Beziehungen nach Russland unterhalten. Vor dem Zweiten Weltkrieg geh\u00f6rte auch das andere Ufer des Flusses Narva, der die Grenze markiert, zu Estland. Nach dem Krieg wurde die Stadt zweigeteilt, aber viele Menschen auf beiden Seiten des Ufers sind miteinander verwandt. Die Br\u00fccke muss offen bleiben f\u00fcr Leute, die sie tagt\u00e4glich \u00fcberqueren m\u00fcssen. Dahinter steckt keine besondere Strategie. Es gibt keinen Grund, sie zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<\/p>\n<p><b>F\u00fcr den Herbst hat Russland ein Man\u00f6ver an der Grenze zu den baltischen Staaten angesetzt. Mit grenznahen Man\u00f6vern hat auch der \u00dcberfall auf die Ukraine begonnen. Ist das eine Drohgeb\u00e4rde Putins an Estland, Litauen und Lettland?<\/b><\/p>\n<p>Diese \u00dcbung namens Sapad f\u00fchren die Russen schon seit Jahrzehnten durch, es gab sie schon zu Sowjetzeiten. Und diese \u00dcbung richtete sich nie speziell gegen Estland, Litauen oder Lettland. Es ging immer darum, verschiedene Konfliktszenarien mit der Nato durchzuspielen. Deshalb muss sich wiederum die Nato mit dieser \u00dcbung der Russen besch\u00e4ftigen. Zwar kann man Provokationen Russlands gegen\u00fcber den baltischen Staaten nie v\u00f6llig ausschlie\u00dfen \u2013 aber Russland hat eigentlich nicht gen\u00fcgend Kraft, um eine weitere Front zu er\u00f6ffnen. Die ukrainischen Soldaten k\u00e4mpfen tapfer gegen Russland und rauben Putin damit die Kraft f\u00fcr ein weiteres Abenteuer.<\/p>\n<p><b>Sie halten einen Angriff Russlands auf die baltischen Staaten f\u00fcr unwahrscheinlich?<\/b><\/p>\n<p>Es besteht immer die M\u00f6glichkeit, dass Putin sich \u00fcbersch\u00e4tzt. Denn Putin wird manchmal nicht gut genug informiert durch seine Leute. Dann werden Entscheidungen getroffen, die nicht logisch sind. Der Angriff auf die Ukraine war auch nicht logisch, aus keiner Perspektive. Putin hat in der Ukraine kein einziges Ziel, das er sich gesteckt hat, erreicht. Falls Putin tats\u00e4chlich Estland oder einen anderen baltischen Staat angreifen sollte, muss die Nato bereit sein. Mich wundert es aber, dass Leute sich die Frage stellen, ob die Nato uns in Estland in dem Fall zur Hilfe kommt. Verdammt noch mal, wir sind die Nato!<\/p>\n<p><b>Also haben Sie den Eindruck, Narva w\u00e4re gut vor einem Angriff gesch\u00fctzt?<\/b><\/p>\n<p>Ich will nicht mit diesem Szenario in Narva spielen, weil es f\u00fcr mich keines ist. Man kann beliebige St\u00e4dte an der Grenze zu Russland nehmen und dar\u00fcber das Gleiche sagen, etwa an der Grenze zwischen der russischen Exklave Kaliningrad und Litauen. F\u00fcr mich ist es unlogisch, das Narva-Szenario so hervorzuheben. Au\u00dferdem zeigt die Geschichte: Die Russen sind nie durch Narva in Estland eingedrungen, denn das Gel\u00e4nde dort ist einfach zu verteidigen.<\/p>\n<p><b>Die estnische Armee hat 7100 aktive Soldaten, richtig?<\/b><\/p>\n<p>Diese mehr als 7000 Soldaten sind Ausbilder der Armee. Es gibt aber 50.000 Soldaten in der Reserve, die jedes Jahr eine \u00dcbung abhalten, um ihre Heimat zu verteidigen. Sie alle w\u00e4ren im Angriffsfall innerhalb von 48 Stunden bereit. Wir haben in Estland eigentlich etwa 90.000 ausgebildete Soldaten. Aber f\u00fcr die restlichen 40.000 besitzen wir heute noch nicht gen\u00fcgend Ausr\u00fcstung, Waffen und Munition. N\u00e4chstes Jahr wird Estland 5,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts f\u00fcr die Verteidigung ausgeben, mit dem Ziel, unsere Armee noch gr\u00f6\u00dfer und effektiver zu machen.<\/p>\n<p><b>Keine Chance f\u00fcr Putins Armee also?<\/b><\/p>\n<p>Wenn man sich einen Multiple-Choice-Test vorstellt, hat Estland schon einmal die Option gew\u00e4hlt, nicht gegen die Russen zu k\u00e4mpfen. Das war 1939. Unsere Regierung hat damals gedacht, vielleicht w\u00e4re das besser. Bei dem russischen Angriff haben wir dann zehn Prozent unserer Bev\u00f6lkerung verloren. Finnland zum Beispiel hat damals gek\u00e4mpft. Dabei hat es zwar Territorium verloren, aber die Ehre und den Gro\u00dfteil seines Landes erhalten. Das wissen die Esten. Deshalb w\u00fcrde in Estland jeder Baum auf die russischen Truppen schie\u00dfen, ob mit Nato oder ohne.<\/p>\n<p><b>Estland geh\u00f6rt zu den sechs EU-Mitgliedstaaten, die noch eine Wehrpflicht haben. Alle gesunden m\u00e4nnlichen Staatsb\u00fcrger m\u00fcssen mindestens acht Monate Wehrdienst ableisten. Halten Sie das grunds\u00e4tzlich f\u00fcr den richtigen Weg f\u00fcr andere L\u00e4nder, auch f\u00fcr Deutschland? <\/b><\/p>\n<p>Es ist mit Sicherheit ein richtiges Konzept f\u00fcr L\u00e4nder, die sehr klein sind, wie die baltischen Staaten. Denn Estland kann sich eine Berufsarmee in der n\u00f6tigen Gr\u00f6\u00dfe nicht leisten. Die Esten diskutieren momentan dar\u00fcber, ob die Wehrpflicht auch f\u00fcr Frauen gelten sollte &#8211; sie k\u00f6nnen sich bislang freiwillig f\u00fcr den Wehrdienst entscheiden. Falls gr\u00f6\u00dfere L\u00e4nder wie Frankreich oder Deutschland genug Geld ins Milit\u00e4r investieren, w\u00fcrden wahrscheinlich auch Berufsarmeen ausreichen. F\u00fcr mich hat die Wehrpflicht aber noch eine andere Dimension: Sie verbindet die Gesellschaft mit der Armee.<\/p>\n<p><b>Wie meinen Sie das?<\/b><\/p>\n<p>Jede Familie in Estland hat einen oder zwei Angeh\u00f6rige, die im Milit\u00e4r sind oder waren. Wenn ich als Politiker im Wahlkampf sage, ich werde f\u00fcnf Prozent des Bruttoinlandsprodukts f\u00fcr die Verteidigung ausgeben, denken die Leute: Aha, mein Sohn war ein Wehrpflichtiger und ist jetzt in der Reserve &#8211; er wird dadurch eine bessere Ausr\u00fcstung haben f\u00fcr die Verteidigung. Das hei\u00dft, viele Leute w\u00e4hlen eine Partei, die das bef\u00fcrwortet. Die Wehrpflicht als solche unterst\u00fctzen 85 Prozent der estnischen Bev\u00f6lkerung. Nur unter den jungen M\u00e4nnern zwischen 18 und 25 Jahren, die noch nicht ihre Wehrpflicht abgeleistet haben, liegt die Unterst\u00fctzung mit 60 Prozent niedriger.<\/p>\n<p><b>Deutschland plant die Wiedereinf\u00fchrung der Wehrpflicht, angelehnt an das schwedische Modell. Das l\u00e4uft ein bisschen anders ab als in Estland. Nach diesem Modell werden alle M\u00e4nner und Frauen im wehrf\u00e4higen Alter gemustert. Wenn es nicht genug Freiwillige gibt, wird verpflichtet. Was halten Sie davon?<\/b><\/p>\n<p>Das m\u00fcssen die deutschen Politiker entscheiden. Wichtig ist: Die Bundesregierung hat erkannt, dass ein Krieg in Europa m\u00f6glich ist und sich die Nato-Verb\u00fcndeten gemeinsam verteidigen m\u00fcssen. Das sollte ein Vorbild sein f\u00fcr L\u00e4nder wie Spanien oder Italien. In diesen L\u00e4ndern sind die Verteidigungsausgaben sehr niedrig. Wir m\u00fcssen alle daran arbeiten, dass die Nato als Ganzes st\u00e4rker wird, denn es geht nicht nur um Russland &#8211; es geht auch um China, es geht um den Iran. Diese L\u00e4nder werden genau beobachten, was wir in Europa zustande bringen und sich dann entscheiden, auf welcher Seite sie stehen wollen.<\/p>\n<p><b>Sind Sie sauer auf Spanien und Italien, weil dort nicht genug in das Milit\u00e4r investiert wird?<\/b><\/p>\n<p>Diese Gespr\u00e4che f\u00fchre ich t\u00e4glich im Europ\u00e4ischen Parlament. \u00d6sterreich oder Irland zum Beispiel investieren unter einem Prozent ihrer Wirtschaftskraft in die Verteidigung. Das sind f\u00fcr mich klare F\u00e4lle von Trittbrettfahren. Diese L\u00e4nder sagen: Okay, wir sind sicher genug, wir brauchen das alles nicht. Wieso m\u00fcssen wir in Estland auf Kosten unserer Sozialausgaben unsere Verteidigung verbessern und die anderen nicht? Auch estnische M\u00fctter wollen Kindergeld.<\/p>\n<p><b>Da w\u00fcrden die Spanier wahrscheinlich sagen: Na ja, wir sind ganz weit weg von Russland und darum f\u00fchlen wir uns auch nicht so bedroht.<\/b><\/p>\n<p>Ganz Europa wird tagt\u00e4glich angegriffen. Nicht mit konventionellen Waffen, aber durch Cyberattacken und Desinformationskampagnen. Da werden auch Spanier und Italiener irgendwann Hilfe brauchen. Die baltischen Staaten haben sich in Europa solidarisch gezeigt. Als etwa die erste Fl\u00fcchtlingswelle durch das Mittelmeer nach Europa kam. Da haben die Esten, Letten und Litauer geholfen, auch finanziell. Oder nehmen Sie die estnischen Soldaten, die in der Zentralafrikanischen Republik zusammen mit den Franzosen im Einsatz waren. Was haben wir Esten da gesucht? Nichts. Aber wir haben verstanden, dass Sicherheit eine Gemeinschaftsaufgabe ist.<\/p>\n<p><b>Wie gef\u00e4hrlich sind die Cyberangriffe auf europ\u00e4ische Staaten \u2013 und sind die Esten besonders betroffen?<\/b><\/p>\n<p>Nein, sind wir nicht. Wir haben uns mit diesem Thema schon seit 2000 besch\u00e4ftigt und ein digitales Regierungssystem aufgebaut. Als Russland 2007 estnische Regierungsseiten angegriffen hat, waren wir bereit und konnten die Attacke weitestgehend abwehren. Wir haben das Center of Excellence of Cyber Defence in Tallinn, das sich mit der gesamten Nato-Cyberverteidigung besch\u00e4ftigt. Das hei\u00dft, wir sind weniger von Cyberattacken betroffen als andere L\u00e4nder, weil wir f\u00e4higer sind, uns zu verteidigen. Ich habe aber zum Beispiel Freunde in deutschen Unternehmen, die sich da unsicher sind. Cyberattacken und Desinformationskampagnen geh\u00f6ren zum russischen Arsenal, um die Gesellschaften in Europa zu verunsichern. Diese Unsicherheit verursacht Hass, der wiederum die Unsicherheit verst\u00e4rkt. Irgendwann kommt es zu Stra\u00dfenk\u00e4mpfen. Das will niemand.<\/p>\n<p><b>Was hilft denn gegen diesen Hass, den die russischen Desinformationskampagnen streuen?<\/b><\/p>\n<p>Wahrheiten. Wieso glauben die Leute in Narva nicht an die russische Propaganda? Aufgrund der allt\u00e4glichen Erfahrung. Hier ein Vergleich mit dem Wetter: Wenn ich aus dem Fenster gucke und da scheint die Sonne, kann mir wer auch immer im Fernsehen sagen, dass es regnet. Ich glaube immer noch, dass die Sonne scheint, weil ich das selbst sehe und f\u00fchle. Dieses selbst sehen und f\u00fchlen ist wichtig. Estland, Lettland und Litauen sind sch\u00f6ne Staaten, die jeder besuchen kann, um zu sehen, dass wir ein ganz normales Leben f\u00fchren. Wir laufen nicht mit Maschinengewehren rum und f\u00fcrchten etwas. Wir sind bereit zur Verteidigung, aber wir sind nicht ver\u00e4ngstigt. Wir f\u00fcrchten uns nicht, weil wir in Estland fest an die Nato glauben. Wir m\u00fcssen mit unseren Freunden in den USA und Europa weiter daran arbeiten, dass auch Putin an die Nato glaubt &#8211; weil er dann nicht angreifen wird.<\/p>\n<p><b>Von Deutschland aus stellt man sich das also zu Unrecht anspruchsvoll vor, die vielen ethnischen Russen, die in Estland leben, von der Nato und der EU zu \u00fcberzeugen?<\/b><\/p>\n<p>In Berlin wohnen 300.000 russischsprachige Menschen, also zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung. Das wird nicht als Problem dargestellt. In Estland sind russischsprachige Menschen Staatsb\u00fcrger von Estland. Die meisten, besonders die j\u00fcngeren Leute, sprechen Estnisch. In allen Gesellschaften und Bev\u00f6lkerungsgruppen gibt es Leute, die unzufrieden mit ihrer Regierung sind. Das ist in Estland kein Problem, das durch die russischsprachige Bev\u00f6lkerung entsteht. Putin kann die Russischsprachigen in Estland auch nicht als Vorwand nutzen, um anzugreifen. In der ukrainischen Oblast Donezk etwa k\u00e4mpfen die russischsprachigen Ukrainer gegen die russischen Truppen. Nicht alles h\u00e4ngt davon ab, welche Sprache man spricht. Zehn Prozent der estnischen Wehrpflichtigen und Reservisten sind russischsprachig.<\/p>\n<p><b>Gibt es in Estland nicht auch Menschen, die einen russischen Pass haben, aber keinen estnischen?<\/b><\/p>\n<p>Doch, die gibt es schon. Und es gibt auch noch die, die gar keinen Pass haben, sondern einen sogenannten grauen Pass, der damals f\u00fcr die Staatsb\u00fcrger der Sowjetunion ausgegeben worden ist. Der graue Pass ist am bequemsten, denn damit kann man von Lissabon nach Wladiwostok reisen, ohne Visa beantragen zu m\u00fcssen. Aber das sind meistens \u00e4ltere Leute. Mit russischen Staatsb\u00fcrgern haben wir ein zus\u00e4tzliches Problem: In den vergangenen Jahren wollten viele von ihnen die russische Staatsb\u00fcrgerschaft abgeben. Aber sie k\u00f6nnen es nicht, weil der russische Staat zustimmen muss.<\/p>\n<p> <strong class=\"article__aside__title\">&#8222;Wieder was gelernt&#8220;-Podcast<\/strong> <\/p>\n<p>&#8222;Wieder was gelernt&#8220; ist ein Podcast f\u00fcr Neugierige: Welche Region schickt nur <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Eine-ganze-Region-schickt-nur-Verlierer-in-den-Bundestag-article25588401.html\" target=\"_blank\" rel=\"Follow noopener\">Verlierer<\/a> in den Bundestag? Wann werden die deutschen <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Auf-russische-Truppen-wuerde-jeder-Baum-schiessen-mit-oder-ohne-Nato-article25953779.html\/ntv.de\/25617635\" target=\"_blank\" rel=\"Follow noopener\">Strompreise<\/a> sinken? Welche Anspr\u00fcche haben Donald Trump und die USA auf <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Geografisch-und-geologisch-gehoert-Groenland-zum-nordamerikanischen-Kontinent-article25475595.html\" target=\"_blank\" rel=\"Follow noopener\">Gr\u00f6nland<\/a>? Welche europ\u00e4ische <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Rumaenien-Eine-europaeische-Landwirtschafts-Bastion-trocknet-aus-article25394088.html\" target=\"_blank\" rel=\"Follow noopener\">Landwirtschafts-Bastion<\/a> trocknet aus? H\u00f6ren Sie rein und werden Sie dreimal die Woche ein wenig schlauer.<\/p>\n<p>Alle Folgen finden Sie in der <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/apps\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ntv App<\/a>, bei <a href=\"https:\/\/plus.rtl.de\/podcast\/wieder-was-gelernt-der-ntv-podcast-d0uld2aqwi6dt\" target=\"_blank\" rel=\"Follow noopener\">RTL+<\/a>, <a href=\"https:\/\/music.amazon.com\/podcasts\/b6931e40-5e85-4ef9-87f6-c785039b1f1e\/wieder-was-gelernt\" target=\"_blank\" rel=\"Follow noopener\">Amazon Music<\/a>, <a href=\"https:\/\/podcasts.apple.com\/de\/podcast\/wieder-was-gelernt-ein-ntv-podcast\/id1434819309?mt=2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Apple Podcasts<\/a> und <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/6w5kuaVaPvVDWGdPLXkONh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Spotify<\/a>. 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Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an podcasts@ntv.de<\/p>\n<p>Mit Riho Terras sprachen Frauke Niemeyer und Lea Verstl<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Estland k\u00f6nnte Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin schon bald versuchen, die Beistandspflicht nach Artikel 5 der Nato zu&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":334448,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,661,685,10566,3189,548,941,13,14,1159,15,16,4043,4044,850,307,12,6473,317,3081,306],"class_list":{"0":"post-334447","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-angriff-auf-die-ukraine","11":"tag-bundeswehr","12":"tag-deutsche-verteidigungspolitik","13":"tag-estland","14":"tag-eu","15":"tag-eu-parlament","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-nato","19":"tag-news","20":"tag-politik","21":"tag-russia","22":"tag-russian-federation","23":"tag-russische-foederation","24":"tag-russland","25":"tag-schlagzeilen","26":"tag-sicherheitspolitik","27":"tag-ukraine","28":"tag-ukraine-konflikt","29":"tag-wladimir-putin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115005795394309932","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/334447","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=334447"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/334447\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/334448"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=334447"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=334447"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=334447"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}